Donnerstag, 16-Juli-2026

DER 16. BUNDESTAG

 

In der zweiten Aprilwoche mündeten die Koalitionsverhandlungen von SPD und CDU/CSU in die Vorstellung des ausgehandelten Vertrages. Ich hatte mir das Konvolut von 146 Seiten überschlägig angeschaut, und dazu die Zeit gemerkt, wann ich zu lesen begonnen hatte. Anmerkung: Der vorgestellte Koalitionsvertrag vom 9.4. ist noch nicht in Kraft, d.h. er wird unterzeichnet, wenn die Parteien zugestimmt haben, was erst nach dem 30. April der Fall sein dürfte.

Hier zeige ich das Horoskop auf meinen Lese-/Schreib-Moment nochmals, den Text übernehme ich aus der Morgen- und Abendschau (er ist in spätestens 3 Monaten zur Löschung vorgesehen).

Es ist zum Zeitpunkt, da ich dies schreibe bzw. im Vertrag lese, ein AC von 0° Waage gegeben, und die Venus steht in Konjunktion mit Saturn in den Fischen (das versunkene Bewusstsein einer sich klärenden/reinigenden Ordnung, oder aber die Figuration einer Ordnung in einer Auflösung der Umstände). Neptun ist auch die Täuschung, die Umgehung des Vordergründigen durch Entziehen. Merkur steht in Konjunktion zum Mondknoten, Neptun bereits im Widder – und alle in Opposition zu Mond in der Jungfrau. Dass nun auch wieder Pluto und Mars sich gegenüberstehen, ist Anzeige dafür, dass im Heimatlichen und im Empfinden mit Energie aufgedeckt werden kann, was Pluto im Wassermann „durchdrücken“ will, während eben dieses Heimatliche zur „Ordnung“ gerufen wird, die aber gerade erheblicher Schwächung ausgesetzt ist. Mars in Krebs steht mit der Sonne im Widder in Kontakt: Der umgesetzte Wille zur Durchsetzung dieses „Gemeinschaftsvertrags“ steht gegen die Interessen des Mondes. Und der steht (zumindest, was meine Lese-/Schreibzeit angeht) in der Jungfrau und im 12. Haus. Da stehen sie nun – die Einzelnen in ihrem Grummeln (weil sie doch den Mars in sich tragen, der zwar immerhin aufdeckt, aber sie nicht mitnehmen kann) und in der Unfähigkeit, sich auszusteuern. Da ist aber nicht nur Aufdeckung, sondern vor allem das Programm der Selbstverletzung, das hier machtvoll vom 5. Haus ausgeht bzw. im Skorpion im 3. Haus die Kontrolle über die Ausübung des 2. Hauses anzeigt.

Das war längst nicht alles, was man herauslesen konnte; ich greife einen Hinweis einer astrologischen Bekannten auf, die sich auf den Mond in 12 bezog (Dank für das aufmerksame Mitverfolgen). Herrscher von Haus 10, also MC als Finalität und auch der Bestimmung, in 12 heißt: Gehe zurück auf Anfang. Gehen wir doch vom MC im Krebs in Richtung IV. Quadranten bis zum Mond, gelangen wir dort knapp 20 Jahre (19,4) zuvor an: 2005. Am 18.9.2005 hatte die Bundestagswahl zum 16. Deutschen Bundestag nach der vorzeitigen Auflösung des 15. Deutschen Bundestags stattgefunden,  614 Abgeordnete waren in den 16. Bundestag eingezogen und Union und SPD bildeten nun eine Große Koalition, innerhalb der Angela Merkel ihr erstes Kabinett formierte. Wir behalten im Hinterkopf: 2 x GroKO, 2 x vorzeitige Wahlen. Am 18.11. war der Koalitionsvertrag ausgehandelt und wurde öffentlich unterzeichnet. Die Fernsehübertrag begann um 12:00 Uhr, womit wir einen Ausgangspunkt haben. 

Als Bild begegnet uns hier der Krebs am DC mit dem Mond in Haus 5 in den Zwillingen: das sieht danach aus, als wäre hier dem Volk/dem Heimatlichen der Ausdruck seiner Lebensumstände (Krebs in 6) in Raumergreifung bzw. Selbstdarstellung (Zwillinge in 5) als weltanschauliches Programm (Merkur in Schütze im Rahmen von Skorpion)  als Ergebnis gefügt. Diesem Mond steht Pluto in 11 gegenüber – und dieser Pluto ist hier wesentlich. Vorweg genommen: Die Kennzeichnung und Ausübung des Wesens im Geschehen als Dasein ist von Programmen und Vorstellungen ergriffen. Geht es dem Heimatlichen damit in Autonomie und Selbstausdruck gut?

Pluto im Schützen (auf einem Sonne-Uranus-GSP), Jupiter im Skorpion (auf einem Merkur-Uranus-GSP), Skorpion in Haus 9, Sonne auf einem Pluto-Jupiter-GSP. Bei dieser Konstellation überlagern sich die Zuständigkeiten des Schützen – im Fügungsrhythmus gem. „Lieferung des Namens als Be-Stimmung“ aus dem IX. Quadranten eine Vereinheitlichung aller gelieferten Teile herzustellen – und des Skorpion – in der Vorbereitung auf die Gegenwart den Abgleich mit allen jemals gemachten Erfahrungen der Art vorzunehmen. Er hat zu gewährleisten, dass das Zusammengefügte (auch als Anschauung der Welt als Außerpersönliches, Außersubjektives) zusammenpasst. Fällt er aus – und danach sieht es meistens aus, eben weil Interferenzen entstehen und der eine sich für anderes zuständig hält, der andere vermutlich auch, weil die Rollen nicht eingehalten werden, wird der entstandene UNFUG an die Gegenwart ausgeliefert. Pluto ist in einem solchen Fall von Zusammentreffen die Information eines Gefügten; es ist eine Legierung entstanden, die nur mit viel hineininvestierter Energie zusammengehalten werden kann. Bei Pluto-Jupiter ist immer auch an eine religiöse Komponente zu denken: Die Erwartung (Jupiter) des Vorgestellten (aber nicht Erlebten): die Anschauung des Religiösen als Zwang des Ungelösten. Politik als „Ausdruck eines Konzeptes“ ist Pluto, damit bekommt Jupiter (das Gericht) einen fanatisch-ideologischen Zug und Macht.

Die Sonne legt die Handlungsebene fest bzw. leuchtet sie aus, hier ist es eine Verbindung, die aus der Vorstellung entstand, aber nicht gewachsen ist, so dass in der Verdrängung der „ursprünglichen“ Fügung die Fertigung des Unfertigen wird. Die Gegenwart, die im 7. Haus entstehen müsste, entsteht nicht, sondern bleibt immer Vorstellung von Gegenwart. Nochmals: Es handelt sich um eine Fertigung als Vorgang, nicht um etwas Gewachsenes; hierin inbegriffen ist auch der Hinweis, dass der Verband, in dem sich der Träger der Konstellation möglicherweise befindet, auflösen wird, und zwar weil er eine Form des Übergriffs ist und sich in seiner Eigenbestimmung aufhebt. Die Sonne verhält sich dabei „programmatisch“-strukturiert, sie versucht, das Unfertige zu vollenden, „fertig“ zu machen, was sich durchaus als Zwang zur Perfektion einer Skorpion-Sonne ergibt, und auch ihre Intoleranz gegen jegliche Abweichung von ihrem Prinzip. Ihr fehlt Lockerheit und Entspanntheit. 

Die Konturiertheit der „aufgeführten“ weltanschaulichen und zusammengebrachten Programme vertritt den Steinbock-AC; der Zeitrahmen, der durch die angesetzte Sendezeit festgelegt ist, wirft eine Maßstäblichkeit und Ordnung im Sinne von Gesetzmäßigkeit in die Bildgabe (7. Haus); dort bezieht sich Saturn auf die Lebenswelt im Außen. Es wird ein „Bild“ von Lebensordnung ins Öffentliche getragen. Und nun wird es spannend.  Saturn steht im Quadrat zu Jupiter im Skorpion an der Spitze von Haus 9: Das gefertigte Programm kommt gelangt über die Jungfrau ins 7. Haus, während Merkur gleichzeitig im 10. Haus zum Bestimmenden wird. Gedeutet: Saturn ist nicht der echte Saturn. Das Sagen und die Macht hat Merkur, der als rückläufiger Merkur im wesentlichen davon abrät, zu diesem Zeitpunkt Abschlüsse zu tätigen, Verträge zu unterzeichnen; er birgt die Gefahren von Missverständnis und Kommunikationsschwierigkeiten. Nehmen wir Jupiter als die Richter, die Gerichte und Saturn als den Gesetzgeber – dann weist dies auch auf Querelen und Spannungen hin: die Gesetze bzw. hier die Regelungen im Lebensweltlichen stehen in keinem harmonischen Miteinander mit der Gefügtheit des Programms, das von den Juristen vertreten wird.

Law and Order – Recht und Ordnung. Das sind grundsätzlich Jupiter (für das Recht) und Saturn (für die Ordnung, das Gesetz. Bei Jupiter in Skorpion nimmt das Recht bzw. seine Exekutive, der Richter, einen Platz quasi im Purgatorium ein. Während des Durchlaufs von Jupiter durch den Skorpion dürften sowohl Rechtserweiterungen im „Prüfungskomitee“ auftreten, wie aber auch die Rechtsausführenden an vorgegebene Programme gebunden und refixiert werden.

Am 26.10.2005 trat Jupiter bei einem AC von 0°30′ Waage in den Skorpion ein. Die Sonne auf 2°47′ steht auf einem GSP von Sonne-Jupiter, und gleichzeitig bilden diese beiden tatsächlich sogar eine Konjunktion, stehen im Rahmen von Waage im 2. Haus. Dieser Ingress kann etwas über die Qualität des Durchgangs von Jupiter durch das Zeichen Skorpion erzählen, und man könnte für die Zeit bis zum 24.11.2006 (Ingress in den Schützen) von einer Transformation der Anschauungen hören, die sich in den Ergebnissen der Rechtsprechung (dem Urteil) widerspiegeln sollten. Bei Jupiter ist an „Ausland“, „Reisen und fremde Kulturen“ und „Partnerschaften mit Menschen aus dem Ausland“ zu denken, deren Belange nunmehr auf dem Prüfstand stehen bzw. gewandelt werden. Die Waage-Venus wiederum steht bei Pluto im Schützen – damit haben sich alle drei Bewegungselemente der Zeichen des III. Quadranten im I. Quadranten versammelt, d.h. es wird während des Durchlaufs zu konkreten und sichtbaren Vorgängen der Rechtsausübung im Sinne einer Öffentlichkeit unter einer vorgegebenen Struktur gekommen sein. Sonne-Jupiter ist durchaus „begünstigend“, auch wenn die Kombination – in einer Lesart der Münchner Rhythmenlehre – durchaus davon spricht, dass hier eine Mutter den Vater ihres Kindes für einen Narren hält und auch so behandelt. Ungünstig, bzw. einigermaßen „kalt“ ist die Kombination von Saturn und Mond im Löwen. Das ist die Erlebniswelt der „Winterkinder“, die ungeborgene Seele, die ohne Zugang zu sich selbst, sich der höheren Ordnung fügen muss.

Saturn also im Löwen seit dem 16.7.2005 bei einem AC von 1°26′ Skorpion und im 9. Haus. Saturn im Zeichen des Lebensausdrucks, des Erschaffens, hemmt mit seiner Maßgeblichkeit und seiner Disziplinierung den „Spieltrieb“, vor allem die subjektive, mit sich selbst identische Souveränität. Man ist Höherem verpflichtet, und hier ist es die Verpflichtung der Lebenswelt der Einzelnen an das Grundgesetz. Saturn verblieb bis etwa September 2007 mit zweimaligem Übertritt in die Jungfrau im Löwen. Für diesen Zeitraum war mithin Pluto in 2 als Herrscher vom AC und vom 2. Haus zuständig, was eine Strukturierung im Bereich der Bestände beschreibt ebenso wie eine Bindung an Ideen des Weltanschaulichen mit ideologischer Tendenz: auch hier Pluto-Jupiter. Durchgeführt wird diese Idee im Krebs und in Haus 9 – in der Anschauung des Heimatlichen/des Heimatlichen und der mit sich selbst Identifizierten in den Gerichten und Tempeln des Rechts. Auch Saturn steht in Haus 9 – das Gesetz (Vorgang der Ordnung aus Haus 3) kommuniziert in der Lebenswelt des Heimatlichen und der Eigenständigen, stellt den Vorgang einer ideologischen Rechtsform in die Heimatfügung, die Sonne-Saturn-Konjunktion berichtet von passiven Investitionen in die Eigenentwicklung und von Anstrengungen  aufgrund von finanziellen Engpässen und Schäden. Hier steht das Subjektive gegen den Staat bzw. der Staat greift ins Subjektive. 

Halten wir weiter fest: Rechtsausübung wird als öffentlicher Vorgang sichtbar hier, Gesetzgebung als Funktion der Rechtsform wird dort konstitutiv. Nun fallen die beiden Qualitäten ineinander und Jupiter und Saturn stehen im Quadrat zur Zeit der Regierungsbildung: es kommt zu Spannungen. Es besteht Gefahr des „Lebens“ in falschen Formen.

Zurück zum Horoskop des Unterzeichnungstages. Saturn weist ein Quadrat zu Mars im 3. Haus und im Stier auf. Stier in Haus 3 – eine sichernde, auf Sicherheit und Gemeinschaftlichkeit bedachte Darstellung und Kennzeichnung, die ihre Venus in die Auflösung von der vordergründigen Erscheinung stellt. Das ist eine als Form ausgeübte Mitteilung in der Nicht-Öffentlichkeit, das könnte das auszuwerfende, auszudruckende, zuvor von der Gesetzesordnung im Hinterzimmer figurierte bzw. liegende Konvolut sein, das in 7 als Regieanleitung (mit den bereits beschriebenen Einschränkungen) in die Gegenwart gelangt. Nun trägt dieses den Mars in sich, was einer innewohnenden „Verletzung“ und Aggressivität gleichkommt. Mars im Stier und in Haus 3 – die heftige Selbstdarstellung und Bewegung in den Umraum – hier liegt im Quadrat ein Hinweis auf Widerstände, denen mit immer größer werdendem Energieaufwand geantwortet wird. Das bekannte Bild hier: mit angezogener Handbremse auf der Autobahn versuchen, Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Es ist eine Stierautobahn mit der Energie darauf, gebremst von den Lebensweltregelungen, die in aller Unabhängigkeit von Bedingungen und Umständen entstehen. Auch das 4. Haus steht im Stier – und die „Feststellung des Heimatlichen“, seine Sicherung wird in den Hintergrund gereicht. D.h. hier findet man die sichernde, als dual angelegte (hier das Wesen und So-Sein, dort die anderen Wesen und Leben) Heimat im Aufgehen in der „Möglichkeit“, heraus aus der Identität mit sich selbst, hinein in die Identität mit „allem und nichts“.

Saturn steht in Opposition zu Neptun im Wassermann. Dieser Neptun ist gewissermaßen Saturn innewohnend; unter der Regie von Steinbock können Neptun in Wassermann (das Ungeteilte ungewandelt im Zeitlichen), wie auch Uranus in den Fischen (das Zeitliche entwandelt zurück Ungeteilten) nur so, wie es Steinbock zulässt. Und Saturn muss nach außen tragen, was ihm Neptun und Uranus mit auf den Weg geben. Es liegt im 1. Haus sogar zweimal Uranus-Neptun vor: das Erschrecken vor einer Wahrheit, die sich auf die Selbstsicherung und das Territorium bezieht. Fische in Haus 2: die Unterspülung, die Umspülung der Bestände, die Grenzen werden durchlässig, lösen sich auf. Sie werden aus der geordneten, gehemmten Durchsetzung (Steinbock in Haus 1= Saturn-Mars!) als geschwächtes „Gesetz“ sichtbar. Saturn ist nicht mehr Saturn, sondern taucht im Außen als Vorgang auf, der in Haus 10 umgesetzt wird. Saturn-Neptun – die Verquälung der Eigenart, die Furcht, sich schuldig zu machen, sobald die eigene Bestimmung gelebt wird. Damit geht das Thema der Schuld einher, das der Opferung des Selbst, der Konkurs als Zusammenbrechen von Lebensentwürfen. Insofern dies im ausgelieferten Regelwerk vorliegt, geht es um Rechte von Minderheiten, Außenseitern, politisch Verfolgten, denen man zu Recht verhelfen will. 

Auch Neptun ist nicht mehr der bisherige Neptun, denn Uranus hat, aus der Zukunft kommend, die Vergangenheit beeinflusst, und auch Uranus ist nicht mehr der bisherige Uranus, denn Neptun hat Nichtgewordenes (auch Vergangenes) unausgepackt in die Zukunft mitgenommen. In der Betrachtung der Uranus-Neptun-Zyklen habe ich dies die Involution genannt, ein Geschehen, das einer Einstülpung in sich selbst gleichkommt. Diese Verknäulung bedeutete, dass quasi das „Göttliche“ in sich selbst verschränkt dem Menschen auf der Erscheinungsseite des Mars-Venus ermöglichte, Materie mit Energie zu versehen, bzw. Kraft auf reale Erscheinungen treffen zu lassen. Eine Metapher auch für „Zerstörung“.

Neptun in Quadrat zu Mars weist ebenfalls auf Verfolgte und auf Fluchtbewegungen hin – Mars bewegt sich nicht nur gegen Widerstände auf den gesicherten Straßen (das Land ist überschwemmt, die Straßen sind fest), sondern ist darüber hinaus ein Vertriebener. Nun ist Mars aber auch der Austreiber der Wahrheit; mitten in den Gemeinschaften ist er der Aufdecker der Wahrheit über sich selbst, natürlich nicht in Einklang, sondern in Widerspruch. Will man das überhaupt hören oder sehen? Auch dazu eignet sich Venus in 12 – man kann es zumindest ver-bergen

Stier am IC mit dem Hineinreichen des Verbundes ins 2. Haus sagt auch etwas über die Anfänge dieser Koalition vor der Geburt im AC. Auf der jenseitigen Seite der 0° Widder liegen Inhalte, die sie vor der Entstehung dieser Koalition aus einer vorherig bestehenden mitnahm, dieses aber nicht merkte, weil es „hinter“ der Spalte lag. In der auf den IC angewandten Verbunddeutung lese ich den I. Quadranten als das, was zwischen dem Entwerden des Einen (die alte Regierung am AC) und dem Entstehen der neuen (am IC) als den Vorraum, in dem lagert, was für das Neue als Altlast angelegt ist. Unverständlich? Ich lasse es trotzdem stehen.    

Neptun in Quadrat zu Jupiter ist wie Pluto-Jupiter ein Hinweis auf die „Anschauung des Heiligen“, Jupiter ist der Verkünder und auch der Priester, er verkündet das Heilige von der Kanzel. Jedenfalls – wie oben gesagt, ist Neptun nicht mehr ganz der alte Neptun (ist damit eine „verrutschte, veruntreute Wahrheit“): Was also predigt Jupiter? – Vermutlich predigt er die Vorstellung und die Illusion des Reinen, des reinen Prinzips, was eine Religiosität wäre und, anders als die Gewissheit (das wäre der wahre Neptun), auf das Bestehen einer Sekte hinweist. Jupiter-Neptun ist anfällig für Sekten und ihre Versprechen der Heilung (von der Unvollständigkeit, bzw. des sich wiederholenden Vorgangs der Fertigung), die sie in „Zeichen der Heiligkeit“ kleiden. In Sekten und in der Ausübung einer Religionsform tritt der zwischen beiden gelegene Saturn-Uranus als Regelung und Vollzug einer Form (Merkur-Venus) auf. 

Gemeinsam für Deutschland – mit Mut und Menschlichkeit lautete der Titel des Vertrages. Darin – so betonten Vertreter der SPD und der CSU – liege der Charakter der Koalition als „Zweckbündnis“ auf Zeit (Franz Müntefering), sie sprachen aber auch von der „großen Chance“, nach Jahren der Gegnerschaft ein „neues Kapitel“ aufschlagen zu können (Edmund Stoiber). Die Situation Deutschlands hatte Horst Köhler, Bundespräsident, am 21.7.2005 bei der Fernsehansprache zur Auflösung des 15. Bundestages folgendermaßen zusammengefasst:

„Unser Land steht vor gewaltigen Aufgaben. Unsere Zukunft und die unserer Kinder stehen auf dem Spiel. Millionen von Menschen sind arbeitslos, viele seit Jahren. Die Haushalte des Bundes und der Länder sind in einer nie da gewesenen, kritischen Lage. Die bestehende föderale Ordnung ist überholt. Wir haben zu wenige Kinder, und wir werden immer älter. Und wir müssen uns im weltweiten, scharfen Wettbewerb behaupten. […] In dieser ernsten Situation braucht unser Land eine Regierung, die ihre Ziele mit Stetigkeit und mit Nachdruck verfolgen kann.“ (H. Köhler 2005).

[…] Geht man von dieser präsidialen „Aufgabenbeschreibung“ für die neue Regierung aus, war und ist die Politik der Großen Koalition von ihrem Beginn an durch ein Paradoxon gekennzeichnet: Obwohl die schlechten Wahlergebnisse bei der Bundestagwahl 2005 sowohl für die SPD als auch für die Union deutlich machten, dass die Mehrheit der Wähler allzu weit reichende Reformen eher fürchtete als sich wünschte, hat sie dennoch einer politischen Konstellation den Weg zur Regierungsmacht geebnet, die potentiell über die Möglichkeiten verfügt, durch ihre großen Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat gerade solche weit reichenden Reformen ins Werk zu setzen, wie sie der Bundespräsident bei seiner Begründung der Auflösung des Bundestages vor Augen hatte — sofern der politische Gestaltungswille auf beiden Seiten der Großen Koalition denn vorhanden ist.“ [Quelle]

Aus dem 191-Seiten umfassenden Konvolut habe ich – im Hinterkopf Krebs/Löwe/Jungfrau als Familie/Autonomie/Schutz – herausgesucht, was unter dem Titel „Familienfreundliche Gesellschaft“  vereinbart worden war. Exemplarisch hier ein Auszug.

5.2 Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

Die Strafvorschriften gegen die sexuelle Ausbeutung von Menschenhandelsopfern, namentlich durch so genannte Freier, sind auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und gegebenenfalls zu novellieren.

Neben den gesetzlichen Regelungen sind zeitnah weitere Maßnahmen gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution zu ergreifen. Das Prostitutionsgesetz wird anhand der Begleitforschung überprüft und gegebenenfalls novelliert.

Wir werden den Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen fortschreiben. Das Gewaltschutzgesetz wird evaluiert und gegebenenfalls novelliert.

Tja, es deutete sich bereits vor 20 Jahren das Ende des „deutschen Geschäftsmodells“ (deutsches Export-Modell, also nicht der Blick nach innen, sondern nach außen) an, die Ära Merkel – auch das inzwischen ein Allgemeinplatz – war ein Vakuum, in dem sich paradoxerweise auswuchs, was mit Saturn und Pluto im Steinbock aus der Involution von Uranus und Neptun mit dem doppelten Erschrecken seinen gespenstischen Höhepunkt erreichte. Um es abzuschließen: In diesem verlinkten Beitrag habe ich einen parallelen Abschnitt aus dem neuerlichen Koalitionsvertrag analysiert.

Inzwischen ist der rot-schwarze Partnervertrag unterzeichnet, die neue Regierung im Amt. Am 6.5.2025 war es Friedrich März nach dem 2. Wahlgang gelungen, ausreichende Stimmen auf sich zu vereinen. Um 19:12 Uhr (mehrere Quellen geben diese an) war die Regierungsbildung mit der Vereidigung des Kabinetts offiziell abgeschlossen. Es ist eine Skorpion-Regierung, halleluja, mit einem Pluto in Haus 3 und das bei einer exakten Opposition zu Mars in Haus 9. Eine Aus- und Vertreibungsanlage ist dies – die, die nicht ins Kollektiv passen, werden verjagt. 

Zur angelegentlichen Betrachtung lasse ich das Horoskop einmal hier: innen die Regierungsbildung, außen der Geburtstag des neuen Kanzlers.

Meine knappe Draufsicht: Sofern er als ein „Konservativer“, den Zeichen nach Vertreter und Interessenwahrer von (Erfahrungs-)Konzepten, meint, Programme der Neuerung durchführen zu müssen/zu sollen, und sofern die Interessen des Kollektivs, dem er nun voransteht, den seinen gegenüberstehen, kann er nurmehr eine „Legierung“ versuchen (Pluto-Jupiter an der Grenze zur Jungfrau): scheinbar vernünftig, aber nicht die Lösung, sondern die Kompensation der Unvereinbarkeit. Die Zusammenfügung dessen, was nicht zusammenpasst, entspringt einer Vorstellung und wird aufbrechen. Sie hat keinen Bestand, es muss sehr viel Energie in sie investiert werden, und wenn diese Energie ausbleibt (Mars-Pluto hat ein hohes Durchsetzungsenergiepotential und hier in der Opposition zueinander einen hohen Bedarf), wird er Hilfe brauchen, um den Energieabfall in Haus 5 als Opferung der Souveränität im Namen der Macht zu überleben. Herr Döbereiner sagte einmal sinngemäß, man müsse mit Hochzeitsterminen sehr klug umgehen, es könne sein, dass man in einer Ehe lande, die bei aller Unvereinbarkeit nicht aufzuheben sei. Fatal, oder? – Kleines Wortspiel: Linke Freunde. 

 

Link auf den Koalitionsvertrag vom 11.11.2005 (unterzeichnet am 18.11. – Gemeinsam für Deutschland – mit Mut und Menschlichkeit

Link auf den Koalitionsvertrag vom 11.4.2025 (unterzeichnet ebenda) – Verantwortung für Deutschland

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Author

Karin Afshar

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