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URANUS-MONDKNOTEN-ZYKLEN DER LETZTEN 30 JAHRE

Ich könnte noch weiter zurückgehen, es finden sich erstaunliche Zusammenhänge, die ich noch ausführlich ausarbeiten werde; dieses Folgende ist vorläufig, aber auch schon aufschlussreich. Mondknoten-Aspekte? Konjunktionen von „echten“ Planeten mit einer gedachten Bahn, die das Karmische mit ins Spiel bringt? Schauen wir mal.

Ich fange im Jahr 1991 an, weil es noch in der erinnerbaren eigenen Lebenszeit vieler von uns liegt. Wer erinnert sich noch, was er am 14.11. etwa gegen Mitternacht gemacht hat? Vermutlich geschlafen. Uranus kam auf 11°06′ Steinbock, der Mondknoten näherte sich bis auf 2 Bogenminuten – und dazu schien aus 3° Entfernung  Neptun herüber. In dieser Nacht gab es eine „Hexenzusammenkunft“: Sonne (21°01), Mars (19°18) und Pluto (20°19) standen im Skorpion in Haus 4. Anmerkung: Die Horoskope sind auf Berlin gerechnet und müssen folglich als Regieanweisung für dieses Land gelesen werden . Wenn ich auf Begebnisse an anderen Orten der Welt hinweise, findet sich das ganz bestimmt in einem anderen Haus – und hat doch Resonanz hierzulande.

Es laufen Uranus und der langsamere Neptun bereits seit einiger Zeit durch den Steinbock. Es geht um Aufbrüche und notwendig werdende Erneuerungen. Die gesellschaftliche Ordnung ist einer Umwälzung anheimgestellt, allerdings – mit Neptun dabei, wird diese Umwälzung auch sogleich wieder betäubt, zumindest im Sinne der Fische „moderiert“: Du kannst nur das ändern und umwälzen, was dem Prinzip entspricht. Da ist die Gefahr: begonnene Erneuerungen, die nicht dem Weltganzen entsprechen, werden wieder aufgelöst – die Kräfte arbeiten nicht selbstverständlich zusammen. Die, die erneuern wollen, sind möglicherweise nicht damit einverstanden, dass andere, ihnen wichtige Ordnungen aufzulösen wären. Die Voraussetzung dafür, dass wirklich etwas sich tut. Der IV. Quadrant ist hier übermächtig und Saturn steht auch im Wassermann – und spricht für den Versuch, des Alten, sich zu halten. Das Drehen von Schrauben ist nicht beliebig – das zeigt sich hier. Ein Aktivismus, nur um dem Drang nachzugeben, entpuppt sich als Sackgasse. Neptun-Uranus: ja, es gibt eine Erkenntnis über den Zustand des Wirklichen und in Anbetracht der Realität. Das geht nicht zusammen.

Nun wird dieser Tag ein schicksalhaft-wichtiger Tag. Der nördliche Mondknoten im Steinbock sagt, soweit ich das richtig erlese: Bringe nun das, was du zuvor im Krebs gesammelt, erfahren und im Guten wie im Schlechten ausgelebt  hast (möglicherweise hole auch nach, was du nicht erlebt hast) in die größere Ordnung, lasse das Wesentliche, deinen Lebenskern in das „Handeln“ (i. w. Sinne) für die Gesellschaft zum Guten für alle einfließen, auf dass sie sich mehr auf das Leben aus dem eigenen Empfinden einlasse. Verlasse die Opferrolle und selbstverschuldete Unmündigkeit und übernimm Verantwortung, bzw. nimm dein Leben selbst in die Hand und trete damit in deine Bestimmung. Das war der Geist dieses Moments, dieses Zeitfensters. Und das nun gepaart mit der spürbaren Erschrockenheit über den Zustand der Wirklichkeit. Uranus-Neptun ruft die Erscheinungsseite Venus-Mars auf den Plan: es besteht eine Versehrung, es besteht ein Brandherd im Gewebe der Welt und ihrer Ausübung

14.11.1991, 0.00 Uhr MEZ, Uranus-Mondknoten-Konjunktion auf 11°06′ Steinbock, mit Neptun

Eine Sonne im Skorpion macht daraus leicht ein Leitbild – ein aggressives ist es – jedenfalls eines voller Energie und die richtet sich auch gegen alles, was keine Gegenwart hat. Oder kämpft dafür, dass das Verdrängte heraus kommt, notfalls muss dafür getötet werden – im übertragenen wie auch wahrsten Sinne. Jeder beginnende Zyklus schließt den alten ab, den vorherigen will ich nun nicht betrachten. Dieser hier jedenfalls beginnt mit einem Löwe-Aszendenten (auf Saturn-Mondknoten-GSP) von 22°33′. Eine Begegnung mit dem Tod am Aufgang, es dämmert der Abschied von alten Lebensformen. Der IC steht im Skorpion, darin der Herrscher von 1 – es also eine seelische Nichtgegenwärtigkeit abzulegen, ans Licht zu heben ist eine neue, eine gewandelte. Die Konjunktion selbst steht im 5. Haus, zwar im Steinbock, aber vom Schützen an der Spitze regiert – Jupiter legt fest, wo sich die „steckengebliebene gesellschaftliche Wandlung“ niederlassen wird. Jupiter steht an der Spitze von Haus 2 – dem Gemeinschaftlichen, wie es immer heißt: das gemeinsam erwirtschaftete Geld, die Wirtschaft, das zum Wohle der Gemeinschaft verteilte Geld, was sich dann „sozial“ nennt. Jupiter in der Jungfrau ist einer, der die Buchhalterin Jungfrau strapaziert. Er will mehr als da ist. Schon klar. Zwar hat Jupiter „Glück“ im Beschaffen von Mitteln zur Verwertung, aber er gibt auch mit vollen Händen aus. Merkur aus der Jungfrau steht allerdings im Schützen und nickt das ab: Es geht ja fürs Leben weg und für unsere Heimat und die Anschauung all dessen. Merkur im Quadrat zu Jupiter warnt allerdings auch. Sein ihm angestammtes 6. Haus ist bedroht, die Aussteuerung von Leben nicht mehr ohne Weiteres gewährleistet.

Die Venus-Seite des Uranus steht in der Waage und in der Ausübung dieses großzügig verwalteten Körpers. Und sie ist die Herrscherin vom MC – Stier im 10. Haus ist ein bodenständiger Statthalter für die Belange des Gemeinschaftlichen in Hinblick auf die Einhaltung der übergeordneten Gesetze und er „waltet“ seines Amtes konkret und real. Er stellt was dar. Wenn wir genauer hinsehen, stellen wir fest, dass diese Venus zwischen dem GSP Venus-Neptun und Uranus-Neptun steht, sie außerdem ein Quadrat zum Uranus im Steinbock hat. Hier werden Selbstsicherung und Selbstabgrenzung gefährdet – Grenzen, die gezogen werden (im Stier), um die Gemeinschaft zu schützen, das ist die Abwehr all dessen, was fremd von außen hereinkommen will – körperlich gesprochen. Hier liegt eine Schwächung vor.

Am Beginn dieses Zyklus liegt damit a) ein gefährdeter Lebensausdruck bei anstehenden Änderungen und Neuerungen im Bereich der Lebensführung, b) wird die Lage unterschätzt bzw. ignoriert, was zur Darstellung einer Stärke führt, die nicht mehr eingehalten werden kann.

Was war am 14./15.11.1991? Zum Weiterrecherchieren ein Anfangsimpuls.

Die Dinge nahmen ihren Lauf. Am 31.3.2007 trafen sich Uranus und der Mondknoten erneut in einer Konjunktion, dieses Mal auf 16°07′ in den Fischen und in Begleitung eines Merkur, der ein zweifelhafter Zeuge gewesen sein dürfte. Es liegt ein AC auf 21°24′ Krebs vor – bei 22° liegt ein Mars-Jupiter-GSP. Das Heimatliche, bzw. die Bevölkerung eines Landes im „Fadenkreuz“ eine Mission und dies in der Darstellung: Herrscher von 1 steht in 3 in der Jungfrau. Die aufgeführte, vorgeführte Heimatlichkeit – Mond – steht in Opposition zu Uranus, Merkur und Mondknoten.

Die kommen aus dem Außen – aus der Funktion der „Partner“ – und weisen darauf hin, dass hier ein Zugriff von außerhalb erfolgt. Was macht Uranus in den Fischen? Wenn Uranus in das dem Wassermann vorausgegangene Stadium zurück (gesehen aus der Perspektive des Wegs der Aphrodite, sprich des Fügungsrhythmus) oder vor in das ihm folgende Stadium (nach der Phänomensdeutung) tritt, bedeutet das in beiden Fällen Unruhe im eigentlich in sich ruhenden, sich gewiss seienden Unendlichen und Hintergründigen, in das die sichtbare und aktivistische Welt nicht hineinreicht. Das polarisierende (bipolare) Teilungspotential von Uranus beunruhigt die Einheit, zwingt sie in eine Teilung, die in dieser Phase nicht unbedingt Gutes bedeutet. Die Teilung in Himmel und Erde wird noch einmal zurückgedreht, und da wir uns – man kann es drehen wie man  will – per astrologischem Einvernehmen doch am Ende des Tierkreises befinden, steht ein neuer Anfang bevor. Man könnte sagen, es ruft im Großen Raum: Uranus, schau dir gut an, was du mit der Teilung (in der Zukunft) bewirken wirst; was genau wirst du schöpfen? Uranus erhält ein Paket in die Hand gedrückt, auf dass er die Rückverbundenheit nicht vergesse, und sich nicht, sobald er gesprungen ist, als Prinzip und zum Schöpfer von allem aufschwingt. Er ist allerdings kein Prüfer. Der erwartet uns im Pluto.

Das Zeichen Fische ist auch mit Vergangenheitsfragen assoziiert, das bisher Unge- und Entborgene wie das wieder Verborgene liegt hier, und Uranus leuchtet mit seinem Licht des Demnächst-Werdenden in diesen „Keller“; er ist kein „Wühler“, er arbeitet nicht, aber er wandelt. Es wird der Glanz der großen Vision, die Utopie der  machbaren Technologisierung einerseits mit einer Schicht Heiligkeit überzogen – wird „veredelt“ zu einer (neuen) Religion. Oder die Wasser der Wahrheit waschen den Übermut, die erwartungsvolle Vorstellung eines reinen Ideals und die Hybris ab, auf dass die Erwartungen wieder der Wirklichkeit entsprechen, so dass im Zeichen Widder – die Phase, in die Uranus danach eintreten wird – ein voraussetzungsloser Beginn möglich wird. Seit vier Jahren ist Uranus nun in den Fischen – er wandelt untergründig.

31.3.2007, 12:00 Uhr MES, Uranus-Mondknoten-Konjunktion auf 16° Fische, mit Merkur.

Nun passiert ihn der aufsteigende Mondknoten, der aus der Jungfrau die dort erforderliche Sachlichkeit und Beobachtungs- bzw. Wahrnehmungsabhängigkeit in den Fisch hineinreicht: Vergiss das Sehen mit den Augen der Außenwelt, schau mit den Augen der Innenwelt, achte aber auch auf die Gefahren aus der „Anderwelt“, Merkur ist aus der Jungfrau und aus dem Zwilling an der Spitze von Haus 12 mitgekommen, um diese Bewegung zu kennzeichnen, die „Zeichen zu setzen“ und eine Warnung auszusprechen. Es gibt doch das Phänomen, dass Menschen total „abheben“ in einer unechten Spiritualität, die ihnen etwas vorgaukelt. Man muss hier unterscheiden können, zwischen den echten und den unechten Erlösern. Ich bin ziemlich sicher, dass das Wort der „erneuerbaren Energien“ in dieser Phase geprägt wurde. 9. Haus – die Anschauung der zusammenzufügenden „Teile“, die in einer Vereinheitlichung zur Philosophie dieses Zeitfensters wird.

Uranus und Merkur zusammen – das ist auch eine Geschichte für sich, die noch genauer erzählt werden muss.

Zumindest für unsere Bundeshauptstadt gilt diese Häuserverteilung: Saturn steht als Herrscher des Begegnenden in Haus 2 – man sichert sich in seinem Lebensraum durch Denken und Bilder (und maßgebliche Partner) ab, die Sonne hat diese Selbstsicherung (auch -sättigung) und die Bewegung in den unmittelbaren Umraum (Löwe auch in Haus 3) in Haus 10 im Widder durchzuführen. Sie tut dies auf einem Mond-Uranus-GSP, d.h. führt einen Auftrag auf dem Rücken der Aufhebung einer Mutterwelt aus. Wenn wir die Uhr auf den heutigen 16.8.2022 darüberlegen, sehen wir, dass Uranus inzwischen mit dem Mondknoten zusammen  auf der Venus vom März 2007 steht. Es zeigt sich: der Saturn im 2. Haus (eine Anheimstellung an die Einhaltung eines Maßes) ist von der Sicherung des Sozialen im Sozialen – und erschwerend kommt hinzu, dass dies das Bewusstsein der Daseinsform entspringt – herausgefordert, und nun ist die Sicherung grundsätzlich der Erneuerung, aber auch einem Aufbrechen der sozialen Systeme ausgesetzt.

Das 10. Haus – der MC – steht in den Fischen. Damoklesschwert – 21° Fische – und wir finden einen Pluto-Uranus-GSP. Es ist zu einfach: Pluto = der Kern, Uranus= die Spaltung. Die Kernspaltung, die Atomkraft, die als Erwirktes mitschwingt in diesem Zyklus, und der Pluto steht in Haus 6 ohne Anbindung an andere Planeten in diesem Bild (zumindest, was die Aspekte nach der MRL angeht). Er steht auf fast 29° Schütze, am Vorabend sozusagen in den Steinbock hinein: und er bedeutet, dass in den Umständen Vorstellungen darüber, wie die Umstände zu sein hätten, stehen. Auf die letzten Grade setzt er noch eine Information in den beginnenden Zyklus.

Pluto ist der Transformator – oder der Verneiner. Wäre die Vergangenheit bereinigt, erneuert und wären die Maßgaben Saturns, sich in den Beständen des eigenen Territoriums zu beschränken, die Durchsetzungsenergie (Sonne in Widder) mit Mars in Wassermann eingehalten – bräuchte es keine Saturn-Mars-Opposition. So aber haben wir sie: Mars und Neptun stehen zusammen und gegen den Saturn in 2.

Neptun steht im Zeichen Wassermann – er hat mit Uranus seinen Platz getauscht, womit eine doppelte Blockierung gegeben ist. Der Neptun im Wassermann ist – ohne seinen Zwillingsbruder Mars (sie gehören noch vor der Trennung zu einem Ganzen) – ohne Entwicklung in die Zeitlichkeit getreten, Zum Glück könnte man sagen, steht nun Mars bei ihm! Doch das ist trügerisch. Mars hat hier offenbar andere Interessen als Neptun. Mars ist ohne Neptun in den Wassermann gelangt, und ist dort ungerichtete, unangebundene Energie. Die Durchführung der Selbstdurchsetzung und die davon abgekoppelte Finalität (im Bewusstsein der Menschen) sind Abbild für die inzwischen fast schon als normal empfundene und angewandte „Dialektik“, die offenbar aus diesem Zyklus hervorging: Ich habe eine vage (mehr oder wenige genaue) Zielvorstellung (die von in den Umständen enthaltenen Inhalten beschrieben sind), die ich mit einer so und so daran ausgerichteten Durchführung zu erreichen versuche. Am Ende begründe ich mein Vorgehen mit dem gewünschten Erreichten. Oder so… ich habe da meine Verständnisschwierigkeiten – er hier nicht.

Der 31.3.2007 – hm. Ich erinnere mich noch sehr genau: Vom Gymnasium, an dem ich mich seit dem Sommer 2006 in Deutschunterricht versuchte, machte ich den „Abgang“. Ein Halbjahr und ein halbes hatte ich versucht, einen inhaltvollen, lebensnahen Deutschunterricht mit zwei 10. und einer 9. Klasse zu gestalten. Ich kann sagen: die Schüler liebten ihn, meine Mitkollegen nicht. Ich wurde gemobbt und vorgeführt, bis ich die Reißleine zog und kündigte. Stattdessen zog es mich nach China. Auch das war eine aufschlussreiche Erfahrung – und ich sah den Keim der Neptun-Uranus-Blockade aufgehen. Nur der Vollständigkeit halber: Der Uranus auf 16° Fische – das bedeutete , dass er sich anschickte, über meinen IC zu laufen – und meine Sonne stand in Opposition zu dieser Konjunktion – meiner Selbstbestimmung bin ich ein großes Stück näher gekommen: der Jupiter des 31.3. ziemlich exakt auf meinem Saturn auf 19°22′ Schütze.

Der Mondknoten-Uranus-Zyklus hatte seine Halbzeit etwa um den 28.12.2014 mit einem Uranus auf der Sonne im Widder und dem Mondknoten in der Waage dazu. Man kann nun diese Zyklen auch häusermäßig durchgehen. Der Zyklus von 2007 bis zum diesjährigen dauerte 15 Jahre und 4 Monate, somit 184 Monate. Das wiederum heißt, ein Haus umfasst 15,33 Monate, sprich 1 Jahr und (abgerundet) 3 Monate. Zwischen dem 31.12.2010 und dem 30.4.2012 wären die Auslösung im Fügungsrhythmus über die Fische von Neptun-Mars, dann Uranus-Mondknoten-Merkur angetroffen, und am 31.3.2012 die Auslösung von Wassermann, d.h. etwa gleichzeitig Mars-Neptun Ende April 2012 mit Uranus-Merkur-Mondknoten in den Fischen als Inhalte für entsprechende Ereignisse im Sichtbaren.

Und wenn wir auf die Geschehen der Zeit schauen, dann bekommen wir einen Eindruck in der Überschau für den Januar mit einem Verteidigungsminister, der über die Vorgänge in seiner Truppe immer erst Wochen später informiert wurde (so wird es berichtet), es ist von Vertuschung die Rede. Das ist nur eins von vielen Themen. Im Dezember 2010 hat der „arabische Frühling“ begonnen, im Januar ist Rebellion in Tunesien mit der Verhängung eines Ausnahmezustandes. Der Präsident wird abgesetzt und es wird von einem entscheidenden Tag für Tunesien gesprochen. Auch in Algerien wächst der Zorn und eskaliert am 5. Januar, in Ägypten tritt ein Präsident zurück –  am 25. Januar 2011, dem „Tag des Zorns“ begann dort der Aufstand. Ende 2010 bis Mitte 2012 wird dieser arabische Frühling andauern – und – ich erinnere mich noch gut – in Deutschland und Europa und nicht nur dort ein schales Gefühl zurückließen: man kann sich auf den Westen als Partner nicht mehr verlassen, diese Einsicht hatte weitreichende Konsequenzen. Als Ursachen für die erhöhte Protestbereitschaft in der arabischen „Welt“ werden der Unmut über die autoritären Regimes und ihren repressiven Sicherheitsapparaten, fehlende Mitbestimmung der Bürger sowie Korruption in Staat, Wirtschaft und Verwaltung ausgemacht. Zum ersten Mal rücken die mobilen Medien, Smartphones, Satellitenfernsehen, Internet in den Fokus: Inwieweit sind moderne Techniken und Kommunikationsmöglichkeiten Brandbeschleuniger, indem sie Informationswege verkürzen?

Ende April 2012 rückt die Ukraine ins Blickfeld, die UEFA-Europa-Meisterschaft mit einem Spiel Polen gegen die Ukraine und eine protestierende ehemalige Präsidentin Timoschenko, die wegen Amtsmissbrauchs im Gefängnis sitzend mit einem Hungerstreik bessere Haftbedingungen für sich erwirken will. Von Polit-Boykotts ist die Rede, und einer Anschuldigung der Ukraine ihrerseits gegenüber Deutschland, man gehe zurück zu Methoden des Kalten Krieges. Die Kanzlerin, wird berichtet, habe einen Boykott der Spiele erwogen bzw. angeregt, man möge Abstand von Besuchen der Spiele in der Ukraine nehmen. Die Polit-Macher in Deutschland verlangten und erwarteten vom quasi totalitären Regime der Ukraine ein Zeichen der „Humanität“; die Fussballspieler, -fans und Besucher in den Stadien wurden angeregt nun – ihrerseits – Zeichen für Freiheit und Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit zu setzen.  Wir sehen dieselben Protagonisten wie heute, die Grünen-Politiker, die CDU-Politiker, die nach wie vor für die Botschaft von Demokratie und Menschenrechte eintreten. Als könnte man so etwas wie Demokratie einem Land mit einem Löffel einflößen. Wir entnehmen den Themen des Tages auch, dass die Sparpolitik der EU-Länder für Kritik sorgte: dass die Sparmaßnahmen die Arbeitslosigkeit in die Höhe getrieben hätten, wurde ihnen vorgeworfen. Es habe sich herausgestellt, dass die jungen Menschen die „Verlierer“ auf dem Arbeitsmarkt seien – vor allem in südeuropäischen Ländern. Im Phänomensrhythmus ist Jungfrau am IC überlaufen, dann wird Waage aktiviert und mit ihr auch die Venus in 11 im Stier. Die Massen in Aufruhr. Die Sicherheit von Gemeinschaften und die  Infragestellung der Sicherheits- und Regierungssysteme mit Umstürzen und Rebellionen. 2010-2012 – ich fasse mal so zusammen: der Umbau, den wir heute erleben, hatte sich in diesem Zyklus in „Stellung“ gebracht. Etliche haben damals die Zusammenhänge durchschaut und gewarnt – doch sobald ein Atemholen einsetzt, ist auch der Warner wieder vergessen und den schönen Propheten wird zugehört.

Der Zyklus von 2007 lief ab dem 30.9.2019 im letzten Viertel unter der Löwe-Sonne-Herrschaft auf den Saturn in Opposition zu Neptun-Mars zu. Das dürfte das Zerplatzen der Neptun-Saturn-Scheinwelt gewesen sein, mit dem Stich von Mars in die Blase hinein. Lesen wir das als die schöne Scheinwelt der verlässlichen „Energie“, die ab Mitte 2020 in der Dämmerung versank. Die Corona-Pandemie will ich hier gar nicht suchen – die steht in einem anderen Zyklus verzeichnet, nämlich in dem des Mondknotens mit dem Pluto in Konjunktion. Mit Uranus geht es wirklich und wörtlich um die Geistesaufklärung (allerdings nicht jener, die die meiste unter Aufklärung“ verstehen und als die Gleichsetzung von Vernunft mit Moral und Verstand missverstehen). 

Und 2022? Ein Uranus im Stier – auf 18°41′ – und es ist der Mars dabei. Die fast nahtlose Fortsetzung der Thematik Sicherung und Festsetzung in der gefährdeten Selbstsicherheit, jetzt aber mit einem Aushub, einem Pflug, der durch die Erdkrume getrieben wird. Wer kennt das noch? – Mein Großvater ging noch hinter seiner Kuh her, die den Pflug über den Acker zog – Furche um Furche lenkte er sie. Die Furche ist eine Grenze, und bei Uranus in Stier werden Grenzen versetzt. Uranus ist der Erneuerer der Besitzverhältnisse, der Wandler von Gemeinschaften – bis hin zum Aufheben der bestehenden festen Verbindungen. Verklebte Faszien werden gelüftet. Und es ist einiges verklebt. Der aufsteigende Mondknoten wiederum im Stier – absteigender Mondknoten im Skorpion: am 23.12.2021 ist er dort hineingeraten, und steht dafür, dass eine neue Ordnung anzustreben sei. Das Soziale, das Gemeinschaftliche ist neu zu ordnen, neu zu verteilen. Das Abgelebte sind die undurchsichtigen Strukturen, die Programme hinter dem Offensichtlichen, auch die Netzwerke der Macht, 1991 hatte die Sonne im Skorpion  mit dem Pluto und dem Mars dabei gestanden – diese stehen jetzt zur Abrechnung an. Was ihr damals geschmiedet habt, werden wir euch heute aus der Hand schlagen. Ob es besser wird, ist die Frage. Jähe Wechsel sind nicht gewachsen; sie sind ebenso unberechenbar wie auch unverbindlich. Die Neptun-UranusMondknoten-Konjunktion von 1991 steht in Opposition zu Venus im jetzigen 5. Haus. Auf 16°38′ ist sie dem GSP Mars-Mond auf 17°12 (nach WD) zugeneigt: der Volkszorn ob der aufgerissenen Sicherung und Finanzlage. Denn der neue Zyklus beginnt auch unter dem Widder im 2. Haus.

Uranus-Mondknoten-Konjunktion am 31.7.2022 auf 18°41 mit Mars im Stier.

Doch die „Sache“ an sich ist ein Wassermann. In den nächsten 15 Jahren sind allerdings Saturn in Wassermann, Neptun in den Fischen und auch Jupiter im Widder mitbeteiligt. Ein komplexes Zeitfenster. Wir haben es mit einem Zeitabschnitt zu tun, in dem bei aller Erneuerung (auch Technokratisches und Totalitäres) auch aus dem Hintergrund noch Verdrängtes und Ungelebtes als Information mitbestimmt und mitregelt. Altlasten, Müll aus vorherigen Umläufen. Pluto im Steinbock wird vielleicht bald vergessen sein, aber über den Saturn gelangt er durch die Hintertür in die Realität. Eine Energie aus der Vergangenheit. Fast hätte ich gesagt: Aha, das ist die Kohle – und die stößt auf Widerstand. Widerstand erzeugt (ruft hervor) allerdings selbst neue Energie – und die haben wir hier auch: Saturn im Quadrat zu Mars, zu Uranus und zur anzugehenden Aufgabe, nämlich sich die Erde auf andere Weise als bisher „untertan“ zu machen.

Zur Anlage der nächsten Jahre gehört der Fisch, komplett, im Ganzen – darin Neptun. Es kommt heilig daher, ohne heilig zu sein. Wenn der Fisch und der Neptun im ersten Quadranten stehen, sind alle versucht, den Himmel auf die Erde zu holen, das Wirkliche im Realen zu leben. Mit Wassermann und Uranus ist es nicht viel anders. 

Gerade vorhin fiel mir ein, was mir wiederum eingefallen war, als ich neulich mit der Bahn durch die Wetterau fuhr: ausgedörrt ist alles. Es fehlt der Regen, es fehlt das Wasser und Neptun, vor allem Neptun. Der heiße Wind weht über die Erde und bläst den Staub überallhin. Das habe ich in China erlebt. In Jinan, wohin es mich verschlagen hatte in jenem Sommer im Jahr 2007, fegte von Norden her der Wind aus der Gobi den Staub bis in die Provinzen in Zentralchina. Bis es in der Ebene der Wetterau so aussieht, wird es noch eine Weile dauern, aber es gemahnt daran. Der Mann, der vom Himmel fiel, oder auf Englisch: The man who fell to Earth. Das ist ein Film von Nicolas Roeg aus dem Jahr 1976 mit dem humanoid-reptiloiden David Bowie vom Planeten Anthea, auf dem das Wasser versiegt war (ich hatte bereits darüber geschrieben).

Was ich sagen will: die Anlage ist trocken gefallen. Auch Jupiter in Widder suggeriert: Wir haben weites, offenes Ödland, und davon viel. In diesem Bild steht die Durchführung im Löwen und im 6. Haus, angeschnitten und beherrscht von Krebs und seinem Mond in der Jungfrau in Haus 7. Eine harte Realität für ein Dasein des Heimatlichen und seine Umstände. Der Sonnenverbund ist der II. Quadrant. Im Krebs – den wir hier die Exposition nennen können – steht die Venus: Sicherung und aus der Waage das Bild, das die in die Gegenwart gebrachten Gestalten aus dem Meer aller Gestalten in dieses Heimatliche abbilden. Der Herrscher von 8 (den lese ich immer noch im Phänomensrhythmus) ist die Waage, und die Venus gestaltet in Haus 5. Es ist eine Pluto-Venus, eine, die sich an Leitbilder bindet, die sich an Vorstellungen orientiert und nach deren Maßgabe nun im Volk und in der Innerlichkeit eines Empfindens und Wesens zu wirken beginnt. Die Waage an der Spitze des 8. Hauses verbindet über die Häuserspitzen von 12 und 6 Pluto mit der Venus. Die Venus, die auch aus dem 3. Haus stammt (mit der Konjunktion als Kometenschweif) stammt, hat eine Spiegelverbindung zum Mond. Hier stellt ein Heimatliches (auch im Sinne als Hort von Eigenständigen) mittels energisch aufgehobener Erneuerung im Sicherungssystem seine Lebenskraft dar. Klingt toll, aber es ist ein Preis zu bezahlen. Der Verbund endet in der Jungfrau und im 7. Haus – die Ausgangslage darin: das Bewusstsein dieser mondenen Ausgangslage liegt mit Mond auf Saturn-Uranus-GSP und in einer Zwickmühle, die wiederum Merkur im Löwen vertritt. Es steht Merkur gegen den Saturn in 1 – und es steht Merkur auf dem GSP von Saturn-Mondknoten-GSP auf 23°56′. Das „Nadelör“, durch das zu gehen ist, ist das Erkennen, Aufweisen und letztlich auch der Vollzug einer Trennung. Es ist die angezeigte Trennung von einem Bild von sich selbst, das vor sich her getragen wird. Merkur als Vorgang wird mit dem Maß der höheren Ordnung konfrontiert. Welches Bild wird denn aber nach außen abgegeben? Das einer in Eigenentwicklung befindlichen, damit nicht handlungsfähigen Daseinsform, die sich aber in Regelungen in der Öffentlichkeit darstellt. Diese ist ohne eigene Identität – wie es im Saturn-Merkur als Blockade-Konstellation angelegt ist – und Erscheinung anderer ohne Eigenständigkeit, taucht nurmehr gespiegelt auf, und ist damit fremdbestimmt, führt Formen fremder Identitäten (Merkur-Venus) aus. Eine Daseinsform mit Autoimmunerkrankung, bei der man sich fragt, warum sich ein Volk und ein Land so sehr selbst hassen, dass es bereit ist, sich selbst zu zerstören.

Die Umwandlung der Gesellschaft, des Zusammenlebens, des Finanziellen und deren Finalität liest sich hier im Schützen, der den Jupiter ins 1. Haus schickt. Auf Pluto-Uranus-GSP: Verkünde die Verdrängung des Ursprungs (oder anders ausgedrückt: Du hast eine Vorstellung darüber, wo dein Ursprung sein könnte. Die ist es aber nicht – du sitzt einer Täuschung auf!) Das klingt pathetisch. Mit Jupiter ist es pathetisch! Pluto-Uranus fühlt sich „im Stich gelassen“, eine Welt bricht zusammen – wörtlich ist Mars das Messer, Widder bereitet das Feld vor, auf das dies fällt. 

Auf diesem Jupiter steht die Sonne des 2007-er-Zyklus. Nicht exakt, aber ihr Lichtkegel fällt immer noch darauf, beleuchtet den belegten, ideologisierten Ursprung; gleichzeitig ist die Neptun-Mars-Konjunktion ins erste Haus und auf den Mars kommen. Die Venus im Stier aus dem Jahr 2007 steht in Quadrat zu Saturn – der mahnend im 7. Haus im Löwen steht. Erinnert euch! 

Ich setze das später fort. Für heute lasse ich es mit offenem Ende stehen.

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