Mittwoch, 15-Juli-2026

PILGER DER HOFFNUNG

oder: Vier heilige Pforten und eine fünfte

24. Dezember 2024 – Öffnung der Heiligen Pforte des Petersdoms
26. Dezember 2024 – Öffnung der Heiligen Pforte im Gefängnis von Rebibbia
29. Dezember 2024 – Öffnung der Heiligen Pforte von San Giovanni in Laterano
1. Januar 2025 – Öffnung der Heiligen Pforte von Santa Maria Maggiore
5. Januar 2025 – Öffnung der Heiligen Pforte von Sankt Paul vor den Mauern

Das Durchschreiten einer Heiligen Pforte ist ein symbolischer Akt, ein Moment tiefer Besinnung und spiritueller Erneuerung für Gläubige, heißt es. Eine Pforte an und für sich ist die Tür von einem Raum in einen anderen; sobald die Pforte geöffnet wird, ist es möglich, dass sich Gestalten von hüben nach drüben und von drüben nach hüben bewegen. Die als heilig ausgewiesenen Pforten können wir als Türen von der Göttlichen Welt in die ErscheinungsWelt und umgekehrt verstehen. Offene Türen laden nicht nur das Gute zum Überschreiten der Schwelle ein, es gehen auch das Böse und das Unerlöste von hier nach da. Ich werde das noch ausführen, für den Moment spüre ich dem Bild nach, dass durch die geöffnete Tür eben auch Unbekanntes und sehr Fremdes in einen Raum treten und darin das innere Wesen (das, mit man sich identifiziert als sich selbst) infizieren und besetzen kann, was später in die jeweiligen Welten vervielfältigt wird. Pforten sind Einfallstore – nie ist die Gefährdung größer als beim Öffnen einer verschlossenen Tür.

„Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden. Er wird ein- und ausgehen und Weide finden (Johannes 10,9).“

Zunächst ins Jahr 1300. Antiquorum habet fida relatio (dt.: Ein glaubwürdiger Bericht der Alten) ist der Titel einer päpstlichen Bulle (= ein apostolisches Schreiben), mit der Papst Bonifatius VIII am 22. Februar 1300 das erste Jubeljahr (Heiliges Jahr) nach dem Vorbild des jüdischen Erlassjahres „schenat ha-jobel“ (dieses sieht alle 50 Jahre einen Schuldenerlass vor) aus dem Buch Levitikus ausgerufen hatte. Von der Aussicht auf einen Generalablass kamen etwa zwei Millionen Menschen in die Heilige Stadt Rom und begründeten damit eine bis heute bestehende (wie nun zu sehen ist) katholische Tradition; von damaligem nicht geringem finanziellen Geschäft schweige ich an dieser Stelle. Dante Alighieri, selbst Pilger in seinem 35. Lebensjahr, soll übrigens nicht nur Bonifatius VIII in der Göttlichen Komödie eingeschrieben, sondern sich auch auf dieses „Event“ bezogen haben. Der geschäftstüchtige Papst hatte ein Gespür für „Glaubens-Marketing“ und „religiöse Performance“, was Dante gegen den Strich ging.

Kurz auf das Horoskop mit der Sonne am MC (auf einer der vier „Pforten“ von Quadrant zu Quadrant) geschaut. Der Blick geht zunächst auf den Neptun als Herrscher des Sonnenzeichens und Anführer des Verbundes. Er steht auf 27°30′ in der Waage – ein Sonne-Saturn-GSP – und „diffundiert“ eine Anspannung; Sympathikus oder Parasympathikus? Soll ich den Kampf aufnehmen oder fliehen oder doch lieber regenerieren und geschehen lassen? Der Heiler löst die Angst vor dem Mangel an Kraft, die Wahrheit die möglicherweise ungeeignete Sein-Form, die Möglichkeit der Täuschung die Unterstellung des Subjektiven unter die große Ordnung auf. Neptun steht in Haus 5 und im Kapitel „Waage“, das Öffentliche (als das Offenbare) und Gestaltenwirkende steht unmittelbar im Erschaffen und wird darin einen Neptun erschaffen und gleichzeitig geläutert. Neptun trägt mehrere Anlagen: den Mond in Haus 10: Identität mit dem Wirklichen und dem Potentiellen wird für das Einzelwesen Aufgabe, und dieses Einzelwesen wiederum maßgeblich über sich selbst hinaus. Venus und Merkur gehen in den Fischen eine Konjunktion ein. Das ist eine vielschichtige Geschichte, in der sich Hermes und Athene (Repräsentanten des Zwillinge- und des Jungfrau-Merkurs) und Aphrodite und Gäa (Hera) (Repräsentanten der Stier- und Waage-Venus) treffen. Ich lasse das mal unausgeführt stehen.

Im Durchführungszeichen stehen Mars und Pluto in einer noch zulässigen Konjunktion von 6° Orbis im Wassermann, dem Sonnenverbund nach m Durchführungszeichen. Dass sie zusammenstehen, lässt auf ein Austreiberthema im Zusammenhang mit Gerechtigkeit und Befreiung schließen. Mars-Plutos sind die Vertriebenen jener Schattenkönige, die sich schwertun, als Souverän ihres Geschehens als Leben ein Königreich entstehen zu lassen und es stattdessen bei anderen verhindern. Die Mars-Plutos (entzündlich in ihrer Leitbildorientiertheit) sind die potentiellen Aufdecker dieser Schattenkönige, und werden deshalb ausgeschlossen. Auch Uranus steht in der Waage und auf einem GSP Uranus-Pluto, den wir damit zweifach gegeben sehen. Die Ersetzung des Ursprünglichen durch die Vorstellung davon (die Notwendigkeit zur Ur-Teilung in Zeit und Raum mündet in den Vorraum von Gegenwart; der Schöpfer wird Programm) wird hier von Uranus persönlich ausgehebelt; zwei Radikale. Beispiel aus der Chemie: Atome und Verbindungen werden als „Radikale“ bezeichnet, wenn sie ein ungepaartes Elektron beherbergen. Radikale sind deshalb reaktiv und ihre Reaktivität macht sie zu den treibenden Molekülen in der Luftchemie, denn sie reagieren mit den meisten freigesetzten Gasen. Uranus und Pluto ergeben in ihrem Zusammentreffen eine „Urheberschaft“ in labiler Verbindung mit den Programmen der Art und ein Programm des Sprungs in die Zeit. Pluto ist auch ein „Prüfer“; in seiner Werkstatt werden die angelieferten Fügungen vor ihrer Auslieferung auf Einhaltung der Vorgaben geprüft. 

Im 49er Rhythmus ergibt sich das 14. Septar (1986-2035) – hier mit den Transiten des 24.12.2024.

Diese aufgetane Pforte im Bild: die Fische stellen den einen Raum und Steinbock den anderen dar, auf der Schwelle steht Mars-Pluto. Wie deuten wir das? Nur über die Austreibung der Vorstellungen (um die Gestalten frei zu legen) gelangt man vom Ausgangszeichen ins Endzeichen und zurück. Im Endzeichen des Verbundes steht kein Planet, Steinbock ist für das 7. und 8. Haus zuständig und Saturn steht in Haus 2 im Löwen. Denken und Begegnung (Partner wie auch das „Gesetzte“ der aus dem Wassermann herübergeleiteten Gestalten) wie auch die Bindung daran (es entsteht u.a. Saturn-Pluto) sind sichtbare und verbindliche Verpflichtung in der Erscheinungswelt und an den Bestand des Lebens und der „Gebärde“. Im Saturn (das Katholische) ergibt sich vor dem Hintergrund eines Ausbruchs und einer Befreiung im Leben und seinem Bestand das Maß für die Einzelnen. 

Die drei Planeten des Sonnenverbundes stehen im I. und II. Quadranten, weisen besonders in Hinblick auf letzteren auf ein „Herabsteigen“ des Heiligen in die subjektiven Behausungen. Nebenstehend kann man einen Blick auf ddie Ausweitung in die Zeit sehen: im 14. Septar von 1986-2035 stehen Sonne und Pluto zusammen mit Merkur am Übergang von Haus 8 zu 7 in der Fügungsrichtung und im Anfangszeichen des Verbundes, während nunmehr Saturn und Mond zusammen im Steinbock an der Spitze zu Haus 6 stehen. Mir wollen bei dieser Konstellation „schwarze Löcher“ einfallen, oder die „Singularitäten“, die von einem Raumzeitbereich, aus dem weder Materie noch Information nach außen gelangen kann, umgeben sind.

Dazu gibt es inzwischen Teil 1 und Teil 2. Über die „schwarzen Löcher“ habe ich hier geschrieben.

Die Grenze dieses Bereichs wäre der sogenannte Ereignishorizont, die Entfernung des Ereignishorizontes von der Singularität ist der sogenannte Schwarzschildradius. Was meine ich damit? – Ich muss darüber nachdenken. Mars jedenfalls steht erneut im Durchführungszeichen und erhält im Transit von heute „Besuch“ von Pluto. Pluto ist ja durchaus Fülle an „Schätzen“ und bedeutet Transformation, die Wandlung der niederen Geister in die höheren. Das 8. Haus ist das Purgatorium, in dem die Läuterung vorgenommen wird. Neptun und Uranus stehen erneut im II. Quadranten und hier unter der Aufsicht von Pluto, als Neptun-Pluto geht es um die Vorstellung bzw. die Idee der Bereinigung und Wahrheit im Sinne der Reinheit für den Einzelnen. „Der Teufel scheut das Weihwasser.“ – Wer ist hier der Teufel? Saturn legt seinen Finger ebenfalls auf den Pluto, während der laufende Neptun die „schwimmende Form im Meer des Möglichen“ aufnimmt, ihre Begrenzung auflöst. Und auch der laufende Uranus nimmt sich eines Prinzips an: er steht über dem Jupiter des Septars. Man könnte sagen: er befreit die im Gemeinschaftlichen vorliegenden Gefüge oder auch Rechtsvorgaben von ihrer Zugehörigkeit. Des weiteren steht er gegen den Neptun im Septar: das Weltanschauliche in Spannung mit dem Göttlichen erfährt eine Säkularisierung und Spaltung. Das sind nur einige der Begleitumstände aus den Schwingungen von 1300 für das neue Heilige Jahr. Möchte man da Katholik sein, in dieser „Kirche“?

Die Öffnung der Heiligen Pforte im Petersdom (am 24.12.2024 um 19:00 Uhr; hierzu gibt es eine Hymne und auch ein Logo) erfolgt im Endzeichen Steinbock. Dieser Akt, dessen genaue Uhrzeit wir haben, legt den AC wieder in den Löwen: Es geht um die Autonomie des Einzelnen (der immer Subjekt ist) und der sich nun im Steinbock in Haus 6 in seinen eingehegten Bedingungen „gebärden“ soll. Die Bedingungen werden vom Eingangszeichen umschrieben: Saturn hat in den Fischen ungefähr den Bestand einer Brausetablette in Wasser. Die für das Individuum angelegten Anpassungs- und Aussteuerungsmechanismen sind ganz dem Hintergründigen, dem, das von keinen äußeren Abhängigkeiten belastet ist, darzubringen. Saturn-Neptun: sofern eine Bestimmung entstanden ist, die nicht aus den Gestalten des Lebens ableitbar ist, wird eine Rückführung bzw. eine Verquälung einsetzen. Wenn auf meinem Pullover der sich aus dem gewählten Material egebende Hinweis angebracht ist, er sei bei 40° zu waschen, und ich wasche ihn bei 70°, wird sich mein Pullover nicht als das halten können, was er war. Anders herum: wenn ich mich an den Hinweis halte, und ich davon ausgehen kann, dass er wahr ist, wird meinem Pullover bei 40° nichts außer, dass er sauber wird, widerfahren. 

Im Durchführungszeichen stehen Venus und Pluto; sie umrahmen das 7. Haus an seinem Aus- und Eingang. Die Venus trägt dreifach einen Venus-Uranus-Charakter, und Wassermann schickt sie und den Pluto auf den Uranus im Stier. Raum steigt in den Himmel der Schöpfer, und Zeit legt sich auf den Raum. Uranus-Venus: die Zeitlichkeit der Erscheinung bedeutet, dass Raum/Bestand/Existenz zusammenfällt, sofern ihm Zeit entzogen wird. Andererseits ist Uranus-Venus auch die Verweigerung  der Festlegung in der Teilung (oben und unten): Verweigerung der Geschlechtlichkeit, des Pubertierens. Gleichzeitig haben wir mit Skorpion an der Spitze von Haus 5 und dem Pluto an der Pforte zur Außenwelt ein Lebensprogramm dass sich in seiner Vorstellungsgebundenheit als Kontrolle über die Unabhängigkeit von Bedingungen entpuppen könnte. Na, da fallen einem doch gleich die Diversifizierung bzw. Zersplitterung der biologischen Geschlechter ein und die Venus-Uranus-Wanderschaften, Migrationen, und auch Pilger sind „Migranten“. Pluto ist mit Mars verbunden, sie stehen sich gegenüber: antreibende Energie für die Kontrolle über die Befreiung von Bedingungen einerseits und dann andererseits die Verdichtung und Konzentration der Selbstdurchsetzung des Einzelnen, gegensinnig, nicht mitsinnig. Da haben wir nochmals den Mars-Pluto, über den gestiegen werden muss, oder an dem der Übergang von hüben nach drüben scheitert. Er ist großer und wesentlicher Teil der „Heiligen Jahre“. Das Himmelreich auf Erden erhältst du über den Mars-Pluto. Das ist die Versuchung, sich am „Auftrag Neptuns“ vorbeizumogeln und als Erscheinung im Leben aufzutauchen. Hier stehen Mars und Pluto nicht nebeneinander, sondern – stellen wir uns in die Mitte – wir müssen dem einen oder dem anderen den Rücken zuwenden, was die „Lösung“ erheblich erschwert oder aber in einer Blockade befriedet. Mars-Pluto kann Jäger wie Gejagter sein, Täter wie auch Opfer. Manipulator wie Manipulierter. In der „Angst vor dem Bösen“ (als die im Leben ausgelassenen Ereignisse) und mit dem inzwischen in Irritation über die Wahrheit geübten Neptun in den Fischen wird daraus auch schon einmal eine Umkehr: Der Täter fühlt sich als Opfer oder wird zu einem solchen definiert. Mars und Sonne: die Gefahr und Gefährdung für den Ausdruck des Lebens als Einzelner und Eigenständiger. – Mond wäre aufzurufen. Wir finden ihn auf einem GSP Merkur-Venus (s.o.) in Haus 4. Das Heimatliche (auch das ist Mond) steht auf dem Vorgang einer Ausführung von Form und ist ohne Anschluss an andere Planeten (zumindest, was die „harten“ Aspekte angeht) auf sich selbst gestellt. 

Wird das ein angenehmes „Heiliges Jahr“? Und wenn ja, für wen? – MC auf 17°38° Widder alias Mars-Uranus spricht für eine (Selbst-)Führungsschwäche, die sich Türme der Stärke errichtet, er baut große „Kathedralen“ in Ermangelung eigenen Ursprungs. Möglichkeit der Einvernahme fremder Identitäten, da die eigene verneint ist, und dazu ein Drang nach ständiger Bestätigung. Dabei wird schonmal das Rückgrat arg beansprucht, auch, weil Mars-Uranus auf der Suche nach „Aufrechtstehen“ recht buckelnd durch die Welt gehen könnte. Natürlich kann er auch den Sprung aus der Fremdbestimmung bedeuten, derjenige der zum Eigenständigen mutiert. Eine Diagonale, und die andere ist Venus-Neptun mit Durchdringung der Materie mit dem Prinzip allen Lebens, oder die Auflösung im Sichtbaren. Wiederum Venus-Uranus markiert die Blockade: auf körperlicher Ebene entspräche diese „Zusammenstellung“ einer Nervenlähmung und der Zerstörung des Eiweißaufbaus und damit der Lebensgrundlage, oder als Geschehen im Bestand einem jähen Zusammenbruch der existenziellen Mittel. Das soll an dieser Stelle an Zusammentragung reichen.

Papst Franziskus dränge – so ist zu lesen – unter anderem auf einen Schuldenerlass für die Länder des Globalen Südens, ebenso fordert er Initiativen für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz. Ich habe noch eine Pfortenöffnung herausgesucht, und zwar die vom 26. Dezember (habe eine Uhrzeit von 8:55 Uhr ausgemacht, mit Beginn der Übertragung einer Messe, die dann auf 9:00 beginnen würde), wobei der Papst erstmals eine solche Zeremonie in einem römischen Gefängnis vornehmen wird – auch dies als Zeichen der Hoffnung für alle Inhaftierten weltweit, wie er in seiner Ankündigung zum Heiligen Jahr 2025 schrieb. Inhaftierte, sind das in sich selbst Eingemauerte? Wie meint er das? Strafgefangene freilassen?

Der Beginn des Sonnenverbundes liegt hier im 2. Haus, Saturn und Neptun stehen darin. Ein Erscheinungsbild des Wassers, in das eine Bestimmung der Isolation gestellt ist. Das Heilige in einer realen Einfassung, „gesetzlich“ aus dem Hintergrund wiederum hervorgestellt. Steinbock mit der Sonne in Haus 12 stellt den Saturn in die Fische als Endresultat. Könnte schon die Amnestie sein – die Begnadigung. Ein Akt der Auflösung einer (An-)Ordnung, begleitet von Merkur im Schützen als dem Verkünder eines „Urteils“ in Bezug auf eine Abweisung. Jupiter und Saturn gehen ebenfalls ein Quadrat ein: Vertretung der Ordnung und Rechtsprechung beeinflussen einander im gegenseitigen Ausschluss. Das 4. Haus ist eine Festung (Stier in 4 als die Sicherung des Wesens) mit dem Aufbruch der Sicherung im Quadrat zur Venus im Wassermann in 1: Die Befreiung aus der Festung wird im Durchführungszeichen an der Sache selbst sichtbar und erfahrbar. 

Pluto steht in Haus 1 und Mars in 7, das ist eine Umkehrung der Konstellationen zur 1. Öffnung und geht mit einem MC im Skorpion einher. Pluto ist hier einer, der unter der Regie vom Steinbock in Haus 1 auftaucht, ist das in die Ordnung (z.B. Verfassung) eingeschriebene Staatsmodell, das nun den Boden der Unabhängigkeit und Freiheit betritt; es ist Antrieb für den Mars in 7 – die energievolle Bewegung aus dem Umraum und der Ausübung der „heiligen Form“ geht ins Bewusstsein und das Entgegenkommende ein. Herrscher von 3 in 7: Aggressive Selbstdarstellung am Begegnenden und im Denken. Die Transformation liegt im zweiten Horoskop in der Sache selbst und zieht als Energie nach außen (26.12.) und im ersten Horoskop in den Umständen bzw. im Denken des Einzelnen mit einer Rückkopplung auf sein Lebensweltliches in der Durchsetzung. 

20 (1) Aus zwei Gründen pflegt der Princeps zu strafen: wenn er sich selbst rächt oder einen anderen. Zuerst werde ich den Teil erörtern, der ihn selbst berührt. Es ist nämlich schwieriger, sich zu mäßigen, wenn dem Schmerz die Sühne, als wenn er dem Beispiel geschuldet wird. (2) Überflüssig ist es, an dieser Stelle zu mahnen, daß er nicht leichtfertig Glauben schenkt, daß er die Wahrheit nach allen Seiten erforscht, daß er der Unschuld gewogen ist und daß er weiß, es liegt nicht weniger im Interesse des Angeklagten als in dem des Richters, daß sie zutage tritt. Das geht nämlich die Gerechtigkeit, nicht die Güte an. Jetzt fordern wir ihn vielmehr auf, daß er, offenkundig verletzt, seine Leidenschaft in seiner Gewalt hat und die Strafe, wenn er es ohne Gefahr kann, erläßt, wenn nicht, ermäßigt und daß er weit mehr bei eigener als bei fremder Kränkung versöhnlich ist. (3) Denn wie nicht großzügig ist, wer mit fremdem Gut freigebig ist, sondern wer, was er dem anderen schenkt, sich selber entzieht, so werde ich gütig nicht einen nennen, der bei fremdem Schmerz umgänglich ist, sondern den, der obwohl er durch eigene Stachel aufgepeitscht wird, nicht losspringt, der einsieht, daß es Art einer großen Seele ist, Kränkungen auf dem Gipfel der Macht zu ertragen, und daß es nichts Rühmlicheres gibt als einen ungestraft verletzten Princeps. [Quelle: Seneca, Über die Güte, Briefe an Kaiser Nero, Erstes Buch, S. 59]

Der 26.12. ist der Tag des Hl. Stephanus, der als erster Märtyrer des Christentums gilt und daher oft auch als Erzmärtyrer oder Protomärtyrer bezeichnet wird.

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Author

Karin Afshar

AUßENSCHAU UND INNENSCHAU
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