Deutschland sei – so liest man in verschiedenen Pressemitteilungen – inzwischen ein Risikoland und der öffentliche Raum eine No-go-Area. Die Sicherheit, besonders die innere Sicherheit, gehe zusehends verlustig. Nachdem bereits am Mittwoch Abend (oder war es Dienstag) ein älterer einen jüngeren Mann am Frankfurter Hauptbahnhof erschossen hatte (eine Hinrichtung), ermordete am Freitagabend ein Mann in Solingen drei Menschen, neun weitere verletzte er zum Teil schwer. Tatwaffe war ein Messer, wieder einmal, Tatort ein Volksfest.
Am Freitag Vormittag hatte nicht weit von Solingen entfernt – in Mendig – ein anderes „Festival“ begonnen, die Ahmadiyya kommt drei Tage lang zusammen und feiert unter dem Motto „Liebe für alle, Hass für keinen“.
Vielfalt bekommen wir in der Tat, auch, was die Kampfmethoden, die Tötungsarten und -instrumente angeht. Die Getöteten und Verletzten von Solingen seien mit einem Messer am Hals angegriffen worden. Da denkt man sofort an die Halsschlagader – wenn man diese trifft, braucht man keine lange Klinge, man muss nur gezielt genug zustechen bzw. durchziehen. Das setzt einige Übung, vielleicht eine Kampfsportausbildung, voraus, vor allem was die Effizienz der Kürze der Zeit und die Anzahl der Opfer angeht. Im Affekt, d.h. in einer „spontanen“ Aktion aus einer Emotion heraus, habe ich mir sagen lassen, wird diese „Treffsicherheit“ sicherlich nicht erreicht. (Experte bin ich aber darin nicht.) Was allerdings mit in der Luft liegt, scheint eine Art „Übertötung“ zu sein.
Heute morgen hatten wir gleich zweimal das Thema der aus dem Boden sprießenden Barbershops auf dem Tisch. Als ich neulich beim Friseur war (und da erfährt man eben immer viel), sprachen die Betreiber von der zunehmenden „barberischen“ (Achtung: angedeutetes Wortspiel!) Konkurrenz, und auch von der besonderen, die direkt vor der Haustür eröffnet hatte. Tja, sagte der Inhaber meines Friseursalons, sollen doch nur alle hingehen, die sich ihren Pilz holen wollen. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Mein morgendlicher Gesprächspartner von heute wusste von einem Gespräch mit einem iranischen Teehaus-Inhaber zu berichten, der sich eben auch darüber wunderte, wie einfach offensichtlich „Barber“ ohne Meisterbrief und auf ziemlich auffällig gefällige Weise auf der Hauptverkehrsstraße des Ortes ihre Läden eröffneten. Sinngemäß sagte er, der Einwanderer Erster Stunde, das seien „irgendwelche“ Schafhirten, die das Scheren in ihren Dörfern gelernt hätten. Wir merken uns die Vielfalt. Schaf – Scheren – Schächten.
Der Begriff Schächten bezeichnet die Schlachtung eines Tieres, ohne dieses zuvor betäubt zu haben. Gemeinhin wird ihnen der Hals durchschnitten. Mit einem Messer werden durchtrennen dabei Haut, Muskeln, die Halsschlagader, die Luft- und Speiseröhre sowie die daneben befindlichen Nervenstränge durchtrennt – und dies bei vollem Bewusstsein der Tiere. Diese Tiere leiden damit unter Schmerzen, Atemnot und Todesangst und ihr Todeskampf kann bis zu 30 Minuten andauern und endet erst, wenn sie verblutet sind. … In Deutschland ist es laut Tierschutzgesetz und der sogenannten Tierschutzschlachtverordnung grundsätzlich verboten, ein Tier ohne Betäubung zu schlachten. Wer dagegen verstößt, muss bis zu 25.000 Euro Geldbuße bezahlen. Menschen, die auf diese Weise wiederholt Tiere quälen, droht Gefängnis.
Tiere, die unter Betäubung geschlachtet – also nicht geschächtet werden – sind nach islamischer Religion nicht „halal“, sondern „haram“. Fleisch, das halal ist, darf beispielsweise nicht von Schweinen stammen, darf kein Blut enthalten und muss aus ritueller Schlachtung kommen. Erinnern wir uns an den Vorfall in Großbritannien mit den drei Mädchen: eine Schlachtung letztlich.
Was nun hat das mit Solingen zu tun? – Vorab: Die Stadt ist das Zentrum der deutschen Schneidwarenindustrie, insbesondere bei der Herstellung von Klingen war (ist sie es noch?) sie führend und trägt seit dem 19. März 2012 den amtlichen Namenszusatz Klingenstadt.
Im Polizeibericht heißt es, seien die ersten Meldungen um 21:37 Uhr bei der Polizei eingegangen. Wenn ich diese Uhrzeit ein klein wenig nachzeichne und auf 21:35 Uhr lege, läge der AC auf einem Sonne-Uranus-GSP und der Mondknoten drückte darauf. AC im Widder und ein Jupiter-Mars im 3. Haus der Darstellung, und auch noch vertreten von Zwillinge mit einem Merkur in Haus 6 auf dem GSP Saturn-Mondknoten. Eine schnelle, kräftige und auf Erweiterung ausgerichtete Bewegung in den Raum hinein. Hier passt sich eine Lebenswelt der durchsetzerischen Bewegung an bzw. steuert sich aus, versucht es zumindest, ist aber im Quadrat mit Uranus in Irritation. Die Bewegung zielt zurück in das Gemeinschaftliche als Ansammlung und bringt den Aufbruch mit sich.
Auf jeden Fall haben wir einen AC im Widder, einen ausgeführten Schnitt in Weltanschauliches wie auch das Recht – und das auf einer „Bühne“. Mars auch mit einem Quadrat auf die Venus als Repräsentantin des 2. Hauses (Stier an der Spitze – ein Gemeinschaftliches) und des 7. Hauses (im öffentlichen Bewusstsein) im 6. Haus. Ein Angriff auf eine Gemeinschaft / einen Bestand in der Aussteuerung, als Form der Aussteuerung. Eine Ebene tiefer: diese Venus wird von Neptun aus dem 12. Haus in ihrer Abhängigkeit aufgelöst. Hier schwindet Bewusstsein und Erscheinung.
Der Stier beinhaltet auf dem „glücklichen“ Jupiter-Venus-GSP („du wirst in den Clan aufgenommen“) Uranus, was zu lesen ist als: deine Zugehörigkeit ist in Frage gestellt. Uranus ist zentrifugal, er löst aus Zusammenhängen heraus, desintegriert. Uranus im Quadrat zur Sonne ist für den gestrigen Tag wegweisend: Mars auf Sonne-Uranus, AC vermutlich auf Sonne-Uranus – damit doch ein Hinweis des Durchbrennens von Sicherungen? – Oder auch nicht – inhaltlich liegt hier die Erfahrung einer Lebensbedrohung vor. Eventuell ist sie vorgeburtlich, immer aber ist sie unterschwellig da und lässt die Todesangst immer wieder „hochsteigen“, sobald entsprechende Trigger gegeben sind. Zu denken ist an Erfahrungen im Kampf, im Krieg, unter Alarmzuständen. Ein Mensch mit Sonne-Uranus in jedweder Form ist in gewisser Weise, auch wenn er außen sehr ruhig wirkt, ständig auf „dem Sprung“. Und was wäre besser Auslöser für eine „Heraussprungaktion“ als eine große Menge Menschen, aus der es kein Rauskommen gibt, das aber nach Befreiung ruft.
Sonne und Uranus gehören dem Engramm des Lebens aus der Vorstellung an: sie bilden darin eine der beiden Diagonalen, deren andere Venus-Pluto ist, das ist die „Welt in der Welt“ als autistoide Schutzanlage vor der Welt, die man als bedrängend und fremd empfindet. In „unserem“ Sozialstaat, der die Teilnahme und Teilhabe (unterschiedslos und schicksalslos) festgeschrieben hat, ist für solche Menschen mit extremem „Ausbruchsverhalten“ die soziale Bedrängnis und Zwangsintegration unaushaltbar. Die obere Reihe in diesem Engramm beschreibt Pluto-Uranus mit dem Hass auf das Weibliche/Männliche mit dessen Verhinderung und Unterdrückung. Nehmen wir an, hier ist ein Täter mit einer Sonne-Uranus-Anlage, dann liegt ein Kind vor, dessen Mutter es in all seinen Bewegungen und seinem Wachstum über den Zeitraum der Schwangerschaft spürte, das Kind aber möglicherweise die Frucht einer Vergewaltigung ist, einer ungewollten Schwangerschaft, Szenarien dafür gibt es viele. Die Kindheit ist nie vorbei, selbst wenn man das Land der Kindheit verlässt, solange das nicht ans Licht gehoben wurde.
Pluto steht rückläufig auf 00°10′ Wassermann – zu dieser Tageszeit im 11. Haus. Auf Pluto-Uranus haben wir mehrere Hinweise.
Schritt zur Seite. Gestern fand ich einen Bericht über die sich zuspitzende Situation in Afghanistan: die Taliban scheinen nun offensichtlich ihre Frauen und Töchter gänzlich aus dem öffentlichen Raum verbannen zu wollen. Was ist los mit diesen Männern, die die Frauen, mit denen sie doch Kinder zeugen, in die inneren Räume sperren und ihnen untersagen, eine Gegenwart zu haben (es geht um das 7. Haus und das, wofür die Gestalt der Frau steht). Die Aufhebung nicht nur der Gegenwart, sondern auch die Verdrängung des Ursprungs. Über Afghanistan – ursprünglich einmal „Ariana“ – habe ich in verschiedenen Texten geschrieben, zuletzt in „Die Auflösung des Logos im Mythos – Saturn-Neptun-Zyklen“, in dem ich u.a. darüber schrieb, dass das Scheitern notwendig wird, um die Opferrolle ablegen zu können.
Saturn und Neptun stehen in diesem Ereignis-Horoskop im 12. Haus. Steinbock ist dabei der Herrscher vom MC und vom 11. Haus. Die Unabhängigkeit vom allgemein und gesellschaftlich Gültigen wird im Namenlosen in seiner Verbindlichkeit aufgelöst. Der Aufhebung bisheriger Maßstäbe „geschieht“ Gleiches: Es sind indirekte Zusammenhänge, die auf Mars-Jupiter in 3 und auf die Venus in Haus 6 einwirken und die auf das „Ende“ als Finalität hinweisen. Erstanden aus Chaos, eingehend ins Chaos und damit Kontrollverlust.
Bleibt noch das 4. Haus zu betrachten. Krebs ist zuständig für den IC und auch fürs 5. Haus als „Ausdruck des Wesens der Identifikation mit sich selbst“. Nehmen wird das als Einzelwesen, als das Subjektive, das sich dual der Welt draußen gegenüberstellt, oder gegenüber steht – Mond nun im Widder und in 1: ein dem Kampffeld Ausgeliefertes. Selbstdurchsetzung durch die Ausdrucksform des – nehmen wir das hinzu – Heimatlichen, Eigenständigen. Dieses ist allerdings nicht „frei“, sondern von Pluto in seiner Mentalität, in seinem So-Sein überlagert. Und ebenso ist der Lebenstrieb nicht frei.
Es gäbe keine Täter, wenn es keine Opfer gäbe. Von der rechtssprechenden Seite ist es leichter, nach eingehender Untersuchung von jenem zu sprechen, der anderen Unrecht zugefügt hat (der Täter) und von jenen, denen Unrecht und Gewalt angetan wurde (die Opfer). Vielfach hören wir, dass in der öffentlichen Debatte und auch in den Gerichten Täter-Opfer-Umkehr betrieben würde. Ich vermute, dass dies der allgemeinen Verwirrung geschuldet ist. Bei einem begangenen Verbrechen sind alle Beteiligten sowohl Opfer als auch Täter. Insofern haben wir aiuch in diesem Horoskop den Hinweis darauf, dass sowohl der Täter als auch die Opfer sowohl ein Mond-Pluto-Thema als auch ein Pluto-Uranus-Thema haben. Das Risiko-Land Deutschland hat ein Ursprungsproblem und ist ziemlich krank. Es ist fast schon ein tragischer Vorgang, wie sich hier „Gleiches zu Gleichem“ gesellt, als wollte sich das Land mit dem homöopathischen Grundsatz Similia similibus curentur heilen. Verbrecher nutzen Verbrechern.
Nachtrag: Die Stadt Solingen verleiht den Preis „Die schärfste Klinge“ 2024 an Dunja Hayali. Sie zeige
[…] als Journalistin Mut und Haltung. Sie setzt sich mit ihrer Reichweite für demokratische Werte ein. Für ihre journalistische Arbeit erhält sie den Solinger Ehrenpreis 2024. Das hat der Stadtrat am 27. Juni 2024 beschlossen. [Quelle]


