Donnerstag, 16-Juli-2026

RAUMFAHRT IST GEFÄHRLICH

Die Nasa hat entschieden, dass sie ihre Astronauten nicht nochmals der Boeing-Raumkapsel „Starliner“ anvertrauen wird. Astronautin Suni Williams und ihr Kollege Butch Wilmore werden demnach nicht wie geplant mit der Kapsel , mit der sie am 5. Juni zur ISS aufgebrochen waren, zur Erde zurückkehren. Es wurde beschlossen, dass die beiden statt der geplanten 8 Tage ganze 9 Monate (bis Februar 2025) auf der ISS bleiben werden und dann voraussichtlich mit einem Shuttle von Elon Musks SpaceX abgeholt werden. [Diese Meldung erging am 25.8.]

Die Astronautin Sunita Williams ist eine Jungfrau vom 19.9.1965, bei einer Sonne am MC ergeben sich ein Mond und der Jupiter (auf fast 0°) im Verbundanfangszeichen Krebs, und im Endzeichen die Konjunktion Pluto-Uranus mit dem Merkur dabei. Dieser Dreier-Konjunktion steht der Saturn in den Fischen – rückläufig – auf 12°50′ gegenüber. Das ist zumindest schon einmal ein Hinweis auf eine „Kohortenkonstellation“, die jene um den August-September-Oktober 1965 Geborenen aufweisen. Sie werden in diesem Sommer 59 Jahre alt, haben eine zweite Saturn-Wiederkehr knapp hinter sich, befinden sich mithin auf dem Weg ins Alter, das mit dem Abbau des Körperlichen einhergeht. Für eine Frau heißt das konkret, dass sich mit den Wechseljahren (Menopause) die Östrogen-Produktion verringert (bei Männern sinkt der Spiegel von Testosteron – das allerdings auch bei Frauen eine Rolle spielt – in der Regel nur allmählich). Der Wachstumshormonspiegel sinkt, wodurch die Muskelmasse und -stärke abnimmt. Niedrigere Konzentrationen von Melatonin können eine wichtige Rolle spielen, indem der normale Wach-Schlaf-Zyklus (zirkadianer Rhythmus) beeinträchtigt wird.

Der Transit-Saturn stand am Tag des Abflugs ebenfalls in Opposition zu Pluto-Uranus-Merkur, während Neptun in Opposition zur Sonne stand. Williams weist eine auffällige Konjunktion von Neptun und Mars im Skorpion auf. – Man könnte sagen, das ist ein wahrer Tsunami in den Gefilden der Erfahrungsbilder, eine Zerstörungskraft, sofern das Prinzip des Lebens verlassen wird oder wurde. Am Abflugtag ergab sich eine Konjunktion von Sonne und Venus in den Zwillingen – eine Lebensform in der Bewegung in den Umraum – im Quadrat zu Saturn und auch Uranus-Pluto. Venus im Quadrat zu Saturn – da fällt mir soweit ein: Sozialarbeiterin (Streetworker), man arbeitet nicht dort, wo man zuhause ist, gleichzeitig maßgeblich verantwortlich in den Kollektiven – mit einem Saturn in den Fischen allerdings für die Kollektive nicht selten der „Sündenbock“, dem die Schuld aufgeladen wird – und der sie auch annimmt, weil sie den Zutritt zum Kollektiv gewährleistet. Venus im Quadrat zu Pluto ist die „Mentalitätsfremdheit“, mit der Erfahrung der Ausschließung aus dem Kollektiv, in das man sich nicht hineinbegeben darf. Venus im Skorpion auf dem GSP Saturn-Mondknoten: Wird sie als Frau die Erscheinung der Begegnung mit der Un-Gegenwart?  Venus-Uranus – sofern man sich in ein Gemeinschaftliches hineinbegibt, beginnen Aufhebungsprozesse. Die Sonne ist in einer Opposition von Neptun aufgerufen: Was zu lösen wäre, wäre die Auseinandersetzung mit der mitgebrachten Schicksalsaufgabe, um aus dem Script der „Nichtkönigin“ herauszukommen. Rhetorische Frage: lässt sich das im Weltall, wo definitiv NICHT-HEIMAT ist, bewerkstelligen? Nun weist sie im Radix eine Jupiter-Sonne auf – das ist eine, wenn auch nicht unproblematisch, so doch aber eine als Kompensation günstige Anlage: die Erweiterung und Neufügung des Selbstausdrucks. 

Der Astronaut Butch Wilmore hat eine Steinbock-Sonne auf 7°32′ alias GSP Sonne-Uranus. Die Uranus-Pluto-Konjunktion ist mit 7° Orbis gerade noch verwendbar, auffällig: beide stehen rückläufig in der Jungfrau. Das ist insofern interessant, als die mit dieser Konstellation Geborenen ziemlich bald nach ihrer Geburt eine Uranus-Uranus und Pluto-Pluto-Konjunktiuon im Transit erleben. Für Wilmore wäre dies für Uranus am 21.8.1963 und für Pluto am 10.9.1963 der Fall gewesen. Diese erste „Wiederkehr“ wird ja sicherlich durch ein Ereignis kenntlich gemacht worden sein. In der Jungfrau geht es neben der Wahrnehmung von Veränderlichem insbesondere um Fragen des Lebensgleichgewichts, namentlich des Darms, in dem „der Tod bzw. das Leben“ sitzt. Wird eine Virus-Sache gewesen sein, die das Kind mit vielen Blähungen quälte. Williams und Wilmore gehören der Generation an, die mit Umwälzungen im Mikrobiom und der Darmflora ebenso zu tun hat wie mit Aufweichungen und Veränderungen im Genom. 

Wilmores Mars steht im Löwen, und damit wie Williams Mars – in einem fixen Zeichen, hier auf einem Merkur-Uranus-GSP: die Durchsetzung des Sich-Reinhaltens im Lebensausdruck, bei gleichzeitiger Existenzunsicherheit und Milieuentwurzelung, und im Quadrat zur Venus im Skorpion. „Energie“ trifft auf Bestand, Venus aus dem Stier das Körperliche, die Masse, vielleicht auch die Muskelmasse, die mit Mars als Messer aufgeschnitten, „aufgezehrt“ wird – das Kürzel heißt hier: Viel (Ausdrucks-)Energie trifft auf (abgesichertes, vorgestelltes) Gewebe (hier in der Leitbildhaftigkeit). Die Venus-Form im „Lebensprogramm“, d.h. das ist eine „Feststellung“ oder eine Herausgreifung eines Teils aus einem Ganzen, wie eine „Ausstechform“. Diese Venus steht auf einem Saturn-Mondknoten-GSP und – jetzt von der Waage aus betrachtet –  macht jenen Teil des Programms sichtbar und gegenwärtig, der die Begegnung mit dem Tod beinhaltet. 

Der Sonnenverbund beginnt in den Fischen; darin steht Jupiter als Priester des Namenlosen oder sagen wir: der Füger im Nichts, und weist auf die weite Uranus-Pluto-Konjunktion hin, die in Opposition steht. Wenn Jupiter ein Berater wäre, wäre er vermutlich Feuer und Flamme für alle Vorschläge, die Pluto und Uranus als Transformationsprojekte vorbringen. Anders als Merkur (Jungfrau) ist er kein Warner, sondern schlägt Warnungen in den Wind. Anders als Williams, die einen Saturn in Opposition zu Pluto-Uranus aufweist (vermutlich ist sie diejenige, die das Projekt durchdrückt und die Durchführung ordnet), ist er mit der Steinbock-Sonne von beiden doch der Bestimmendere, während sie dann doch die Verwalterin und Analystin bleibt. Im mittleren Zeichen – Wassermann – stehen Mond und Saturn (vermutlich in Konjunktion, je nach Geburtsstunde), was eine „Ausrichtung und Vision“ des Neuen, der Technologie nahelegt, mit einer gewissen Entfremdung von sich selbst als Wesen. Mond sucht sich im All. Mond-Saturn, überprotektiv von der Mutter in ihrem „Auftrag“ großgezogen, nicht ins eigene Leben freigegeben, dies aber in aller Erhöhung zum Maßstab machen müssend. Neptun steht im Quadrat dazu: auch hier eine „Schuld“, sofern das Kind meint, in seine „Eigenart“ eintreten zu sollen. Die Maßgabe hier ist das Luftelement, dem man sich verpflichtet. Saturn-Uranus-Neptun: man ergreift den Himmel, die Sonne im Steinbock und im Verbundendzeichen übernimmt mit Sonne-Uranus-Kathedralismus bei aller Bedrohungsangst und Engephobie ihre Aufgabe.

Wie wird er das erleben – in dieser Raumkapsel da oben von Vakuum umgeben eingesperrt zu sein? Am 5.6.2024 ergaben sich für Wilmore ebenfalls einige Aufgaben. Wie Williams befindet er sich im 9. Septar (von 56J. bis 63), in dem sich eine Einsicht in die „Funktionen der Anderen“ einstellen kann. Mit sich und der eigenen Entwicklung größtenteils abgeschlossen habend, ist der Blick auf das Außen reif, frei von Subjektivismen das Gegenüber zu erkennen. Das 9. Haus ist die Vorbereitung auf den Gang über das MC in die „Außerzeitlich- und -weltlichkeit“ zu treten, beim Gang durch das 4. Haus im Fügungsrhythmus kehrt man zu den Anfängen zurück, betrachtet sie durch den Blick der Erfahrung und bereitet sich auf den „Nachhauseweg“ vor. Im letzten Viertel des Lebens wird man der Entkörperlichung bei (bestenfalls wachsender) Beseelung zuschauen. Die Sonne-Venus-Konjunktion des Starttages hielt für ihn ein Quadrat zum Pluto bereit. Die Rückseite dieses Sonne-Venus ist Pluto-Uranus. – Das ist einmal im Engramm des Lebens aus der Vorstellung der Hinweis auf die Verdrängung des Männlich-Zeugenden mit der Verneinung der Freigabe der Erscheinung des eigenen Lebens. Wenn dem so ist, bleibt gewissermaßen „nur“ übrig, dass man sich ein Bild (ikonisch) von sich macht, in das man hineintritt und eine Rolle übernimmt.

Die Venus aus der Waage lässt ein anderes Engramm entstehen  – das des gegenwartslosen Lebens. Sonne zur Waage-Venus ergibt eine Diagonale, die Erscheinungsseite ist dann eine Sonne im Verhältnis zum Jungfrau-Merkur mit der Lösung im Venus-Pluto der oberen Reihe. Bevor die Erlebniswelt und das Dasein entstehen können, funkt die Wahrnehmung dazwischen und unterbindet das Aufblühen der Gestalt des Lebens (im Sinne des Wirklichen) mit dem absoluten „Bleibewillen“ eines I. Quadranten. Sonne-Merkur wird im Schott Venus-Merkur zum Zeichen der Unveränderlichkeit, zum Stillstand ohne Gegenwart. Bei beiden Engrammen bildet Sonne-Pluto ein Schott, das wiederum bedeutet: hier wird ein Problem mit den Maßgaben dieser Konstellation von der vor- oder nachstehenden Konstellation abgekapselt. Das ist jetzt theoretisch; wie der Mann Butch Wilmore dies gehandhabt hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Am 5.6.2024 steht – und das gehört ebenfalls in das erste Engramm – der laufende Uranus gegen die Venus auf dem GSP Saturn-Mondknoten. Bei einem Uranus-Transit über die Venus steht grundsätzlich die Hinterfragung der Raum-Zeitlichkeit an. Der Raum und die Zeit fallen aufeinander, ineinander – das zeigt sich u.a. in Materialermüdung, in dem Zusammenbruch von Gebautem/von Erscheinungsbildern, von Beständen und Gemeinschaftlichem, ein „Börsencrash“ der eigenen Körperlichkeit bis hin zur Aufgabe des Körpers in „Körperlosigkeit“ – der Sprung aus der Zeit bedeutet auch der jähe Entzug der Gegenwart. Das Formgebende und Sichernde im Ungegenwärtigen (Venus im Skorpion) wird aufgespalten – ich würde sagen: der Mann ist gefährdet, und damit mit ihm seine Begleiterin.

Williams und Wilmores Mission: Bei einem etwa achttägigen Aufenthalt sollten sie herausfinden, ob das neue Raumschiff für künftige Flüge mit Astronauten eingesetzt werden kann. Denn erst, wenn der „Starliner“ von der Nasa für die Beförderung von Personen zertifiziert würde, könnte er für Routine-Flüge zur ISS eingesetzt werden. Was aber war passiert?  

Es hatte sich schon beim Hinflug angedeutet, dass die Steuerungsdüsen des „Starliner“ nicht optimal funktionierten; für den Wiedereintritt müssten sie jedoch unbedingt richtig ausrichtbar sein – gelänge dies nicht, liefe die Kapsel Gefahr, beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre glühend heiß – weit mehr als 1000 Grad Celsius muss das Material aushalten – zu werden und auseinanderzubrechen. Ähnlich war das beim Unglück des Space Shuttles „Columbia“ im Jahr 2003 der Fall. Damals hatte das Hitzeschutzsystem des Shuttles versagt, da es beim Start beschädigt worden war. Das Shuttle war beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerbrochen, alle sieben Menschen an Bord waren gestorben.

Was für ein „Stoff“ für eine Weltraumtragödie im Zeichen der menschlichen Überhöhung und Arroganz mit Opferung zweier Leben. – Möchte mir nicht vorstellen, an welche Grenzen die beiden Menschen dort „oben“ stoßen. Eine Zeitung jedenfalls titelte, wie peinlich diese Panne für Boeing sei. Eine andere, welchen Prestige-Verlust das bedeute. Eine nächste forderte, SpaceX müsse sofort einspringen. … Was soll man sagen? Raum und Zeit lassen nicht mit sich verhandeln – tut man es, tritt Mars-Neptun auf den Plan.

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Author

Karin Afshar

AUßENSCHAU UND INNENSCHAU
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