ZWEI BRÜDER

Der jüngere der beiden Brüder war vor etwa fünf Jahren in ziemlich vielen Beiträgen und auch Büchern ein gern zitierter und oft herangezogener Musterwissenschaftler. Den Erfinder des Naturschutzes nannten ihn gleich mehrere Autoren. Das hatte mich damals dazu bewogen, etwas über ihn zu schreiben. Und wie immer habe ich auch dazu gleich eine „Ummantelung“ gebastelt, in die ich die Inhalte betten wollte. Die sah dann so aus – siehe nebenstehend.

1769 – das ist nicht nur sein Geburtsjahr, sondern auch das von Napoleon, der aber nicht signifikant für Naturschutz steht und eintrat. Der andere (ich greife einmal vor: von beiden soll Goethe ausgerufen haben: „Was für ein Mann!“) übrigens auch nicht. Der Astrologe Marc Penfield rektifizierte auf eine Geburtsstunde von 13:30 Uhr, Isaac Starkman hielt sich an 13:49 Uhr (MEZ in Berlin). Der Vermesser der Welt könnte also einen Schütze-AC gehabt haben, eine Sonne in Haus 9 und einen Uranus im Stier an der Spitze zum 5. Haus.  Mit der Jungfrau-Sonne gehört er dem Verbund Krebs-Löwe-Jungfrau an, wobei in der Exposition des Krebses auf dem letzten Grad der Saturn steht. Der Verbundbeginn, das Ausgangszeichen, stellt das Thema vor, darin enthalten spannungsreiche Bezüge und eventuelle Konflikte. – Hier haben wir offen einen Saturn-Mond-Konflikt, übrigens auch Saturn-Mond-Spiegelquadrat. Die Interessen von Mond (als sich in seinem Wesen zu leben und ganz bei sich zu sein) und die von Saturn (von höherer Warte aus das Subjektive einer überpersönlichen Ordnung zuführen) beißen sich. Es weht ein kühler Wind von Ungeborgenheit, der allerdings auch antreiben und zur Vermeidung des Übermächtigwerdens der Ohnmacht antreibt.

Krebs und Mond sind assoziiert mit Sprache insofern als diese die Heimat des In-Sich-Findens in inneren Bildern ist. Sprache als Heimat – bei diesem Bruder ein heikles Thema, das er „irgendwie“ zu bearbeiten hat. Anzugehen ist dies im Löwen, in dem die Vorgaben der Exposition verarbeitet und spannungsvoll umgesetzt werden – die Venus darin, d.h. hier werden nun Stier und Waage herangezogen. Das heißt: beziehe das Gemeinschaftliche ebenso in deine Bearbeitung ein wie auch das Denkerische und die Begegnungen, die dir Impulse liefern und dich herausfordern. Das Zeichen Stier verdichtet und sichert sein 5. Haus. Man könnte fast sagen: der Trieb zum Ausdruck und zum Leben wird durch die Formalien des Gemeinschaftlichen verklebt, die Sicherung des Selbst im souveränen Selbstausdruck schließt sich aus – oder schließt einen ein, was einen Preis hätte. Es steht Individuum gegen Kollektiv. Aber Uranus ist zur Stelle. – Auch geht er sicherhaltshalber ein Quadrat zu Venus ein, um sicherzustellen, dass die Einvernahme durch die Sicherheit und die Gemeinschaften nicht überhand nimmt. Uranus-Venus ist das Zusammentreffen von Zentrifugal- und Zentripetalkräften – der eine zieht himmelwärts, der andere erdwärts. Fallen sie ineinander oder voneinander weg? – Die Venus steht im 8. Haus – das ist eine grundsätzliche und prinzipielle Frage nach der Lebenswelt der Sonne, die diese Durchführungsanlage in der Jungfrau und in Haus 9 anzugehen hat. Wir haben also eine leicht nervöse und unstete Grundhaltung dem Leben gegenüber, die in eine Dunkelwelt hinunterzusteigen hat, um von dort über den Neptun an ihr MC zu gelangen. Neptun wirft nun auf den Mond – jenen Ausgangsthemensetzer – auch noch in den Fischen – zurück. Über die „Aufgabe“ seines Empfindens, die Hinnahme dessen, dass es ihn als eindeutig qua Person Identifizierbaren nicht gibt, auch über Geschlechtskonkurrenz mit anderen Männern, im Kampf um sein eigenes Pubertieren, gelangt er an die Sonne, die näher am Sonne-Uranus-GSP als am Uranus-Pluto-GSP steht. Aber beides spielt mit hinein. Will man eine Schwäche nicht annehmen, jemand sein, statt niemand, ist Sonne-Uranus gut geeignet, sich eine Größe (Stichwort: Kathedralismus) zuzulegen. Dafür ist man allerdings auch ständig aufgerufen, gegen oder mit einer inneren, meist von außen nicht begründbaren, Unruhe zu leben.

Wer einmal hinschaut, wird bemerken, dass im jungen Sonne-Uranus-Kind bereits angelegt ist, dass es sich über die Einhaltung bzw. das Reglement von Zeitlichkeit hinwegsetzen will. Raum und Zeit will es bestimmen, auch in der Umkehrung von Abläufen. Vielleicht waren es Sonne-Uranus-Menschen, die die Rücklauffunktion von Filmabspielgeräten entdeckt haben. Das Zurückspulen von Vorgängen funktioniert natürlich nur im Film und mit technischen Mitteln, nicht aber in der konkreten, linearen Gebundenheit des Lebens, das auf die Endlichkeit hinausläuft. Das Hinausschieben und Vermeiden von Endlichkeit löst also ein ständiges Zurückspulen aus, und kann in der Paranoia, dies zu vermögen, die Angst dämpfen.

Doch der Reiz muss – wie bei Vorgängen üblich – ständig erneuert und erhöht werden. – Die Sonne dieses Bruders in der Jungfrau stellt ihren Merkur zusammen mit Mars in die Waage (die wiederum in die Venus im Löwen einfließen). Merkur-Mars ist nicht unbedingt eine „Flut“ an Worten, an gar bissigen Worten oder Sarkasmen, aber ein Hinweis darauf, dass hier die seelische Selbstdurchsetzung (Mars stammt aus dem Widder in Haus 4) mit geschärften Sinnen in der Funktion des Begegnenden steht. Zur seelischen Aussteuerung flutet man im Funktionsfeld die Anschauungen. Mars – der Pionier – geht in die Welt und entdeckt Länder und andere Selbstverständnisse. Merkur aus dem Zwilling und der Jungfrau berichtet und analysiert – hier um seiner selbst willen.

Man sage uns, was einer in der Welt tut – und wir wissen, wo der Haken ist. Universitäten und Schulen sind nach ihm benannt, es gibt einen nach ihm ausgewiesenen Ehrenpreis, er hat Mammutreisen beschwerlicher Art hinter sich gebracht und ein monumentales Werk hinterlassen. „Der Kosmos – Entwurf einer physischen Weltbeschreibung“ ist wohl sein berühmtestes. Geschrieben habe ich dann nicht in dem geplanten Büchlein über ihn, sondern er ist in einem Kapitel in „Der Verlust des Mythos“ enthalten. „Quel homme!“ – Wie gesagt, soll Goethe ausgerufen haben, weiter hatten sie sich aber offensichtlich nicht viel zu sagen und gingen sich wohl aus dem Weg.

Die Themen in der Exposition beginnen von Beginn an, in ihm zu arbeiten: die Diagnose des Ausdrucks des Innerlichen, im Sonne-Merkur also das Leben und die Regeln von Sprachvorgängen – in 6°-Konjunktion zum Saturn noch im Zwilling: Was ist die höhere Ordnung über dem Leben? Der dazugehörige Mond als Herrscher des Zeichens Krebs steht im Stier und kurz vor dem Übergang ins 7. Haus, vielleicht er ist auch schon „drüben“, denn was er mit dem Krebs am MC aus dem IV. Quadranten herausholt und findet, stellte er ins öffentliche Bewusstsein als das Bild der Sprache als Spiegel der Gedankenwelt. Im Stier – wird es zum Wesen der Vielen, der Gemeinschaften – zum Bild einer Gemeinschaft zum (Eigenständig-)Sein. Auch hier wie beim Bruder das Thema: Individualität und Gemeinschaft. In der Bindung an dieses Thema wie auch an die Gemeinschaft – stellt sich die Venus ins 10. Haus und macht das Thema über ihn selbst hinaus maßstäblich, wird gesellschafts“relevant“. Die Venus des Bruders an den Uranus geheftet, hier die Venus, die an den Mond geheftet ist.

Beiden Brüdern käme dann auch das Thema Mond-Saturn zuteil: der eine mit dem Saturn in Krebs als Ausgangslage, der andere den Steinbock in Haus 4. Strenge Erziehung, harte Anforderungen an die Kinder, fehlende Sicherheit in Kindstagen, ein Hauch von Melancholie und Lebenskälte.

Im Krebs, aber bereits im IV. Quadranten, steht auch Mars. Was macht der aus dem Begegnenden stammende Mars im Krebs und in Haus 10? – Er exploriert, er deckt sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede im Herangetragenen auf, und zwar in ein „Empfinden“, das über sich selbst hinausschaut. Uranus in Haus 7 – im weitesten Sinne ungewöhnliche, neue Gedanken, Ideen, Bilder –  im Stier: es sind im Gemeinschaftlichen durchaus polarisierende Gedanken, die in der Tradition für Unruhe „sorgen“ – Mars-Uranus – das Herausmutieren aus dem angestammten Milieu, die riskanten Abenteuer, man weiß nie, wie es ausgeht. Der Unterschied zwischen Venus zu Uranus und Mars zu Uranus liegt im Energiepotential und in der Richtung. Beide gehören einem Engramm an, das ich „Die verletzte Wirklichkeit“ nenne. Darin treffen das Ungeteilte und die Teilung/der Sprung unmittelbar aufeinander. 

Mars-Uranus stellt eine Diagonale dar, während Uranus-Venus ein Schott markiert. Heißt: Die Schotts – wie die Bezeichnung (von Döbereiner übernommen) sagt, schotten durch vorhergehende Kombinationen entstandene Probleme ab und schützen so den übrigen Lebenskörper. Bei einem Schott von Uranus-Venus liegt mithin etwas im Verhältnis von Neptun zu Mars in Schieflage bzw. ist verneint. Fällt das Schott weg (im Venus-Uranus hält möglicherweise eine Erkrankung der Muskeln (Schwächung und Schwund), eine Aufhebung der Gefäßspannung in den Venen oder geschädigtes Nervengewebe eine noch grundsätzlichere Erkrankung (im Mars-Neptun evtl. eine Erkrankung des Nebennierenmarks) in einem nichtlebensgefährdenden Stadium. Das Schott mithin unangenehm, aber das „kleinere Übel“, wird es nun behandelt und entfällt, verliert die zugrundeliegende Erkrankung durch den Wegfall der Grenzen ihre Ordnung und kann sich unkontrolliert ausbreiten. Der Hinweis Wolfgang Döbereiners ging damit in die Richtung, dass bei einer Behandlung nie nur die eine Konstellation behandelt werden dürfe, sondern „auf einer anderen Schiene“ auch die zugrundeliegende aufzufangen sei. Die Problemanzeige liegt offen und akut im Verhältnis von Mars zu Venus abzulesen; bei keinem der beiden Brüder taucht dies als Konstellation auf. Mars-Venus würde u.a. darauf hinweisen, dass „zu viel Energie auf zu wenig Gewebe“ träfe und damit Form und Substanz „verbrannt“ werden/würden. 

Mars-Uranus ist in diesem Geviert eine der beiden Diagonalen (die andere ist Neptun-Venus) – beide sind diejenigen Konstellationen, die die Ursache der abgeschotteten Probleme kennzeichnen, über die Lösung der Probleme bewerkstelligt und die Erlösung der Konstellation der oberen Quere (Neptun zu Uranus) herbeigeführt werden müssen. Neptun-Uranus ist unter dem Kürzel der „Schrecklähme“ bekannt: einer Wahrheit bzw. einer Erkenntnis (meistens eben eine schreckliche) ist verwehrt, ins Bewusstsein zu steigen bzw. bleibt stecken. Der Betroffene bleibt erstarrt und paralysiert zurück und ist handlungsunfähig. Ein erlebtes Trauma kann – so drückt es die psychologische Traumabehandlung aus – von der traumatisierten Person nicht vergessen werden, indem es z.B. ins Langzeitgedächtnis verschoben wird und dort zu einer möglichen Löschung absinkt. Es bleibt im Bewusstsein der Person (immer gegenwärtig) und blockiert dort jegliche Gedanken- und Handlungsfähigkeit bzw. die Neuaufnahme von z.B. positiven Impulsen. Die Person kann alltägliche Vorgänge des Alltags nicht mehr ausführen. Begleitend dazu kommt es zu Aggressionen gegen Formen des Alltags (Zerstörung von Gegenständen, bis hin zu Selbstverletzungen wie Ritzen). Während sich die Psychologie von der Seite des Erlebens annähert, nähert sich die Astrologie Döbereiners von der Seite der Wirklichkeit an. Eine Vergewaltigung wird von einer Frau als traumatisierend erlebt, keine Frage. Eine Vergewaltigung ist aber viel mehr: sie ist die Ermächtigung des apersonalen Bösen (personalisiert in den Vergewaltigern als Ausführer), das die Eigenständigkeit eines Subjektiven außer Kraft setzt. Man kann die Vergewaltiger fangen, verurteilen, bestrafen: das Böse in der Welt wird sich auf diese Weise (auch wenn unsere Rechtssysteme noch so sehr meinen, man müsse nur die Verbrecher bestrafen) nicht tilgen lassen. Diese Erkenntnis ist die verletzte Wirklichkeit, die da aufscheint. Uranus-Neptun, erst recht wenn sie unerlöst zusammenstehen, sprechen vom Ausfall einer Entwicklung, der Zeichen des Bösen in die Gegenwart entsendet.

Der ältere der beiden Brüder lebt mit der Diagonalen, der jüngere mit dem Schott. Vom jüngeren ist bekannt, dass er sich in zahlreichen Experimenten, die er mit elektrischem Strom an sich selbst ausführte, in Lebensgefahr brachte, mit seinem Leben ein Vabanquespiel trieb, während der Ältere sich mit riskanten Manövern, aber auch mit spektakulären Abenteuern zurückhielt. Seine Energie übertrug er ausnahmslos auf die Gedanken zur „Sprache“: die sei eine Tätigkeit und ein dynamisches Phänomen – Energeia nannte er sie. 

Die Sprache ist das bildende Organ des Gedanken. Die intellectuelle Thätigkeit, durchaus geistig, durchaus innerlich, und gewissermassen spurlos vorübergehend, wird durch den Ton in der Rede äusserlich und wahr­nehmbar für die Sinne, und erhalt durch die Schrift einen bleibenden Körper. […]

Das auf diese Weise Erzeugte ist das Gesprochene und Aufgezeichnete alier Art, die Sprache aber der Inbegriff der durch die intellectuelle Thätigkeit auf diesem Wege hervorgebrachten und hervorzubringenden Laute, und der nach Gesetzen, Analogieen und Gewohnheiten, die wiederum aus der Natur der intellectuellen Thätigkeit und des ihr entsprechenden Tonsystems hervorgehn, möglichen Verbindungen und Umgestaltungen derselben, so wie diese Laute, Verbindungen und Umgestaltungen in dem Ganzen alles Gesprochenen oder Aufgezeichneten enthalten sind. Die intellectuelle Thätigkeit und die Sprache sind daher Eins und unzertrennlich voneinander; man kann nicht einmal schlechthin die erstere als das Erzeugende, die andre als das Er­zeugte ansehen. Denn obgleich das jedesmal Gesprochene allerdings ein Erzeugniss des Geistes ist, so wird es doch, indem es zu der schon vorher vorhandenen Sprache gehört, ausser der Thätigkeit des Geistes, durch die Laute und Gesetze der Sprache bestimmt, und wirkt, indem es gleich wieder in die Sprache überhaupt übergeht, wieder bestimmend auf den Geist zurück. Die intellectuelle Thätigkeit ist an die Nothwendigkeit geknüpft, eine Verbindung mit dem Ton einzugehen, das Denken kann sonst nicht zur Deutlichkeit gelangen, die Vorstellung nicht zum Begriff werden. Den Ton erzeugt sie aus freiem Entschluss und formt ihn durch ihre Kraft, denn vermöge ihrer Durchdringung wird er zum articulirten Laut (wenn es möglich wäre, einen Anfang aller Sprache zu denken), begründet ein Gebiet solcher Laute, das selbständig, bestimmend und beschränkend, auf sie zurückwirkt. […] (Quelle: Wilhelm von Humboldt: Von der Natur der Sprache und ihrer Beziehung auf den Menschen im Allgemeinen (1836))

Zweizentrale Begriffe also kennzeichnen das Denkgerüst von Humboldt – der eine Energeia (gr. enérgeia = Tätigkeit, wirkende Kraft): die geistig produktive Tätigkeit des Menschen (Geist an sich), der zweite Ergon (gr. érgon = Werk): Das Zeichensystem des Menschen, mittels dessen er sich verständigt (Sprache an sich). Ich schrieb bereits darüber.

„Man muß die Sprache nicht sowohl wie ein todtes Erzeugtes, sondern weit mehr wie eine Erzeugung ansehen, mehr von demjenigen abstrahieren, was sie als Bezeichnung der Gegenstände und Vermittlung des Verständnisses wirkt, und dagegen sorgfältiger auf ihren mit der inneren Geistesthätigkeit eng verwebten Ursprung und ihren gegenseitigen Einfluß zurückgehen“.

Wilhelm v. Humboldt ist der ältere der beiden Humboldt-Brüder, ein Reformer war er (die Neugestaltung des preußischen Unterrichtswesens (unter Mitarbeit von u.a. Nicolovius und Süvern) ging auf ihn zurück; die Konzeption der Berliner Universität und des neuhumanistischen Gymnasiums). Er wird als Staatsmann von den einen, als Sprachwissenschaftler von den anderen gerne für Begründungen herangezogen. Grundsätzlich ist mit seiner Sonne im Krebs – wie oben ausgeführt sein Thema bereits umrissen:

„Die letzte Aufgabe unseres Daseyns: dem Begriff der Menschheit in unserer Person, sowohl während der Zeit unseres Lebens, als auch noch über dasselbe hinaus, durch die Spuren des lebendigen Wirkens, die wir zurücklassen, einen so großen Inhalt, als möglich, zu verschaffen, diese Aufgabe löst sich allein durch die Verknüpfung unsres Ichs mit der Welt zu der allgemeinsten, regesten und freiesten Wechselwirkung. Diess allein ist nun auch der eigentliche Massstab zur Beurtheilung der Bearbeitung jedes Zweiges menschlicher Erkenntniss. Denn nur diejenige Bahn kann in jedem die richtige seyn, auf welcher das Auge ein unverrücktes Fortschreiten bis zu diesem letzten Ziele zu verfolgen im Stande ist, und hier allein darf das Geheimniss gesucht werden, das, was sonst ewig todt und unnütz bleibt, zu beleben und zu befruchten.“ (Quelle: Andreas Flitner und Klaus Giel (Hrsg.): Wilhelm von Humboldt – Werke in fünf Bänden. Band I: Schriften zur Anthropologie und Geschichte (3. Aufl. 1980), S. 277 f. und 285)

Wilhelm von Humboldt hat sich auch mit dem Unterschied der Geschlechter auseinandergesetzt, im aufklärerischen Zeitalter des 19. Jahrhunderts gab es keinen Grund, nicht auch diese Gedanken zu artikulieren. Ihm war es – mit der Sonne in Haus 9 – wichtig, sich der Vielfältigkeit von Formen und Funktionen anzunehmen und sie zu beschreiben. Nun hatte er – wie sein Bruder ebenso – mit Pluto im Steinbock (wie alle der Generation um 1760 Geborenen) – eine gewichtige Bemächtigung des Bestimmenden (was sie damals nicht einordnen konnten, da sie noch nicht mit Pluto rechneten) und sind insbesondere nach Plutos Rückkehr in den Steinbock die, auf die wir schauen sollten, insbesondere in Hinblick auf den Ausgang. Damals wie heute ist die Frage: Ist jemand ein (engstirniger) Ideologe, ist er Herr seines eigenen Denkens oder hat er es übernommen? – Der Pluto des jüngeren Bruders steht im 1. Haus – wie gesagt – er wird und wurde zum Entdecker des Naturschutzes ernannt und in gewisser Weise zur Ikone stilisiert und „gehypt“. Er kann sich heute nicht mehr wehren und wird vereinnahmt. Der Pluto des Älteren im 3. Haus – er war als Zeitgenosse einer, um den man nicht so einfach herumkam. Wo der jüngere Bruder volatil lavierte und sich Optionen offenhielt, sich nicht festlegte, setzte der Ältere Strukturen im Sinne des Lebens.

Nachreichen muss ich noch das Endzeichen seines Verbundes: darin stehen Jupiter und Neptun – beide in Haus 11. Von der Verbundsrichtung aus gesehen: Er läuft weit in den IV. Quadranten bis ins 12. Haus hinein, holt eine neue Fügung wie auch die Fähigkeit, sich von den Umständen seiner Zeit freizumachen über den Merkur ab und bringt ihn dem III. Quadranten.

Anders als sein Bruder Alexander unterhielt Wilhelm v. Humboldt mit Johann Wolfgang von Goethe einen regen Briefwechsel über 38 Jahre. […]

Wird fortgesetzt und vollendet, voraussichtlich in den „Chroniken des Tierkreises Teil 4“.

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