Donnerstag, 16-Juli-2026

ZENIT UND BEGINN DES ENDES EINES REICHES

4.2.1 – ♄♇ in ♈ 


Das Römische Weltreich liegt in Trümmern, aber es ist nicht tot. Es lebt ein gesteigertes Leben, seit es nicht mehr Wirklichkeit ist; denn es ist Idee geworden. Einem Liede gleicht es, das in das Ohr eines Schlafenden dringt und ihm wunderbare Träume erzeugt. Nichts, das man am Tage hört, tönt so laut, so hinreißend; erinnert man sich wachend seiner auch nicht deutlich, so bleibt man doch seiner unvergleichlichen Schönheit bewußt, die ewige Sehnsucht erregt. Es hob das Herz wie ein Schlachtgesang, strahlend von Majestät und Triumph, es durchbohrte das Herz mit feierlicher Trauer wie ein Choral. Weltherrschaft und Christentum waren darin verschmolzen, Imperium sine fine dedi – Endlos daure das Reich, das ich gab. Die Verkündigung Jupiters, des Vaters der Götter und Menschen, durch die Virgil dem Römerreich unendliche Dauer verheißt, schlug in einen gewaltigen Akkord zusammen mit den Worten des Herrn, auf welche die Kirche ihren Anspruch auf Unvergänglichkeit gründet: Tu es Petrus – Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Götterworte übten bindenden Zauber, beugten die siegreichen Söhne Germaniens unter Rom in Trümmern.[1]

Am 20. März 113 trafen sich Saturn und Pluto auf 00°02‘ im Widder, also in der astrologisch so benannten kosmischen Spalte. Die Sonne war ebenfalls involviert. In welchem Zusammenhang befinden wir uns? Schauen wir nach Rom:

In der Zeit der Adoptivkaiser (Nachfolge durch Adoption) hatte das Römische Reich unter Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.) die größte Ausdehnung. Es reichte von Schottland bis Nordafrika und von Portugal bis in den Nahen Osten. Seine Bevölkerung wird von Forschern auf etwa 50 Millionen Menschen geschätzt. Das Jahr 113 n. Chr. gilt insgesamt als ein Wendepunkt, an dem das Römische Reich unter Trajan seine expansive Phase nach Osten einleitete, die schließlich zur größten territorialen Ausdehnung der römischen Geschichte führen. Im Frühjahr begannen die intensiven diplomatischen und militärischen Vorbereitungen für Trajans großen Feldzug gegen das Partherreich. Im Vorfeld des zu erwartenden Krieges verschärften sich die Spannungen mit dem Partherkönig Chosroes I., da dieser eigenmächtig einen neuen König in Armenien eingesetzt hatte, was Trajan als Provokation und Bruch bestehender Verträge wertete. In diesem Zeitraum entschied er sich für einen strategischen Kurswechsel, um die „östliche Frage“ durch die Annexion Armeniens zu lösen. Abgesehen von diesem neuen Kriegsplan zeichnet die Zeit um 113 durch die Verbesserung des  Straßennetzes. 112 stellte Trajan die Via Traiana von Benevent nach Brundisium fertig. Damit sollte die Via Appia entlastet werden, die mit Brundisium denselben Zielpunkt hatte. Außerdem wurden die Reisemöglichkeiten in weiten Teilen Italiens durch eine bessere Erschließung des Ostens von Apulien und Calabria verbessert. Nördlich von Ostia ließ er einen neuen Hafen bauen, den Portus Traiani, um die Lebensmittelversorgung Roms zu sichern und die Anlandung von Massengütern wie Weizen, Baumaterial und Marmor vom Einfluss des Wetters weniger abhängig zu machen. Das Wasserleitungssystem ließ er außerdem ausbauen und renovieren. Man könnte sagen, dass ihm die Fürsorge für die Bevölkerung Italiens einiges galt.

Trajans Geburtstag wird mit dem 18. September 53 angegeben, sein Geburtsort ist fraglich Italica (10 km nördlich vom heutigen Sevilla) in Hispania Baetica, eine Provinz im Süden Spaniens. Geboren ist er unter einem Saturn-Pluto-in-Steinbock-Zyklus vom 6.12.0047. Zu leben hatte er eine Sonne mit Opposition zu Saturn; er dürfte die Verpflichtung an den Himmel als sein Handeln belastend empfunden haben. Ausgesöhnt vielleicht auch als Halt im Göttlichen, orientiert aus dem Mythos und von hoher Selbstführerschaft. Sein Wirken erliest sich, als habe er diesen Sonne-Saturn-Status bestmöglich gelebt. Wäre er zur Mittagszeit geboren, stünden Mond und Mars in doppelter Resonanz zueinander: Mond in Widder, Mars in Krebs: ein „Lebenskrieger“, einer, der für die Heimat und das Heimatliche kämpft. Ein „weicher“ Mann einerseits, aber dann doch ein „Landesvater“. Mond hätte auch ein Quadrat zu Pluto im Steinbock – der Staatsmann, der sich selbst „auf dem Monitor“ hat, sich selbst überprüft in seinem Handeln: Merkur ist der Vollzug der Jungfrau-Sonne in der Waage

Ordnen wir einmal diese Zeit in den kleinen Widder-Zyklus und den Großen Steinbock-Zyklus ein.

Die Abbildung zeigt im gelben Balken eine Dominanz des I. Quadranten (Widder, Stier, Zwillinge, 3). Eine durchsetzungsstarke, dem Umraum ergreifende Zeit offenbar, aus dem IV. Quadranten sind Saturn-Pluto in Wassermann und in Steinbock (2) wirksam. Mit Waage und Krebs sind je ein Zeichen des II. und III. Quadranten vertreten. An Elementenverteilung sehen wir 1 x Feuer (Widder), 2 x Erde (Stier, Steinbock), 3 x Luft (Zwillinge, Waage und Wassermann) und 1 x Wasser (Krebs). An Kardinalzeichen sind Widder, Krebs und Steinbock und Waage (4) vertreten, Kardinalzeichen Stier und Wassermann (2) und veränderliche Zwillinge (1).

Das Horoskop auf Rom mit einem Löwe-AC und der Sonne in Haus 8 ist tatsächlich recht pluto-lastig. Abgesehen davon liegt gleichzeitig noch eine Uranus-Neptun-Konjunktion in den Endgraden des Krebses vor. Einerseits beginnt hier eine machtpolitische Neuerung und andererseits geht eine Ära von Neptun und Uranus durch Belange des Eigenständigen in einem Erschrecken zuende.

Die Konjunktion steht in Haus 12 – Neptun aus den Fischen in Haus 8 und Uranus aus dem 7. Haus und einem großen Teil des 6. Mit dem Mars darin. Da will mir das Haupt der Medusa einfallen, dessen Anblick den Betrachter in Schreck zu Stein erstarren lässt. In der astrologischen Tradition wird das „Haupt der Medusa“ fast ausschließlich durch den Fixstern Algol (Beta Persei) repräsentiert, der im Sternbild des Perseus liegt. Er gilt als einer der mächtigsten und schwierigsten Fixsterne im Horoskop.[2] Der Name stammt vom arabischen al-Ghul („der Dämon“ oder „Ungeheuer“). In der Mythologie hält Perseus das abgeschlagene, schlangenhaarige Haupt der Medusa in der Hand.

Im Jahr 113 n. Chr.[3] stand der Fixstern Algol (das Medusenhaupt) auf etwa 0°40′ im Sternzeichen Stier und damit im Sextil zu Uranus auf 29°27‘ Krebs. Damit ist nachgerade ein doppelter Bezug zur jähen Bedrohung mit Folge einem allerdings in den Hintergrund gedrängten Erschrecken vor der Wahrheit gegeben, obwohl Stier zu Krebs doch grundsätzlich harmonisch wäre? Was aber erschreckt denn hier? – Das Gemeinschaftliche ist am Beginn seiner Gefährdung, und das „Leben“ ahnt es.

Und wo stand Algol 266 Jahre später im Jahr 379? Der Fixstern ist nicht ganz „fix“, sondern bewegt sich alle 72 Jahre um 1°. Im Jahr der nächsten Saturn-Pluto-Konjunktion im Widder stand er auf etwa 3°40‘ im Stier.  Die Konjunktion findet sich auf 22°36‘ Widder. Etwa eingegrenzt auf einen Steinbock-AC und 0° Stier am IC, die Sonne auf 1°04‘ in den Zwillingen und in Haus 5. Der Herrscher von 1 und der Herrscher von 10 stehen in Haus 3, dessen Rahmen von Fische beschrieben wird. Während sich die reale Erscheinung in ihrer Sicherung aufhebt, erfolgt die Abgrenzung durch die Einsicht und Verständnisfähigkeit für außerpersönliche Zusammenhänge. D.h. die Belange anderer, derer man sich annimmt, heben die Sicherung auf. Neptun untersteht dieser Aufhebung und in den Fischen ist er erfahrungsgemäß von sich selbst irritiert – was ist Wahrheit, was ist Täuschung? Die grenzaufhebende Selbstsicherung und Verankerung im Sozialgefüge wird durch vernebelte Kommunikation dargestellt. Vernebelt heißt hier auch: hintergründig, nicht offen ausgesprochen, die Wahrheit möglicherweise – dafür spricht die Machtkonstellation im Widder – verschweigend. („Das Erste, was im Krieg stirbt, ist die Wahrheit.“).  Also: die Grenzen zu den Nachbarn sind offen, und dort sitzt eine Macht, die die eigene Durchsetzung erschwert und die innere Ordnung gekapert hat. Mars selbst wird in den Krebs und ins 6. Haus geschickt. Die Umstände des Heimatlichen sind energisch, richten sich gegen das Heimatgefühl. Mars und Algol (der ins 4. Haus fällt) weisen ein Quadrat auf. Die Festung „Heimat“ ist gefährdet: die Venus ist Herrscherin über 4 und 5 und steht in 5 bei Sonne: sie hat diese Gefährdung als Vorgang ins Geschehen zu bringen.   

Im 4. Haus steht auch Merkur – ebenfalls im Stier und mit einer Anweisung, über die Sicherungen innerhalb der Grenzen des Innen zu berichten, sie zu kartieren. Die Berichte gehen zwischen Sonne-Venus und Merkur hin und her. Mond wiederum steht im Steinbock in 1 im Quadrat zur Saturn-Pluto-Konjunktion. Herrscher von 7 in 1 – das Begegnende, hier: das entgegenkommende Volk/Bevölkerung wird zum Teil der eigenen gebremsten, erschwerten Durchsetzung. Hier: die Durchsetzung der eigenen Ordnung wird von anderen Selbstverständnissen gefüllt und das mit aggressiven Aspekten. Der Gedanke der Heimat – auch das ein Gesichtspunkt – erhält ein Gesicht des Ungeborgenen, auch Angst.

Was passierte in Rom? Ich trage rund um das Jahr 400 (grüner Balken) zusammen: Nach dem Tod von Theodosius I.[4] (395 n. Chr.) wurde das Reich endgültig in eine westliche und eine östliche Hälfte (unter seinen beiden Söhnen) geteilt. Unter ihm als letztem Kaiser war 382 mit Teilen der Goten[5] erstmals eine große Gruppe von Germanen als autonomer Verband unter eigenen Herrschern als Foederaten auf dem Boden des Reiches angesiedelt worden, während im Inneren die Dreieinigkeit des Christentums[6] zur alleinigen Staatsreligion erhoben und Gesetze gegen das Heidentum und insbesondere gegen christliche Häresien erlassen wurden.

Vandalen[7], Goten und Hunnen wanderten ins Reich ein. Unter Alarich eroberten die Westgoten 410 n. Chr. die Stadt Rom und plünderten sie. Steuerlast, Inflation, der Wegfall reicher Provinzen (z. B. Nordafrika an die Vandalen) und eine schwache Führung führten zum schleichenden Zusammenbruch, was den wirtschaftlichen und inneren Verfall bedeutete.

Von der weitesten Ausdehnung des Reiches bis zu dessen Untergang hatte es also mehr oder weniger knapp 300 Jahre gedauert. Hier noch eine Differentialanalyse:

Für die Zeit um 113 liegt – wie zuvor bereits geschrieben – eine Dominanz des I. Quadranten (Widder, Stier, Zwillinge, 3) vor. Aus dem IV. Quadranten sind Saturn-Pluto in Wassermann und in Steinbock (2) wirksam. Mit Waage und Krebs sind je ein Zeichen des II. und III. Quadranten vertreten. An Elementenverteilung sehen wir 1 x Feuer (Widder), 2 x Erde (Stier, Steinbock), 3 x Luft (Zwillinge, Waage und Wassermann) und 1 x Wasser (Krebs). An Kardinalzeichen sind Widder, Krebs und Steinbock und Waage (4) vertreten, Kardinalzeichen Stier und Wassermann (2) und veränderliche Zwillinge (1). Wir haben es mit einer Phase starker Initialkraft und mentaler Aktivität zu tun, geprägt durch eine deutliche Spannung zwischen Neuanfang und struktureller Begrenzung.

Kategorie Beteiligte Zeichen / Elemente Gewichtung
Quadranten I (Widder, Stier, Zwillinge), II (Krebs), III (Waage), IV (Steinbock, Wassermann) Dominanz: I. Quadrant (3 Zeichen)
Elemente Luft (3), Erde (2), Feuer (1), Wasser (1) Fokus: Luft
Qualitäten Kardinal (4), Fix (2), Veränderlich (1) Fokus: Kardinal

 

Mit drei Zeichen im ersten Quadranten liegt der Schwerpunkt auf der Selbstdurchsetzung in der realen Welt und dem physischen Dasein. Es geht um eine Identität im Entstehungsprozess. Der starke Drang zur Selbstdarstellung und zum Handeln (Widder) wird durch das Bedürfnis nach Sicherung (Stier) und deren Vorgang in den Umraum hinein (Zwillinge) ergänzt.

Die starke Besetzung der Kardinalzeichen deutet auf eine Zeit großer Umbrüche oder Richtungsentscheidungen hin. Alle vier Eckpunkte des Tierkreises sind aktiviert, was auf eine enorme Handlungsenergie schließen lässt. Besonders die Präsenz von Saturn und Pluto im Steinbock (IV. Quadrant) wirkt hier als massiver „Gegenpol“: Während die Zeichen im I. Quadranten vorwärts drängen, fordern Saturn und Pluto im IV. Quadranten (Kollektiv/Ergebnis) eine radikale Bereinigung alter Strukturen und eine harte Prüfung der Realität.

Die Dominanz des Elementes Luft (3x) deutet darauf hin, dass die Ereignisse dieser Zeit stark über Kommunikation, Verträge oder ideellen Austausch gesteuert werden. Die rein impulsiven Handlungen (Widder/Feuer) werden somit durch ein Netzwerk aus Logik und sozialen Strukturen (Waage/Wassermann) gefiltert.

Für die Zeit um 400 sind an Saturn-Pluto-Konjunktionen im IV. Quadranten Fische und Wassermann (2) beteiligt. Der Vertreter des III. Quadranten ist Schütze (1), vom II. Quadranten sind Jungfrau und Krebs (2) vertreten, der I. Quadrant von Zwillinge und Widder (2). Was die Elementeverteilung angeht, liegen an Erde die Jungfrau (1) vor, an Feuer Schütze und Widder (2), an Luft Wassermann und Zwillinge (2) und an Wasser Fische und Krebs (2). In kardinalen Zeichen liegt die Konjunktion in Widder und Krebs vor (2), in fixen Zeichen in Wassermann (1) und in veränderlichen Zeichen Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische (4) vor.

Kategorie Beteiligte Zeichen / Elemente Gewichtung
Quadranten I (Widder, Zwillinge), II (Krebs, Jungfrau), III (Schütze), IV (Wassermann, Fische) Ausgeglichen mit Fokus auf IV & II
Elemente Wasser (Fische, Krebs), Luft (Wassermann, Zwillinge), Feuer (Schütze, Widder), Erde (Jungfrau) Fast Gleichverteilung (Erde schwach)
Qualitäten Veränderlich (Zwillinge, Jungfrau, Schütze, Fische), Kardinal (Widder, Krebs), Fix (Wassermann) Dominanz: Veränderlich (4)


Es ist bereits durch die Deutungen sichtbar geworden: Während die Konstellation um 113 n. Chr. durch den I. Quadranten und kardinale Zeichen geprägt war (Aufbau/Expansion), zeigt das Bild um 400 n. Chr. eine Phase der Instabilität und des Übergangs bei der Dominanz der Veränderlichen Zeichen (Krisenmodus).

Mit vier Besetzungen in den veränderlichen Zeichen liegt das Hauptaugenmerk auf Anpassung, aber eben auch auf Instabilität. In der Astrologie deutet eine solche Häufung oft auf das Ende eines Zyklus hin. Bestehende Systeme verlieren ihre Form, es herrscht eine „suchende“ oder gar chaotische Energie.

Die Platzierung von Saturn-Pluto in Wassermann und Fische ist höchst bedeutsam. Während der Steinbock (113 n. Chr.) für die Verfestigung von Macht stand, symbolisieren Wassermann und Fische im IV. Quadranten die Auflösung alter Ordnungen. Saturn (Struktur) und Pluto (Transformation) im Bereich der Fische deutet darauf hin, dass Grenzen (Saturn) fließend werden oder im Chaos (Fische) versinken. Es ist eine Zeit, in der das Individuum wenig ausrichten kann und kollektiven Strömungen unterworfen ist.

Auffällig ist die fast perfekte Verteilung von Feuer, Wasser und Luft. Dies erzeugt eine sehr unruhige Dynamik: Feuer will handeln, Luft will kommunizieren/wandern, Wasser bringt Emotionalität und religiösen Eifer. Da die Erde (Jungfrau) jedoch nur einfach vertreten ist, fehlt es an der nötigen „Erdung“ oder materiellen Stabilität, um diese Energien dauerhaft zu binden.

Im Vergleich zum Jahr 113 (Dominanz I. Quadrant = Wille/Durchsetzung) ist das Jahr 400 deutlich stärker vom II. und IV. Quadranten geprägt. Es geht nicht mehr um den „Frühling“ einer Epoche (Widder/Stier), sondern um deren „Winter“ (Wassermann/Fische). Die kardinale Energie (Aufbruch) ist halbiert, während die veränderliche Energie (Auflösung/Wandel) sich vervierfacht hat.

Merkmal Um 113 n. Chr. (Blüte) Um 400 n. Chr. (Umbruch) Dynamik des Wandels
Dominanter Quadrant I. Quadrant (Widder, Stier, Zwillinge) IV. Quadrant (Wassermann, Fische) Vom persönlichen Aufbruch zum kollektiven Schicksal.
Haupt-Qualität Kardinal (4) Veränderlich (4) Von der zielgerichteten Tat zur notwendigen Anpassung/Instabilität.
Elemente-Fokus Luft (3) & Erde (2) Gleichverteilung / Erde schwach (1) Verlust an materieller Bodenhaftung und Beständigkeit.
Saturn-Pluto Fokus Steinbock (IV. Q.) Wassermann / Fische (IV. Q.) Von harter Machtkonsolidierung zur systemischen Auflösung.
Zentrales Thema Manifestation & Aufbau Transformation & Erosion Der Wechsel von „Formgebung“ zu „Formverlust“.

Ich stelle zusammen, was den Epochenwechsel ausmacht:

Im Jahr 113 lag der Schwerpunkt auf dem I. Quadranten. Dies steht für das „Frühlingsprinzip“: Man setzt Impulse, gründet, baut auf und definiert sich selbst (Trajanische Expansion). Um 400 verschob sich das Gewicht massiv in den IV. Quadranten und die veränderlichen Zeichen. Dies ist das „Winterprinzip“: Bestehendes wird weich, Grenzen lösen sich auf, das Kollektive (Völkerwanderung, Christentum als Staatsreligion) überrollt das Individuelle.

Die Kardinalität von 113 n. Chr. (4 Nennungen) bedeutet: „Wir bestimmen, wo es langgeht.“ Die Veränderlichkeit von 400 n. Chr. (4 Nennungen) bedeutet: „Wir müssen reagieren, weil alles im Fluss ist.“ Die veränderliche Dominanz um 400 zeigt eine Welt, die ihre Mitte verloren hat und in der Information (Zwillinge), Glaube (Fische), Ideologie (Schütze) und Vernunft (Jungfrau) im Widerstreit liegen.

113 n. Chr.: Saturn-Pluto im Steinbock ist die ultimative Hierarchie. Es ist das Bild des Römischen Reiches auf seinem Gipfel – steingemauerte Strukturen, klare Gesetze, absolute Kontrolle.

400 n. Chr.: Der Übergang nach Wassermann und Fische bricht diese Mauern auf. Saturn (die Grenze) wird in den Fischen (das Meer/das Grenzenlose) aufgelöst. Pluto transformiert hier nicht mehr durch Bauwerke, sondern durch den Zerfall des Alten, um Platz für etwas völlig Neues (das Mittelalter) zu schaffen.

Fazit: Der Vergleich zeigt den Weg vom Maximum der Form (113) zum Maximum des Chaos (400) innerhalb des großen geschichtlichen Zyklus.

Das ist ein Kapitel aus den Saturn-Pluto-Zyklen. Ob man sie auf diese Weise zu „fassen“ bekommt? Ich weiß es nicht, ich mache es einfach mal. Mal schauen, wie es sich weiter entwickelt.

Fußnoten:

[1] Ricarda Huch, 1934, Römisches Reich deutscher Nation

[2] Algol befindet sich am 7.3.2026 auf 27° Stier (im tropischen Tierkreis). Personen, die Planeten oder Achsen (z.B. Aszendent) in der Nähe dieses Grades haben, spüren diese Energien besonders stark.

[3] Zu jener Zeit wurde der Stern unter anderem vom Astronomen Ptolemäus beschrieben, der ihn im „Almagest“ als Gorgonion (das Gorgonenhaupt) katalogisierte. Da galt er bereits als „Dämonenstern“ (Ra’s al-Ghul), dessen Helligkeitsschwankungen als bedrohliches „Blinzeln“ des Medusenauges interpretiert wurden.

[4] Geboren im Jahr der Saturn-Pluto-Konjunktion in den Fischen 347.

[5] Ein ostgermanisches Volk. Während der Völkerwanderungszeit bildeten sie auf dem Boden des Imperium Romanum eigene Reiche (Westgotenreich, Ostgotenreich), die ihrerseits 711 bzw. 552 untergingen.

[6] Trinität: Gott ist drei (Personen/Seinsweisen) und doch eins (Wesen).

[7] Ursprünglich im Gebiet des heutigen Schlesien und Polens ansässig, wanderten diese Ostgermanen unter dem Druck der Hunnen nach Westen, überquerten 406/407 n. Chr. den Rhein, zogen durch Gallien und Spanien und setzten schließlich 429 nach Nordafrika über.

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Author

Karin Afshar

AUßENSCHAU UND INNENSCHAU
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