Nun wird bald der nächste Strom nach Europa fließen. Klar, oder? Erst kamen die sunnitischen/wahabitischen/Muslime noch anderer Couleur, nun werden schiitische Iraner und auch die im Iran ausharrenden Afghanen kommen, kein Vertun. Es laufen schon erste Vorkehrungsmaßnahmen zur Aufnahme an! Was macht das wohl mit Europa? Glaubt noch jemand, dass sich hier die Atheisten gegen die Theisten behaupten können? – War das die Absicht hinter dem vermeintlichen Regimechange? Europa zu destabilisieren und einen (wenn auch sehr schwachen und beinahe schon geschlagenen – ich meine die EU) Konkurrenten auszuschalten? Und wer könnte ein Interesse daran haben? Ich denke das mal durch und bin sicher, dass ganz andere das längst durchdacht haben.
Hier habe ich nochmals ein altes Video herausgesucht. Es ist – glaube ich von 1990.
Die inzwischen 20-tägige „Sache“, wir könnten sie auch die Wahnsinnsaktion nennen, droht aus dem Ruder zu laufen. Zwar bin ich, was die derzeitigen Abläufe betrifft nur quellengebildet, aber ich hatte von Anfang an ein ungutes Gefühl vor dem Hintergrund meiner fast 45-jährigen Erfahrung mit Menschen aus dem Iran und meinem damaligen Studium der Iranistik. Als die Demonstrationen der iranischen Bevölkerung im Januar einen Höhepunkt erreichten und das „Regime“ mehr als hart durchgriff, wurde der Ruf – insbesondere von Exiliranern – nach Rettung von außen laut. Das Regime ist geschwächt – die Wirtschaft und die Umstände für die Bevölkerung sind miserabel – das schürt Unzufriedenheit. Was aber macht ein solcherart in die Ecke gedrängtes Regime? – Es setzt alles auf eine Karte, und wenn es paranoid genug ist, hat es sich gut vorbereitet. Und wie durch ein Wunder – was keines ist, sondern Überlebenswille, steht das Volk hinter seinem Regime.
Auslands- wie urbane säkularisierte Inlandsiraner erwogen bereits die Wiedereinsetzung eines Schah – namentlich des Sohnes des letzten, von der Revolution 1979 gestürzten – Reza Pahlavi. In den Provinzen sieht es anders aus. Rettung von außen – keine gute Idee. Ein Wechsel muss von innen kommen, er muss wachsen. Aber Präsident Trump lehnte sich, so mein Erschrecken, weit aus dem Fenster und ließ verlauten: Hilfe ist unterwegs. Wer immer ihn beriet oder nicht darin beriet, sich von Israel mitreißen zu lassen, war – so wird man später sagen – der Initiator vom Ende Trumps. Ist es der Starrsinn alter Menschen?? Es dauerte bis in den Februar – wer genau hinsah, konnte sehen, dass tatsächlich etwas in Gang gekommen war: die Schiffe brauchten eben etwas länger aus dem chinesischen Meer bis hin in den Persischen Golf. Da dachte ich noch: Das wird er doch wohl nicht machen?! Aber dann ging es los.

Man könnte – wie mir neulich einsichtig wurde – ein noch anderes Horoskop für die „Gründung des Iran“ heranziehen, nämlich den Tag des Kosakenaufstandes des Urvaters der Pahlavi-Dynastie: Reza Khan. Teheran 21.02.1921, kurz nach Mitternacht, ergibt ein noch anderes Bild, nämlich das eines Skorpion-AC mit einer Fische-Sonne am IC. Bei beiden Ereignissen steht Uranus in Haus 4. Beide Ereignisse haben das Heimatliche und mit ihm das Volk einmal rotiert und umgewälzt, aus seinen Angeln gehoben.
Was 1921 geschah, hatte ich 2014 zusammengeschrieben, bzw. hatte alte Notizen aus den 90er Jahren neu zusammengefügt. Ich stelle das mal ein und belasse es bei der Vergangenheitsansicht.
HAST DU MONGOLEN IN KAYSERI GESEHEN?
Genug der Ablenkung und dem Versuch, die neuere iranische Geschichte zu erklären. Die Gewordenheit der Pahlavi-Dynastie hielt 58 Jahre, weiter in die Vergangenheit gehe ich nicht, und wandelte sich aus einem Neptun-Mond-in-Löwe-Land (einer Scheinheimat, einer lebensweltlichen Fügung der Identität mit dem Wirklichen bzw. dem, was man dafür hält) nach Maßgabe einer programmatischen Durchsetzung) in ein Land, das quasi das Vorerlebte zu seinem inneren Programm machte, und dies in der Bewegung in den Umraum (Pluto in 3) darstellte. 1921: Widder in Haus 5, Mars im Widder im Quadrat zu Pluto in Haus 8), 1979: Sonne im Widder (in Opposition zu Pluto) und Mars in Haus 8. Zwar „hebt“ die Gründung im Jahr 1979 das Volk aus einer Situation, um jedoch gleich eine nächste besetzte Situation zu etablieren.
Die Crux ist: Die Iraner – hervorgegangen aus den Persern als Teil ihrer alten und gewachsenen Kultur – sind quasi unsere Vorläufer: Sie sind die vom Islam Unterworfenen. Es ist leider so: Wenn der Islam in der Minderheit ist, bittet er um Toleranz. Sobald er in die Mehrheit (und das ist paradox genug bei ab 10% der Fall) kommt, fordert er Unterwerfung.
Die zweite Crux ist: Gläubige und islam-sozialisierte Muslime (auch noch aus Clanstrukturen) finden hier in Europa ein religiöses Vakuum vor, das sie meinen, füllen zu dürfen, ja, zu müssen. Im Exil werden sie noch radikaler. Die Ungläubigen (bei uns ist eben Religion Privatsache und nicht politische Kraft) sind den Gläubigen keinen Respekt wert, die Verachtung wächst mit jedem Zugeständnis, das man ihnen macht; die Ungläubigen bieten kein Vorbild, da fällt die Identifikation mit der Herkunftskultur nahezu wieder in die Arme. Wofür stehen denn diese Leute hier?? – Die Ankömmlinge (die, was sie nicht wissen, Invasoren sind) beobachten unser Leben und aus ihren Augen ist das – das Nichts an sich. Mit der hiesigen (man schaue sich um, wie es den meisten damit geht) fragwürdigen Selbstbestimmung können sie auch nichts anfangen – die ist zu anstrengend und gotteslästernd, sage ich mal sehr oberflächlich.
Und nun?
Nachtrag zum Besuch des syrischen „Übergangs“-Präsidenten in Deutschland: Es ist wohl eines klar, dass die hier in der Diaspora lebenden Syrer schön hier bleiben werden und eine „5. Kolonne“* des neuen Regimes in Syrien bilden. Auch kein Vertun.
* Als „fünfte Kolonne“ werden verdeckt agierende Gruppen bezeichnet, die im Interesse einer äußeren feindlichen Macht subversive Arbeit leisten, um eine bestehende Ordnung von innen zu untergraben.

