Donnerstag, 16-Juli-2026

DER TODESTRIEB IN DER GESCHICHTE

 

Roland Baader (deutscher Volkswirt und freier Publizist, geb. am 14. Februar 1940 in Kirrlach) schrieb in „Freiheitsfunken“:

„Im Tod sind alle gleich. Deshalb ist der Völkermord die Lieblingsbeschäftigung der Gleichmacher.“ Igor Schafarewitsch (russischer Mathematiker, Dissident und Autor, geboren am 3. Juni 1923 in Schitomir, Ukrainische SSR, Sowjetunion): „Der Tod der Menschheit ist nicht nur ein denkbares Ereignis, wenn der Sozialismus triumphiert, sondern er stellt das Ziel des Sozialismus dar.“

Es ist eine regelrechte Kaskade, die gerade in meinen Bücherbestand geschwemmt wird. Es sind erstaunlich viele Ökonomen und Zahlenmenschen darunter. 

Schafarewitsch zB, und der habe, liest man in „Tichys Einblick “ und beim Wirtschaftsmenschen Markus Krall, den Sozialismus mit seiner Programmatik und seinen Verführungen als anthropologische Konstante der Menschheitsgeschichte erkannt. Er habe seine Hypothese auf fünf Elementen aufgebaut, mit denen er aufzeige, dass das Phänomen wesentlich älter sei als die sich als Sozialismus bezeichnende politische Bewegung mit ihren Anfängen im 19. Jahrhundert selbst. Dieses Phänomen Sozialismus (immer mitzudenken Uranus und Neptun im Zusammenschluss und in Wechselwirkung) folgt einem langsamen Zyklus, was bedeutet, dass der lange Zeitraum die einzelnen Stadien aus dem Gedächtnis der folgenden Generationen fallen lässt, so dass das Ende in Tod und Scheitern dieser „Gesellschaftsform“ schon in der übernächsten Generation (etwa 70 Jahre später) vergessen wird und die liegengebliebenen Samen zu beginnen beginnen. Es müssen nur entsprechende Bedingungen hinzukommen – und das tun sie auch! – und schon sprießt der Todestrieb wieder hervor. Ich greife das deshalb auf, weil die westliche Welt derzeit einem Totenkult hinterherläuft, da hier die Rückentwicklung mit einem regredierenden Infantilismus einhergeht. 

Die Ausprägungen der sozialistischen Ideologien sah Schafarewitsch gekennzeichnet mit

  • Feindschaft gegen Ehe und Familie [heutzutage einschließlich der Freigabe von Abtreibung, meine Anmerkung]
  • Ablehnung des Privateigentums ,
  • Verneinung des Wertes des Individuums ,
  • Hass auf die Religion ( insbesondere auf das Christentum)
  • Zerstörung bzw. Verflachung von Kunst , Kultur und Musik.

Das kommt uns doch bekannt vor. Dass von Land zu Land die Schwerpunkte in unterschiedlichen historischen Kontexten in jeweils anderer Verteilung, Intensität und Ausprägung vorliegen, habe ich schon neulich mit dieser Grafik zu zeigen versucht:

Zu den vier Ländern werde ich in diesem Aufsatz etwas schreiben und herausarbeiten. Ich hoffe, ich schreibe nicht mit zu vielen Wiederholungen und beginne mit dem Blick auf das Individuum als dem Souverän in seinem ihm mitgegebenen Schicksal. Der Souverän eines Landes sind die Menschen, die es bewohnen, und die Regierung, die sie sich geben. Im Horoskop sind die Sonne, das Zeichen Löwe und das 5. Haus. Ein festes Zeichen im Quadrat zu den anderen festen Zeichen Stier und Skorpion und in Opposition zu Wassermann. Als Planetenmitspieler sind nach Venus, Pluto und Uranus zu schauen.

Vom Standpunkt der Sonne (in Deutung und Bedeutung im Horoskop) ist die Verbindung zu Stier/Venus insofern „problematisch“ als sich hier der eigenständige Ausdruck einem Gemeinschaftlichen zugesellt. Willst du Schutz? – Dann musst du deine absolute Eigenständigkeit im Kollektiv, das dich schützen soll, hintanstellen. Wenn ein „König seines Daseins“ mit seinem um sich herum entstandenen Königreich unter den Schutzschirm einer sozialen oder auch anderen Institution schlüpft, ist er nicht mehr autonom. Das Gemeinschaftliche, das sich auch als Soziales bezeichnen lässt, sagt eben: Wir schützen die Schwachen, und meint damit die, die nicht autonom leben können. (Das Wort „Freiheit“ verwende ich absichtlich nicht.) Jeder „Verbund“ zwischen autonomen Staaten, die sich unter dem Segel der „Sicherheit“ zusammenfinden, bedeutet die teilweise, vielleicht auch die gänzliche Aufgabe der Eigenständigkeit und der nationalen Identität. Im Interessenverbund der EU sehen wir das, und wir sehen auch, dass einige Länder nicht gewillt sind, ihre Beheimatung im individuellen Landesausdruck preiszugeben. Vom Standpunkt der Schaffung eines „Bestandskollektivs“ (auch der „Währungsunion“ – mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen) ist das unerwünscht und wird mit Sanktionen belegt. „Kapital“ und alles, was mit Erwerb desselben zusammenhängt, schränkt Autonomie ein und ist geeignet „Schicksal“ zu verhindern. Geld ist Entschädigung für den Verlust der Selbstbestimmung.

Vom Standpunkt der Sonne aus geht die Verbindung mit Skorpion/Pluto ebenfalls mit einem Verlust UND einem Gewinn einher. Die Sonne – vielleicht überlastet mit der Aufgabe, sich ihrer Lebensaufgabe und der „Vereinzelung“ zu stellen und diese quasi „schutzlos“ auszuhalten – bindet sich an eine Leitidee, an eine nur scheinbar von Außen herangetragene Orientierung, an ein vorgegebenes Programm. Diese Sonne benötigt die Außenwelt, um ihre Anlagen leben zu können. Sie bindet sich möglicherweise an Programme, die sie fälschlich als für sich geeignet meint oder  an eine innere Verneinung, die dann aus der Souveränität enthebt: z.B. die Vorstellung von einer Krankheit als Ausdruck einer Unvollständigkeit. Auch der Skorpion ist ein „Bestandshaus“, die Kollektive sind außersubjektiver Art, weniger pragmatisch-moralisch, sondern ideell und auch schon mal amoralisch. Die Sonne, die sich dem beiordnet, gewinnt Struktur und gibt wiederum Souveränität ab, erhält dafür vorgezeichnete Lebenspläne. Das allerdings schmälert die doch allzu anstrengende Selbstführerschaft, Sonne-Pluto tritt einer Gemeinschaft bei, in der Individualität hinter die gemeinsame Organisation im Sinne der Arterfahrung oder aber einer gemeinsam erlebten Verneinung zurücktritt. Man könnte fast sagen: Allen (politischen) Parteien ist grundsätzlich ein Sonne-Pluto-Kristallisationsprozess gemeinsam. Sie entstehen als Gegenentwurf zu einem bestehenden Sicherungsapparat; am Ende ihres Entwicklungsprozesses stehen jedoch wieder Stillstand und die Verkrampfung, in der jegliches Lebendige wie die Mücke im Bernstein eingefangen ist. An diesem Punkt stehen vermutlich die als „Altparteien“ bezeichneten Kollektive, während die hinter die „Brandmauer“ verbannte neue Opposition noch im der Gerinnung vorausgehenden Zustand einer Unordnung ist. 

Vom Standpunkt der Sonne aus ist die Verbindung mit Wassermann/Uranus – anders als beim fixierenden und bindenden Pluto – zunächst einmal eine Öffnung. Die Autonomie des Einzelnen erfährt einen „Sog“ aus sich heraus (ins Vakuum hinein?), was sich in der scheinbaren „Knechtschaft“ des Subjekts (und dem unter seine Bestimmung unterworfenen Leben) als Befreiung darstellt. Endlich bin ich mein Schicksal los. Ich kann werden und sein, wer ich sein will! Ich bin nicht mehr an die Gesetze des Lebendigen gebunden, sondern schöpfe mich neu und anders. Sonne im Zusammenhang mit Uranus läuft Gefahr, sich zu verwechseln, nämlich mit dem, was noch keine Bestimmung hat. Was bekommt sie dafür? Sie bekommt und gewinnt das Verlassen fester Grenzen, sie ist nicht mehr eingeengt in die „Bedürfnisse“ der eigenen Identität (Begriff für „sich jeden Tag mit sich selbst gleich zu empfinden), sondern kann im Kreise von Gleichgesinnten sich gleich unter Gleichen (gleich identitätsverloren) empfinden, von sich selbst entfernt. Bei Sonne-Uranus wird aus dem (autonomen, nur sich und seiner Bestimmung verpflichteten, und außerdem endlichen) Königtum eine Gemeinschaft der „Unkönige“. Oder noch anders: An die Stelle des Privaten und Geschlossenen tritt eine „Öffentlichkeit“ und die Angelegenheit der Vielen. „Meine Privatsache“ wird enteignet und in den Dienst der Vielen gestellt – natürlich im Sinne der Gleichberechtigung und Gleichheit aller – das wird daraus abgeleitet. Uranische „Kollektive“ sind Bestände der unterschiedslosen Verteilung auf alle Mitglieder. Es besteht allerdings die Gefahr des „Verbrauchs“ von Leben. Die Individualität des Einzelnen – und das können wir ebenfalls täglich verfolgen – wird bei zunehmender Fragmentierung und „Gleichwertigkeit“ auch des kleinsten Einzelteils zerstört. Jede noch so kleine Minderheit hat ebenso viel Stimme wie eine Gruppierung z.B. von der Masse der Stierfraktion. Der in sich geschlossene, souveräne Löwe wird verfolgt. Und die Sicherheit? Die Sicherheit des Uranus liegt darin, dass er sich nicht festlegen muss. Stiergruppen (Clans über die materiellen Bestände) und Wassermanngruppen (Wahl“verwandtschaften“ über das Materielle hinweg, und zeitlich freigestellt) stehen unversöhnlich zueinander. Was die einen zusammenhält, brechen die anderen auf. Stier und Uranus darin – das ist, was wir derzeit auch beobachten können. Und: Während es im Stier um eine Feststellung der Verbindungen im Kollektiv geht, ist es im Wassermann die Abwesenheit von Feststellungen.

[…]

Nun zu einer Betrachtung der verschiedenen Erscheinungen, in denen sich der Trieb zur „Ungegenwart“ des Daseins (und das ist Tod) in einer Erstarrung und Negierung des Lebens niederlässt. Ich versuche eine Skizze aufgrund der Horoskope, die sich auf Gründungs- und InKrafttretungsereignisse beziehen.

China: „Leitstern“ Chinas in seiner Gründung von 1949 als Volksrepublik ist Uranus in Haus 5. Wassermann am AC – das Oppositionelle, aus der Tradition Heraustretende, mit dem Mond darin eine Volksaussteuerung (die Anpassung des Heimatlichen – Krebs in Haus 6), die in eine lebensfeindliche Umgebung gesetzt ist. Mond-Uranus: Die Geschlossenheit des Privaten (des Eigenständigen und sich selbst gehörenden) ist in den Bereich der Gleichwertigkeit mit allem geworfen. Hier werden die Interessen des Einzelnen sich selbst entfremdet. Der Mond auf einem GSP Jupiter-Venus: die „großzügige“ Aufnahme in ein Kollektiv der Gleichen unter Gleichen. Man erfährt quasi Aufnahme in den elitären Club, sofern man sein Leben aufgibt. 

Uranus steht in Haus 5 im Rahmen der Zwillinge: die Vermessung des Lebensausdrucks – die Ausführung der Lebensform in einer Art Vorgang wird aus sich herausgehoben. Und die unter diesem Signum sich dezentralisierende Lebensform wird in der Waage mit Sonne-Neptun-Merkur auf Waage-Weise – u.a. in Denkaggression, aber auch als „Hirtin“ der Lebensgestalten – aufgeführt. In der „Bindung an Partner“ bzw. als Leitbild entsteht die Möglichkeit der Auflösung jeglicher Vorstellung von Anpassung und regelrechter (Merkur-Neptun) Durchführung von „Beständen der anderen“. Während man in den Beständen der anderen tätig wird (auf der Grundlage der Aufhebung des eigenen Zentrums) wird hier programmgemäß ein Heimatliches in die Formatierung gegeben. Stier in 4 – Venus in Skorpion: das Soziale und die Sicherungsbestreben des Heimatlichen, des Wesens werden Leitbild – als Bildabgabe stehen Mars und Pluto in Haus 7 und im Löwen. Die Austreibung aus der Besetzung des Lebens mit brachialer Energie. Aus dem Löwen gelangt Mars-Pluto (die Zerstörung der Formen und der Anzeiger, dass hier nicht gelebt wird und damit Erlebnisse ausfallen) auch in die Sonnen-Durchführung, die mit Quadrat zu Uranus zu Kathedralismus und Überlegenheitsgebaren führt. Das alles vor dem Hintergrund einer Erfahrung von Lebensbedrohung. In der Waage zeigt diese Sonne Neigung zu Arrangement und Außenharmonie, es besteht ein „Positivismus der Ordnung“ bei fehlender seelischer Beweglichkeit. 

Das 2. Haus in den Fischen spricht „eigentlich“ von offenen Grenzen bis hin zu einer „Überflutung“ mit Überrealität, die zu allergischen Reaktionen führen, die Abwehr ist herabgesetzt, man ist Übergriffen ausgesetzt Es geht um „Wassergrenzen“, oder Grenzen im Wasser. Was heißt das für einen Staat? – Die Anheimstellung an ein Namenloses würde bedeuten, dass hier das „Alles-Mögliche“ zur Auflösung des Landes als „keineForm“ würde. – Aufgelöste Sicherung des Territoriums – ein Wasser-Territorium – wird nun aber in Haus 8 zu einem „Konzept von Auflösung“ und auch Verletzung der Grenzen anderer. Je mehr die eigenen Bestände und die Sicherheit als handlungs-und sicherheitsgefährdet angesehen werden und zu einer Handlungsschwäche führen könnten, desto notwendiger erscheint der Zugriff auf Protagonisten auf der anderen Seite (auf der man selbst aber auch steht). D.h. die Gründung zeigt an, dass hier etwas nur dann Bestand hat, wenn es sich an eine Idee von Erscheinungsform bindet, die mit sich bringt, dass sie die, die sich an sie binden, aussaugt. 

Am 1.9.2024 fällt sogleich ins Auge, dass China mit 1°/Jahr im Fügungsrhythmus auf der Venus im Skorpion angekommen ist, und die steht im Quadrat zu Mars-Pluto. Gleichzeitig steht der laufende Uranus 1° hinter dem IC im 4. Haus und „erschüttert“ im Heimatlichen die programmierte Sicherungsform. Der laufende Neptun in Haus 2 weist ein Quadrat zum Transit-Mars (der auf den Uranus im Krebs zustrebt) auf – die „Illusion“ eines Gemeinschaftlichen ist schon länger einer Rückführung unterzogen, was die Kräfte des Erhalten-Wollens auf den Plan ruft. (Mehr zu China hier.) Nachrichtenmeldung:

Streit über Gebietsansprüche. Zwischen China und den Philippinen gibt es einen Konflikt über Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer. Am Samstag gaben sich die Länder gegenseitig die Schuld für eine Kollision zwischen zwei Schiffen der jeweiligen Küstenwachen in einem umstrittenen Teil des vielbefahrenen Seegebiets.

USA: Der „Leitstern“ der USA ist Jupiter (aus dem AC Schütze) in Haus 7. Einsicht in den Lebensbereich des Begegnenden; es bleibt nicht bei der Einsicht. Jupiter hat meistens eine Mission – und hier geht es, da das Selbstverständnis eine weite, weltanschauliche Selbstdurchsetzung ist, aggressiv zu. Mars steht ebenfalls in 7 – als Herrscher von Haus 5 richtet sich der Lebensausdruck als Regierung des Landes auf die Umgebungen und Funktionen (im Zwilling) der Begegnungen. Jupiters Mission ist „formfügend“ – Jupiter bei Venus im Krebs. „Nationbuilding“ fällt mir da als Bild, das in die Welt gesendet wird, ein. Aus der Waage trägt diese Venus einen Saturn herbei – Herrscher von 2 (Steinbock) wird in 10 in der Waage mit der Sonne bestimmend in den Territorien der Partner (Haus 8) durchgeführt. Saturn steht in Quadrat zu Sonne – mit der traditionell-verpflichtenden Partnerhandhabung über Kreuz. Partner sind anstrengend, werden als solches empfunden – was dazu führt, dass man Partnerschaften nur partiell, aber nicht voll eingeht. Sonne auf GSP Jupiter-Uranus: Es wird ohne Verpflichtung gefügt und missioniert.

Das eigene „Territorium“ ist ein „Mangelbestand“, Saturn in 2 bedeutet „Selbstsicherungsmangel“ mit einer von höherer Warte aus verordneten „Pflicht“ in Kollektive hinein“, aber auch mit der Tendenz, in der Bestandswahrung rigide und beschränkend zu sein. Pluto steht darin und wird als Saturn-Pluto zu einer Schattenherrschaft, zumindest der Gefahr einer diesen, und die Affinität zu einem „Staat im Staat“. Aus dem 12. Haus und über den Skorpion trägt Pluto die Kontrolle aus dem Hintergründigen in die Erscheinung, es sind dies auch Programme der Staatsform, deren Ausführung in der Opposition zu Merkur im Heimatlichen der „Anderen“ unidentifizierbar und als Vorgang Neurosen anzeigen könnte. Merkur-Pluto: im Zwang der Umstände und der Kennzeichnung. – Und das „eigene Heimatliche? – In Haus 4 das Zeichen Fische, am IC der GSP Uranus-Neptun. Eine Erkenntnis, die nicht hochsteigen darf. Die Abwesenheit bzw. Ungreifbarkeit von Heimat, die sich in der Jungfrau und am MC eine „Bestimmung“ herbeiwahrnimmt. Die gesellschaftliche Ordnung ist subjektiv mit der Anlage zur Täuschung über die eigene Wesenheit. Neptun steht außerdem im Quadrat zu Mars (auf Pluto-Uranus-GSP ein Aufdecker oder ein Soldat der Verdrängung aus dem Ursprung) in 7; der eiserne Besen, der über die Begegnungen hinwegfegt, der Welt-Poseidon, der über die Partner Tsunamis bringt. – Auf dem GSP Sonne-Uranus meint sich diese Illusion groß und „unabhängig“ und ist doch nurmehr über ihre Mission im Status der Unabhängigkeit zu halten. Die Kartierung der Begegnungen – Zwillinge am DC mit einem aus den Beziehungen enthebenden Uranus macht als Partner unverbindlich, und in dieser Unverbindlichkeit (auch Unzuverlässigkeit) hält sich das „Nationen-Gefüge“. Es entsteht eine Bildabgabe des sogenannten Freien, des zu wahrer Begegnung Unfähigen. Mond – aus dem Krebs, der die Durchführung beherbergt – steht wiederum im Wassermann und in Haus 3: Die Darstellung einer Eigenständigkeit bzw. des Heimatlichen in der Heraushebung aus den Zentren: man ist erhaben, steht über den Niederungen. Am 1.9. steht der laufende Uranus im Quadrat auf diesem Mond – Uranus im Transit durch das 6. Haus, in dem er die an und für sich „festgestellten Bestandsumstände“ aufbricht. Hier ist das Nationen- und Sicherheitsgefüge in Frage gestellt, verstärkt durch Mars, der sich derzeit der Jupiter-Venus-Konjunktion annähert. Der laufende Jupiter steht auf dem Mars in Haus 7 und damit in Quadrat zum Radix-Neptun. Der Richter taucht im Groß-Reinemachen auf und nimmt seine Rolle als „Imperator“ ein. Klingt gefährlich nach einem „Trompeten zum Angriff“ aus. 

Russland: Der „Leitstern“ Russlands (hier habe ich die  Inkrafttretung der Verfassung herangezogen – um 0:00 Uhr am 25.12. 1993 in Moskau) ist ein Merkur im Schützen – aus dem Jungfrau-AC. Eine Warnerin steht da am Start, auch ausgehend aus dem 12. Haus steht die Jungfrau, d.h. hier gelangt die Unabhängigkeit von Umständen und Vernunft zunächst unmittelbar ins 4. Haus, wo sie eine Form der Weltanschauung ausübt. – Eine Stockung als Stau ist miteingeschrieben: Merkur-Venus ist die Erscheinungsseite von Saturn-Uranus und weist auf Unvereinbares in der Anschauung des Heimatlichen hin. Im Nachzug führt Jungfrau in die Selbstdurchsetzung („mit Vernunft“) – und bewegt sich zurückhaltend, nicht verausgabend. 

Nochmals einen Schritt zurück: Der Wassermann am AC ist ein Visionär, der sich mit einer Art „Überwillen“ durchaus radikal und über den Einzelnen (und auch Einzelinteressen) und über Widerstände hinwegsetzt, indem er Gigantismus in Erscheinung bringt. Die „permanente Revolution“, wie Mao es dann ja auch nannte.  Der Schütze am AC bedient sich der „Sinnsuche“ und des Weltanschaulich-Rationalen als Instrument der Selbstdurchsetzung – insofern ist er auf das Außen hin ausgerichtet. Die Jungfrau am AC ist die Lebensvernunft, die der Selbstdurchsetzung signalisiert, es sei, bevor sie sich blindlings in die Erscheinung ergießt, angebracht an den Schutz des Innen zu denken. Sie sitzt an den Öffnungen der Mauer nach außen und beobachtet, was sich vor ihren Toren so tut und diagnostiziert die Gefahren.

Russlands Jungfrau-AC wird von einem Schütze-IC begleitet: Wie sieht das Heimatliche aus? Weites Land – weite Seele, angefüllt mit Erwartung an das „Wesentliche“, und als Anschauung und Einsicht in sich selbst, dabei auch sich selbst – ja – beweinen. Jupiter aus dem Schützen steht im Skorpion und in Haus 2. Das Waage-Territorium im Haus des Stiers: das Öffentlich-Begegnende stellt sich ins Revier, Ergänzung durch den anderen im Eigenen, was auch heißen kann: der Andere ist mein Besitz; der Ausgleich des Bestandes, sogar ökonomisch als ausgeglichenes „Konto“. Es treffen sich Denkaggression und Stärke. In diesem Rahmen entfaltet Skorpion seine Wirkung und leitet ins 3. Haus über, Pluto darin ist die  Kommunikation mit Leitbildorientierung und „in einer jupiter-listigen“, rational-einsichtig-predigenden Weise. Das „Land“ in Territorium wie in seiner Volksseele könnte man sehr wohl religiös nennen, und ein großes „Gebilde“ aus vielen unterschiedlichen Teilen, die vereinheitlicht werden (müssen). Pluto verzeichnet ein Quadrat zu Saturn (im Wassermann) hinüber ins 5. Haus. Dieses Land hat allerhand mit sich selbst zu tun: die Sonne im in Haus 4 eingeschlossenen Steinbock steht für eine Ordnung bei mindestens zwei schwerwiegenden „Altlasten“ und einem „Feind im eigenen Haus“. Sonne und Mars stehen in Konjunktion, und Mars stammt aus dem Widder an der Spitze zu Haus 8: eine energiereiche Bindung an Partner und Gedanken (ein Leitbild der Selbstdurchsetzung) fordert im Innern zu Kämpfen wider die Identität mit der (traditionellen) Ordnung heraus. Es ist vieles zu klären und aufzudecken in diesem Heimatlichen. Sonne-Mars (als „König“ für die Werte des eigenen Daseins angegriffen) ist in einer Spiegelkonjunktion mit Merkur-Venus verbunden. Hier gehen Geschichte (Neptun) und Gegenwart (Venus) eine Verbindung ein, die sich zwischen Gesetzgebung und Rechtsprechung aufreibt. 

Für den Ausdruck des Heimatlichen zeichnet Wassermann (mit Saturn darin) zuständig (im Neuen das Alte) – Uranus und Neptun treffen sich auf dem Boden von Steinbock. Sie gehen eine Konjunktion auf 20-21° ein. „Die Vergangenheit ruht nicht, sie ist noch nicht einmal zuende.“ oder mit William Faulkner: „Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen.“ – Hier steckt im Wesen dieser Inkrafttretung ein Schock über eine Einsicht, die seelisch gelähmt hält. Im Beginn steht ein Trauma – vermutlich das des Auseinanderfalls des Gewesenen – aus dem es kein Entrinnen gibt. Die Bedingungen bzw. die Umstände der „Lebensweise“ (wie auch der Blick ins Außen über den DC hinweg) in den Fischen wirft sogleich auf das Trauma als „verletzte Wirklichkeit“ zurück. Eine Aussteuerung an das Begegnende, das  vermutlich a) für wahr genommen wird und b) täuschen kann, ist weder möglich noch löst es das mitgebrachte Trauma. Auch die Ukraine, die zwei Jahre zuvor ihre Unabhängigkeit erworben hatte, trägt ebenfalls einen Neptun-Uranus – dies allerdings in Haus 7.

Im September 2019 (2.9.) überlief Pluto die Konjunktion des Traumas, zu diesem Zeitpunkt hätte die Chance einer Transformation der „Einfaltung in die alte Ordnung“ als Ausweg bestanden, stattdessen ist davon auszugehen, dass das Trauma fixiert wurde. Die „fixe Idee“ einer Wiederherstellung der „alten Rus“ ist sicher nicht nur eine westliche Erfindung gewesen – hat aber mit dem Eintritt Plutos in den Wassermann eine neue Richtung genommen (und ist derzeit nochmals in den Steinbock zurückgegangen mit dem Versuch, es doch auf die andere Weise zu versuchen). Im Laufe von 2024 ist Neptun über den Deszendenten Russlands gelaufen und hat die Neptun-Venus-Verbindung aktiviert. Im Engramm der größtmöglichen Selbst- und Welt(v)erkennung gibt es weder Struktur noch Gestalt und damit keine Gegenwart – oder aber die absolute Gegenwart, d.h. diese absolute Gegenwart ist eine paradoxe Zeit, der sowohl Beschleunigung als auch Stillstand, sowohl Rastlosigkeit als auch Erschöpfung attestiert werden können. Das ist „der Murmeltiertag“, der sich jeden Tag wie der Vortag „ereignet“, der Zeit enteignet. Das Bewusstsein wird unbemerkt und unmerkbar von Wahrheiten und Wahrheitsverdrehungen (von Vergangenheit und Vergangenheitsvergessenheit) überschwemmt.

Das Zeichen Stier beherbergt im Horoskop Russlands in Haus 8 den Mond aus dem in Haus 10 eingeschlossenen Stier. Sicherung des Wesens und der verletzten Heimat in Stärke und deren Bastillen und Festungen, die allerdings in der Vorstellung bestehen, nicht aber materiell in die Gegenwart gelangt. Sowohl Jupiter als auch seine Erscheinungsseite Mond haben weisen keine (mrl-relevanten) Aspekte auf: die Rettung – will mir scheinen – wird von außen erwartet. Wie soll diese doppelte Gefangenschaft aus der seelischen Handlungslähme einen Ausstieg finden?

Deutschland: Ich ziehe nicht das Horoskop des Grundgesetzes der Bundesrepublik von 1949 heran, sondern das der Inkrafttretung der Wiedereinigung am 3.10.1990 um 0:00 Uhr MEZ heran. Der „Leitstern“ aus dem Löwe-AC (und dem 2. Haus) ist die Sonne. Angelegt als „mit sich selbst identisch“ in der Selbstdurchsetzung als auch in der Selbstsicherung führt sich das Ganze doch „unter öffentlicher Aufsicht“ durch, was sein „Volksein“ anbelangt. Die Sonne steht auf dem GSP von Pluto-Uranus auf 9° Waage, d.h. sie bezieht sich auf einen vorgestellten Ursprung, und ist geeignet, die Verdrängung des eigentlichen Ursprungs zum Ausdruck zu bringen. Diese Waage-Sonne – nur 2° von der Sonne Chinas entfernt – trägt die Potenz von „aggressivem Pazifismus“, mit dem eine Empfindlichkeit gegenüber von Unausgewogenheiten wie Ungerechtigkeiten und Disharmonien der Umwelt einhergeht. Die Tageseigenschaften des 3. Oktober stehen bei W. Döbereiner beschrieben als die Problematik eines unsicheren und unruhigen Standortes, der bei den gegebenen Außeninteressen (sowie der Außenabhängigkeit) zu einer unterkühlten „labilen Schärfe“ führen könne, sobald die vorgestellte Harmonie gestört wird. Diese Sonne ist gefährdet, bei unvereinbaren Gegensätzen zwischen die Extreme zu geraten; und weil diese Belastung nicht ausgehalten wird, wird die Flucht in Prinzipien vorgezogen.

Mit einem Quadrat zu einer Neptun-Saturn-Uranus-Konjunktion ergibt sich Sonne-Neptun, Sonne-Uranus und Sonne-Saturn. D.h. diese Sonne ist mehrfach in ihrem geschlossenen Selbstverständnis „geschwächt“, bzw. wäre stark, wenn sie die Schwächung annähme. Löwe-AC kommt ein wenig behäbig daher, bewegungsfaul und besitzergreifend – divenhaft mit der Sonne in Waage auch herrschaftlich-selbstherrlich mit ambivalenten Signalen. Ebenfalls ist eine Dosis Mission dabei: Jupiter in Löwe und in 1 – Mitherrscher von 5 ist die weltanschauliche Selbstdurchsetzung als „Lebenstrieb“. Allerdings führt Skorpion die Oberaufsicht, und Pluto ist an Leitbilder des „Heimatlichen“ gebunden – die Programme für das Heimatliche werden in einer Ausübungsform der Bestände: Venus im 3. Haus. Das ist eine öffentliche (Modell-)Heimat, die von der Jungfrau (an der Spitze von 3) im Zwillinge-Haus vertreten wird.

In 3 werden die Umstände des Heimatlichen (aus 6) und die Ausübung des Löwe-Territoriums als „Land“ zu einer Art vernünftigem Aktivismus (Jungfrau zu Zwillinge) was ein Widersinn ist. Jedem Aktivismus wohnt der wiederholbare Vorgang inne, dem die Gestalten des Lebens fehlen – das Ortlose auf den Straßen. Jungfrau in Haus 3: Die Methode und Wissenschaft des Schutzes des Einzelwesens und das auf sachlich-neutrale Weise zum Nachteil der Beteiligung des Seelischen (hier der Heimat). Die Umstände „haben es in sich“ und sind gekennzeichnet von Geschichts- und Vergangenheitsthemen, die einerseits aufbrechen und einen Milieuwechsel (Uranus-Merkur) bei Bestehen einer Unvereinbarkeit (Uranus-Saturn) bedeuten, andererseits lähmen (Neptun macht von einer Aussteuerung unabhängig) und drittens von Prozessen des Haltens in der alten Ordnung (Saturn in Steinbock) bei Versteinerungs- und Schuld-Sühne-Tendenzen (Saturn-Neptun als Ausdruck der Gefährdetheit, sobald man sich selbst lebt) durchzogen sind. Man hält den Kopf im „Schützengraben“, kommt nicht aus ihm heraus, wird über die Begegnungen und die Bindung an diese in Haus 7 und 8 erneut in die Umstände geworfen, während im 3. Haus und auf den Straßen die Phänomene in „Funktion“ und Vorgang stehen. Das 3. Haus nimmt in der Darstellung das „Befinden“ von innen (aus 4) auf und ist umgekehrt das Mittel auf das Innere hin: die Inlandskorrespondenz.

Was ist das „Wesen“ dieses Staats-Gebildes, das hier in die Gegenwart entlassen wird? – Krebs als Herrscher von 12 stellt den Mond ins Zeichen Fische. Es ergibt sich zweifach Mond-Neptun und einfach Mond direkt im Quadrat zu Mars. Widder am MC steht in der Finalität – worauf läuft es hinaus? – als Hinweis darauf, dass hier der „Kampf“ gegen die gesellschaftliche Ordnung geführt wird. Wieder ist hier der Aktivist am Werk: Mars in Zwillinge ist das scharfe Wort im Einsatz für die Gleichberechtigung und Gleichheit als „Methode“. Damit ist er unvereinbar mit dem Heimatlichen, aber auch mit dem eigenständigen Leben (im Meer des Vergangenen). Ein an Ungelöstem ertrinkendes Heimatliches wird kämpferisch „erneuert“ und dabei als es selbst zerschnitten.

Da haben wir einerseits eine Paralyse im Bereich des Selbstschutzes, eine Besetzung der Mentalität mit einem übernommenen Programm der Überzeugung (übergangen in das neue Deutschland nach dem Zusammenbruch des Sozialismus in der DDR) und ein Sendungsbewusstsein bei bestehendem Skeptizismus mit einer Wissenschaftlichkeit und Selbstentfremdung – Saturn-Merkur.  

2015 – es ist fast auf den Tag 9 Jahre her – stand der rückläufige Pluto knapp hinter dem Neptun auf dem Weg zur erneuten exakten Konjunktion. Das könnte die Verkrampfung und Erstarrung schockierender und gefangen haltender Erkenntnisse über die „Ordnung der Welt“ in den eigenen Umständen gewesen sein – denn eine innere Lösung bzw. Wandlung ist definitiv nicht erfolgt. Saturn und Uranus standen im Quadrat zueinander: Festhalten an den gegebenen Umständen oder doch Loslassen dessen, was nicht mehr dem Inhalt entsprach?  Die Venus-Uranus-Migrationswelle kam aus dem Begegnenden und der Bindung daran als Uranus im Widder im 10. Haus an und wurde damit der Aufbrecher dessen, was mit Mars-Mond-Neptun in Frage gestellt ist. Nebenstehend ein Vorausblick, was sich mit Wassermann  und dem Pluto darin für die Wiedervereinigung am 2.2.2027 andeutet; Pluto wird über den Deszendenten gehen und das Haus der Umstände verlassen – damit steht er aber auch auf dem Mondknoten. Das könnte ein ziemlich deutlicher Hinweis darauf werden, welcher Art von „Sozialismus“ das nunmehr seit 36 Jahren wiedervereinte Deutschland hier begegnet, bzw. darauf, dass sein Schicksal doch wiederum in der Spaltung besteht, es sich also wieder enteint. 

Der Todestrieb ist in der Welt. Auf den radikalen, gesättigten (und seit langem falsch verstandenen)  Individualismus das Sonne-Uranus -Prinzip in seinem Extrem auf der „Sonnenseite: das Subjekt hält sich für seinen eigenen Schöpfer – folgt die Gegenbewegung. Dort gilt das Individuum nichts, die Gemeinschaft alles, das Subjekt geht unter. Die Welt vielleicht nicht, und die, die da nicht mitmachen, auch nicht.

Weil ich nicht alle Philosophen, Ökonomen und Politiker zu diesem Thema weder zitieren kann noch will, übernehme ich eine Vorschlagslektüreliste von Andreas Tögel.

  • Joshua Hofford: Alexander Solschenizyn – Die ökonomische Wahrheit des Gulag
  • Richard M. Ebeling: Sozialismus: Den gleichen Fehler wieder und wieder…
  • Llewellyn H. Rockwell Jr.: Die Schrecken des Kommunismus in China
  • Yuri N. Maltsev: Der furchtbare Blutzoll der russischen Revolution
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Author

Karin Afshar

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