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MIT ZUGESPITZTEM MUND

Eben ist mir ein Buch bzw. ein Manuskript in die Hände gefallen, das mir vor 24 Jahren ein akribischer „Wort- und Lautarbeiter“ zugeschickt hatte. Ich fürchte, dass er inzwischen nicht mehr lebt, war er doch damals schon an die 70 Jahre alt. Gefunden habe ich ihn seit Jahren schon nicht mehr, veröffentlicht ist sein Manuskript auch nicht, so dass ich es hier unter Verschluss halten muss. Das hindert mich nicht daran, des öfteren hineinzuschauen. So z.B. heute, als ich mir seine Passagen zum Laut „Ö“ durchlas.

Sie haben recht: lautieren Sie einmal ein Ö im Gegensatz zu einem O oder einem A. Sie müssen Ihren Mund spitzen, richtig? Was fällt einem zu dieser Mundstellung ein? – Das wirkt leicht erstaunt, richtig? Es entfährt einem ein „Oh“, wenn man erstaunt ist, und ein „Öhhh“, wenn man sich darüber erstaunt, dass man erstaunt ist. Fallen Ihnen zum Ö spontan Wörter ein?

Den Laut Ö gibt es im Französischen und im Dänischen (soweit ich weiß), im Türkischen, Isländischen, Finnischen, Ungarischen und und…, nicht aber im Persischen, (im Arabischen weiß ich nicht), im Englischen, und im Lateinischen nur in knapp 10 Wörtern. Eigentlich haben wir im Deutschen sogar zwei Ös – nämlich das lang ausgesprochene in „Höfe“ oder „Brötchen“ oder „Höhle“ und das kürzere, und damit qualitativ andere, Ö in „Schöffen“, „öffentlich“ und „Hölle“. Mit ein Argument dafür, dass das deutsche Vokalsystem alles andere als nur 5 Vokale enthält! Deutsch ist bei aller Konsonantenhäufung in Anlauten eine vokalische Sprache.

Wie aber wurde das O zum Ö? D.h. wie kommt es von „Hof“, „Brot“ und „hohl“ zu der Umlautung? – Mein Autor hielt dazu fest, dass diese Umwandlung die Veränderung in Form einer bewussten Gestaltung sei. Es ist eine „Technik“ der Abwandlung des O-Originals, sei es hin zu einer „Verkleinerung“, einem „Plural“ oder einer Tätigkeit; nehmen wir die Verwandlung von „offen“ zu „öffentlich“ wird aus einem Adjektiv ein anderes, sich darauf beziehendes abgeleitet. Soweit das Technische – und was ist der Geist dahinter? – Hier wirkt ein mitschwingender Nebenlaut (und das ist das E) auf etwas im O Vorhandenen ein und verändert es. E – auch so ein Weltenlaut, der ganz bestimmte Energien anspricht, bzw. anlautet. Ich halte fest: im Ö manifestiert sich ein willentlicher Eingriff in bestehende Ordnungen – oder, um es mit meinem Autor auszudrücken: Es handelt sich um ein „gesetzmäßiges Einwirken auf bereits Vorliegendes“. (Vielleicht findet sich hier ein Verleger, der sich für das Manuskript interessiert?)

Gut, ich lege mal den Laut Ö zur Seite und nehme das Horoskoip eines Mannes, der das Ö im Vor- und im Nachnamen trägt. Einmal ist es das lange Ö, zum anderen das kurze. Eine Uhrzeit gibt es nicht, deshalb hier die Sonne am MC. Sonnenverbund Widder-Stier-Zwillinge. Die Sonne im Anfangszeichen zusammen mit dem Merkur des Endzeichens. Da bezieht sich der erste „Satz“ sogleich auf den Endsatz – mit einem rückläufigen Merkur immer in „Selbstregulation und Selbstreferenz“ begriffen. Sonne wie Merkur stehen in Opposition zu Uranus, der aus der Waage heraus auf die beiden wirkt. Die Begegnung, vielleicht auch die Partner (mit denen er zu tun hat), das Denken sind herausgehoben, geeignet, aus den (gedanklichen) Zentren herauszugehen und von oben zu blicken. Einer Drohne nicht unähnlich (und dem Steuerpult an anderer Stelle). Das könnte „Überheblichkeit“ befördern, auf jeden Fall eine Schwierigkeit, sich auf das Begegnende einzulassen. Man bleibt auf Distanz. Das steht nun der Sonne in ihrem Vorgang der Reflektion entgegen. Uranus bringt auch die Möglichkeit der Abspaltung, d.h. es kann die Schwäche gegen eine vermeintliche Stärke eingetauscht werden, und vice versa. Sie sind aber nie gemeinsam im Raum und das „Problem“ scheint mit dieser Spaltung bzw. Ausblendung des Abgespaltenen gelöst. Was geht ein Widder damit um? – Grundsätzlich stürmt, entdeckt, enttarnt, deckt ein Widder auf, und er ist auch „gerne“ im Angriffsmodus. Er ist „sportlich“ und direkt in diesem Angriff. Uranus, der die Sonne herausfordert und eine Kompensation für den Merkur sein könnte, bietet den Ausweg in die Größe. Aber: bei Sonne-Uranus heißt es eben auch: Die falsche Größe bricht zusammen.

Mars seinerseits steht mit Saturn zusammen im Endzeichen des Verbundes. Das ist nun ein zweites Hemmnis in der Selbstdurchsetzung als Umraumergreifung. Da wird er „zurückgehaltener“, sachlich-neutraler, ja, vielleicht sogar wissenschaftlicher Hürdenläufer, d.h. Hindernis“überspringer“. Je mehr Hürden, desto mehr Energie, um sich darzustellen, ist da. Auch sprachlich bzw. die Bereiche der Kommunikation betreffend. Welche Hürden werden aufgestellt? – Es sind Saturn-Merkur-Hürden, denn sowohl Mars als auch Saturn stehen auf einem GSP Saturn-Merkur. In Existenzkampf und gegen viele Widerstände bei der Darstellung kämpft hier einer gegen Abweisung, gegen Fremdbestimmung, Einvernahme durch andere und ist einer großen Infektionsgefahr ausgesetzt. Bei Saturn-Merkur ist auch an die Selbstenteignung zu denken, man merkt und fühlt sich nicht, und an das Steckenbleiben in einer Metamorphose, die zu Ende zu bringen man sich nicht traut. Auch hier ist ein enger Kreislauf von Widder zu Zwilling und zurück in den Widder.

Der „ambitionierten“ und vorgangsfleißigern Konjunktion steht ein Neptun im Schützen gegenüber. Zunächst einmal besteht ein Neptun-Saturn: da fällt sogleich die schwache Rechtsposition ein, und die Minderheitenlage, die den Ruf nach „Gerechtigkeit“ hervorruft. Der Widder-Sonne, die in „Selbsbehauptung“ mit sich selbst beschäftigt ist, gefällt das nicht. Und Mars-Neptun in Opposition macht die Erfahrung von Revierflucht bzw. der Vertreibung. Muss das so sein? – Es ist zumindest einer seiner „Hintergründe“.

Im Weltanschaulichen sitzt eine „Wahrheit“ (Neptun), die einerseits die sehr diesseitige Hürdenlaufanlage als Vorgang zwar nicht reibungslos macht, so doch ins Erleben einzuholen ist, wie ein Rettungsboot, das am Tau wieder ans Mutterschiff gezogen werden muss, um „zur Verfügung zu stehen“. Neptun rückverbindet mit der Herrkunft (religio) – und auch Vergangenes als „Geschichte“. – Andererseits liefert Neptun „Stoff“, für das (oder gegen das!) es zu kämpfen lohnt: Für eine Anschauung des Reinen und Wahren. Doch bei einer Opposition ist das „anstrengend“ – das „Heimholen“ des Neptunprinzips zur eigenen „Gesundwerdung“ ist Schwerarbeit, denn es macht das Subjekt in seiner Geschlossheit „löchrig“. Immerhin bietet sich eine Herausstellung an: Man verweist auf das „Heile“ im Außen, das es dort zu suchen gilt. In diesem Fall im Schützen und im Funktionsbereich „der anderen“, und auch im Bereich der Rechtsprechung.

Neptun – stünde er tatsächlich in Haus 5 – könnte sich im Opferstatus einrichten. Die Anderen lassen mich nicht leben, wie ich bin. Neptun ist auch die Täuschung in der „gewählten“ oder sich anbietenden Weltanschauung, eine Einsichtstäuschung mit Verführbarkeit, die Täuschung und illusorische Rechtlichkeit. Jupiter – der Rechtsprecher des Neptun (weil er im Schützen steht) fügt im „Fachbereich“ Gesetz und Ordnung. Die „Historie“, mit der sich der Mann beschäftigt, bietet sich bei den Konstellationen mehr als Instrument denn wirklich als Anliegen für ihn an. Die Täuschbarkeit richtet in der Gesetzgebung. Jupiter geht also dorthin, wo er im Bestimmenden verkündend tätig wird. Was mit dem Quadrat zu Sonne und Merkur zwar einerseits sagt, dass sich hier das Leben an höheren Gesetzen (keinen weltlichen) zu orientieren hätte, andererseits dem verletzten Sonne-Merkur aber auch Legitimierung verleiht. Ob sie rechtens ist – bleibt zu prüfen.

Und das Mittelzeichen? Was ist mit Venus und Stier? – Venus steht tatsächlich im Stier, im eigenen Zeichen ist sie stark und standhaft. Die Form, das geschlossene  Gemeinschaftliche und die sichernde Herde sind auf dem GSP Venus-Jupiter gut gestellt. Das Kollektiv nimmt ihn auf, er gilt als „verlässlich“, in der Durchführung seiner labilen, selbstzweiflerischen Exposition, erstaunlich gesichert. Man könnte auch sagen: Stur. Die Venus ficht da nicht viel an – und Mars-Saturn auf der anderen Seite im Zwilling sind weit genug weg, um die Ausübung der „Sturheit“ mit Dickkopf genügend zu unterstützen. Er braucht die Sicherung der Venus im Stier – im Revier als Ausgleich für die Labilität des Verhaltens (als flackerndes und leicht entzündliches Gemisch) und die Infragestellung durch den Neptun. 

In der Venus sind nun über die Waage a) ein Uranus enthalten und b) ein Pluto. Pluto auf 0° Waage: Der Mann wird damit gewissermaßen Mitrepräsentant jener Generation mit Pluto in Waage: Die Bindung an Ideen kann zur fixen Idee werden und belegt das öffentliche wie auch individuelle Bewusstsein. Pluto-Waage-Venus ist eine ideologische Bindung an Ideen und/oder Partner, eine Hörigkeit. Die Bildung der geschlossenen Gemeinschaft (mit der Gefährdung durch Aufhebung seitens hereinkommender „Partner“) wird notwendig: der Mann braucht diese Geschlossenheit, und für dieses „Programm“ kämpft er. Wie gesagt: es ist der diesseitige Raum des I. Quadranten und des Vorgangs in der Erscheinung, der sich ihm hier auftut, und in dem er sich bewegt, mit einer lebenserhaltenden (so formuliert er es sicher nicht) Selbstüberschätzung, die wiederum auch andere in ihm sehen. Aus anderen Zusammenhängen ist das Prinzip bekannt: Schwache Menschen, die sich stark meinen, sind gefährlich. Davon sehen wir etliche in hohen Rängen.

Das ist eigentlich schon fast alles (die anderen Details male ich wegen fehlender Häuserverteilung und des AC-Zeichens nicht aus). Aus der je eigenen Anlagenstruktur werden – wie üblich – dann schon mal Parteiprogramme formuliert und ein Politiker entsteht: Björn Höcke, geboren am 1.4.1972 in Lünen. Lassen wir ihn am Leben.

Denn kleinen Schlenker mit dem Ö vergeben Sie mir hoffentlich.

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