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WARUM SCHWITZEN EINEN UNTERSCHIED MACHT

Es wird wieder warm, und schon ist jeden Tag die Frage nach dem ausgewogenen Wasserhaushalt noch einmal wichtiger als ohnehin schon. Mit der Hitze kommt das Schwitzen, womit der Körper seine Temperatur reguliert. Wer nicht schwitzen kann – kann seine innere Temperatur nicht regulieren, er ist unfähig, die einfachsten Arbeiten zu verrichten. Um diese Regulation vornehmen zu können, braucht der Körper Schweißdrüsen.

Etwa 3 Millionen davon befinden sich in der menschlichen Haut. Sie reichen bis in die Tiefe der Lederhaut und die Unterhaut mit Fettgewebe (Subkutis). Von dort winden sie sich spiralförmig durch die Oberhaut (Epidermis) und münden an die Hautoberfläche. Ekkrine und apokrine Schweißdrüsen haben dabei verschiedene Funktionen.

Erstere – stark geknäulte Drüsen – produzieren den wässrigen, geruchlosen Schweiß, sind über den gesamten Körper verteilt, besonders viele finden sich auf Handtellern und Fußsohlen, in den Achselhöhlen und auf der Stirn. Jeder kann ein Lied davon singen: auch in der Leistengegend, den Kniekehlen und der Ellenbeuge schwitzen wir. Dort sind mit 350 bis 700 deutlich mehr Schweißdrüsen pro Quadratzentimeter vorhanden als in den übrigen Körperregionen.

Die Verteilung der Schweißdrüsen variiert – ach du je! – nach dem Geschlecht. Frauen haben zudem insgesamt weniger Schweißdrüsen als Männer und weisen bei gleicher Belastung eine geringere Schweißrate auf. Im Schwitzvergleich kam weiterhin heraus, dass Menschen aus Asien im Schnitt weniger als Europäer und Nordamerikaner schwitzen und Menschen mit heller Pigmentierung anders als jene mit dunklerer Pigmentierung. Das ist eine lange Geschichte „out of africa“ und hat tatsächlich mit der Sonneneinstrahlung zu tun: Melanine sind ein natürliches Sonnenschutzmittel, während es den „Weißbrötchen“ bei starker Sonneneinstrahlung schneller an Folat fehlt. Wer einen dauerhaften Folsäuremangel hat, hat schwache Zellen (auch in den Haarfollikeln – dazu komme ich weiter unten noch!!) und sein Haar wird schütter.

Die wässrige Salzlösung „Schweiß“ enthält vorwiegend Natriumchlorid. Mit ihrer Hilfe erzeugt der Körper Verdunstungskälte auf der Haut und reguliert so seine Temperatur (Thermoregulation). Doch auch Gefühlsregungen können die Schweißproduktion anregen (z. B. feuchte Hände vor der Prüfung). Der Schweiß – außer dass der Vorgang des Schwitzens die Temperatur unseres Körper auf etwa 36°-37° hält – befeuchtet darüber hinaus die Haut und verhindert so, dass sie rissig und spröde wird. Der Säureschutzmantel der Haut wird im Wesentlichen durch Schweiß gebildet, und verhindert die Vermehrung von Bakterien. Je saurer also – desto besserer Schutz vor zu großem Bakterienwachstum und damit vor Infektionen. Damit der Schweiß alle Funktionen erfüllen kann, benötigt der Körper eine ausreichende Zufuhr an Flüssigkeit.

Die apokrinen Schweißdrüsen sind im Verhältnis zu den knäuligen ekkrinen sehr viel größer. Obwohl auch der hier produzierte Schweiß „zunächst“ geruchlos ist, prägt dieser dann den typischen Eigengeruch eines Individuums. Apokrine Schweißdrüsen kommen in den Achselhöhlen, um die Brustwarzen herum (Warzenhof), um den Nabel, in der Genitalregion und im Gehörgang vor. Es sind seelische Befindlichkeiten, die diese Drüsen „reizen“, so dass sie ein fetthaltiges, trübes Sekret in die trichterförmigen Öffnungen der Haarfollikel absondern. Man (also Leute, die sich damit beschäftigen) ordnet apokrine Drüsen nun dem Follikelapparat des Haares zu.  Je mehr Haare jemand hat (ob Kopf- oder Körperbehaarung oder Flaum, ist erstmal egal), desto besser ist seine Bilanz bei der Thermoregulation, insbesondere eben bei Hitze und bei körperlicher Anstrengung. Je weniger Haare jemand hat, desto schlechter ist seine „Schwitzbilanz“. Nochmal: je größer die Haaroberfläche eines Körpers ist, desto besser kann er Hitze aus dem Körper ableiten und bleibt oder wird leistungsfähig. Man könnte sagen: Wer viel Fell hat, hats besser, wenn es war wird und ist damit resilienter. Man könnte sagen: Evolution bei der Arbeit. Oder, wenn man Darwin und all das nicht mag: Organismen steuern sich an sich verändernde Gegebenheiten aus, die Wirkung zeigt sich nach mehreren Generationen. Da haben wir das Jungfrauhafte und den Neueintrag in den Skorpion.

Zurück zum Schweiß mit noch einer weiteren Funktion: Das Sekret nennen wir zwar Schweiß, doch eigentlich ist es – gesteuert durch die Ausscheidung von körpereigenen Hormonen – ein ziemlich geschlechtsspezifisches „Produkt“. Die Produktion steigert sich ab der Pubertät und nimmt im Alter wieder ab. Und der Geruch?? – Die für den Abbau des apokrinen Schweißes verantwortlichen Keime gehören zur Gruppe der grampositiven, den größten Teil der natürlichen Bakterienflora auf der gesunden Haut ausmachenden Bakterien. Der für Frauen typische, schwach saure Geruch wird von den zu diesen grampositiven Bakterien zählenden Mikrokokken verursacht. Lipophile Diphtheroide nennt man dagegen die Stoffe, die auf Männerhaut für einen stechenden, scharfen Geruch sorgen. Diese Geruchsstoffe sind Abbauprodukte des männlichen Sexualhormons Testosteron. Weitere körpereigene Geruchsstoffe entstehen zum Beispiel durch den Abbau von Stoffwechselprodukten aus der Nahrung (wie beispielsweise aus Knoblauch oder Zwiebeln) oder von Arzneimitteln. Apropos Arzneimittel und überhaupt Ärzte: Jeder Arzt sollte (ich weiß nicht, ob sie es heutzutage noch tun) in der Anamnese nach dem Schwitzen fragen. In der homöopathischen Anamnese spielt Schweiß und Schwitzen eine äußerst wichtige Rolle, und die Beschreibung dazu macht einen großen Unterschied in den Diagnosen bei Männern und Frauen aus. Den Unterschied NICHT zu machen, wäre sogar fahrlässig.

Wir können uns nicht riechen. Oder wir können uns „gut“ riechen – das hat viel mit diesem Schweiß zu tun. Menschentiere paaren sich auch auf der Basis von Duftkomponenten. Daran erkennt der – z.B. weibliche – eine Organismus, dass sich die Körpersäfte ähneln, ergänzen, zumindest nicht stören. Will heißen: Wir kommunizieren über unseren Geruch miteinander. Parfums arbeiten übrigens auch mit solchen Tricks (man denke an Moschus, Patschouli, Ylan-Ylan, Vanille…), die einem Sinn besonders gelten. Zwar ist der menschliche Geruchssinn im Vergleich zu dem vieler Tiere nur wenig leistungsfähig, und doch kann er noch immer über 10.000 verschiedene Gerüche unterscheiden. 1.000 Riechrezeptoren filtern bestimmte Reize in Form von Duftmolekülen aus der Luft heraus. Dabei werden längst nicht alle Riecheindrücke bewusst wahrgenommen. In meinen Deutschkursen habe ich das oft gemacht: Dufträtsel mit in 20 verschiedenen Döschen gesammelten Essenzen wie Kaffee, Salz, Petersilie, Reis…. Am Ende, oder auch am Anfang, stand die Frage: Wie riecht Deutschland? Wie riecht Ihr Land? Nichts Menschliches darf uns da fremd sein.

Abgesehen von der gesundheitlich-notwendigen bzw. natürlichen Bedeutung kommt dem Schwitzen auch noch – erschwerenderweise – eine kulturelle und gesellschaftlich akzeptierende oder eben ablehnende Bedeutung zu. Es geht dabei um die Toleranz von Gerüchen in Stärke und Menge. Als ich noch Sport betrieb, und auch Mannschaftssport, und natürlich das anschließende „Rudelduschen“ erleben durfte, wurde mir zum ersten Mal die faszinierende Rolle des Schweißes beim Zusammenhalt einer Gemeinschaft klar. Tja, da taten sich wahre Pumakäfige auf – Menschen sind eben doch unter der dünnen Schicht der Oberhaut-Zivilisation Tiere. Werden nun Gemeinschaftsgerüche (die sich aus individuellen Gerüchen, erzeugt und dirigiert durch gleiche Ernährung und Pflegemittel, zusammensetzen) unterbunden, verschwindet das Zusammengehörigkeitsgefühl.  Für eine Mannschaft ist das durchaus siegentscheidend.

Aber bevor das hier jetzt zu kryptisch wird, überlasse ich die Weiterforschung (Weiterfroschung wäre auch schön) dem Leser. – Wie ich drauf gekommen bin, heute morgen eine Lehrstunde über Schweißdrüsen zu schreiben? – Da gibt es eine ziemlich dumme Bemerkung einer Politikerin auf X, die zeigt, dass hier ein tiefes Unverständnis über zugrundeliegende menschliche Gefügtheiten vorliegt. Oder sie ignoriert es, oder es ist keine Zeit, an dergleichen zu denken. Und selbst wenn sie es wüsste – noch schlimmer dann -, wären diese Aspekte politisch keinesfalls verwendbar. Mir stehen die Haare zu Berge und ich raufe sie mir: DAS ist ideologische „Auslese“ von oberster Stelle. Dass sich allerdings hier etwas ändern wird, ist eigentlich klar: so wie beim frühen Menschen, der in Richtung Norden wanderte, die Melanine reduziert wurden (zu viele Melanine in der Haut bedeuten, dass weniger UV-Licht in den Körper gelangt), wird bei häufig heißem und lichtvollem Wetter ein Mehr an Melanin nützlich sein. In der Tat sind die weißen Menschen ein Auslaufmodell.

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