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THE ROAD TO HELL

HÖLLENTRIPS

Kinder sind ja unerbittlich im Herausfinden der Schwächen von anderen Kindern. Wenn es anders wäre, wären sie nicht „authentisch“ – sondern würden sich bereits verstellen. Wenn Kinder also etwas herausriechen und es benennen, kann man sicher sein, dass sie nah an der Wahrheit sind. Also, ganz kurz hier nur, ein paar Gedankensplitter an diesem Morgen bei einer Sonne, die auf meinem Mars steht.

Mich haben die Kinder auf dem Gymnasium, die nicht dieselben waren wie auf der Grundschule, ziemlich schnell mit meinem Namen geärgert. Darin kam nämlich die Silbe „Hell“ vor. Wir hatten das erste Jahr Englischunterricht hinter uns, und natürlich klebten im Klassenzimmer die Poster von den Moody Blues, Procul Harum und Deep Purple. Direkt hinter meinem Sitzplatz, den man mir zugewiesen hatte – denn ich war fremd in die Klasse gekommen und musste einen zugewiesenen Platz übernehmen. Ob wir alles verstanden, was da thematisiert wurde?? – Dumme Frage. Also, mit den Grundkenntnissen kamen sie nun darauf, dass mein Name das Wort „Hölle“ enthielt. Folglich war ich bald die „Höllenfrau“ und auch die „Dunkelfrau“. Toll. Die Zeiten waren wie sie waren. Ich also die Fremde, die Zugereiste, die mit dem anderen, fremden Dialekt und in der Minderheit. Soweit passte ja auch alles. Den Rang der Minderheit lief mir  später ein dazukommender iranischer Junge ab. Mich ließen sie aber trotzdem nicht in Ruhe. Seltsam, wie das Leben sich so durchpaust.

Die Kinder hatten etwas erkannt, was mir zu dem Zeitpunkt nicht bewusst war, und wissen konnte ich schon mal gar nicht, dass da noch einiges auf mich zukam. Doch, vielleicht habe ich es sogar gewusst. 

Gestern Abend in den Öffentlich-Rechtlichen ein Film über Kinder, die Systemsprenger genannt werden, weil sie mit großer Aggressivität die Integration in das „System“ verweigern. Sofort fällt mir Stier ein – ein geordneter Bestand, ein Gemeinschaftliches, in dem es feste Regeln der Anordnung, auch Hierarchien gibt. Ein System nennen wir es, auf politischer Ebene den Staat, oder vielleicht seine Institutionen. Zum Stier gehört immer der Skorpion mitgedacht – also Strukturen. Davon ist viel die Rede im Moment. „Strukturelles Irgendwas“… Und nun kommt ein Sprenger. Nein, kein Rasensprenger (das Bild ist doch erheiternd, oder? Das hätte was – wir sprengen mit Wasser), sondern eine Bombe, eine Kraft mit Zerstörungspotential. Da kommt ein Uranus, der das System aufmischt.

Ich betrachte das Horoskop des Mädels, das die Hauptrolle spielte, stellvertretend für die vielen jetzt 10-15jährigen, aber auch die jüngeren Problemkinder.  Ob sie selbst eine Systemsprengerin ist, sei dahingestellt – aber wir können etwas über die „Altersklasse“, die Kohorte dieser Kinder erfahren. Helena Zengel heißt sie, und ist am 10.6.2008 in Berlin geboren. 2008 – da werden einige aufhorchen. Da war doch einiges los! Die persönlichen Planeten habe ich aus der Grafik herausgenommen, mich interessieren die Generationsplaneten.

Es stand Uranus – nur mal so auf den ersten Blick, dort, wo heute und gestern der Neptun stand: 22° – alias Sonne-Uranus-GSP. Eine grobe Richtung, aber eine Aussage. Uranus-Neptun ist eine Qualität, bei der der Träger in einem Zustand des Schocks ist, vor einer Wahrheit, die auf keinen Fall hochsteigen darf. Also ins Empfinden kommen darf. Uranus versucht es, aber er wird nicht gehört. Uranus muss den Neptun aus dem Ungeteilten herausholen, er will das „Schreckliche“ (Rilke: Die Engel sind schrecklich) in die Zeit und in die Erscheinung bringen, und tatsächlich ist ja Neptun auch schon im Wassermann – ebenfalls Neptun-Uranus – sitzt also bereits in der Teilung, allerdings sagt das Zusammentreffen: er sitzt als unausgepacktes Paket in der Teilung. Er ist ungewandelt. Das Ungeteilte, das Namenlose geht als Namenloses in die Zeit ein – und soll sich nun in Saturn verwandeln. Saturn im Jahr 2008 – in der Jungfrau. Da verweilt er noch bis Oktober 2010. Saturn in der Jungfrau macht die Wahrnehmung maßstäblich. Klingt gut, und heißt, dass alles, was die „Jungfrau“ ausmacht – Wahrnehmung des Veränderlichen, Aussteuerung des Subjektiven (also der „Person“) an diesem Veränderlichen, um Gefahr abzuwenden, Warnung vor diesem Veränderlichen als Vorsicht – in der betreffenden Zeitspanne an Bedeutung gewinnt. Die Schlussfolgerung eines Subjekts, das sich Gefahren und der Herausforderung der Veränderung ausgesetzt sieht, das aber vor dem Hintergrund einer nichterkannten und nicht zugelassenen Wahrheit, wird sein: ich bin skeptisch. Saturn-Merkur ist fremdbestimmt, weil die Traute ins eigene Leben nicht geworden, nicht gewachsen ist. So dieser kleine Mensch nun ohne Orientierung aufwächst, kann er eigentlich nicht anders, als sich in irgendeinem Spiegel wiederzufinden, und wird – wenn es seine anderen Anlagen nahelegen – Abweisung, immer wieder Abweisung, egal was er tut, erleben. Saturn-Merkur wird auch wissenschaftlich – untersucht, gemessen, gemaßregelt. 

Es kommt jetzt darauf an, wo der persönliche Mars steht und welche Aspekte er hat. Wenn die Kleinen eine Sonne im Aspekt zu Merkur haben – sind sie schon sofort im Kalkül der Ausübung ihres Lebens, auf sie wird übergegriffen. Sie gehören dem Staat. Für den Systemsprenger-Schein brauchen sie weiterhin einen Bezug zu Uranus, als Sonne-Uranus (Möglichkeit, erlebte Schwäche in überlegenem Verhalten zu kompensieren bei Schilddrüsenbezug) oder Uranus-Mond (der Aufschrei, sich als Einzelwesen nicht an die Moral der Gemeinschaft halten zu wollen (Venus ist die Erscheinungsseite des Uranus)) oder Uranus-Mars. (die labile Aggressivität, die sich in riskanten Manövern Luft macht, mit dem schwachen Rücken und der Vater-Schwäche). Wenn dieser Mars „scharf“ ist, dann wird er zum Schwert des verneinten Neptun. Jetzt kommt Pluto ins Spiel. In jenem Jahr 2008 wanderte er über die 0° Steinbock, aus dem Schützen kommend, wurde rückläufig, passierte die 0° nochmals und befindet sich derzeit immer noch im Steinbock. 

Es sind diese Kinder, die einen Saturn-Pluto tragen, die die Systemsprenger-Ausbildung absolvieren könnten. Wie wachsen die Kinder mit Saturn-Pluto auf? Sie sind die Information dessen, dass ihr Leben auf Voraussetzungen der Verneinung beruht. Sie sind – unbenommen der vorgestellten und wirklichen und individuellen Beweggründe der Eltern, auch unbenommen, dass „Liebe“ im Spiel ist und andere schöne Gefühle – in eine Zeitqualität hineingeboren, in der sie sich als Einzelleben, als Individuen, nicht gehören. Die „ägyptische Gefangenschaft“ nannte Wolfgang Döbereiner das, und damit meinte er u.a., dass in dieser Sklaverei der Sklave dort lebt und aufwächst, wo er von der Herkunft/seiner Herkunft her nicht hingehört. Aber er muss sich mit den Herren, dem System identifizieren, um überleben zu können. Natürlich besagt die Konstellation auch, dass hier die Entwicklung revidiert werden kann: Raus aus der Sklaverei! Und tatsächlich beobachten wir ja genau dies in unseren Tagen.

Bei entsprechenden Kombinationen – wie oben beschrieben – werden die Kinder, die einen starken Ausbruchsimpuls verspüren – für das Gemeinschaftliche schwierig „handhabbar“, folglich stigmatisiert, bei entsprechenden Konstellationen zu Haus 12 interniert, weggesperrt. Sie stören das Selbstverständnis des Systems. Die Erzieher – so sie einer anderen Zeitqualität entstammen (was sie zweifellos tun) – verstehen sie nicht und können nur die Mittel anlegen, die ihnen geläufig und bekannt sind. Dass die Kinder genau das, was sie von ihnen – liebevoll um ihre Integrierbarkeit bemüht – erhalten, nicht wollen können, liegt auf der Hand. Die Pluto-in-Steinbock-Kinder sind  Kinder einer ganz anderen Zeit als wir – die Jetzt Lebenden – zu unseren Lebzeiten erlebt haben. Schwer erziehbare Kinder gab es immer. Sonst wäre „nichts“ vorangegangen, meistens ist es das ja auch nicht. Denn die, die sie zurückpfiffen und in die Reihe der Angepassten, der Mainstreamer, zurückholten – wohlwollend, belohnend – hatten den status quo im Auge. Zumindest wollten sie die Kontrolle nicht verlieren. Wer gibt schon gerne Kontrolle ab. 

Und so sind diese Kinder – ich kürze das nicht bis ans Ende Geschriebene, wohl aber Gedachte ab – mit ihren Nöten in einem System, das selbst gerade im Aufbruch ist, mit sich beschäftigt ist, um die Kontrolle zu behalten, auf einem Höllenweg und sich selbst überlassen.

Hier noch das Horoskop auf die gestrige Ausstrahlung, die um 20:15 Uhr begann.

Bei „Ausstrahlung“ können wir m.E. auf das 3. Haus schauen – die Aussendung einer „anschaulichen Erscheinung“ in die Welt hinein. Jupiter steht nach wie vor auf 0° Fische (+24′) – die Anschauung des Wirklichen, Pluto ist mit enthalten, klar – es geht um das Verdrängte real und in Sichtbarkeit, Saturn steht mitten im 3. Haus – ein maßgebliches Bild, das dort ansteht, in die Gegenwart ausgeliefert zu werden. In diesem Bild ist auch der Uranus in Haus 6 im Stier enthalten: keine Aussteuerung möglich. Und der II. Quadrant überhaupt? Fische am MC und im 4. Haus. Das ruft den Mond auf den Plan – steht im Löwen – da wird die Empfindungswelt zum Geschehen (in den Wohnzimmern der Zuschauer) und berichtet von der Verletzung des Individuums: Mars in Krebs, auch die Selbstverletzung. Klar, das haben wir alles gesehen – das ist jetzt nur abgeschrieben von dem, dessen Zeuge gestern alle waren. 

Und die Schlussfolgerung: Was bleibt? – Ein MC in der Jungfrau, ein Merkur, der von Haus 8 nach 7 kommt und das auf einer Straße von Jupiter-Uranus in den Zwillingen, mit der Sonne der Helena darauf. Das sagt schon mal einerseits, dass sie in ihrer Rolle gut gefügt in die Gegenwart kommt., „gut rüberkommt“. Das sagt weiterhin, dass dieser Merkur als Merkur in Quadrat zu Neptun eine unangenehme Wahrheit ans Taghelle über den Zustand „unserer Seelen“ bringt. Neptun-Merkur hat immer auch Saturn-Neptun im Gepäck, und das ist die Auflösung des Gewesenen wie auch der Konkurs und das Schuldigsein bzw.-werden bei Ausleben der Eigenart, eine Ohnmacht vorm Schicksal, überhaupt das Fehlen des eigenen Schicksals. 

Pathetisch: Saturn-Merkur ist dreifach gegeben.  Vierfach, denn Pluto steht auf dem Saturn-Merkur-GSP und sehr exakt an der Spitze des 3. Hauses. Es gibt hier keine Lösung, außer „man“ löst endlich die Knoten der bestimmungs-, ursprungslosen und damit sinnlosen Ausführung von Leben, das uns nicht entspricht. (Während ich dies schreibe, gehen draußen drei Rasenmäher und ein Laubbläser über die verwaisten Grasflecken und vernichten das dort entstehende Leben, belegen mit Lärm den Raum – und ja – ich kann es nicht mehr ertragen.) Hinterfragt das Intellektuelle, Versachlichte, das euch verbraucht als Hülsen von Funktionen liegen lassen wird, lasst euch nicht einander entfremden, lasst euch euch selber nicht entfremden und überwindet diesen implantierten und auch selbst gezüchteten Selbsthass, wo sich nur irgendwo ein wenig Selbstliebe zeigt. Das ist es, womit wir die Kinder nicht im Stich lassen dürfen, mit diesem Höllentrip, den sie als Konsequenz des Entscheidens, Nicht-Entscheidens, Zulassens bzw. Verneinens über die letzten Jahrzehnte tragen. Ich verkneife es mir nicht: Es ist nicht das Gendern der Sprache, das uns aus diesem Tunnel herausführt! Nicht ein bißchen.

  

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