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HERRSCHER VON 11 IN 5

Schöpferischer Ausdrucks- und Gestaltungstrieb durch Aufhebung bisheriger Grenzen und Maßstäbe. Indem man das Subjektive neutralisiert, findet man einen schöpferischen Ausdruck, den man unmittelbar gestaltend ins Leben umsetzt.

„Wir haben dir keinen festen Wohnsitz gegeben, Adam, kein eigenes Aussehen noch irgendeine besondere Gabe, damit du den Wohnsitz, das Aussehen und die Gaben, die du selbst dir ausersiehst, entsprechend deinem Wunsch und Entschluß habest und besitzest. Die Natur der übrigen Geschöpfe ist fest bestimmt und wird innerhalb von uns vorgeschriebener Gesetze begrenzt. Du sollst dir deine ohne jede Einschränkung und Enge, nach deinem Ermessen, dem ich dich anvertraut habe, selber bestimmen. Ich habe dich in die Mitte der Welt gestellt, damit du dich von dort aus bequemer umsehen kannst, was es auf der Welt gibt. Weder haben wir dich himmlisch noch irdisch, weder sterblich noch unsterblich geschaffen, damit du wie dein eigener, in Ehre frei entscheidender, schöpferischer Bildhauer dich selbst zu der Gestalt ausformst, die du bevorzugst. Du kannst zum Niedrigeren, zum Tierischen entarten; du kannst aber auch zum Höheren, zum Göttlichen wiedergeboren werden, wenn deine Seele es beschließt.“ [1]

Im Zitat lässt Pico della Mirandola Gott zu Adam (ādam – pers./arab., hebr. ādām der Mensch) sprechen und ihm an die Hand geben, aus sich zu „machen“ und zu gestalten, was immer er wolle. Grenzen, die ihm verwehren, dies zu erreichen, gebe es nicht. Was für die Tiere gilt, dass sie nämlich ein fest vorherbestimmtes Schicksal mitbringen, gilt für den Menschen nicht. Wenn die persönliche Seele des Menschen beschließt, er wolle Höheres sein bzw. werden, dann ist dies möglich, und er kann zu Niedrigeren werden, so er – ja, das wird er doch sicher nicht bewusst beschließen, sondern das wird eher unbewusst so geschehen. Was der Mensch aus sich macht, legt Gott in die Hände und in das Ermessen dieses Menschen. Das ist also das Menschenbild: du selbst bist dein Gestalter, unter allen Lebewesen auf der Welt bist du das einzige, dem wir – Gott – dies zutrauen und anvertrauen. In Ehre (Würde, m. Anm.)[2], heißt es, soll der Mensch frei entscheiden, was er werde.

„Im Menschen sind bei seiner Geburt von Gottvater vielerlei Samen und Keime für jede Lebensform angelegt; welche ein jeder hegt und pflegt, die werden heranwachsen und ihre Früchte in ihm tragen. Sind es pflanzliche, wird er zur Pflanze, sind es sinnliche, zum Tier werden. Sind es Keime der Vernunft, wird er sich zu einem himmlischen Lebewesen entwickeln; sind es geistige, wird er ein Engel sein und Gottes Sohn. Wenn er sich nun, mit keinem Los der Geschöpfe zufrieden, ins Zentrum seiner Einheit zurückgezogen hat, wird er, ein Geist mit Gott geworden, in der einsamen Dunkelheit des über allem stehenden Vaters alles überragen.“

Pico della Mirandola (24.2.1463j, 19:54 Uhr GMT, Mirandola)

Hier das Horoskop des jung verstorbenen Giovanni Pico, der den Durchgang durch sein 5. Haus (parallel oben herum durch sein 8. Haus) nicht vollbringen konnte. Sofern das Horoskop einigermaßen ernsthaft rektifiziert wurde (ich übernehme es vorläufig so wie angegeben), haben wir in diesem Fall einen Steinbock am IC und den Krebs am MC (also spiegelverkehrt zu Amelia Earhart, vgl. Herrscher von 7 in 2). Der Verbund Fische-Wassermann-Steinbock beginnt im 6. Haus mit dem Herrscher von 6 in 1: das ist eine seelische Aussteuerung durch Selbstdurchsetzung – mit dem Fisch und dem Neptun allerdings deren Löschung. Keine Aussteuerung, keine Anpassung an die Lebensbedingungen, schlechte Selbstdurchsetzungsvoraussetzungen, wenn es darum gehen sollte, sich in der realen Welt etablieren zu wollen. Für die Sonne in den Fischen allerdings nicht von Nachteil. Der Lebenstrieb ist dem IV. Quadranten unterstellt, Uranus, Steinbock und Neptun sind die Herren, und das Subjektive muss dies ertragen. Die Gefahr besteht, dass sich hier einer für den „Himmel“ hält, für das Göttliche. Und es wird ihm auch suggeriert, denn der Jupiter in 4 (im Steinbock) und Neptun reichen sich die Hand.

Die Sonne ist außerdem von Uranus beschienen, d.h. hier ist doppelt Sonne-Uranus gegeben. – Das Hauptmotiv für das Handeln eines Sonne-Uranus ist seine Befreiung aus dem Dualen und aus der Folgerichtigkeit eines berechenbaren Verhaltens. Das allerdings bedeutet einen ständigen Drang zur Mutation, einhergehend mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Unruhe; beides nimmt natürlich das Subjektive nicht sofort bewusst wahr. Opposition bedeutet hier: Du musst dich ständig entscheiden – für die eine oder die andere Seite, und dafür, welchen du ausschließt. Die Lösung bestünde dann im „Sowohl-als-auch“. Hier also eine Ausgeliefertheit, die nicht versteht, warum Folgerichtigkeit und Zentralisierung nicht möglich sind, warum da Angst vor geschlossenen Räumen wie geschlossenen Situationen ist. Es erwächst der Wunsch bzw. der Drang, über die Zeit bestimmen zu wollen, über die Einhaltung und das Verlassen von Zeitlichkeit, wie auch die räumliche An- oder Abwesenheit. Reglementierung wird auch hier nicht akzeptiert, und das führt zum nächsten Verhaltenszug des Sonne-Uranus: er zieht sich auf Überlegenheit zurück, wähnt sich unverletzlich, groß. Die Sonne – der König im besten Falle als der in seinem Dasein die Gestalten seines Lebens lebend – macht sich zum ungeteilten Prinzip. Rückseite von Sonne ist Pluto – die schwarze Sonne, der dunkle König. Dabei ist die Konstellation schöpferisch – was heißt, man schöpft aus den Wassern des Fischs die Gestalten – im Auftrag des IV. Quadranten. Im Falle Giovannis besteht da eine Blockade, sie sitzt an der Spitze des 11. Hauses. Aus dem 2. Haus (der Selbstsicherung) hat Skorpion den Mars-Pluto dorthin gesetzt. Mitten in den sich entfaltenden Ausdrucks“trieb“ und an die Schwelle zur Weitergabe an die Bestimmung des Lebens im Krebs. Hier besteht eine Vorstellung davon, wie die Sicherung im Realen auszusehen hat. Diese gesetzte, übernommene Vorstellung (die zudem auch noch Vertriebenheit und Verletzung der irdischen Reviere in sich trägt) steht gegenüber von Saturn-Merkur in Haus 4 im Wassermann. Das ist ja nahezu das Bild eines Gekreuzigten. – „Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut: „Eli, Eli, lama asabtani? Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27,46). Ich verfolge diesen Hinweis, der in mir aufstieg, nicht weiter. Nicht jetzt.

Als meine Kinder klein waren, aber auch heute noch, regte und regt es mich auf, wenn Eltern ihren Kindern sagen: „Mach, was du willst.“  Das ist Abweisung pur. Dem Kind schlägt elterliches Desinteresse an seinem Wesen entgegen. So ist es diesem Kind ergangen. Ihm wurde die Würde genommen. Saturn ist die „Würde“, die es freizulegen gilt. Wir sind mit vielem geboren, aber wir können nichts (werden) wollen, was nicht bereits in uns enthalten wäre. Menschen, die sich nicht am Wert ihrer kosmischen Bestimmung (und den bekommen sie weder über einen Guru noch über einen äußeren Glauben noch über die Kirche oder einen Staat) orientieren und irrtümlich den moralisch-richtigen Weg wählen, werden möglicherweise Weltmeister, reich und sehr berühmt.

Giovanni Pico della Mirandola war ein Sohn des Grafen Gianfrancesco I. Pico della Mirandola und der Giulia Boiardo, er war das fünfte und jüngste Kind. 1467 – als er vier Jahre alt war – starb der Vater, der Junge wurde von seiner Mutter erzogen und auf eine kirchliche Laufbahn vorbereitet. 1478, also 11 Jahre später und in seinem 15. Lebensjahr starb die Mutter, und der Junge, der bereits sein juristisches Studium (Kanonistik) an der Universität Bologna abgebrochen hatte, wechselte 1479 nach Ferrara, wo er sich den studia humanitatis zuwandte, und 1480 nach Padua zum Studium der Philosophie. 1486 begann er als erster christlicher Gelehrte ohne jüdische Abstammung, sich mit der Kabbala zu befassen und beauftragte den jüdischen Konvertiten Raimundo Moncada (Flavius Mithridates), kabbalistische Literatur ins Lateinische zu übersetzen. Im November 1486 – nach einer Episode mit einer verheirateten Frau und einer Flucht vor Verhaftung – traf Pico schließlich in Rom ein, um seine 900 Thesen erst vorzustellen, dann zu verteidigen. Ich kürze ab: er geriet zwischen die Fronten und Verwerfungen, die sich zwischen Kirche und Fürsten auftaten, und zudem noch in Häresieverdacht. Die Gunst König Karls VIII. ermöglichte schließlich seine Freilassung, der König schützte ihn. 1488 konnte Pico als freier Mann nach Florenz zurückkehren, nun unter Lorenzo de‘ Medicis[3] Schutz. In der letzten Phase seines Lebens – er hatte sich in den letzten Jahren immer mehr mit religiösen Themen beschäftigt – bekannte er sich nach dem Tod seines Beschützers Lorenzo zu den Ansichten des radikalen Predigers Girolamo Savonarola. Am 18. Juni 1493 machte Papst Alexander VI. zwar alle von seinem Vorgänger Innozenz VIII. gegen Pico verhängten Maßnahmen rückgängig, doch Picos Bekenntnis zum fanatischen Dominikaner brachte ihn gegen die Medici und diese gegen ihn auf. Sein Tod rief Mordhypothesen auf den Plan, die zu seiner Zeit weder belegt noch widerlegt werden konnten. Die Exhumierung von Picos Gebeinen im Jahr 2007 ergab, dass er mit Arsen vergiftet worden war.

[1] Pico della Mirandola: Über die Würde des Menschen, S. 7

[2] „Ehre“ ist das Ansehen einer Person aufgrund insbesondere sittlicher, moralischer Werte; Wertschätzung durch andere Menschen im Gemeinschaftlichen; Ehre stellt einen „sozialen Zwang“ dar: Saturn-Venus, Steinbock in Haus 2, Venus im Steinbock. „Würde“ ist  eine Achtung, die man sich selbst gegenüber hat, das Bewusstsein des eigenen Wertes im Sinne der erkannten Bestimmung. Der Selbstwert. Saturn im Zusammenhang mit dem II. Quadranten.

[3] Bankier und Politiker in Florenz. Von 1513 bis zu seinem Tod inoffizieller Herrscher von Florenz und ab 1516 Herzog von Urbino.

Folgender Mann ist nicht im Mittelalter geboren, hat sich allerdings als Regisseur verschiedener historischer Themen angenommen, als Schauspieler dystopische Filme gedreht, ist einigermaßen umstritten, bekennender Katholik, soweit ich das richtig lese. In seinem Fall ist es nicht die Sonne, sondern der Mars der Planet, der von seinem Zeichen ins 5. Haus gesetzt wird. Die 27° Widder, auf denen die Häuserspitze steht, sind ein Saturn-Neptun-GSP, so dass wir mit einem Schuld- und Sühne-Thema rechnen können.

Mel Gibson (3.1.1956, 16:35 Uhr Ortszeit, EST, Peekskill, Australien)

Hier wird energischer, selbstdurchsetzerischer Ausdrucks- und Gestaltungstrieb geschöpft. Dabei Aufhebung bisheriger Grenzen und Maßstäbe, die einen im Subjektiven aggressiv neutralisiert, d.h. die sich gegen sich selbst richtet. Die Aggression setzt man gestaltend und erschaffend ein. Mars (auf 23° Skorpion und dem GSP Saturn-Mondknoten) und Saturn stehen im Skorpion zusammen: widerstands-orientierte Energie, die sich gegen die Bestimmung (dessen, was als Bestimmendes vorgesehen ist) richtet, auf der Grundlage eines an Außerpersönliches verschriebenes Subjektiven. Hier hat jemand eine Vorstellung (Prinzipien) von Leben, wobei er mit Neptun ebenfalls in 5, eine Identität mit dem Wirklichen (mit dem, was er für Gott hält) eingeht. Gleicher Neptun macht ihn auch gefährdet, was die Betäubung von Bewusstsein angeht, um dem eigenen Gewaltpotential auszuweichen.

Der Mitherrscher in Haus 11 ist der Stier, dessen Herrscher wiederum im Wasser-mann und im 8. Haus steht: Die im Gemeinschaftlichen liegenden „Ehrenmaßstäbe“, bestehenden Traditionen und Umgrenzungen werden aufgehobenermaßen im Haus der Bindung an Bilder umgesetzt. Im 8. Haus ist man außerpersönlich verpflichtet, überwindet die eigenen Bedürfnisse. – Wassermann im Pluto-Haus ergibt eine Pluto-Uranus-Komponente, Venus in 8 ist Venus-Pluto: Die Verdrängung der Herkunft in der Welt in der Welt. Die Venus steht gleichzeitig im Mittelzeichen des Verbundes, ist also für die Durchführung der Ausgangslage des Fischs und des Neptuns in 5 und im Skorpion  zuständig: Die in Auflösung befindliche Lebenswelt, deren Dasein erschwert und fremdbestimmt (Spitze Haus 5 auf 27°30‘ Waage alias Sonne-Saturn-GSP) und mit Kampf gegen die Bestimmung angefüllt ist, führt zu einer Parallelwelt.

Im Steinbock – dem dritten Zeichen des Verbundes – steht die Sonne auf einem Jupiter-Uranus-GSP: Im Begegnenden und am Partner/im Gegner sowie im Denken wird die Parallelwelt formiert, anschaulich gemacht und kommt auch ohne Herdenintegration zu einem hohen Stellenwert und zu großer Anerkennung über den Einzelnen hinausgehend verpflichtend. Man begegnet den Gesetzmäßigkeiten der Welt (in Auflösung begriffen) mit deren eigener Ausübung (Waffen).

 „1987 geriet Gibson schließlich an die Rolle, die ihn zu einem Superstar machte: In Richard Donners Lethal Weapon verkörperte er an der Seite seines bedächtigen Partners Roger Murtaugh (Danny Glover) die Rolle des psychisch labilen, zu Gewaltausbrüchen und zur Selbstzerstörung neigenden Polizisten Martin Riggs.“

Rollen, in denen er den Rächer spielte, den Verteidiger persönlichen Rechts nach ungerechter Behandlung von aus der Gesellschaft Verdrängten, den Vollstrecker des Rechts bzw. der Strafen – vor allem aber waren es immer Höllenwelten (Kriegsschauplätze im weitesten Sinne), in denen er sich bewegte.

Als Regisseur bereitete er ab 1992 Die Passion Christi vor, den er dann 2003 in Italien mit einem selbstaufgebrachten Budget in Höhe von 25 Millionen Dollar[1] drehte. Gibson kündigte an, den Film in den aramäischen Originalsprachen und ohne Untertitel zu drehen, was ihm seitens seiner Kritiker Zweifel am Erfolg einbrachte. Der Film, dann doch mit Untertiteln, erreichte 2004 einen Platz unter den bis zu diesem Zeitpunkt zehn kommerziell erfolgreichsten Kinofilmen.

Wie in dem 2006 realisierten Film Apocalypto gab es in Die Passion Christi explizite und exzessive Gewaltdarstellungen, was heftige Proteste von unterschiedlicher Seite auslöste. Saturn-Mars im Skorpion im 5. Haus: eine gewaltige und gewalttätige Lebenswelt, die hier filmisch umgesetzt wird. Es geht nicht zimperlich zu, auch im echten Leben von Mel Gibson nicht, und er bewegt und bewegte sich auf einer schmalen Linie zwischen der hellen und der dunklen Seite. (Gibson: „Das Böse ist verlockend und anziehend.“) Der Titel eines seiner Filme als Schauspieler trifft es vielleicht gut: der Mann ist eine tödliche Waffe (durchaus mit Humor!) und hat dabei neun Kinder gezeugt.

Racheengel Gibson, witzig und tragisch, ist als Krebs-AC an Geschichte interessiert und macht diese auch zu seinem Spielfeld, wahrhaftig im Wesen, und doch seinen Schatten ausgeliefert. Mit der Opposition von Uranus zu Merkur von Haus 1 zu 7 wird er zum „Füßetreter“ – irgendjemandem tritt er mit seinen Themen immer auf die Füße. Der Vater Gib-sons – Hutton Gibson, geboren am 26.8.1918, wurde 101 Jahre alt – war tiefgläubiger, tra-ditioneller Katholik, Priester, der er werden wollte, wurde er nicht, sondern arbeitete als Eisenbahner, später Schriftsteller. Er trat der katholischen Splittergruppe der Sedevakantisten[2] bei. In diesem tiefgläubigen Traditionalismus wuchs der Junge auf: Fische in 10 und Neptun in Haus 5, wobei der Vater als bei einem Sohn im 4. Haus angesiedelt als „Jungfrau“ steht. Der IC steht mit 21°38‘ natürlich ebenso auf dem Pluto-Uranus-GSP: Der Junge wuchs in einem Haushalt auf, in dem ein traditioneller Katholizismus gelehrt wurde, der Nächsten-liebe propagierte, das Leben als „willkommen“ erachtete (10 Kinder, und die Frau?), alle Andersgläubigen und auch Anhänger anderer Sexualorientierung jedoch ablehnte. Sein Vater war offener Antisemit, Holocaust-Minimierer und religiöser Fanatiker[3]. Der Vater siedelte die komplette Familie von den USA nach Australien um, nachdem er in einem Lottospiel gewonnen hatte.

Mond wie auch Sonne des Jungen Mel haben keine Aspekte[4] zu anderen Planeten, auch die Venus bleibt ohne Aspekte. Unaspektierte Planeten sind ins übrige Horoskop nicht eingebunden, sie führen ein gewissermaßen „unabhängiges Eigenleben“, haben genau deshalb eine herausragende Stellung. Sie können dafür verantwortlich sein, dass sich Potentiale ins Negative verkehren. Den Zugriff auf Sonne, Mond und Venus muss sich in diesem Fall Gibson erarbeiten. Sonne im Steinbock: um die Weltordnung bemüht, sucht absolute Kategorien, ist detailgenau, perfektionistisch. Mond in der Jungfrau/fast 0° Waage: am Übergang vom II. in den III. Quadranten mitten in seinem Empfinden. Da fällt mir glatt ein Tennisspiel ein, und ein Zuschauer, der den Ballwechsel verfolgt, den Kopf mit dem Schlag des Balls unter Stöhnen der Spieler hin und her wendend. Venus in Haus 8 und im Wassermann: das Vakuum. Horror vacui in der Kunst – alle leere Flächen müssen zwanghaft befüllt werden. Geht zurück auf Aristoteles[5]: Die Natur kennt kein Vakuum.

[1] Das entsprach  in etwa seiner damaligen Gage als Hauptdarsteller in einem Film.

[2] Gruppe radikaler Katholiken, die das 2. Vatikanische Konzil ablehnen. Das 2. Vatikanische Konzil von Oktober 1962 bis November 1965 brachte diverse Reformationen und Modernisierungen der Katholischen Kirche mit sich. Darunter die Anerkennung anderer Religionen und das Recht auf Religionsfreiheit.

[3] http://duoscope.blogspot.com/2015/01/portrat-wahn-und-wirklichkeit-des-mel.html

[4] Im Sinne der Rhythmenlehre halte ich mich ausschließlich an Quadrate, Konjunktionen, Oppositionen sowie deren Spiegel, und beziehe weder Sextile noch Trigone oder andere Winkel ein.

[5] Physik, Kapitel IV 6–9.

 

Ausschnitt aus einem Kapitel in: Chroniken des Tierkreises, Teil 2. Dass sich die Analyse von Pico de Mirandola doppelt ergeben hat – tja, nichts ist perfekt.

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