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HERRSCHER VON 1 IN 6

[…] Heute werden in der Tat eine ganze Menge von äußeren Einflüssen und Ursachen hinweggeräumt, die sonst aufgesucht worden wären zum Ausgleich gewisser karmischer Dinge, welche die Menschheit in früheren Zeitaltern auf sich geladen hat. Dadurch aber schaffen wir nur die Möglichkeit hinweg, dass der Mensch äußeren Einflüssen verfällt. Wir machen ihm das äußere Leben angenehmer oder auch gesünder. […] Indem ihnen durch ein gesünderes Leben größere physische Annehmlichkeit bereitet wird, in­dem ihnen das physische Leben erleichtert wird, wird die Seele dadurch in der entgegengesetzten Weise beeinflusst; sie wird so beeinflusst, dass sie nach und nach eine gewisse Leerheit, eine Unbefriedigtheit, eine Un­erfülltheit empfinden wird. Und wenn es so fortgehen würde, dass das äußere Leben immer angenehmer, immer gesünder würde, wie man es nach den allgemeinen Vorstellungen im rein materialistischen Leben haben kann, dann würden solche Seelen immer weniger Ansporn haben, in sich selber weiterzukommen. Eine Verödung der Seelen würde in gewissem Sinne parallel einhergehen.

Wer sich genauer das Leben ansieht, kann das heute schon bemerken. In kaum einem Zeitalter hat es so viele Menschen gegeben, welche in so angenehmen äußeren Verhältnissen leben, aber mit öden, unbeschäftig­ten Seelen einhergehen, wie es heute der Fall ist. Diese Menschen eilen darum von Sensation zu Sensation; dann, wenn das Pekuniäre reicht, reisen sie von Stadt zu Stadt, um etwas zu sehen, oder wenn sie in derselben Stadt bleiben müssen, eilen sie jeden Abend von Vergnügen zu Vergnügen. Die Seele bleibt aber darum doch öde, weiß zuletzt selber nicht mehr, was sie aufsuchen soll in der Welt, um einen Inhalt zu be­kommen. Namentlich wird durch ein Leben in rein äußeren, physisch annehmlichen Zuständen der Hang erzeugt, nur über das Physische nachzudenken. Und wenn diese Neigung, sich nur mit dem Physischen zu beschäftigen, nicht schon lange vorhanden wäre, so würde auch nicht die Neigung zum theoretischen Materialismus so stark geworden sein, wie es in unserer Zeit der Fall ist. So werden die Seelen leidender, während das äußere Leben gesünder gemacht wird. […][1]

[1] Quelle: Rudolf Steiner, ANNEHMLICHES UND GESUNDES LEBEN – DIE LEERE DER SEELE, Gesamtausgabe 120, 9. Vortrag, 26. Mai 1910

Ein Spatz im Löwenkleid oder Hass ist eine starke Feder

Alle Anlagen zur Aussteuerung des Lebenstriebes gegenüber den gegebenen Bedingungen, um die Lebensfähigkeit zu erhalten. Man nimmt Lebensbedingungen und Umwelt wahr und beobachtet, untersucht und steuert sich aus. Seelisches Kalkül zur Nutzung der Umwelt.

Das Zeichen an der Spitze von Haus 1 ist im Horoskop des nachstehend besprochenen Mannes[1] der Stier. Dem geht es in erster Linie um die Selbstsicherung, Bestandsschaffung, um Dinge, die er anfassen, sehen, manipulieren kann. Der Stier ist physisch und durch seine Körperlichkeit „anwesend“. Zum Stier-AC, der am DC den Skorpion stehen hat, gehören in den Lebensbedingungen zwangsläufig Jungfrau, ganz bestimmt die Waage, die ihrerseits hier ja auch eine Venus beisteuert. Die Begegnung gehört damit quasi schon zu den Umständen, das Außerpersönliche „beobachtet“ bereits mit und steuert auch schon mal aus. D.h. diese Person ist außenwelt-bewusst – vielleicht mehr als ihrem Subjektiven guttut.

Wenn das Begegnende – und nehmen wir einmal einen Gedanken, der einem entgegenkommt – immer schon in den Lebensbedingungen inbegriffen ist, sind weder das Subjektive noch seine Schutzfunktion je gänzlich sicher, ob es der eigene Gedanke (Venus aus 1) oder ein fremder Gedanke (Waage, Venus in 6) ist. Die Lebensfähigkeit gerät in ein unlösbares Dilemma und entgehen kann sie diesem Tatbestand noch weniger. Außerdem ist hinzuzudenken, dass sowohl Stier als auch Waage aus unterschiedlichen Gründen „grausam“ sind und diese „Grausamkeit“ hier in den Bedingungen enthalten ist: Dem Stier gilt, dass das Einzelwesen, das jeweilige Seelenleben, dem Gemeinschaftlichen aller in ihm zusammengefassten Einzelwesen unterzuordnen sei, diese „moralische“ Pflicht fordert er von den Gemeinschaftsgenossen ein. Das nennt sich dann „Solidarität“ (der Vielen, derer, die in der Mitte sind). Die Waage wiederum ist so außerpersönlich über dem Subjektiven stehend, dass ihr die „Seele“ des Einzelnen zwar als Gattungsganzes beschützenswert ist, aber ebenfalls nicht als Individuum. Sie sieht das „Bild des Menschen“, wie er idealerweise zu sein habe. Das nennen wir dann „Solidarität“ (der Liebenden, derer, die sich im Außen begegnen).

Der Aszendent steht hier im Mittelfeld des Verbundes Widder-Stier-Zwillinge, der Widder beginnt im 12. Haus und enthält keine weiteren Planeten, stellt aber seinen Mars, aus dem „Nichts“ kommend, mit hintergründiger Energie (d.h. der Durchsetzungsenergie der noch ungewordenen Gestalten des Daseins) neben die Sonne in der Jungfrau und ins 6. Haus. Der Widder/Mars ist der Pionier, einer, der auf unerforschtes Land geht und es entdeckt. Mars in 6 steht auf „Kriegsfuß“ mit der vorsichtig-analytischen Vernunft, die das Subjektive schützen könnte. Er ist der Krieger in den Umständen, mehr in den eigenen, also „seines“ Landes, d.h. er wird in seinem eigenen Seelischen wie auch seinem Heimatlichen bisher Unartikuliertes und Ungenutztes erschließen und verwertbar machen.

Mars-Saturn in diesem Fall (auf den Saturn komme ich noch) ist ein harter, steiniger „Entdeckungsgang“ – es geht um den Angriff auf bestehende und formierte Ordnungen, die in Frage gestellt werden. Es bestehen real „große“ Hindernisse im Erscheinungsbild, die zu „beseitigen“ sehr viel Energie erfordert. Die aufgewendete Energie, wenn sie ins Unermeßliche steigt, zeigt allerdings an, dass hier einer gegen seine Bestimmung kämpft. Das heißt, hier ist einer, der über das Maß dessen, was ihm mitgegeben ist, hinausgehen (will), weil er seine Beschränkung nicht annimmt. Saturn an der Spitze zu Haus 2 sagt: du hast ein beschränktes, aber ein geordnetes Revier zur Verfügung, in dem du maßgeblich artikulieren und darstellen und des Volkes/der Seele Gegenwart bewahren kannst. – Das Volk, das Heimatliche kommt aus dem Mond – dem Anfangszeichen seines Sonnenverbundes.

Es folgt dem Widder der Stier der Urbarmachung. Entdecktes und für sich beanspruchtes Land wird umgrenzt, erhält Sicherungen, real und materiell geht es jetzt zu. Die zuvor frei und ungerichtet sich ausbreitende Energie wird verdichtet, was der Energie so gar nicht gefällt. Stier-AC: immer ein Ringen um die Vormacht: Mars oder Venus? Das geht mit Zerstörungspotential einher.

Die Venus ist nun für die Aussteuerung der Person an sich zuständig: eine Stier-Venus (bzw. hier gleichzeitig Waage-Venus) im Haus der Beobachtung, Analyse und Nutzbarmachung. Sie steht in einem geringen Orbis auf dem GSP von Neptun-Uranus auf 6°22‘ und in einem 5° Orbis in Konjunktion zu Jupiter. Die Venus trifft auf Erschrecken und Lähmung. Neptun-Uranus im Zusammenstehen ist die Weigerung der noch zeitlosen Gestalten des Lebens, in die Zeit und in den Raum zu springen – Neptun-Uranus ist im Phänomen Mars-Venus – und das ist hier ebenfalls gegeben.

Im Übergang von Haus 12 zu 11 ist eine allererste Entscheidung fällig, die das Individuum nicht trifft, die es aber verweigern kann. Im 12. Haus noch alle möglichen Gestalten vor sich ausgebreitet, bedeutet der Sprung ins 11. Haus, dass hier etliche Gestalten nicht mehr möglich sind. Die „Entscheidung“ lautet: Aus dir werde ein Vogel. Dafür gebe ich dir einen Himmel mit Luft, die nötigen Flügel, alle Bedingungen, die du brauchst, um dich darin zu bewegen und die nötige Zeit, die es braucht, bis du dich entfaltet hast. Dein Vogelleben wird soundso lange dauern, und du wirst vogelgemäß leben. Nun gefällt das dem Neptun nicht. Nein, sagt er, ich habe gehört, dass das Leben als Löwe viel besser ist. Gut, ich schaue, was ich tun kann, sagt die Hebamme an der Trennlinie. Und dann sagt sie: Ich entlasse dich – Spatz – in Form eines Löwen in die dem Spatzen bereitgestellten Bedingungen, du musst dich dann eben mit Hilfsmitteln bewegen. Lebe wohl. Nun lebt der Spatz in einem Körper des Löwen. Doch dieser eignet sich nicht für ein Leben in den Bedingungen eines Spatzen. Jetzt erschrickt der Neptun des Spatzen im Nachhinein vor der Erkenntnis seines Irrtums bzw. vor der Erkenntnis der Wahrheit, dass er kein Löwe ist. Die Erkenntnis ist sehr schmerzhaft – wer will schon Schmerz?

Die Augen- und Ohren-Zeugin Venus dieses Mannes ist eine Gäa im in die Subjektivität verschobenen Haus der Aphrodite (als Bewusstsein geistig und außerpersönlich). Sie wird in diesen Umständen, in die sie gestellt ist, einer Erfahrung der (notwendigen) ersten Teilung gewahr und erschrickt. Die Erkenntnis nimmt ihr jede Handlungsfähigkeit. Jupiter hält ihr die Hand, geleitet sie, dafür werden beide sogar angesehen. Das ändert nichts daran, dass das Bewusstsein von der Vernunft übernommen ist und nun im „Dienste“ der Verwertbarkeit steht. Gäa-Venus und Jupiter bringen einen weiteren Kameraden mit. Er ist nicht unbedingt mit ihnen konform, im Gegenteil: Uranus im 3. Haus signalisiert: hier besteht eine Spaltung. Das muss als Vorgang ausgeführt werden, von nun an wird gespalten, wann immer es geht. Die nicht vollzogene Trennung im Neptun-Uranus (und wir sehen auch: Neptun will nicht aus dem 12. Haus heraus. Er ist zum Zeitpunkt der Geburt rückläufig, macht also wenig Anstalten, sich ins 11. Haus zu bewegen) wird zur real zu vollziehenden Spaltung im Krebs und in Haus 3.

Das sieht nach einer Aufhebung in der Abfolge einer Ausführung des „Heimatlichen“ aus.  Heimat gelesen als eine seelische Energie, als die Innerlichkeit, die die Identität mit sich selbst in Übereinstimmung mit der Bestimmung bringt, wird mit Uranus aus diesem Selbstverständnis gerissen. Uranus im Krebs: aus sich selbst und seinem Eigentlichen enthoben, distanziert. Für die geschlossene Subjektivität eine Katastrophe und der Herausriss der Seele aus dem Leib, kann sie aber auch umgemünzt werden, sich aus dem „Tal des Dualen“ erheben zu können, den „Überblick“ zu erlangen und alte Wege zu verlassen, Reformen zu bewerkstelligen.

Aber der Mond gehört nicht zur Aszendenten-Lage, deshalb über ihn später. Die Venus mit ihren beiden Flügelbegleitern Jupiter (wohlgesonnen) und Uranus (rebellierend) geht in den Zwillinge-Merkur über. Er muss, was Stier ihm vor die Füße legt – einen Saturn tragend – regeln. „König“ im Sinne des „Meisters seiner eigenen Bestimmung“ ist er nicht, der Mann, eher ein Verwalter, einer, der Regeln umsetzt und die Einhaltung aussteuert, kenntlich macht – Zwillinge-Jungfrau-Arbeit im Revier. Merkur ist ganz knapp noch für das 3. Haus zuständig, steht im Löwen und in Haus 5:

Herrscher von 3 in 5: Schöpferischer Ausdrucks- und Gestaltungstrieb, verausgabende Lebenskraft mit den Mitteln der Darstellung und des verbalen aufweisenden Bezeichnens.

Es ist ein verhalten-aggressiver Ausdruckstrieb, den der Merkur hier im Erschaffen darstellen soll. Er darf etwas „kreieren“, aber es muss zweckmäßig, praktisch-pragmatisch und – da es mit der Jungfrau-Sonne wiederum um das 6. Haus geht – die Seele umsorgend sein. Hier ist jemand in großer Aufwühlung und sucht für die ihn verunsichernde Exposition eine Beruhigung.

Herrscher von 6 in 5: Schöpferischer und verausgabender Gestaltungstrieb mit den Mitteln des Beschreibens und Analysierens. Seelische Aussteuerung durch spontanen Ausdruck.

Merkur in Löwe in Haus 5: er erschafft Spielregeln. Spielregeln aber gehen auf Kosten eines spontanen Ausdrucks. Wäre diese Jungfrau ein Lehrer, würde sie Regeln zur Durchführung von Wettbewerben im Unterricht als „Ereigniswelt“ aufstellen. Der Merkur hat nun allerdings ein großes Problem, das mehr die anderen als er selbst spüren: er ist rückläufig. Zeit seines Lebens werden diese „Regeln“, die dieser Mann da aufstellt ihn in seiner Eigenentwicklung auf sich selbst zurückwerfen. Was er nach außen auch tut – es gilt eigentlich seiner eigenen inneren Organisation. Die Jungfrau muss ihr emotionales Durcheinander immer wieder ordnen, ein rückläufiger Merkur ist da nicht hilfreich. Das ist nichts Neues unter der Sonne – ständig haben wir es mit Menschen an höchster Stelle zu tun, die diese Achillesferse tragen und auf die Welt stülpen.

In Zeiten von rückläufigem Merkur will Unglaubbares, das bis jetzt auf Aufmerksamkeit wartete, in die Bewusstheit geholt werden. In diesem Zusammenhang ist Merkur der Agent der Erinnerung; in der Anamnese wird er – rückläufig – in die Rumpelkammer der Vergangenheit geschickt, um Verschüttetes zum Vorschein zu bringen. Statt wie der direktläufige Merkur auf Ausübungs-Ebene dem Handeln (von Hand als Gließmaß) verschrieben zu sein, ist der rückläufige Merkur von der Außenwelt abgewandt und richtet den Blick nach innen. Er ist beschäftigt mit unbewusst absorbierten Themen und Gedanken. Es kann zu undurchschaubarer Verwirrung und der Schwierigkeit, Realität und Phantasie auseinanderzuhalten kommen.

Wer einen solchen rückläufigen Merkur in seinem Grundradix hat, wird sehr häufig mit einer Art „Realitätsverschiebung“ zu tun haben. Ich habe es in einem Buch über die Kindermorde der Monika Weimar zu zeigen versucht[2] und den Forensiker und Psychiater Frank Urbaniok zitiert, der von einem ‚instabilen Realitätsbezug‘ spricht:

„Die Grundlage des Instabilen Realitätsbezugs ist die Entkopplung von subjektiven Wirklichkeitswahrnehmungen, realitätsbezogenen Kognitionen und realitätsbezogenen Emotionen. Das zentrale Merkmal des Instabilen Realitätsbezugs ist somit die fehlende Verbindung eigener Wirklichkeitskonstruktionen zu realitätsbezogenen Parametern. Frei erfundene Geschichten können so beliebig anstelle realer Geschehnisse oder ergänzend zur Realität eingesetzt werden, wenn dies einem inneren Bedürfnis entspricht (Wahr ist, was sich gut anfühlt). Aufgrund der Entkopplung entsteht kein störender kognitiver oder emotionaler Widerspruch im eigenen Erleben. Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen sind daher frei kombinierbar. […]  Der Instabile Realitätsbezug führt dazu, das subjektive Legitimität vor objektiven Wirklichkeitskriterien oder realitätsorientierten Einwänden steht. Das heisst, das was subjektiv im inneren Erleben legitim und stimmig ist, wird im Zweifelsfall nicht durch andere Überlegungen oder realitätsorientierte Erwägungen in Frage gestellt.[3]

Der Merkur steht in unserem Horoskop unter der Regie des Löwen – es handelt sich damit um einen Zweifler an der eigenen „Erschaffensfähigkeit“, einen, der sich intellektuell mit den Ausübungen des Lebens beschäftigt und einen Plan dafür sucht. Aber Löwe ist eher nicht der große Suchende – er ist behäbig, könnte seine „Krisen“ für unabänderlich und Gott gegeben halten.

Von der Verbunddeutung her gesehen gehört zur Exposition im Sonnenverbund Krebs-Löwe-Jungfrau auch der Uranus als „Mutation“ im Heimatlichen, in seinem Innersten: der Mond. Mond in der Waage und im 6. Haus. In der Waage will und braucht hier das Empfinden die Ergänzung durch Partner, verbindlich-vernünftige, kalkulierbare Partner. Waage-Venus und Jungfrau-Merkur gehen hier eine Verbindung ein. Jetzt kommt es darauf an, was diese Waage an Wirkendem, an Bildern aus dem IV. Quadranten mitgebracht hat, um im Subjektiven dieses Bild formbar zu machen.

Halten wir fest: Der ASC-Verbund und der Sonnen-Verbund enden mit einem Merkur im Löwen, nicht nur ist er rückläufig, sondern auch noch frei von wesentlich hilfreichen (außer einem Sextil zu Uranus, was ihm dazu verhelfen könnte, ohne Dünkel zwiespältige Standpunkte zu vertreten) oder auch herausfordernden Aspekten. Eine irritierbare Jungfrau mit einem Stier-EGO – das kann einiges an Kompensationsbewegungen bereithalten. Das Lebensergebnis bzw. die Finalität des Mannes lesen wir im MC ab: Steinbock mit dem Saturn in den Zwillingen an der Spitze von Haus 2: ein gestrenger und harter „Vollstrecker“, bestenfalls ein gerechter, schlimmstenfalls ein von Hass und Groll fehlgeleiteter – wie bereits gesagt – Verwalter. Im 10. Haus inbegriffen ein Pluto aus dem Skorpion in Haus 7: Macht erhält er vor allem Dingen aus der Begegnung mit vorstellungsgebundenen, leitbildorientierten Partnern oder Ideologien.

Ich muss eine kleine Anekdote erzählen. Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht im Kapellenweg in Harburg. Eine Gruppe von Männern und Frauen im Alter von 30 bis 50 Jahren vor mir, ein Hospitant neben mir. In den 90ern gab es eine Welle von Zuwanderern (sog. Russland-Deutsche) aus Kasachstan, viele davon auch in meinem Kurs, mein Hospitant ein junger, aus Kaliningrad gebürtiger Mann. Seine Aufgabe bestand darin, einen Text aus dem Buch vorzuentlasten (so heißt es auf Fachdeutsch), d.h. einige unbekannte Wörter mit Beispielen einzuführen. Das gelang ihm auch ganz gut, nur eines der Wörter, die die Teilnehmer nicht verstanden, hatte er ausgelassen – und auch nicht vorbereitet. Sie kam, wie sie kommen musste, die Frage: „Was heißt ‚schrecklich‘?“ Er überlegte einen kurzen Moment, ich erinnere mich, dass er mich fragend anblickte und ich nickte (aber nicht wissen konnte, was er vorhatte). Er stand auf, nahm eine – wie er meinte – furchterregende Körperhaltung ein, reckte die Arme nach oben, zeigte Krallen und begann zu knurren. „Schrecklich, schrecklich“, knurrte er und bewegte die Arme hin und her. Die Kursteilnehmer blickten mich überrascht an. „Schrecklich“, knurrte er jetzt lauter, „Iwan, der Schreckliche!“ Und klopfte sich auf die Brust. – Sie dürfen jetzt lachen.

Also, Iwan, der Schreckliche. Das ist der Mann zu obigem Horoskop. Gelebt hat Iwan IV. Wassiljewitsch von 1530-1584 und er war der erste Großfürst von Moskau, der sich zum Zaren von Russland krönen ließ. Sein Beiname ist auf Russisch Grosnyj, was so viel heißt wie: streng und furchteinflößend.[4]

Der Junge war bereits mit 8 Jahren Vollwaise, er blieb zwischen den Machtkämpfen der Bojaren[5] um den Thron bzw. die Vormundschaft über das Kind zurück. Der achtjährige Iwan und sein jüngerer Bruder waren den Intrigen, Gerüchten und verschiedenen Maßnahmen des übermächtigen Bojarenrates unter Führung der alten Bojaren Iwan und Wassili Schuiski nahezu schutzlos ausgeliefert. Ein liebloses, unbehaustes Kinderleben unter „Wölfen“, denen nicht zu trauen war (Mond in Spiegelquadrat zu Saturn) und in ständiger Selbstbehauptung und Aussteuerung gegen Hinterhalte (der Feind saß im eigenen Haus, Mars-Sonne – der Königsmörder bzw. der ermordete König im Schott von Sonne-Pluto). Im Alter von 13 Jahren wurde sich der Junge seiner Macht wohl zum ersten Mal bewusst und ließ am 29. Dezember 1543 den führenden Bojaren Andrei Schuiski von der Kremlwache ergreifen und von ausgehungerten Jagdhunden zerreißen. 16-jährig ließ sich Iwan IV. vom Metropoliten von Moskau am 16. Januar 1547 zum Zaren krönen. Die Zeremonien der Krönung beruhten auf dem Vorbild byzantinischer Kaiserkrönungen und sollten seine Macht und Erwähltheit betonen (z. B. durch das Überschütten mit Goldmünzen). Iwan begann nun die Macht der noch immer vom Zaren unabhängigen Bojaren zu Gunsten der Umgestaltung des Staates zu beschneiden. Durch kluge Reformen von Verwaltung, Rechtswesen und Heer stärkte Iwan IV. die Zentralgewalt und förderte den niederen Dienstadel auf Kosten der einflussreichen Bojaren. Er enteignete sie und überführte ihr Land – z.T. sehr fruchtbare und ertragreiche Ländereien – in Staatseigentum. Was als „friedliche Reformen“ begann, kippte später zunehmend.

1560 – davon wird weiter unten noch zu schreiben sein – starb seine erste, acht Jahre ältere Frau Anastassija Romanowna Sacharjina, die er 1547 geheiratet hatte. Sie hatten sechs gemeinsame Kinder. Sie soll der einzige Mensch gewesen sein, den er nach seiner Mutter wirklich liebte. Bei Nachricht von ihrem Tod[6] schlug Iwan IV. vor versammeltem Hofstaat den Kopf gegen die Wand, bis er blutete, schrie und tobte wie ein Rasender. Seine Gemütsschwankungen, seine Launenhaftigkeit und sein Jähzorn – Sonne-Mars – unbeherrschbare Gewalt gegen andere, aber auch gegen sich selbst. 1560 wird von vielen Kommentatoren als eines der Wendejahre im Verhalten des jungen Zaren genannt.

Iwan heiratete nach seiner zweiten Frau innerhalb eines Zeitraums von neun Jahren (1571–1580) noch fünfmal. Diese Ehefrauen starben entweder eines ungeklärten Todes oder wurden von ihm verstoßen und in Klöster verbannt. Aus seinem tiefen Misstrauen heraus, das auch vor seinen Gemahlinnen nicht halt machte, soll er diese im Schlaf in der Hoffnung, dass sie reden und ihre wahre Meinung über ihn verraten würden, belauscht haben. Wir werden noch sehen, wie dies alles entscheidend mit den Vorkommnissen in den Jahren 1553-1560 zu tun hat.

Zwischen 1565 und 1572 – das war dann bereits nach seiner „Wandlung“ – entstand die Opritschnina ein speziell verwaltetes und direkt dem Zaren unterstelltes Gebiet innerhalb Russlands. Zur Durchsetzung seiner Machtansprüche schuf Iwan eine spezielle Militäreinheit, die Opritschniki. (Hier haben wir ebenfalls eine Erscheinung des Saturn in Haus 2). Die ihm verhassten Bojaren erhielten lediglich minderwertiges Land an den Staatsgrenzen oder wurden gänzlich enteignet und in Klöster verbannt. Das brachte ihm keine Freunde ein. Allein zwischen 1563 und 1575 ordnete der Zar neun Massenexekutionen an, seine Opritschniki wurden zu Handlangern (sie waren seine Leibwächter, Spitzel, Häscher und Henker) bei der Ermordung Tausender.

Was er nach dem Bruch im Jahre 1560 an Grausamkeiten im Land trieb, tat er bereits zuvor zur Erweiterung der Landesgrenzen nach außen: er führte Kriege. Mit seinen Versuchen, einen Zugang zur Ostsee zu schaffen, begann der internationale Aufstieg Russlands und dessen Mitgestaltung der Belange der europäischen Staaten. Im Spätherbst 1557 – da war er 27 Jahre alt – führte Iwan IV. eine 40.000 Mann starke russische Armee über die Grenze und griff im Januar 1558 Livland an. Am 11. Mai 1558 gelang den Russen mit der Eroberung von Narwa der direkte Zugang zur Ostsee. – Die genauen Wege und detaillierten Stationen kann man u.a. in der von Ian Grey verfassten Biographie [7] nachlesen.

Eine Herrschaft mit entfesselten und unangebundenen Energien? Es zeigt sich ein Muster: Misstrauen, das über die unsicheren Kinderjahre hinweg paranoide Züge annahm (Merkur rückläufig hat keine Chance, sich außerhalb seiner selbst zu reflektieren) bei gleichzeitiger Begegnung mit dem „Abgründigen“ – der Junge hatte von Anfang an im Begegnenden die dunkle Seite der Macht vor sich. Irritierbar im Jungfrau-Verhalten und leicht beeinflussbar, musste er sich ein Bollwerk des Schutzes erschaffen. Er hatte kaum Möglichkeiten, unterscheiden zu lernen, wer innerhalb der Mauern seines Palastes Freund und wer Feind war. Angst beherrschte sein Leben, und die flackernde Unruhe, in der Ausübung seines Reviers gefährdet zu sein. Der Mann war nicht erst am Ende seines Lebens total isoliert und vereinsamt.

Wenn er auch im heutigen Sinne alles andere als ein „Systemsprenger“ war, so war er doch ein Kind, dem man hätte zeigen müssen, wie es mit seiner Wut und dem ererbten Groll umgehen konnte. Stattdessen wurden Hass und Furcht die Lehrer des Jungen Iwan. Religiös soll er gewesen sein. Doch diese „Religiosität“ – ich schaue auf den Neptun in Haus 12 – war ein hilf- und auch erfolgloser Versuch, die Dämonen zu bannen. Oder was sonst ist Religion? Dieser Neptun in den Fischen[8] (auf einem GSP Sonne-Uranus) ist ein zaudernder, nicht ins Leben wollender Neptun. Er verweigert den Übertritt in die Zeitlichkeit, d.h. er wird gar nicht erst gefragt; wir sehen, welche verheerende Wirkung eine Angst bekommt, wenn sie sich mit der „falschen Größe“ zusammentut – Sonne-Uranus – die Bedrohungsangst, die Gefahr läuft, paranoid zu werden. Hier ist sie eingeschlossen.

Mindestens drei vertraute Gefährten hatte der als potentiell bestimmender und strenger, aber auch schwacher Mensch angelegte Mann in den ersten Jahren seiner Herrschaft zur Seite: Silvester, Gelehrter aus Novgorod, Priester[9] und neben seiner Religiosität auch ein Mann mit Sinn für praktische Lösungen. Der Jupiter an der Seite der paralysierten Venus. Silvester soll zumindest zu Beginn zwei Ziele verfolgt haben, nämlich einerseits den jungen Zaren „umzubilden“ und andererseits die Missbräuche in der Regierung des Landes auszumerzen. Ein weiterer Helfer war ihm dabei der Metropolit Makarij, der sämtliche Reformen mittrug und unterstützte. Silvester und Makarij[10] stimmten in weltlichen Dingen überein, nicht aber in kirchlichen Fragen. Der dritte Vertraute, engster Verbündeter von Silvester, Alexej Adašev[11] diente dem jungen Zaren als zuverlässiger Hofmann. Er wurde sein Kämmerer – der stabilisierende Saturn (der das Temperament des Mars im Zaum hält?)[12] Die Reformperiode des „Auserwählten Rates“ (Isbrannaja Rada), zu dem diese drei Männer gehörten, dauerte von 1549 bis 1560[13] und endete mit seinem Sturz.

Das Jahr 1560 leitete die unbeschränkte persönliche Herrschaft Iwans IV ein, und ist ein Jahr einschneidender Ereignisse. Iwan ist jetzt in seinem 30. Lebensjahr. Ich greife einmal den 7.8.1560 heraus. Anastassija Romanowna Sacharjina-Jurjewa, die erste russische Zarin und seine erste Frau seit 13 Jahren, war im Juli in eine tiefe Agonie gefallen, der sie nun erlag. Monatelang aber war sie zuvor schon krank gewesen, seit einer Reise im Oktober 1559 nach Mošajsk hatte sie sich nicht mehr erholt. Als es im Sommer 1560 zu einem Großbrand in Moskau kam, bei dem viele Menschen ums Leben kamen, wurde die Zarin aus dem Palast evakuiert und kehrte nicht mehr zurück.

Sie war diejenige, die den jungen Iwan am besten hatte stabilisieren können, vielleicht die Mondene, mit dem Mond in der Waage, der ihm eine „schöne Heimat der Gerechtigkeit“ verhieß, und der in Spiegelkonjunktion zu seiner Sonne stand, sie war, obwohl sie für den Mond stand, sicherlich die Tagseite seines Gemüts.[14] 1560 war der Livländische Krieg wieder aufgeflammt, Silvester[15] (und dann auch Adašev) brachten sich mit mehreren „untreuen“ Fehlentscheidungen bei Iwan immer weiter in den Verdacht, dass er und die Zarin Zielscheibe „listiger Anschläge“ werden sollten. Die alten Vertrauten klebten sehr an ihren Ämtern, für die sie im Hintergrund auch Beziehungen zu den Bojaren pflegten. Anastassija (vermutlich aus Konkurrenzneid wegen ihres Einflusses auf den Zaren und wegen ihrer beiden Brüder (die Zacharini), die im Falle eines vorzeitigen Todes des Zaren an die Regierungsmacht gelangt wären) mochten sie nicht.[16] War sie doch zeitgleich mit seiner Krönung und der „Arbeitsaufnahme“ Silvesters und Adaševs aufgetreten – ein Dorn im Auge ihrer „Machenschaften“, die sich seit Iwans Erkrankung im März 1553 unheilvoll häuften.[17]

Der Verrat, auf den das alles hinauslief, hatte sich also bereits in Iwans 6. Jahr der Herrschaft angebahnt: schwacher Zar – starke Bojaren, und sowohl Silvester als auch Adašev (denen er ja fast blind vertraut hatte) standen nicht mehr uneingeschränkt auf der Seite Iwans. Zwar genas der Zar von seiner Krankheit und machte sich mit Frau und seinem Sohn Dmitrij auf eine Pilgerreise zum Dank für die Genesung (an deren Ende der kleine Sohn in seinem ersten Lebensjahr[18] starb) und doch hatte sich grundsätzlich etwas im Reich verändert, das in den folgenden 6 Jahren weiter anwuchs. In meinem Versuch, noch ein wenig mehr herauszufinden, fand ich Artikel von Hans Hecker und Richard Hellie, die jeweils mit unterschiedlichen Ergebnissen dem Zaren eine Krankheit unterstellen, die ihn zu seinen „Greueltaten“ verleitete. Doch ich habe Vorbehalte gegen die tendentiösen psychologischen Etiketten von „Wahnsinn“ und Psychose. Wir müssen nicht spekulieren, sondern können anhand von Transiten und Septaren ziemlich genau herauslesen, was die Auslöser gewesen sein können, bzw. was an Zeitqualität anstand. Die Jahre 1553-1560 fallen in zwei unterschiedliche Perioden: in der ersten war der junge Mann in seinem 21.-28. Lebensjahr (der Phase der „Entdeckung der eigenen Seelenwelt“), in der nächsten Periode (zwischen 28. und 35. Jahren) war die „Entdeckung der eigenen Souveränität“ angesprochen.

Transit gerechnet auf den 1. März 1553 Das 4. Septar, gültig von 1551j-1558j

Die „Dynastische Krise“ im Jahr 1553: Zuständig ist das 4. Septar mit einem Schütze-AC und dem Jupiter in 1 – Zuwachs, Erweiterung, weites Land und offenes Denken – man ist auf Mission, die Sonne befindet sich im 9. Haus und im Funktionsfeld der anderen – der Mars steht in der Herausforderung durch Begegnendes – ist Herrscher von 4: der Feind im eigenen Land treibt den „Partner“ (hier den Gegner) erst ins Denken und dann in Kämpfe mit den Begegnenden. Das ist ein oft zu beobachtendes Geschehen: der in die Kritik geratene Landesherr löst Konflikte im Inneren, indem er andere im Außen angreift. In diesem Fall sind die Grenzen zu den Nachbarn und auch deren Darstellung aufgelöst, nicht existent, ein Machtübergriff auf Territorien. Pluto ist in diesem 4. Septar bereits vom Steinbock in den Wassermann gewechselt. Im Grundradix steht er auf 25°49‘ Steinbock – dort stand der Pluto des 28.12.2021 exakt.

30 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion war am 28.12.2021 Russlands Präsident Wladimir Putin[19] für eine weitere Zusammenarbeit mit Ländern des früheren Riesenreichs. Bei einem Treffen der von Moskau angeführten Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) sagte er dem Kreml zufolge, in den vergangenen Jahrzehnten habe sich vieles dramatisch verändert. Die Gründung der Organisation im Dezember 1991 sei deshalb mit Blick auf Fragen der Sicherheit und der Wirtschaft gerechtfertigt gewesen. Es erging eine Warnung: Moskau „forderte“ vom Westen verbindliche Sicherheitsgarantien, u.a. solle die Nato keine weitere Osterweiterung vornehmen. Wie das ausging, wissen wir inzwischen.

In jenem 4. Septar kam der junge Zar etwa im März 1553 im Fügungsrhythmus mit 7 Monaten/Haus auf 22°35‘ Waage (die Venus in Konjunktion zu Merkur in Jungfrau in Haus 9 – „Wir schauen uns die Bedingungen der Gegenwart an“) in der Nähe des Schnitts ins Gefüge eines Jupiter-Mars-GSP. Im Phänomensrhythmus auf 25°51‘ in den Fischen; auf 25°30‘ befindet sich ein Mars-Neptun-GSP („Ist der Neptun verleugnet, rächt sich der Mars“). Mars also auch hier zweimal angesprochen, und mit einem Quadrat zu Sonne – das ergibt Austreibungsfieber, sprich eine Infektion.

Am 1.3. – ich nehme dieses Datum, es könnte sich um einen möglichen Zeitraum bis zum 12.3. gehandelt haben – steht in diesem Septar der transitierende Mars in Opposition zu seinem Pluto. Die Gefahr des „Königsmords“ ist also real und gegeben. Die Auflösung der Bewegung in den Umraum bzw. die „Machtübernahme“ durch Pluto in Haus 3 (im Transit hierhin gewandert) ist ebenfalls vorhanden. Etwa um den 23.3. wurde Neptun in Haus 3 angetroffen, während Iwan im Fügungsrhythmus über den Saturn-Uranus-GSP lief: Reformstau, Lebensstau und der Gang durchs Wasser. Saturn und Uranus stehen als Konjunktion auch im 8. Haus und müssen über den Krebs ins 7. Haus. Eigentlich – doch Mond in Haus 12 im Skorpion hält die Gegenwart zurück und schickt stattdessen in die Isolation. Hinweis darauf, dass er sich „eigentlich“ auf sein eigenes Leben besinnen soll: heraus aus der Welt, heraus aus der Zeit – mit der Pilgerfahrt hatte er schon den Impuls.

Herrscher von 11 in 2: Selbstsicherung und Verankerung im Sozialgefüge durch Aufhebung bisheriger Maßstäbe und Grenzen. Man grenzt sich ab, indem man bisherige Maßstäbe nicht mehr beachtet (Luftwurzelsicherheit).

Herrscher von 12 in 2: Selbstsicherung und Verankerung im Sozialgefüge mit den Mitteln der Überwindung von Anpassung an Vordergründiges. Konkrete Selbstabgrenzung nicht mehr möglich. Verankerung im Indirekten.

Transformation und Prüfung der bestehenden Bindungen an Partner, was die mögliche Auflösung der Bindungen einschließt. – Der junge Mann hat Macht, er muss auch seine Partnerin „schützen“ und hält daran fest: folglich „Zwangsintegration“ in die Gemeinschaft des Staates. Im Juni 1553 und nach dem Übertritt über den IC ins 4. Haus und weiterhin der Waage im Fügungsrhythmus folgte daraus die nächste „Verletzung“: der designierte Thronfolger, um den es in der „dynastischen Krise“ gegangen war, ertrank. In dieser Krise ist der Neptun des Grundradix aus dem 12. Haus ins 3. Haus als reales Wasser gelangt. Die Krankheit hätten ihn und das Kind retten können. Doch so läuft es eben nicht bei einem bestehenden Mars-Saturn.

Das 5. Septar, gültig von 1558j-1565j Transit gerechnet auf den 7.8.1560

Im Zeitraum 1553-1560, der mit einem Verrat endet, wird ab 1558 das 5. Septar zuständig. Am Ende des ersten Viertels etwa: Mitte-Ende Mai 1560 (dann nochmals 1563). Im Fügungsrhythmus ist der MC auf einem Uranus-Neptun-GSP, im Phänomensrhythmus ebenfalls Uranus-Neptun-GSP bereits einige Tage vorher, erreicht. Die Venus aus dem Grundradix steht dazu im Quadrat (sie ist ja paralysiert).  Wie mutet das Septar an? Nicht nur der Mond steht jetzt in Haus 12 wie im 4. Septar, sondern wir sehen eine Mond-Neptun-Konjunktion im Widder im 12. Haus – eine weiße Jungfrau tritt in den Hintergrund, sie ist das dem Neptun gebrachte Opfer. Dort kommt sie nicht mehr heraus, denn Neptun (der im letzten Septar Ausgang nach Haus 3 hatte), ist wieder rückläufig und behält sie nur zu gern. An seiner Statt schickt er selbst seinen Mars zum Merkur ins 6. Haus. Herrscher von 1 in 6 – Widder-Mars: die Umwelt im Kalkül der Seele wird „aufgemischt“. Die verletzte Seele wird in ihren Bedingungen zerschnitten und kann sich nicht aussteuern. Kein Septar ist unabhängig vom vorangegangenen. Die Entscheidung Iwans, mit dem Pluto in Haus 2 sich und seine Macht weiter in der Mitte der Kollektive zu sichern, hat die Art und Weise, wie die Konstellationen im folgenden Zeitabschnitt gelebt werden können, eingeschränkt. Er war dem Jupiter und dem Aufruf zum „Kampf“ gefolgt, jetzt lässt ihn der Kampf nicht mehr los. Der IC aus dem letzten Zeitabschnitt ist zum AC geworden. Saturn als Herrscher von Haus 10 und 11 steht in Haus 5 und im Löwen (der bockige König) in Opposition zu Pluto in 11. Da stehen Machtinteressen gegeneinander. Machtvolle Partner bestimmen darüber, wie weit dieser Mensch geht. Wir wissen nicht, was er gedacht hat. Wir wissen aber, dass ein in die Ecke gedrängtes verletztes Tier um sich beißt. Der Jungfrau-Mann, auf 11°:

25. und 26. August

[Es] […] ist um die Geburtszeit der Vater in seiner beruflichen Entwicklung behindert oder gestört, sei es durch äußere Einwirkungen oder durch Meinungsdruck seitens der Umwelt. Hier kommt jedoch dazu, dass die Familie in traditioneller oder weltanschaulicher Weise tief verwurzelt ist.

So kann sich die in das Kind eingepflanzte Außenwelt-Beunruhigung, der Vertrauensmangel gegen Formen und Zuständigkeiten der Umwelt, die Irritierbarkeit und flackernde Unruhe nicht ohne weiteres nach außen durchsetzen. Bei einem Schutzverhalten von „Haltungsehrgeiz“, von kühler Distanz und kritischer Beobachtung kommt es letztlich zur Einfügung in traditionelle Formen, oft bei „innerer Emigration“. Die „Position des bloßen Zuschauens“ wird dabei in eigenständiger wie konstruktiver Initiative bei starker formaler wie organisatorischer Kraft verlassen. Die Gefahr der inneren Distanz aus Vertrauensmangel kann zum Menschenverächter machen, der im eigenen Narzissmus die Wirklichkeit der Umwelt nicht mehr wahrnimmt und damit leicht in Umstrittenheit gerät.

Kennzeichen: Innere Emigration[20]

Dem ist nichts hinzuzufügen. Ein Menschenverächter – das war er wohl schon mit 14… jetzt ist er knapp 30 Jahre alt und das „Tier“ bricht aus. Gemäß des Septars dürfte dieser Ausbruch etwa auf dem erreichten Uranus in Haus 4 erfolgt sein. Er steht auf einem Mars-Jupiter-GSP, hat eine Opposition zu Jupiter an der Spitze von Haus 10 zu 11. Sowohl am 1.12.1560 (im Phänomensrhythmus erreicht) als auch im Fügungsrhythmus am 19.5.1563 werden sich entscheidende Ereignisse finden. Zu dieser Zeit sind die 0° Steinbock einmal überlaufen und werden es im August 1563 noch einmal – dann in die andere Richtung – werden. Es ist die Zeit der Befreiung von der Vormundschaft sowohl von Silvester wie auch Adaševs. Nominell war Iwan schon seit 1549 Alleinherrscher, nun ist er es ganz. Beide jagt er innerhalb dieses Zeitraums vom Hof.

Der Saturn ist insbesondere wegen der Erscheinungsseite des Mars-Merkur in der Waage interessant: Es schwingt ein Neptun-Saturn mit, die Lebenskonkurs-Konstellation bei untergegangenem Neptun und fremdbesetztem Saturn. Zwischen Januar und März 1562 werden die beiden angetroffen. In das Jahr 1562 fiel der bereits 1560 wieder aufgeflammte Krieg mit Livland, der Versuch, mit einer dynastischen Heirat mit einer der beiden Schwestern Sigismund II. Augusts (späterer König von Polen), diesen zu befrieden und an Moskau zu binden, scheiterte. Stattdessen heiratete Iwan im August 1561 – 6 Tage nach seinem 31. Geburtstag und ein Jahr nach dem Tod der Zarin – die Tochter eines kabardinischen Fürsten. Auch dies eine politische Heirat und Kalkül. Am 15.2.1563 gelang den russischen Truppen immerhin die Eroberung von Poloszk. Bei einer Mars-Saturn-Opposition (Mars im Steinbock auf 9° alias Pluto-Uranus-GSP – eine Austreibung der Verdrängung aus der eigenen Herkunft) soll Iwan den ersten „eigenhändigen“ Mord begangen haben. Uranus und Neptun stehen in diesem Zeitraum in Opposition zueinander – es ist Halbzeit des „großen Neptun-Uranus-Zyklus“, der im Dezember 1487 auf 29°40‘ Skorpion begonnen hatte. Beide Planeten befinden sich in den ersten Graden von Zwilling bzw. Schütze. Neptun ist angetreten, bestehende Kommunikations- und Darstellungsweisen zu „klären“ (oder führt zu Verklärung), Uranus hebt bestehende Gefüge auf, sofern sie nicht gewachsen sind, und fügt sie neu zusammen. Es geht um Neuverteilungen auf der „Landkarte“. Der laufende Pluto auf 12°41‘ in den Fischen (wo er Informationen und Programme ins Unbewusste aller einspeist) „drückt“ auf die Jungfrau-Sonne. Der Zwang der Macht und der Zwang zur Macht, der die eigene Schwäche verdeckt. Und da er seit Monatern auch in Opposition zu Mars verweilt: der drohende Schatten der Königsmörder ist lang; dass der Neptun im 12. Haus – im Grundradix – auf dem Bedrohungspunkt Sonne-Uranus „Amokphantasien“ hat, ist daraus ablesbar. Der Mann muss wahnsinnig vor Angst gewesen sein.

Blicken wir auf diese wichtige Konstellation Mars(-Sonne[21])-Saturn: Bei einem bestehenden Quadrat von Mars-Saturn (und Saturn im I. Quadranten) liegt hier u.a. eine chronische Gelenksentzündung nahe, ein Nicht-Durchdrücken-Können der Knie, ein demütiges Knien unmöglich! Die Mars-Saturn-Erkrankung bleibt aber nicht nur auf den Körper beschränkt: sie ist quasi eine Schicksalserkrankung. Iwans Schicksalserkrankung.

Es ist diese Konstellation eine Diagonale im Engramm der Funktionalismen in der Rechtlosigkeit. Ohne Teilung aus dem Ungeteilten in die Zeit hinein im „Ursprung“ unterbleibt auch die Entstehung von Raum bzw. Revier. Sofern die Endlichkeit nicht als Pol zur Unendlichkeit hinzugetreten ist, entsteht kein Dasein. In den Revieren ist man folglich als Vorgang tätig, und erhält keine Zugehörigkeit.

Erscheinungsseite                              Mars-Merkur (I. Quadrant)

Diagonalen                                         Mars-Saturn und Merkur-Neptun

Rückseite und Lösung                      Saturn-Neptun

Lücke                                                  Uranus alias Venus

Schotts                                               Mars-Neptun und Saturn-Merkur

Das Engramm beinhaltet neben Mars-Saturn die Diagonale Neptun-Merkur (ausufernd in der Bewegung in den Umraum und unsicher in den Entfernungen) und die Erscheinungsseite Mars-Merkur (mit einer versehrten Form energiereich in den Ausübungen). Als Schott und Endkonsequenz ergibt sich Saturn- Merkur, dem von Anfang an Neptun-Mars fehlte. Die Lücke des Uranus-Venus (Raum und Zeit des eigenen Daseins sind aufgehoben, die Zellbildung ist nicht möglich) ist damit die Voraussetzung dafür, dass sich die Regelung der Bestimmung in Fremdbestimmtheit und Isolation vom eigenen Dasein ergibt. Mars-Saturn ist eine schmerzhafte Herausforderung, beinhaltet an Möglichkeiten sowohl eine nahezu unglaubliche Zähigkeit und ein überragendes Durchhaltevermögen, ist aber auch im Falle der Verfangenheit im Falschen ein Rausch von blindem Hass: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Er ist der göttliche „Ringer“, auch ein potenter, und nicht gerade zimperlicher Begatter mit einem schwer zu sättigenden Trieb.

Über die Regression des rückläufigen Merkur und die Aggression des Mars bei der Sonne in Zusammenhang mit dem Mars-Saturn ergibt sich bereits ein astrologisches Bild. Wir brauchen die Psychologie nicht. Vervollständigt wird es durch die Jungfrau-Betonung und den ausgefallenen Neptun: eine permanente Überforderung im Leben schreit nachgerade nach dem Herauslösen aus der „Realität“, in die er gesetzt war. Je näher sie ihm kamen, um so mehr schlug er um sich. Ihm machte eigentlich weniger die Isolation zu schaffen, als die Tatsache, dass man ihn nicht in Ruhe ließ und er sich in sich selbst nicht mehr fand.

Als Ende des Jahres 1563 sein Bruder Jurij starb, entschied die Witwe, ins Kloster zu gehen[22], wohin Iwan sie mit großem Tross begleitete. Er soll beim Anblick der kahlen Zelle zornig geworden sein (Mond-Neptun ist der Rückzug in die Isolation, die auch ihm eingeschrieben ist) und angeordnet haben, sie solle mit Möbeln und Luxus des Hofes ausgestattet werden. Da will einer wieder nicht vom Jupiter lassen, dem Jupiter-Venus in den Bedingungen. (Ist die Seele leer, umgibt sie sich mit Komfort – s. Zitat Rudolf Steiner). Im Septar steht er just auf dem Neptun-Mond und will die Einsamkeit (die eigene, nicht die der Schwägerin) auffüllen.

Am letzten Tag des Jahres 1563 verstarb der Metropolit Makarij im Alter von 81 Jahren – es fallen damit kurz hintereinander mehrere verlässliche und berechenbare „Korrekturfaktoren“ aus – das „Heim“ wird leer. Noch nicht genug:

Fürst Andreij Kurbskij, der Befehlshaber der russischen Truppen[23] an der Westgrenze, der mit ihm Kasanj erobert hatte, sein enger Vertrauter und Statthalter in Livland, verriet im April 1564 den Zaren und wechselte auf die Seite Polens über. Dessen König Sigismund II. August beschenkte den Überläufer mit großen Ländereien. Schließlich führte Kurbskij polnische Truppen gegen die Russen in den Kampf. Im April 1564 wurden Saturn und Jupiter in ihrer Konjunktion wieder direktläufig im 4. Haus des Grundradix: der alte König und der neue König – in Opposition zu des Zaren Pluto in Haus 10. Es entscheidet sich: auf welcher Seite wird er stehen? Der laufende Pluto – nun auf 15° Fische – ist schon länger im Quadrat zu Saturn – eine Treibmine im Hintergrund steht quer zur Führerschaft im Territorium. Und der die Sonne zürnend machende Mars erfährt eine „Dusche“ von Neptun: das zieht ihm den Boden unter den Füßen weg. Vor die Tage des Verrats von Kurbskij fällt in einen Abschnitt vom 13.2.-21.2. der Überlauf des Uranus über die Sonne-Mars-Konjunktion des Zaren sowie eine Opposition der Sonne zur Sonne und im Transit die an- und dann wieder abschwellende Quadratur zum Uranus. Sein Neptun in 12 wird die Bedrohung geahnt haben, aber die Richtung, aus der sie schließlich kam, vermutlich nicht richtig eingeschätzt haben. Kurbskij und seine Einheit von 15 000 Mann waren Anfang des Jahres bei der Stadt Nevel von einer 4 000-Mann-starken polnischen Einheit geschlagen worden. Er fürchtete den Zorn Iwans über diese Niederlage. Das entschied gegen seine Loyalität.

Hier noch einige Ergänzungen: Ein Bericht über Iwans physische Erscheinung stammt von Daniel Prinz von Buchau (1546–1608), einem Gesandten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Moskauer Zarenreich. „Er ist groß, kräftig und voller Energie. Seine Augen sind groß, beobachtend und ruhelos. Sein Bart ist rötlich-schwarz, lang und dick“, schrieb der Prinz über Iwan IV. zu jener Zeit, als der Zar 37 Jahre alt war. Der Prinz bemerkte auch Iwans schweres Zepter, das der Zar jederzeit bei sich trug, und deutete subtil an, dass das Zepter des Zaren seine imposante Männlichkeit symbolisiere.[24]  – Sollte die von WD angenommene Uhrzeit den Stier-Aszendenten bestätigen, dürfte der Mann eher weit auseinanderliegende Augen gehabt haben und schwere Lider, die ihm möglicherweise etwas Schläfrig-Feuchtes und auch „Sinnliches“ verliehen. Hervorstechend sicherlich auch der Mund, dessen Lippen dick und voll gewesen sein dürften. Einige Quellen (u.a. in Grey) schildern Iwan mit stechenden, kleinen Augen, die die Umgebung scharf musterten – die Jungfrau-Sonne hat einen wachen, der Skorpion-DC einen misstrauischen Blick in die Welt hinein. Saturn an der Spitze zu Haus 2 und im Zwilling, die Wendigkeit des Körpers ist eingeschränkt, einer, der sich steif „wendet“, also mit dem gesamten Rumpf dreht, wenn er sich umschaut. Gerade noch zum Antlitz gehörend: eine große Nase, im Zwilling gespalten, etwas gebogen (durch den Mars). Vordergründig nimmt der Betrachter aber auch den Skorpion wahr: eine düstere Gestalt, Pluto im Steinbock in 10: ein Turm der verdichteten Macht.

Eine Untersuchung der Sonderkommission des Ministeriums für Kultur der UdSSR[25] ging davon aus, dass Iwan infolge seiner Unbeherrschtheit und Maßlosigkeit im Essen und Alkoholgenuss (Jupiter-Venus in der Waage befriedigt sich oral) körperlich krank wurde. „Der Zar musste an Polyarthritis gelitten haben, wie an den Spuren einer deformierenden Spondylose am ganzen Skelett deutlich zu erkennen war. Es lag auf der Hand, dass Iwan […] an schweren Stoffwechselstörungen als Folge seiner Lebensweise gelitten hat.“

Es gibt Hinweise darauf, dass Iwan IV. tatsächlich an ständigen, sehr starken Schmerzen auch infolge von Gelenksverknöcherungen litt. Die erhöhte Dosis Quecksilber in seinem Organismus lässt darauf schließen, dass hier Quecksilbersalben angewendet wurden, um die Gelenkschmerzen zu lindern. Andauernde Schmerzen machen auch den geduldigsten Menschen unleidlich, und nicht nur das: sie verengen den Blick auf die Welt, so wie der verengte Blick zur Somatik führte.

Wir können viel über das Geschichtete in der Geschichte erfahren, wenn wir in die Horoskope berühmter, großer und „schrecklicher“ Menschen blicken. Der Blick wird ein anderer durch das Instrument der Astrologie. Was als Größe in etlichen Büchern gefeiert wird, wird von anderen als Paranoia deklariert – und ist doch „bloß“ dem Ausdruck der Erfüllung oder Nicht-Erfüllung einer mitgegebenen Bestimmung geschuldet. Für Russland jedenfalls ist die „Geschichte“ des Jungen Iwan in seiner Größe und Bedeutung und auch in seinem Scheitern maßgeblich. So ist das mit Herrschern: sie entsprechen denen, die sie beherrschen. 

Der Text ist ein Auszug aus: Chroniken des Tierkreises, Teil III

 

[1] Iwan, der Schreckliche (Quelle: WD)

[2] Hunger nach dem eigenen Dasein, Teil I, 2019

[3] Auszug aus dem strafrechtlichen Gutachten von Frank Urbaniok, Psychiatrisches Gutachten über Frau B. S. 1-8 – https://www.youtube.com/watch?v=iI-GUsLy6hg

[4] Zur Entstehung dieses Beinamens bzw. Attributes und die Sicht aus dem (weltanschaulich voreingenommenen) Westen auf den „Tyrannen“ im Osten verweise ich auf die Arbeit von Martin Kragans „Iwan der Schreckliche – ein kranker Zar!? Von 2001

[5] Angehöriger des nicht fürstlichen Adels, der gehobenen Schicht in der Gefolgschaft der Fürsten und Teilfürsten im mittelalterlichen Russland

[6] Im Jahr 2001 stellte eine Nachuntersuchung der Obduktion eine hohe Quecksilberkonzentration an Haaren und Leichentuch fest, was dazu veranlasste, Iwans Behauptungen, sie sei vergiftet worden, zu bestärken.

[7] Iwan der Schreckliche: Eine Biographie, 1988

[8] Der Transitneptun vom 11.6.2022 steht in 2° Orbis über ihm! – Ebenso steht die Sonne im Quadrat zu Neptun. Die Chronik hat ihn also wissentlich wohlweislich ausgeworfen.

[9] Priester der Blagoweschtschenski-Kathedrale in Moskau und sowohl Beichtvater als auch Ratgeber von Iwan, Grey, S. 88ff

[10] Makarij war wie Silvester aus Novgorod und ebenfalls ein großer Taktiker und Organisator.

[11] Seine Familie gehörte zum Dienstadel und war mit Moskauer Bojarengeschlechtern verschwägert.

[12] Adašev fiel im Livländischen Krieg im Mai 1560 in Ungnade; Iwan hatte ihn in Verdacht, mit seinen Feinden zu konspirieren und ließ ihn nach Dorpat (ehemalige livländische Hansestadt, jetzt zweitgrößte Stadt in Estland) abführen.

[13] Das Reich hatte sich bis zum 16. Jahrhundert bereits extrem vergrößert. Es lebten im Land neben den Russen, Karelier, Komi, Chanten, Mansi, Mordwinen, Udmurten und viele weitere nichtrussischen Völker. Der Großteil lebte in Dörfern. Die Bevölkerungszahl war auf ca. 9 Mio. angestiegen, aber diese einzelnen Landesteile hatten unterschiedliche Entwicklungsniveaus. Die regionale Wirtschaft war in vielen Regionen auf einem niedrigen Level und überall waren noch die Folgen und Überreste der territorial-herrschaftlichen Zeit zu sehen.

[14] Eine ähnliche Beziehung lebte J.W. v. Goethe, der mit einer Sonne-Mond-Opposition sich ebenfalls eine Frau erwählte, die seine „andere“ Seite bediente.

[15] Silvester ging im Laufe des Jahres 1560, während Adašev sich noch in Livland befand, ins Kloster Kirillo-Beloozerskij zurück. Der Zar intervenierte nicht.

[16] Vgl. Grey, S. 171 ff

[17] Vgl. Grey, S. 134 f

[18] Dmitry Iwanovich (11. Oktober 1552 – 26. Juni 1553)

[19] Nur eine Randbemerkung: Wladimir Putins Sonne steht im sehr geringen Orbis von 40 Bogenminuten auf dem Mond des Zaren (14°33‘ in der Waage). Putins „volles“ 12. Haus und das 6. Haus des Zaren spiegeln und ergänzen sich: beide haben einen Neptun in Haus 12, beide haben den Pluto in Haus 10. Was mich nach dem Wesen des „Russisch-Orthodoxen“ als Religion fragen lässt. Ich kümmere mich gelegentlich darum.

[20] Wolfgang Döbereiner: Horoskop für jeden Tag

[21] Grosny – der Beiname: Sonne-Saturn: pflichtbewusst, respektgebietend, autoritativ

[22] Vgl. Grey, S. 181f

[23] Unter den Begleitern Iwans vermutlich der „Mars“, der Krieger des Herrschers.

[24] https://de.rbth.com/geschichte/83697-warum-iwan-der-schreckliche-so-genannt-wird

[25] Gerassimow, Michail Michaiolowitsch: Ich suchte Gesichter. Schädel erhalten ihr Antlitz zurück. Wissenschaft auf neuen Wegen, Gütersloh 1968; Gerassimow war Leiter dieser Sonderkommission des Ministeriums für Kultur der UdSSR, die am 23. April 1953 den Leichnam des Zaren aus der Gruft entnahm und ihn untersuchte.

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