Home » LESESTOFF » ASTROLOGIE » ASTROLOGISCHE FRAGMENTE » CHAOSTRUPPE ODER KÜHLER GENERALSTAB (3)

CHAOSTRUPPE ODER KÜHLER GENERALSTAB (3)

Das Mittelzeichen ist in der Verbunddeutung der „Austragungsort“, an dem die Ausgangslage ihre Aufführung erlebt. Das Zeichen beschreibt quasi die Ausstattung der „Kulisse“, in der dann entsprechend Darsteller spielen (oder eben nicht); der für diese Kulisse Zuständige kann Mitspieler sein oder er hat etwas in einem anderen Bereich anzuzeigen.

Wassermann am Übergang von Haus 4 zu 5; er wirkt also ins Wesen hinein wie auch in den Wesensausdruck – oder wie in Teil 1 gesagt: in der Unternehmensleitung und im Stab der „human ressources“ – dem Personal. Ein kosmopolitischer „Club“? Obwohl dem Gleichheitsprinzip mit „flachen“ Hierarchien verschrieben, ist es doch ein elitärer „Verein“. Das schließt sich nur auf den ersten Blick aus. „Spirituelle Vereinigung“ fällt mir dabei ein: mit Wassermann religionsübergreifend – und eine Ausrichtung des Lebens auf eine höhere Wirklichkeit hin. Das mit der Wirklichkeit behalten wir im Hinterkopf.

Uranus wird ins 6. Haus und in die Fische gestellt. Jetzt müssen wir betrachten: Uranus in den Fischen und Neptun im Hause des Wassermann. Wassermann in 5, Löwe in 11. Neptun-Uranus ist schwer zu fassen, sein wichtigster Charakterzug ist, dass die Person, die die Konstellation trägt, die Symptome und Auswirkungen möglicherweise überhaupt nicht spürt. Auch „Vergessen“ ist Teil des Problems, das allerdings oft mehr die Außenstehenden an der Person als sie selbst an sich wahrnehmen. Neptun-Uranus befindet sich in einem Zustand der Unerlöstheit.

Hier ist die Kulisse das 5. Haus, die Lebensformzentrale, das Leben als die Identität mit sich selbst. – Ich schreibe „Leben“ und meine den Lebensausdruck oder die Lebensform des Einzelnen in seiner Endlichkeit. Wir sehen eine Aufführung der Handlungsunfähigkeit, bei der die Spieler in Trance (mit gelähmten und betäubten Nervenleitungen erstarrt) der Zwangsläufigkeit von Umständen (6. Haus) ausgeliefert ist. Sonne-Uranus: mehr und größer sein wollen, als man ist; Sonne-Neptun: Das Selbst gefährdet, sobald es sich leben will, identifiziert sich mit der Wirklichkeit beim Aushaltenmüssen der eigenen Unvollständigkeit. Die „Wahrheit“ ist, dass die Sonne sich dem anheimzustellen hätte. Das christliche Gebet „Vaterunser“ ist der Ausdruck dieser Demut, sich dem Willen einer höheren Ordnung zu unterstellen. Wir sprechen von Neptun-Uranus und das Menschenkind: vielleicht verstehen viele den IV. Quadranten nicht, denn er ist „nicht von dieser Welt“. „Dein Wille geschehe“, sagt Neptun – „Meinen Willen will ich durchsetzen“, sagt Mars.

Bei Neptun zu Uranus will diese Erkenntnis der Wahrheit, darf diese Erkenntnis nicht durchdringen. Die Erkenntnis der eigenen Beschränktheit im endlichen Raum durchkreuzt hier in diesem Horoskop die kompensatorische Stärke (die Schwäche in der Durchsetzung, die eine Denkdurchsetzung anstatt einer Tatendurchsetzung ist), die man doch mit Venus in Wassermann umsetzt. Wer steht hier in der Kulisse? Ein paralysiertes Leben, will mir hier in den Sinn kommen, in dem die Umstände und die Geschehen nicht mehr miteinander in Zusammenhang gebracht werden können. Wäre dies ein Unternehmen, und die Direktion hätte eine Helden-Vision und wäre auf Expansion und utopische Größe ausgerichtet, dann wäre möglicherweise der „Hausjurist“, oder vielleicht ist es die Buchhaltung, die sich um Solvenz, Zahlungsfähigkeit und den Austausch zwischen „Personal“ und „Führungsebene“ kümmert, in völlig getäuschter Unkenntnis der wahren Begebenheiten den herantretenden Partnern oder dem Heraustreten auf den Kampfplatz vor den Toren ausgeliefert. Was immer hier gegründet wurde – es trägt ein Trauma in die Welt.

Uranus hat noch einen weiteren, sehr verdeckten Begleiter: Es ist Pluto, der im Spiegelquadrat oben, direkt auf dem MC steht. Herrscher von 2 – Pluto aus dem Skorpion – wird im Heimatlichen, in den „menschlichen Quellen“ bestimmend. Ein Modell des Gemeinschaftlichen, oder Programme für die sozialen Institutionen strukturieren und orientieren das Innen nach außerpersönlicher und auch noch gesetzlich-staatlich verordneter Art (Saturn in Skorpion). Mond zu Pluto ist ein Übergriff auf den Anfang des Lebens – die Kinder, die Mütter, das, was das Einzelwesen in seiner Identität mit sich selbst ist. Das Wesen eines Heimatlichen nennt sich auch Volk (Nation ist noch etwas anderes). Ein Volk[1] definiert sich als Gruppe von in sich eigenständigen Wesen über kulturelle Gemeinsamkeiten, Traditionen, gemeinsame Herkunft (real oder fiktiv) und/oder als einen organisierten Personenverband. Doch lassen wir die aufgeheizte Deutungsdebatte außen vor.  Rudolf Steiner schrieb: „Ein Volk ist eine zusammengehörige Gruppe von Menschen, welche von einem der Archangeloi, einem der Erzengel geleitet wird.“[2] Die Archangeloi, als normal entwickelte Volksgeister, bilden die Ätheraura des Erdgebietes, in dem ein Volk lebt. – Krebs – das ist die „Unordnung“ (steht der „Ordnung“ des Kosmos im Steinbock gegenüber) an sich, die sich zu ihrer Ordnung, ihrem Geist erst finden wird und dazu die Möglichkeit des Findens der eigenen Bestimmung erfordert. Dieser Krebs – auch die Heimat und die Familien darin – ist also hier unter Kontrolle. Das Gebären und Geborenwerden ist in der Gewalt des Staates, der sich in solcher Macht auch schon einmal anmaßt, über dieses Leben und seinen Tod zu verfügen. – Im nächsten Teil werde ich nochmals auf den Saturn eingehen, denn er steht hier tatsächlich gegen sein eigenes Volk.

Ich komme zum Pluto-Uranus. Der Lebens-/Weltverbesserer (Traumtänzer?) aus dem 5. Haus (dessen Buchhalter wie Kaninchen vor der Schlange erstarrt sind) verspannt sich mit dem Boden-Modell-Programm von Staatsmacht zu einer „großen Vorstellung von Macht“. Der freie und Unabhängigkeit suchende Wassermann tut sich nicht freiwillig mit einem inkompatiblen Partner zusammen: es muss viel Druck vorliegen, dass es dazu kommt. Mit Uranus und Pluto entstehen im Kollektiv neue Ideen (z.B. Kommunismus, Humanismus, Feminismus), die einen „magnetischen“ Sog ausüben und bisweilen Sprengkraft (i.S. von Polarisierung oder Spaltung) haben. -ismen haben viel Ideologisches in sich. Wassermann und Skorpion – es treffen zwei „radikale“ Prinzipien aufeinander.

Derzeit gehen Nachrichten um, deren Verfasser und  Untersucher der Existenz und den Strukturen der arabischen Clans, nicht nur, aber vor allem in der Bundeshauptstadt, nachgehen. Clankriminalität ist viel weniger ideologisch, mafiöse Strukturen stellen eher eine „Welt in der Welt“ dar, in der es detaillierte Hierarchien gibt, die Macht fließt von oben nach unten, allgemein ordne ich (Stier-)Venus-Pluto hier ein. Diese Clans als Gruppen anderer Mentalität passen nicht in die sie umgebende Gesellschaft, zwingen ihr allerdings ihre Werte auf, zumindest versuchen sie es. Gruppenzwang und Vorstellungen über das Zusammenleben. Es geht um die Vorherrschaft der eigenen Moral. Uranus-Pluto ist grundsätzlicher als Venus-Pluto, die Konstellation spricht davon, dass die Fügung einer Bestimmung (Saturn-Jupiter) fehlt, d.h. verloren gegangen ist. Uranus zu Pluto sagt – auf der Erscheinungsebene – dass das Volk lediglich Vorgang ist, und ihm die Gestalt des Ursprungs fehlt.

Ich fasse zusammen: Das Mittelzeichen als „Austragungsort“ zeigt, dass die Exposition des Auflösens und der Vorbereitung einer neuen Lebensform auf die Erkenntnis einer Wahrheit trifft, in eine Abspaltung geht, und sich ein „mächtiger“ Staatskontrolleur zur Durchführung der Erneuerung im Heimatlichen installiert.

Schauen wir jetzt auf den anderen Kandidaten. Zur Erinnerung: Exposition in einem kämpferisch-durchsetzerischen Beginn bei bereits vorliegender „Aufweichung“.

Die Stierkulisse als der Aufführungsort befindet sich wesentlich im 11. Haus – ein Sicherheitsraum im Umbau. Das hat ein bißchen etwas von „Absurdem Theater“: Die Realität wird „dekonstruiert“. Im Stier selbst steht kein weiterer Planet. Wenn der Herrscher des Verbundmittelzeichens in den Anfang „zurückgeht“, ist das ein Hinweis, das dort etwas nachgeholt wird. In diesem Fall kommt es zu keiner Verdichtung der Energie. Bleibt hier der Sonne-Mars-Venus-Komplex im Anfangsstadium? Wann immer sich etwas formieren möchte, wird es sofort wieder zerstört. Statt Aufbaustärke, ist nach wie vor Aufdeckungssenergie am Werk. Die Konsolidierung und die Sicherung verpuffen; auch die Waage aus dem 4. Haus ist betroffen – seelisch-strategische Energie aus dem Innen, wird im Sonnensturm des Mars verbrannt. Das brennende Wort ist über das „öffentliche“ Innen hinaus maßstäblich – damit wird man „gesellschaftlich“ identifiziert. Mars und Widder wecken an dieser exponierten Stelle den Eindruck einer „Kampfmaschine“ ohne weitere Inhalte: Am Ende des 1. Satzes angekommen, geht es wieder an den Anfang.

Das ist der Stand der Dinge auf der Mittelzeichen-Ebene. Ich halte fest: Eine Sonne (Mars dabei und im Widder) prescht mit großem Willen vor, deckt auf – ist aber eher Sprinter als Marathon-Läufer. Ich nehme noch zwei Planeten hinzu, die im Horoskop bis jetzt nicht aufgetaucht sind. Der Schatten – die Rückseite der Sonne im Pluto.

Der Schatten steht im Steinbock im 6. Haus. Der II. Quadrant der „menschliche“ Faktor. Jetzt kommen wir nämlich einer Sache auf die Spur. An der Spitze von Haus 5 – Hinweis auf ein Sonne-Pluto-Thema. Nehmen wir wieder die Direktion oder den Chef in der Vertretung nach Außen, dann haben wir eine „Zentrale“, die sich an Bilder und Partner bindet, an denen sie sich orientiert. In der Chefetage wirkt eine Struktur und eine Prüfinstanz. Skorpion – der TÜV, der die ihm vor die Füße gelegten Fügungen auf Bestimmung und Ursprung prüft. Er ist bestenfalls der Hüter der Erfahrungen und pocht auf deren Einhaltung. „Wir halten uns an das Prinzip, so geben wir es in die Gegenwart des 7. Hauses – es hat sich bewährt.“ Allerdings ist Skorpion die erste Stelle, an der sich Änderungen und Entwicklungen gewandelt in die Erfahrungen einschreiben. Transformationen sind ebenfalls Plutos und Skorpions Geschäft. Die Evolution wird zu veränderten Lebensformen führen, sobald aus den Fischen entsprechende grundsätzliche Änderungen freigegeben werden. Ein Skorpion „liebt“ Konzepte, die er auf Anweisung des IV. Quadranten und in Ausführung des Schützen erst „empfängt“ und – in diesem Horoskop – zum Geschehen zu machen hat.

Jetzt haben wir bei beiden Horoskopen in Haus 6 eine „Gemeinsamkeit“ – im letzten Fall sogar doppelt; eine Zeichen-Planeten-Verkehrung. Erinnern wir uns: Herrscher von 5 in 6, Herrscher von 6 in 11. Uranus-Neptun-Sonne-Thema. Im 2. Horoskop ist Herrscher von 5 ebenfalls in 6, der Herrscher von 7 in 5 – Pluto-Saturn-Sonne. Kurzgeschlossen: in den Umständen der einen finden wir eine traumatische Spaltung, die zu Handlungsohnmacht führt und Kontrollmechanismen zuführt, in denen der anderen finden wir ein gefangenes Schicksal bei geistiger Strenge.

(Saturn in Skorpion) – Saturn (Hüter der Wirklichkeit) sagt zu Pluto: Ich unterstütze dich dabei, kollektive Erfahrungen, die in dir gebunden sind, höheren Bestimmungen zuzuführen, indem ich sie auf Wahrheit prüfe und Unwahres nicht bestimmend werden lasse.

Liegt im 5. Haus vor, ist also „Unternehmensausdruck“. Das Geschehen verausgabt sich außerpersönlich und wird von höherer Ordnung bestimmt. Ist es Gott? Ist es der Staat, die Gesellschaft mit ihren Normen?

(Pluto in Steinbock) – Pluto (Wächter der Erfahrung) sagt zu Saturn: Ich unterstütze dich dabei, die Maßstäbe des Wirklichen zum verbindlichen Konzept zu machen, indem ich Überkommenes transformiere.

Das könnte er im 6. Haus, dessen Aussteuerungsmöglichkeiten und Wahrnehmungsmöglichkeiten von Schütze (als rechtmäßig) umrahmt werden, tun. Zum Jupiter später. „Hinter verschlossenen Türen“ (Steinbock kann eine Mauer sein) ist in unserem fiktiven Unternehmen eine große Aufgabe verborgen. Die Schaltzentrale ist leitbildorientiert geführt und das bedeutet in den Umständen einen Zwang zum Gehorsam. Wir sprechen von einer Fremdbestimmung und Geiselnahme eines an sich souveränen „Wesens“, einer Heimat im Griff einer Macht, mit der es sich zu identifizieren versucht ist. Aus der Handlungsschwäche bei bestehendem Trauma im Horoskop I, und der Durchführung in Größe und radikaler Neuerung ist in Horoskop II ein eine chronisch erstarrte Lebensform geworden. Aus Uranus-Neptun ist Uranus-Pluto geworden. Die Verdrängung, von der ich hier spreche, überlagert den Ausdruckstrieb und macht zur Instrumentalisierung geneigt. Terroristen haben sich z.B. einem „höheren Auftrag“ verschrieben und vertreten diesen ideologisch und radikal. Oft werden ursprünglich nicht-religiöse Belange zur Pseudo-Religion erhoben, die absoluten Gehorsam einfordert (Islamischer Staat, RAF, Umwelt-Aktivismus, Gesundheitsreligion).

Der II. Quadrant ist ein verschlossenes „System“ – der einzige Ausgang scheint der über den Uranus in Haus 10 im Quadrat zu Pluto zu sein. – Es ist auch die einzige Aufgabe, die Uranus in diesem Horoskop zu haben scheint: den Zwang aufzubrechen und in Haus 10 dies energetisch zur Bestimmung der Gründung zu machen. Uranus-Pluto sagt: es besteht möglicherweIse eine Täuschung, in der man die Vorstellung für die Wirklichkeit hält. Die Lösung des Uranus-Pluto würde sinngemäß in einer Ent-Täuschung liegen. Wir können schon ahnen, was im Widder und im Merkur (Pluto aus Haus 6 findet hier einen Aussprecher) thematisiert und aufgedeckt wird – den werde ich im nächsten Teil besprechen.

 

[1] Ein in den linken und „woken“ Kreisen äußerst unbeliebtes Wort, das reflexartig den Ausruf „Rechts!“ hervorruft. In den Chroniken des Tierkreises Teil 3 hatte ich geschrieben: „Die Suche nach der Herkunft des Wortes führt bis ins 8./9. Jahrhundert. Dem Wort liegt – noch vor dem Mittelalter – dieselbe (indogermanische) Wurzel wie viele/voll zugrunde, mit der ursprünglichen Bedeutung von „Kriegsschar“. Eine slawische Wortwurzel wird mit pulk- angegeben, das erst eine frühe Entlehnung aus dem Germanischen war und später als Pulk ins Deutsche zurückentlehnt wurde. Pulk bedeutet: eine Ansammlung bzw. ein Auflauf einer Menschenmenge, meistens einer erregten. Ein vieldefinierter Begriff ist das! Ethnologen sprechen seit Mitte des 20. Jahrhunderts von Ethnien, hauptsächlich Historiker verwenden (vgl. M. Krischke Ramaswamy) den Begriff Völker, Soziologen Gesellschaften oder Sozialgebilde, Politikwissenschaftler Staaten oder Nationen und Geographen Bevölkerungen.“ Der astrologisch geschulte Leser merkt, dass es sich dabei immer um verschiedene Planeten- und Tierkreiszeichencharakteristika in Kombination handelt. Beim Begriff Nation müsste ich eine längere Abhandlung schreiben – hier soviel: „Die staatsbezogene Nationsentwicklung, bei der die (eigentlich verschiedenen) Begriffe Staat und Nation miteinander verbunden bzw. gleichgesetzt wurden, geschah zu Beginn des bürgerlichen Zeitalters und der Moderne. Vor diesem Hintergrund ist zwischen Staat, Nation (Kulturnation) und Nationalstaat zu unterscheiden. Nur in einem Nationalstaat fällt das Staatsgebilde mit dem Begriff der Nation zusammen.“ [Quelle: Duden, Deutsches Universalwörterbuch, 5. Auflage, Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2003, Stichwort „Nationalstaat“]

[2] (Lit.:GA 121, S. 27)

——————————————– Fortsetzung folgt im nächsten Teil ———————————————–

(Visited 33 times, 1 visits today, 96.094 overall counts across all posts)