Donnerstag, 16-Juli-2026

VERTUSCHUNGSREGIERUNGEN UND STILLSTANDREGIERUNGEN

 

Eine ältere Fingerübung…

Die Wahrheit ist immer einfach, Ideologien sind immer „komplex“. Wenn also jemand auf die Frage nach den Ursachen eines Problems antwortet: „Das ist komplex“ – hat man es offensichtlich mit einem Ideologen zu tun, dem daran gelegen ist, dass die anderen seine Absichten nicht durchschauen, weshalb er auch nicht verständlich erklären kann.

In meinem Unterricht habe ich immer versucht, komplizierte Dinge „einfach“, also verständlich, darzustellen. Das hieß nicht, dass ich „Babysprache“ sprach und nur in Hauptsätzen auftrat, nein – Schritt für Schritt die Dinge aufzeigen, so dass jeder sie mitgehen kann, der nur irgendwie will. Pseudo-Intellektuelle verklausulieren ständig.

Im Folgenden werde ich eine Gegenüberstellung vornehmen, ich halte mich sehr kurz; es sind zwei im weitesten Sinne „politische“ Horoskope – aus ihnen können wir vielleicht ersehen, was da im Hintergrund vor sich geht. Ob ich es verständlich schaffe? – Zwei Ereignisse, die zeitlich zwar beide um 11:00 Uhr in die Gegenwart traten, und trotzdem mit einem Tag und einer Stunde Unterschied, da sich das eine in Österreich, das andere in Griechenland abspielte

links: 28.2.2025, Athen, 11:00 OEZ, rechts: 27.2.2025, Wien, 11:00 Uhr MEZ

Ein Zwillinge-AC von 6°52′ alias Venus-Saturn-GSP in Athen, ein Zwillinge-AC von 23°13′ in Wien, und das ist in der Nähe des Sonne-Uranus-GSP. Schon hier zeigt sich, dass die Ähnlichkeiten von Unterschieden im Detail überstimmt werden.

Fangen wir mit dem Österreich-Horoskop an: Herrscher von 1 ist Merkur in den Fischen in Haus 11 und auch er auf 23°(37′) und damit in der Nähe des Uranus-Neptun-GSP. Nun tritt Merkur zusammen mit Neptun und auch Saturn auf (und Mondknoten steht ebenfalls dabei): sie stehen im Anfangszeichen des Sonnenverbundes und in Haus 11 gelegen, gehören sie zu dem, was des Neue kennzeichnend auf den Weg in die Zeitlichkeit gelangt ist und nun in die Öffentlichkeit gelangen soll. Eine Ankündigung, die bereits das Scheitern in sich trägt, und vor allem bei aller „Erhabenheit“ und Überlegenheit (mit einer großen Portion Bedrohungsangst) eine Verkennung der Umstände kennzeichnet. Auch die Sonne steht in den Fischen (als Herrscherin von Haus 3 und 4) in 10. Sie führt die „Vorlage“ des Merkur aus und bezieht sich dabei auf die Bewegung in den Umraum und das Heimatliche, sprich auf die Gestaltung und Selbstführerschaft der Kommunikation und der inneren Angelegenheiten. In den Fischen ist sie da aus ihrer Identität mit sich selbst entledigt und vertritt die Interessen bestenfalls der Wahrheit (oder der Verwirrung und Lüge). Auch Mond steht in den Fischen, gerade hineingerutscht über die 0°.

Während in Wien drei Vertreter von drei Parteien vor die Mikrofone traten und verkündeten, ihre Verhandlungen seien gelungen, und es werde nun zu einer neuen Regierung für Österreich kommen, war in Griechenland ein Generalstreik für 11:00 Uhr angekündigt. 200.000 Demonstranten kamen und auf den Straßen kam es zu Krawallen. Der Aufruf zum Generalstreik hat mit einem Zugunglück vor zwei Jahren zu tun; bei diesem – „Tempi-Verbrechen“ benannt – waren 57 Menschen ums Leben gekommen; das Unglück ist Symbol für institutionelles Versagen. Es wird von einer „Vertuschungsregierung“ gesprochen, denn mittlerweile ist es mehr als offensichtlich, dass die Regierung Mitsotakis‘, der sich damit in der Position eines „falschen Hirten“ befindet, bereits in den ersten Stunden nach der Kollision der beiden Züge mit einer Vertuschungsaktion begann. Das Ganze hat einen (auch politischen) Hintergrund: Das „Tempi-Verbrechen“ sei, so schreibt die griechische Zeitung, die Geschichte des konservativen Wiederaufbaus des griechischen Kapitalismus, dessen wichtigster Hebel die Privatisierungen oder (um es anschaulicher zu machen) „Entstaatlichungen“ sind, wie man sie zunächst nannte. Es ging um Kürzung von Sozialausgaben seitens des Staates, die eigentlich zur Unterstützung von gemeinnützigen Unternehmen und Organisationen dienen sollten. Und es ging darum, die gewinnbringenden Sektoren genau dieser Organisationen und Unternehmen an privates Kapital zu verkaufen. Ein bankrotter Staat bzw. eine pleitegegangene Regierung und ein Glaubensbekenntnis, das in etwa so lautet: „Privatisierung kann dazu beitragen, die Wirtschaft effizienter zu machen und die Staatsverschuldung zu reduzieren.“ 

Österreichs Lage wird als ähnlich prekär wie die wirtschaftliche Lage in Deutschland eingestuft; auch das Migrations- und Kriminalitätsthema teilen sie. Die neue Regierung ist nach mehreren Monaten von Koalitionsverhandlungen endlich zustande gekommen – und zwar am Wahlsieger FPÖ (einer rechts-konservativen Partei) vorbei. Die war zwar zwischenzeitlich durchaus mit einer Regierungsbildung und der Suche nach Partnern betraut, machte dann aber keine Zugeständnisse in der Aushandlung der Programme, um keinen Verrat an den Wählern zu begehen. Die Verhandlungen wurden abgebrochen, es musste eine neue Kombination gesucht werden. Voila, hier ist sie nun. Diese baldig ins Amt tretende Regierung hat allerdings nach verschiedenen Einschätzungen weder die Zustimmung des „Wahlvolkes“ noch die Mehrheit, und so wird für morgen zu Demonstrationen für Neuwahlen aufgerufen. Die „Stillstandskoalition“ jedenfalls, so die Einschätzung, werde nicht lange halten.

[wird irgendwann weitergeschrieben, bleibt hier als Fragment]

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Author

Karin Afshar

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