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DER KURZSCHLUSS

Das politische System ist ein Fortpflanzungssystem. Wenn wir das Wort „Lust“ sowohl mit der Macht wie mit dem Sex verbinden, sind wir der Wahrheit näher, als wir uns vorstellen. [Quelle: Lionel Tiger, Robin Fox: Das Herrentier]

Dies wird eine hoffentlich kurze, kreuz und quer schauende Betrachtung (also, seien Sie gnädig mit mir, wenn ich nicht alle Aspekte berücksichtige) zu Gewalt, und dem, was ich vorsichtig mal „das Pleistozän in uns“ nenne. In der Mitte dieses so benannten Erdzeitalters, das vor ungefähr zwei Millionen Jahren begonnen und etwa 10.000 vor Christus geendet hatte – so zeigen es die gefundenen Belege – tauchte erstmalig der Homo sapiens in Europa auf und wurde Konkurrent der Neanderthaler. Beiden war der noch frühere, aus Afrika stammende und nach Norden gewanderte Homo habilis vorangegangen, der allerdings durch die neuen Menschen vollständig abgelöst wurde. Während die Neanderthaler nach einigen Tausenden Jahren in Koexistenz vermutlich aufgrund von Anpassungsschwierigkeiten wieder ausstarben, setzte sich Homo sapiens durch und durchlebte im Holozän seine Entwicklung vom Nomaden zum sesshaften Menschen.

Irgendwie fällt mir da die Anfangsszene aus „2001 – Odyssee im Weltraum“ ein: Dawn of the man. Wenn wir vom „ersten“ Zustand bzw. Auftauchen des Menschen sprechen, könnten wir auch sagen: Wir befinden uns im Widder-Zustand. Im Nomaden-Stadium werden neue Reviere aufgetan und erobert. Um diesen Zustand der bloßen, sich in alle Richtungen ausschwärmenden Energie soll es hier gehen. Den zweiten Zustand – den des Stier mit der Sesshaftwerdung – betrachte ich in Hinblick auf „Mars im Stier“: er ist der Niederreißer der Befestigungen.

Den Hintergrund, warum ich dieses schreibe, bilden „natürlich“ einige Ereignisse der letzten Tage, so die in Israel und der Ausbruch einer wahren Tötungsorgie. Wie konnte das passieren, wie konnte es soweit kommen? – Politische Gründe finden sich viele, religiöse ebenfalls, die Geschichte in diesem Streifen des Nahen Ostens ist lang, die Feindschaft historisch, wenn nicht sogar biblisch. Eine Polarität, oder besser Polarisierung, ist dort am Werk, wie sie deutlicher nicht sein könnte. Beide Seiten mit der Geschichte von Vertreibung und Vernichtung, in Rechtlosigkeit und Berechtigung einander sogar ähnlich. Doch es gibt Unterschiede: Die einen sind als noch nicht sesshafte Nomaden (und so heißen sie denn ja auch „Flüchtlinge“ bzw. die aus dem Territorium, das sie als ihres bezeichnen, Vertriebenen) eingepfercht und können sich nur bedingt selbst versorgen, für sich sorgen; sie haben sich abhängig gemacht, sind abhängig gemacht worden, sind unmündig, sind traumatisiert und bedürftig. In ihrer Bedürftigkeit sind sie verführbar (dazu komme ich weiter unten noch). Dass daran noch Dritte verdienen, sich Macht erhalten und sich Ablass erkaufen, ist inbegriffen und leider auch ein menschlicher „Charakterzug“. Die anderen haben sich unter Disziplin mit ihrer organisierten Wirtschaft, eben auch der Bewirtschaftung des Bodens, eine Zivilisation erschaffen. Sie sind wehrhaft bis zu den Zähnen, bereit zur absoluten Verteidigung, haben sich Befestigungen gebaut, und dabei ständig den Anfeindungen und dem Neid der anderen ausgesetzt. Die einen füttern – um in der Sprache zu bleiben – das Monster, die anderen hatten es mehr oder weniger unter Kontrolle. Einschluss und Ausschluss. Innen und außen.

Ein russisches Sprichwort: Die Überlegenheit des Menschen liegt innen, die des Tieres außen.

Ich trete noch einmal einige Schritte zurück und bitte die Leser, in sich zu kramen, ob und wann und wie sie jemals einen absoluten Kontrollverlust erlebt haben. Ich meine nicht den im Alkoholrausch (obwohl der dergleichen triggern kann), sondern einen Rausch der Aggression.

Hier habe ich einen Ausschnitt aus Norman Mailers „Der Alptraum“, wo er auf den Seiten 50/52 die Eskalation eines Gewaltrausches und eines Kurzschlusses beschreibt. Norman Mailer war auch der Schriftsteller von „Die Nackten und die Toten“- ein Kriegsroman aus dem Jahr 1946. Der Roman handelt vom Alltag, Kampf und Tod einer US-amerikanischen Kompanie, die während des Zweiten Weltkrieges auf einer Insel im Pazifik gegen die japanischen Truppen kämpft. Der Krieg – dieses Monster, das nie ganz schlafen geht, sondern immer in irgendwelchen Ecken der Pleistozän-Menschen lauert und enormen Hunger entwickeln kann. Mailer hat nicht mehr aufgehört, von diesem Tier zu schreiben. In „Der Alptraum“, einem Roman von 1965, beschrieb er sein eigenes ihm innewohnendes „Tier“. Er wusste, worüber er da schrieb, denn die Szene geht auf eine tatsächlich erlebte bzw. von ihm selbst herbeigeführte Episode zurück. Es ist zu lesen, Mailer habe am Samstag, dem 19. November 1960 nach einer Party zweimal (in die Brust – dabei traf er den Herzbeutel – und in den Rücken) mit einer zweieinhalb Zoll langen Klinge auf seine zweite Ehefrau Adele eingestochen und sie beinahe getötet. Sie musste notoperiert werden, erholte sich aber wieder. Mailer behauptete später, er habe Adele erstechen wollen, um sie von ihrer Krebserkrankung zu befreien.

Also, der Kurzschluss, der eine Funke, der die Türen zur Unterwelt öffnet, und dann ist das Monster nicht mehr zu halten. Das Monster, die Monster, haben verschiedene Namen und essen gerne mal Kreide und kommen mit netten Worten um die Ecke, um dann aus der Untiefe ihrer Zeit emporzusteigen und die Monster der anderen noch mitzubefreien.

NM, 31.1.1923, 9:05 Uhr, Long Branch, NJ + 19.11.1960

Was ich hier andeute, ist ziemlich eindeutig, nicht wahr? Es muss ein Mars-Pluto im Spiel sein! Norman Mailer hatte ein Quadrat übrigens von Haus 1 ins 4. Haus hinein. Mars im Widder und Pluto im Krebs, eine Sonne im Wassermann (Sonne-Uranus können wir als „Kurzschluss“ im Hinterkopf behalten) und das bei einem Mond im Quadrat zu Saturn. Eine seelische Überlagerung und Unbehaustheit und das bei einem „doppelten“ Maß an sexueller, sexualisierter Energie. An jenem 19.11. standen Jupiter und Venus zusammen in (5° Orbis) Opposition zum Pluto in Haus 4 und im Quadrat zu Mars, während der Transit-Mars im Krebs schnitt und stach.

Vor Jahren habe ich mich mit jenen Müttern beschäftigt, die ihre Kinder töten, angefangen mit Medea, die ja dazu klassischerweise herangezogen wird, bis hin zu der bis heute ungelösten Causa Weimar. Weil ich darauf stieß, dass besonders die Mütter an einer irgendwann nicht mehr erträglichen Bedürftigkeit und Unmündigkeit litten, las ich mich in mehrere der Kindstötungsgeschichten ein. Dem Buch verlieh ich den Titel „Hunger nach dem eigenen Dasein“; Hunger macht aggressiv und führt dazu, das Dasein eines anderen, den sich mein Monster dann einverleibt, zu vernichten. Im Recherchieren stieß ich auf die Profiler Axel Petermann und Stephan Harbort und ihre Texte über den in der Kriminalistik bekannten Begriff des „Übertötens“. Nein, ich will mich nicht in diesen Bluträuschen verlieren, aber wenn wir fragen „Wie konnte es dazu kommen?“ ist ein Bestandteil der Antwort immer der „Mars-Pluto“, dem eine Angst vor dem Bösen voraus- und nachgeht. Diese Kombination – einerseits die Aufdecker- und Entdecker-Energie des Mars und andererseits der Pluto als die Prüfstelle über den Überlebenswillen und das Leitbild für die Blaupause des Lebens, verlangt dem mutwilligen, sich selbst durchsetzen wollenden Mars viel ab. Es ist zu schaffen, wenn beide wissen, dass sie noch einem Dritten (wieder das 3.) verpflichtet sind. Wenn nun der Geist mit diesem Adrenalin geflutet wird, ihm nicht standhalten kann, kann es sein, dass er die Kontrolle über den Körper verliert, und dann passieren grausame, unmenschliche Dinge (einen Menschen in die Unterzuckerung zu bringen, ist eine nur eine der sehr perversen Erfindungen der Psychiatrie in den 30-50er Jahren des letzten Jahrhunderts). Doch, halt – nicht das Übertöten, aber das Töten, ist zunächst einmal urmenschlich, pleistozän-menschlich. Die Herausentwicklung aus dem Pleistozän war eben auch die Entwicklung, dass der Geist den Körper zu zügeln vermag.

Nikolai Gogol, Die toten Seelen: „Drohend umfängt mich dein mächtiger Raum, der sich mit furchtbarer Kraft in meinem Innern spiegelt.“

Den Pleistozän-„Tötungs“-Trieb teilen wir übrigens auch mit anderen Tieren, seien es Menschenaffen oder Tiger. Das Stichwort sei nun die „Jagd“ und das Jagen, die einen Mann namens Robert Ardrey 1976 zu seiner Hunting-Hypothesis führten, worin er den Menschen als den „Killeraffen“ postulierte. Wie kam er nur darauf? Er selbst hatte den Mau-Mau-Aufstand in Kenia erlebt, und darüber als Berichterstatter geschrieben: „Wenn unter den Primaten der Mensch so einzigartig ist, dann selbst in seinen edelsten Bestrebungen deswegen, weil allein wir über Millionen von Jahre darauf angewiesen waren zu töten, um zu überleben.“ (in: John Vaillant, Der Tiger, S. 156) Und vor ihm hatte bereits Robinson Jeffers gedichtet:

„Mach dem Menschen keinen Vorwurf; seine bedrängten/Vorfahren formten ihn: Die anderen Menschenaffen saßen sicher/Im großen Regenwald des Südens und änderten sich kaum/In einer Million Jahren: aber das Volk der Menschen wurde geschaffen/Durch Entbehrung und Kampf…/… eine Wunde wurde im Gehirn geschlagen/Als das Leben zu hart wurde, sie ist nie verheilt./ Hier lernten sie die Religion der Furcht und das Blutopfer,/Hier lernten sie zu schlachten und zu morden/Und die Welt zu hassen. (in: The collected Poetry of Robinson Jeffers, Band 3, 1991, s. 433

Der Hass – noch so ein Element beim Töten – ist der Mars gegen den Saturn, oder der Mars im Steinbock. Etwas Alttestamentarisches taucht da auf: Aug um Aug und Zahn um Zahn. Unter der dünnen Schicht der Zivilisation … Übrigens: Erfolgreiches Jagen – schreibt Vaillant (S. 223) – benötigt unabdingbar die absolute Empathie. Damit ein Raubtier seine Beute erjagen kann, muss es sich in die Umwelt des Beutetiers einschleichen (nichts anderes machen menschliche Täter oft mit ihren späteren Opfern, sofern es sich nicht um eine Affekttat handelt) – das kann soweit gehen, dass sich der Jäger als ein Beutetier tarnt, womit wir auch fast bei den Spionen und den Geheimdiensten wären. Wir müssen heute nicht mehr jagen, um unser Überleben zu sichern, und doch töten Menschen andere Menschen (abgesehen davon, dass sie auch Tiere töten). Der Instinkt zu töten, ist da und sehr präsent. 

Gewalt und Übergriffe – wie oben schon angedeutet – sind eine Domäne von Mars im Stier. Revierzerstörung, Eroberung eines Reviers, einer Festung, Verletzung der Erscheinung – und ja, auch eine Verletzung der Sicherheit eines anderen in einem „Griff“. Was Menschen (so war es ursprünglich ohne einen primären Lustgedanken wohl gemeint) zur Fortpflanzung tun – gemeinhin die körperliche Vereinigung – kann genauso auch die Verletzung der Grenzen bedeuten, und wird auch oft so aufgefasst (mit Lust oder als Schmerz, so entsteht Lust am Schmerz). Im Stier haben wir auch die Herde, das, wo sich das Eigenständige (kleine Einzelne) unter den Schutz der Vielen stellt. Die Jungen werden in die Mitte genommen, die Wehrhaften bilden den Kreis – so jedenfalls das Bild. Nun sind insbesondere Herdentiere Beutetiere, und Jagdobjekte der Raubtiere. Tieren, auch nicht den Raubtieren, können wir ihr So-Sein nicht verbieten. Die Umerziehung des Tigers zu einem Vegetarier wird nicht gelingen. In der menschlichen Gemeinschaft ist das etwas anders: da wird erwartet, dass der Einzelne sich „zusammenreißt“ – und vor allem jene Menschen mit dem Mars im Stier werden da ihre Erfahrungen mit dem Ausgeliefert-Sein an ihre Anlage gemacht haben. Zeigen sie Zähne und Krallen über Gebühr und vehement, wird das nicht gern gesehen und entsprechend geahndet.

Freilich. Dennoch wird man immer wieder auf ihn Jagd machen. Was man am besten in Frieden lässt, ist manchmal am verlockendsten. Es ist ein Magnet durch und durch! Wie lange ist es her, seit wir ihn zuletzt gesehen? Auf welchem Kurs? (Kapitän Ahab, in Melvilles Moby Dick)

Wie also nun ein einzelner „Jäger“ sich in einen Blutrausch steigern kann, so wächst die Rage um ein Vielfaches in einem Kollektiv, das sich gegen ein anderes Kollektiv richtet. Wie im Einzelfall ist ein kollektiver Mord im „Overkill“-Modus Ausdruck dessen, dass die Jäger ihre Opfer zunächst entpersonifiziert, anonymisiert haben, nun in dieser Entpersonifizierung, die eine absolute Demütigung darstellt, ein Schalter umgelegt wird, und der Überlebenswille  dem puren Vernichtungswillen weicht. (Erhängen, so las ich bei Petermann, sei dabei die finale Demütigung der Opfer.)

Neulich habe ich mir ein Fussball-Spiel – nicht, dass dort erhängt worden wäre – angeschaut, und mal auf die Gesichter und die Körpersprache der jubelnden Zuschauer und der jubelnden Spieler nach einem erfolgreichen Torschuss geachtet. Wenn man sich diese Szenen in Zeitlupe oder als Standbild ansieht, kann man spätestens jetzt die Ähnlichkeit eines solchen „Spiels“ mit einem „Krieg“ nicht mehr bestreiten. Noch eines: Krimi-Abende auf der Couch, bei dem der Zuschauer sich einen oder mehrere Morde und noch andere bizarre Verbrechen „reinzieht“, und sich in einen Bann ziehen lässt. Spiel und Kriminalfilm haben eines gemeinsam: Sie sind Sublimation des Alptraums, der in jedem von uns lauert. Und wenn wir schon von Jagdempathie, von Lustaufbau und Spannungslösung und einem morbiden Rausch sprechen, müssen wir eben auch die Faszination nennen. Sie gehört in die Analogie von Mars-Pluto: die unheimliche (weil unverständliche und dem Bewusstsein unzugängliche) Anziehungskraft des Bösen. Die Bösen sind den Bösen verfallen! Dabei sind in beeindruckender Weise jene, die sich für gut halten, oft die böseren.

Wie konnte das aber passieren? Das mit den Kriegsbeginnen. Wer hat denn da sein Tier nicht unter Kontrolle? Und warum jetzt? Nun gibt es Zeitfenster und -qualitäten, die die Möglichkeit der – die Versuchung zur – Gewalt und Gewaltbereitschaft mit sich bringen. Liegt bei Eintritt in dieses Fenster ein schwelender Konflikt vor, eine ungelöste Sache, eine lange ausgehaltene Provokation und möglicherweise auch noch in der Sache selbst die „Deckelung des Triebes“ – wird jetzt der Deckel gesprengt. Jäh, wenn noch ein Uranus dazukommt! Kurzschluss – was nicht heißt, dass man nicht schon lange sorgfältig darauf hingeplant und aufgerüstet hätte. Der Zuschlag geht nicht zufällig mit genau diesen ganz bestimmten Zeitqualitäten einher.

In der älteren und vor allem in der Geschichte Deutschlands findet sich der kollektive Schrecken ebenfalls wie in den jüngeren Zeiten. Die systematische Vernichtung von Menschen hat sich in den KZ mit dem Gesicht des Mars-Neptun gezeigt (das KZ Nohra wurde am 3.3.1933 als erstes Lager unter der Signatur einer Fische-Sonne in Opposition zu Mars-Neptun in Betrieb genommen). In der unmittelbaren Gegenwart können wir das Eindringen russischer Einheiten auf das Gebiet der Ukraine nehmen: Mars auf 22° Steinbock und auf den Pluto auf 27° zulaufend, am 2.3.2022 waren sie gradgenau in Konjunktion und eine zweite Verhandlungsrunde zum Ende des Krieges wurde erfolglos beendet, scheiterte. Am 7.10.2023 standen Mars und Pluto in einem Quadrat zueinander, und das ziemlich gradgenau. Wenn es zum Kurzschluss kommt, sind Mars und Pluto zusammen Anzeichen für eine besondere Grausamkeit, die sich hier den Weg bricht.

Wenn wir die Natur sehen, dann sehen wir immer nur die Überlebenden. (Stephen Budiansky, If a Lion could talk)

Nun leben wir nicht mehr in der Natur, sondern in etwas, dass den Begriff „Kultur“ trägt. Was sehen wir denn da? Die Gefallenen? Ach, da fällt mir jetzt noch Frans de Waal ein, der in einem seiner Bücher sinngemäß schrieb: „Du kannst den Affen aus dem Urwald nehmen, aber niemals den Urwald aus dem Affen.“  Und so stehen wir fassungslos und schauen einerseits auf die Urgewalt aus den Anfängen der Menschenzeit und wissen jetzt andererseits: das Tier muss immer, ständig vom Geist und vom Verstand gezähmt und in seinem Käfig gehalten werden (was möglich ist, aber eben Bewusstsein verlangt); wenn dem nicht so ist, werden wir Barbaren. Die einen als Täter, die anderen als Opfer. Am Ende verlieren beide und unsere Gesellschaften erst recht. Ich mag gar nicht dran denken, dass wir – die wir selbst genug zu klären haben mit uns – noch die Probleme anderer importieren, und sich die verschiedenen Marse im Stier auf diesem Territorium, in diesem gerade eben so noch Gemeinschaftlichen (denn es trägt den Uranus in sich) hier abspielen.

Zum Schluss komme ich zu Norman Mailer zurück. Sein Buch aus dem Jahr 1952 trug den Titel „Am Rande der Barbarei“. Nebenstehend ein Auszug aus dem Klappentext des Buches, mit dem er sich – so schrieb es der Verlag Herbig – erneut der „Verdammnis“ aussetzte. Klingt erstaunlich modern. Wie sagt man so schön? – Nichts Neues unter der Sonne.

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