Home » LESESTOFF » ASTROLOGIE » ASTROLOGISCHE MINIS » DENN SIE WISSEN NICHT…

DENN SIE WISSEN NICHT…

… was sie tun und wer sie sind. Oder etwa doch?

Am Abend des 12.9.2021 trafen sich drei überaus wichtige Menschen zum zweiten Mal vor den Kameras, um sich dem Volk als die zu präsentieren, die das Land demnächst führen werden.

Als gegen 21:20 der letzte der Runde zum Schlussplädoyer in die Mitte trat, habe ich das Horoskop festgehalten. Das sehen Sie hier. Angefangen hatte dieses Triell unter einem Widder-AC mit Uranus in Haus 1, dem Neptun im 12. Haus und Saturn als Herrscher von 10 in 11 – also noch im Stadium des Entstehens. Jupiter genau auf der Grenze zwischen Haus 12 und 11 – Schütze enthält den Mond: das Empfinden in der Anschauung, auf jeden Fall ein wohlwollend aufgenommenes Stimmungsbild am Angang noch in Haus 8. Etwa 80 min später befand sich der AC  im Stier (den er gegen 21:35 Uhr verließ).

Scholz tritt vor, der Pluto steht exakt auf dem MC und Neptun kommt aus Haus 12 heraus ins 11. Doch was machen wir damit? Schritt für Schritt.

Der Herrscher des AC ist die Venus, und die steht im 6. Haus und im Skorpion. Ein großes 6. Haus ist das – Waage ist Mitherrscherin. Es geht um die Aussteuerung des Bestandes, der Selbstabgrenzung und auch um eine (öffentliche) Bildabgabe. Im Skorpion ist das Ganze „fixiert“. Die Bindung an Partner und an Bilder heißt es – wird hier im Sinne der „Art“ – außersubjektiv und rational – vorgenommen. Im Haus des Wahrnehmens ist dies hier der Versuch, die aus dem 12. Haus mitgebrachte Aufhebung der Grenzen und Unterschiede „festzustellen“. Im 12. Haus ist Widder der Mitherrscher. Eine unsichere Stellung für den Widder – die Selbstdurchsetzung bzw. die Energie im Namenlosen und im Ungeteilten, Unsichtbaren – schickt den Mars ins 6. Haus und in die Jungfrau. Kämpferische Aussteuerung, versucht vernünftig, aber spitz und süffisant.

Die Venus, der auszusteuernde sich in der Aufhebung befindliche Bestand, auch zu lesen als das Gemeinschaftliche oder Soziale, hat ein Quadrat zu Saturn – in der Pflicht der Gemeinschaft. Saturn-Venus (besonders aus dem Stier) ist die Heiligung der Gemeinschaft, die vor den Einzelinteressen Vorrang hat. Stichwort: Mäßigung. Aus der Waage schwingt weiteres mit: es geht um ein öffentliches Amt. Saturn steht nun ausgerechnet auf dem Saturn-Mondknotenpunkt von 7° Wassermann – also man könnte sagen: Es geht um ein öffentliches Amt für die Aufhebung eines Gemeinschaftlichen. Anders ausgedrückt: es geht um einen neu und voraussetzungslos zu fügenden Bestand. Jupiter steht in Spiegelopposition zur Venus: Zeitlich vor dem Saturn: erst die Anschauung des auszusteuernden Gemeinschaftlichen, dann die Amtlichmachung.

Doch auch Mars hat mitzureden – er hat eine Opposition zu Neptun – nochmals der Hinweis auf die aufgelöste Durchsetzung. Herrscher von 12 in 11: Hier haben wir den Hinweis auf die Aufhebung der bewussten Anpassung und Vernunft; die fixierten und auch zwingenden Bedingungen des 6. Hauses (Umstände) werden aus dem Hintergrund in den Vordergrund geschöpft (oder bleiben da) – Existenzfragen kommen ans Licht, die Auflösung von Existenzgrundlagen, die Gefährdung im Revier, das geschwächte Immunsystem des Landes – einhergehend mit Schwebesituationen (Hängepartie) und Hoffnungslosigkeit.

Mars und Sonne stehen in Konjunktion zueinander. Wann immer sie dies tun, ist die „Souveränität“ des Lebensausdrucks gefährdet bzw. weiß sich mit Gewalt durchzusetzen. Es liegt die Information einer Rechtlosigkeit in einem Verband vor. Nun steht die Sonne in der Jungfrau – dem Zeichen der Gesundheit, des Gesundheitswesens, der Vernunft, auf das nun ein Angriff aus dem Namenlosen erfolgt. Sonne in Opposition zu Neptun: „Wage nicht, König zu werden!“ Gilt nicht nur für den Redner zu diesem Zeitpunkt, sondern das gilt bereits den ganzen Tag und so auch für das gesamte Triell. Wagt nicht, Könige zu werden. Was man sieht, ist nicht das, was es ist. Hier ist viel Täuschung im Spiel, Bei Sonne-Neptun ist nicht der Gang in die Öffentlichkeit gefragt, sondern das Herausgehen und die Einkehr in sich selbst. Unter diesem Signum in einen Wettstreit zu treten, ist mühsam. Tage wie diese eignen sich – bei entsprechend fehlender eigener Identität – sich fremder Identitäten zu bedienen, in Traum- bzw. Erlebnisrollen zu schlüpfen und diese auszufüllen. Sonne-Neptun – und noch in Einheit mit Mars – birgt die Gefahr, dass hier Leben verbraucht und dabei der Reinheit, der Wahrheit das Wort geredet wird. Reinheit resp. „Wahrheit“ wird mit Energie betrieben (Mars-Neptun ist auch der „eiserne Besen“ – der den veruntreuten Neptun rächt). Bei Sonne-Neptun soll die Sonne dafür sorgen, dass das Prinzip des Lebens eingehalten werde, damit das Leben gemäß seiner Bestimmung „sein“ darf.

Als Bestimmung (im Sinne der Münchner Rhythmenlehre) ergibt sich nun wiederum an der Spitze von Haus 11 (von 11 nach 10) der Wassermann und der Uranus in 12. Bestehende Grenzen, Maßstäbe, Unterschiede und Traditionen stehen zur Aufhebung und Auflösung an. Es wird damit alles, was wir bis jetzt als vordergründig gültig erlebten, unbeeinflussbar von Anpassung und Vernunft einem Ur-Zustand zugeführt. „Zurück auf Null.“  – Heißt es… Doch: Mit diesem „Auftrag“ im Rucksack finden sich in Haus 10 Saturn (im Wassermann der „Bewahrer“ gegenüber dem Neuen und Entstehenden, der Bedenkenträger) und Pluto (im Steinbock als Zeichen/Information einer notwendigen Umwandlung in den bestehenden gesellschaftlichen Werten und Normen, den staatlichen Institutionen auf Basis des Neptun).

Über den Pluto (den Stein „des Anstoßes“?) am MC soll nun das Anstehende in die Fügung – oder anderes Wort – in die Vereinheitlichung der verschiedenen Anschauungen und Einzelelemente gegossen werden. Das geschieht hier auf formierte, verbindlich-maßstäbliche Art und Weise – wie gesagt: es geht um ein Amt, in dem eine Person über sich selbst hinaus maßstäblich wird. Es geht auch um ein Konzept – mit Steinbock ebenfalls an der Spitze von Haus 9 – Saturn-Jupiter ist mehrfach gegeben. Der Priester der Bestimmung. Das nimmt schon fast religiöse Formen an, was hier vor sich geht. Die Blickrichtung geht in die Vergangenheit und dann wieder in die Gegenwart bzw. in die Vorbereitung dessen, was Gegenwart werden wird. Man sucht Maßstäblichkeit in der Expansion – in der Erweiterung, die man zum Konzept macht. Hier steht ein „Amtmann“, der ein Wächter der Normen und Gesetze ist – davon, dass hier Grenzen überschritten werden, kann man ausgehen. Denn bereits mit Uranus in 12, spätestens am Pluto am MC ist abzusehen, dass der voraussetzungslose Neuanfang nicht in die Gegenwart kommen wird.

Wie bereits gesehen, verbindet Saturn – und auch Jupiter – ein Aspekt mit der Venus, was wiederum auf die Bedingungen dessen weist, worum es hier geht. Die Bedingungen des im Zeitlosen und Verborgenen der Aufhebung anheim gestellten Gemeinschaftlichen sind programmatischer Art. Venus-Pluto ergibt sich nämlich hier – der Zwang ins Gemeinschaftliche und der Zwang in Partnerschaften hinein, die eigentlich der eigenen Mentalität nicht entsprechen und demgemäß als bedrängend und fremd erlebt werden. Pluto ist der Ideologiensetzer, das Virus der Vorstellungen, mit denen die Wirklichkeit ersetzt wird. Da Pluto zum Bestimmenden gehört, sehen wir hier, dass in die Bedingungen des Lebens eine Information eingepflanzt wird, die dort – und als Waage-Venus zu lesen – das Bewusstsein bestimmend überlagert. Venus-Pluto – ist auch Trägersubstanz als Medium der Informationsübertragung.

Das Triell war eine Live-Übertragung; vor den Bildschirmen, vor dem Fernsehstudio und nebenan in den Parteiräumen saßen oder standen die Zuschauerschaften (Mond – Einzelwesen, Selbstverständnisse in der Begegnung), um der jupiterhaften Ausstrahlung in die Gegenwart  beizuwohnen. Mond in Spiegelopposition zu Pluto – „ich empfange das Programm“ – und Mond als Herrscher sowohl des 3. als auch 4. Hauses. Lesen können wir auch: die Darstellung des Heimatlichen in der Begegnung (was ja gegeben ist) und das „Herausstellen“ dieses Heimatlichen, der Heim-Seele, in die Öffentlichkeit. Es gäbe noch etliches herauszuschreiben. Olaf Scholz – mit dem Geburtstag vom 14.6.1958 (in Osnabrück) – liegt mit seinem Radix-Neptun ziemlich exakt auf der Venus im Triell-Radix. Da weicht er den entsprechenden Themen aus. Oder anders herum: die laufende Venus – das „kleine Glück“ – macht es ihm leicht, über die hintergründigen Dinge zu schweigen. – Mit seinem Saturn steht er im Quadrat zum Neptun auf knapp 22° Fische. Es ergibt sich eine Saturn-Neptun-Konstellation, die ihn in seiner eigenen Bestimmung in Frage stellt. Da steht ihm doch irgendein Wasser bis zum Hals, und er steckt in Funktionalismen mit schwacher Rechtsposition. Der 22°-Zwillinge-Mann hat eine Sonne-Saturn-Opposition zu leben: ein sachlich-fleißig arbeitendes Leben in bestimmenden ebenso wie in geregelten Grenzen. Er weist auch noch eine Mond-Venus-Konjunktion im Stier (die Sicherung des Seelischen im Gemeinschaftlichen) auf – und über diese läuft derzeit der Uranus. Neptun – bildet ein Quadrat zu seiner Sonne – überflüssig zu erwähnen: bei der Achse von Saturn-Sonne entsteht hier der Weckruf, sein Leben zu „aufzurichten“ bzw. zu bilanzieren. Der durch den Wassermann laufende Saturn, derzeit stationär auf 7° alias Saturn-Mondknoten-GSP umfasst den Radix-Uranus im Löwen und gibt ihm Fassung und Konzentration. Im Sonnenstand ist Sonne-Uranus gegeben – aber wer sonst als ein Sonne-Uranus – griffe nach den Sternen? Er hat damit eigentlich gerade sehr viel mit sich selbst zu bereinigen – sollte man meinen.

Auch bei den anderen Kandidaten sieht es nicht besser aus.  Einer mir (dankenswerterweise) zugeleiteten Uhrzeit folgend, habe ich das Geburtsbild von Herrn Laschet vorliegen. Mit einem Zwillinge-AC von 6°12′ kommt seine Sonne auf 29°31 Wassermann genau auf die Spitze von Haus 11 zu stehen. D.h. sie steht am Übergang (nach der Aphrodite gedeutet) vom Ursprung zur Bestimmung. Am MC hat er den Wassermann – und im 9. Haus eine Saturn-Jupiter-Konjunktion, die übrigens auch Annalena Baerbock „hat“. Ins Auge sticht nicht nur diese „Priester-Konstellation“ im Steinbock, die sich außerdem etwa zur Zeit seiner Wahl zum Kanzlerkandidaten im Phänomensrhythmus ausgelöst hat, sondern auch die Mond-Venus (!)-Konjunktion, hier im Widder. Wiederum Mars auf beinahe noch 0° Krebs – Energie, die auf den Beginn des Lebens trifft – eine leicht reizbare Seele, die um Existenz „kämpft“ und der ein Sicherheitsempfinden fehlt. Folglich kann sich im Heim(atlichen) und Seelischen ein Ausdruck des Sich-Erhebens aus den Zentren ergeben: man wird überheblich, Sonne in Opposition zu Uranus hat er – Scholz steht eher für den Sonne-Saturn – eine Erfahrung der Lebensbedrohung lässt ihn in geschlossenen Räumen (auch Denkräumen) unruhig werden, will herausspringen, um der vermeintlichen (oder echten) Bedrohung zu entgehen. Unverbindlichkeit, Scheinneutralität – Überlegenheitsgebaren bei gleichzeitig labilem Subjektivem.

Armin Laschet durchläuft ebenfalls überpersonale Herausforderungen. Bei ihm ist es der Pluto, der ziemlich exakt über der Saturn-Jupiter-Konjunktion kreist. Ähnlich wie bei der Triell-Übertragungszeit steht bei ihm Skorpion im 6. Haus und wird programmgebend für seine Lebensbedingungen und die Umstände seines Lebens. Der Radix-Pluto steht in Haus 5 und in Opposition zu Laschets Merkur in den Fischen. Da ist er einmal der Identitätslose, der, der nicht in Erscheinung tritt, weil er Bestandteil des Inventars ist – Pluto-Merkur – die Gesindekonstellation. Der Merkur in den Fischen sollte „eigentlich“ die Wahrheit im Sinne dessen, was wirklich ist, kennzeichnen und ist doch besetzt. Neptun als Gastgeber Merkurs (der ja auch noch aus dem Aszendenten herrührt, also zu seiner Erscheinung in der realen Welt gehört) steht in Haus 6 und löst die Aussteuerung auf, d.h. macht eine Anpassung (an die Umstände des Lebens) unmöglich. Er soll sich nicht an alles anpassen – aber: nun ist da die Angst, das Angebot des Jupiter-Saturn und der Pluto, der ihm das Programm in die Hände spielt. Noch eine Konstellation gibt zu denken: der Uranus-Transit durch das 12. Haus bedeutet für die entsprechende Person jeweils den „Gang durchs Wasser“ – es werden hier die Belange des Gemeinschaftlichen, und damit auch die Venus-Mond-Konjunktion im Widder zu bearbeiten sein. Mars-Mond: der „Feind im eigenen Land“ – sie betreffen ihn persönlich, sein labiles Sicherheitsempfinden und seinen Existenzkampf, was er nun auf das Land überträgt.

Es sind diese Konstellationen – Kompensationen, vermutlich nicht gelöst – , die vom Volk  mitgewählt werden, wenn die drei Kandidaten am 26.9. antreten. Die dritte Kandidatin hat sinnigerweise keinen Sonne-Saturn, keinen Sonne-Uranus, sondern eine Sonne-Neptun-Konjunktion. Gerechnet habe ich auf die Sonne am MC, denn eine Geburtszeit finde ich nicht. Hier haben wir wieder zweifach die „Prediger“-/Verkünder-Konstellation: Saturn-Jupiter-Konjunktion in der Waage macht geneigt in der Begegnung bzw. im Begegnenden die bestimmende Anschauung für die Gegenwart zu verkünden, andererseits eine Sonne im Schützen mit dem Neptun dabei: die Anschauung des Heiligen bzw. die Fügung des Reinen. Aber der Neptun ist auch eine Schwächung – die auszuhalten wäre, indem man sich nicht zum Prinzip selbst macht, sondern als Subjekt das Prinzip trägt, ohne dafür eine Position der Macht zu beziehen. Neptun steht auch im Quadrat zu Mond, zweifach Mond-Neptun, der noch knapp in den Fischen steht: Stichwort hier: Die Angst des Kindes vor der Dominanz einer gleichgeschlechtlichen Person (in Familie oder Verband) – Geschlechtsunterlegenheit… und Hinweis auf die Identitätsfindung in verschiedenen, aufgesammelten, ausgeliehenen Identitäten, die dann verbraucht werden. Wechsel zwischen Stimmungen und Identitäten. Zu dem gesellt sich noch eine Venus-Uranus-Konjunktion im Skorpion: sofern sich überhaupt sowohl Gegenwart als auch Bestand im Sinne einer Selbstabgrenzung bildet, wird diese aufgehoben und entgrenzt. Es entsteht weder Gegenwart noch Bewusstsein – weswegen folgerichtig im Zeichen der Waage Pluto steht – als das Zeichen der Gegenwartslosigkeit im Bewusstsein. Venus-Uranus ist auch das Unterwegssein als Lebensplan: ein Revier darf nicht entstehen – die Grenzen sind offen, es darf sich nichts verfestigen bzw. Figuration werden. Es werden von beiden Venus-Seiten ausgesehen in der Folge „Zeichen gesetzt“ – die wiederum werden brachial mit einem Mars im Steinbock und im Quadrat zu Pluto durchgesetzt. Die widerstandsorientierte Energie wird es sein, die die Schwächung der Sonne kompensiert und suggeriert, dass ein gestecktes Ziel immer nur im Kampf zu erreichen sei. Mars-Pluto – die Unterwerfung der eigenen Mentalität unter eine fremde. Was das heißt? Diese Konstellation macht den Träger geneigt, sich in seiner Angst vor dem Bösen zum Verfechter des Säuberns zu machen. Nicht gehabte Erlebnisse sind das Verdrängte, und das drängt im Mars-Pluto hinter der Fassade hervor. Es wird beruhigt, indem es nun seinerseits Zeichen setzt und Erleben verbietet. Bei vorliegender und vermutlich kompensierter Sonne-Neptun-Konjunktion (die eigentlich sagt: „Verlasse die Kollektive und du wirst Königin“) wird die Rückseite in der Erscheinung des Mars-Pluto zum Zerstörer von jedem nur ansatzweise sich bildenden Dasein.

Im Moment des Hintritts von Scholz in die „Arena“ trat er Baerbocks Venus-Uranus am Deszendenten im Skorpion gegenüber, ihr Pluto im Quadrat zum Pluto am MC. D.h. sie durchlebt derzeit einen Transit über ihren Radix-Pluto (leider wissen wir nicht, in welchem Haus er steht) und es werden alle Belange der Macht, Ohnmacht, Kontrolle oder von Kontrollverlust aufgeworfen. Mit diesem Quadrat ist eine Zeit der Transformation angebrochen – nicht nur der persönlichen, sondern tatsächlich auch der überpersonalen. Es kommt Unterdrücktes, Ausgeblendetes ans Licht, und es soll ins Leben gelangen. Pluto-Belange – und gerade die der Pluto-in-Waage-Geborenen – sind die im Leben ausgelassenen Gegenwarten. Diese Konstellation betrifft jene Generation in den Lebensjahren von Ende 30 bis Ende 40 – eine Generationenkonstellation mit einem Generationen- und Gesellschaftswechsel. Die Frage ist: nimmt jeder Einzelne auch die Transformation für sich selbst vor? Zur Zeit sieht es eher so aus, als sollte es bei diesem Aufeinandertreffen von Pluto in Steinbock und Pluto in Waage mehr als unversöhnlich zugehen. Kommt es zur ideologischen Zerstörung statt zu einer gewachsenen Wandlung? Pluto und Skorpion sind Orientierungsprinzipien – sie sind „Vor-Bilder“ und können zu Bildern als Gestalt(ung) der Gegenwart werden, im schlechten wie im guten Sinne.

Frau Baerbock hat außer diesem Transit (in den letzten Jahren hatte Pluto bereits ihren Mars überlaufen – ein Machtgewinn) zudem einen Neptun-über die Sonne-Transit, was bedeutet, dass sie ebenfalls mit dem Neptun-Quadrat-Neptun befasst ist. Das Quadrat in der Lebensmitte wirft Fragen darüber auf, was man gern erreicht hätte. Es sind  ungestillte, letztlich auch nicht verwirklichbare Sehnsüchte und Ideale, die nun ins Bewusstsein steigen.  Unzufriedenheit und Bestürzung erfassen uns nun mit dem Gefühl, dass das Leben an uns vorbeizieht und uns die Zeit davonläuft. Das ist die Situation derer, die jetzt mit ihrem Neptun im Schützen das Quadrat erleben. Die „Botschaft“ des Neptun in den Fischen an den Neptun im Schützen ist über das Individuum hinausgehend der Wunsch nach Bereinigung. ist aber auch Verklärung und Täuschung in Bezug auf die Gefüge der Welt, den Sinn. Auf eine Täuschung könnte jetzt die Täuschung über die Täuschung folgen. Die Zeit einer neuen Religiosität ist angebrochen und ihr Gott ist grausam.

Neptun-Transite über den Neptun „wecken“ grundsätzlich die Einsicht des fortschreitenden Alters, dem sich die Betroffenen stellen müssen. Es geht ums Älterwerden und das Loslassen der Jugend. Anstelle der Idee der Jugend tritt unweigerlich nun die Erkenntnis des Alterns, und damit geht Abschied und Trauer einher. Sollte es, wenn man diesen Prozess bewusst durchläuft. Bei Neptun-Transiten geht es immer auch um Aufopferung und Verzicht: Was ist der höhere Sinn meines Lebens? Passender formuliert – es geht um die Frage, ob man wirklich das lebt, was man als Gestalt seines Lebens mitgebracht und zu entwickeln hat. Mit Anfang 40 beginnt der Verzicht auf unerfüllbare Träume. Man lernt, zu unterscheiden. Etliche Ziele entpuppen sich als unerreichbar, es ist nun Zeit, sich auf erreichbare Ziele zu konzentrieren.

Einen Neptun-Transit über die Sonne steckt keiner einfach so weg. Man muss schon viele Ausweich- und Kompensationsmöglichkeiten und ein gerüttelt Maß an Verdrängung mitbringen, um sich nicht doch aus der Welt zurückzuziehen und mit sich selbst ins Reine zu kommen. Neptun-Zeiten sind keine Zeiten, in denen man die Öffentlichkeit sucht, sondern den Rückzug und die „Deckung“, vielleicht sogar eine Klausur, um Wahres von Unwahrem unbeeilt und unbeeindruckt unterscheiden zu können. Eine innere Krise lässt sich niemals durch äußere Veränderungen lösen.

Wir wissen natürlich, dass niemand im Alter von 40 Jahren sämtliche Krisen, die das Leben in seiner Entfaltung bereit hält, bereits gemeistert hätte. Die Entwicklung endet ja auch tatsächlich nie – selbst 80-Jährige erleben die Erweiterung ihrer Weisheitsringe (dies in ausgesöhnter Weise) oder die Schrumpfung ihrer Lebenszeit auf überschaubare Jahre (dies vielleicht hadernd). Dieses hinzuziehend bin ich angesichts der Krisen, die unsere politischen Kandidaten – die älteren wie die jüngeren – derzeit (von der Öffentlichkeit nicht bemerkt) durchmachen, und dabei gleichzeitig draußen im Rampenlicht für eine Regierungsbeteiligung antreten, mehr als jemals zuvor fast verzweifelt. Wissen sie, was sie tun?  

(Visited 157 times, 1 visits today, 11.589 overall counts across all posts)