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URANUS IM 11. HAUS – DAS ERHABENE ERLEBNIS

Das Erhabene

„Das Gefühl des Erhabenen ist ein gemischtes Gefühl. Es ist eine Zusammensetzung von Wehsein, das sich in seinem höchsten Grad als ein Schauer äußert, und von Frohsein, das bis zum Entzücken steigen kann und, ob es gleich nicht eigentlich Lust ist, von seinen Seelen aller Lust doch weit vorgezogen wird. Diese Verbindung zweier widersprechender Empfindungen in einem einzigen Gefühl beweist unsere moralische Selbständigkeit auf eine unwiderlegliche Weise. Denn da es absolut unmöglich ist, daß der nämliche Gegenstand in zwei entgegengesetzten Verhältnissen zu uns stehe, so folgt daraus, daß wir selbst in zwei verschiedenen Verhältnissen zu dem Gegenstand stehen, daß folglich zwei entgegengesetzte Naturen in uns vereiniget sein müssen, welche bei Vorstellung desselben auf ganz entgegengesetzte Art interessiert sind. Wir erfahren also durch das Gefühl des Erhabenen, daß sich der Zustand unsers Geistes nicht nothwendig nach dem Zustand des Sinnes richtet, daß die Gesetze der Natur nicht nothwendig auch die unsrigen sind, und daß wir ein selbständiges Principium in uns haben, welches von allen sinnlichen Rührungen unabhängig ist.“ Friedrich Schiller, Über das Erhabene

Wenn Ihnen das Herz aufgeht, wenn Sie hoch über dem Tal stehen und die Welt von oben betrachten – dann erleben Sie einen Moment der Erhabenheit. – Eine plastisch erhöhte, gewölbte Stelle in einem Material (auch der Haut) nennt man erhaben. Bis ins 17. Jahrhundert bildete man aus dem Verb erheben das Partizip II erhaben. In unserem heutigen Deutsch hat sich das Partizip nur als Adjektiv erhalten, während wir das PII inzwischen mit einem o bilden: erhoben. Erhabenheit ist Herausgehobenheit aus den „Niederungen“ – des normal-unreflektierten Alltagsempfindens. Wolfgang Döbereiner bemerkte irgendwo, dass man bei dem Blick über die Welt von oben auf dem „Uranus“ stehe. Jemand sei über jeden Zweifel erhaben, lautet eine Redewendung, gemeint ist damit, dass er über allen Zweifeln steht und keinen Anlass zu irgendwelcher Kritik gibt. Das Wort Zweifel lässt ebenfalls das Uranisch-Wassermännische anklingen, denn das in zwei Teilende ist ebenfalls seine Domäne. Polarität – wie oben im Zitat: Wehsein und Frohsein liegt im Erhabenen, und zwar miteinander und nicht gegeneinander (wie es in der Dualität der Fall wäre).

Der Flug, der Vogelflug, besonders der Adlerflug sind Assoziationen zum Wassermann-Uranus, der Himmel ist sein Wirkungsfeld. Das 11. Haus ist das Haus der Visionen, des (technischen) Fortschritts, der Erneuerung und der Freunde (Gleichgesinnte); der von Vernunft und Anpassung unabhängige, freie Wassermann (oder der personifizierte Uranus) lebe das Individualistische (sich von anderen Abhebende) und strebe gleichzeitig-mitsinnig nach der idealen Gesellschaft von Gleichen unter Gleichen – ohne Hierarchien – lese ich. Das 11. Haus ist lichtvoll und weit – anders als das 9. Haus aber kühl und distanziert, unverbindlich. Im 11. Haus teilt sich die Einheit von Widder-Fisch in den Zeitraum und den physischen Raum – es entsteht zum Einen die Zeitlichkeit im Wassermann und zum Anderen die Erscheinung (Räumlichkeit) im Stier. Aus dem zeitlosen Meer aller möglichen Gestalten des Lebens geschöpfte Gestalten erhalten ihr „Haltbarkeitsdatum“ ebenso wie der dazugehörige Körper eine real-fassbare Verweildauer. 

So wie das 12. Haus als Meer gedacht – oder sollte man sagen – anschaulich gemacht werden kann, als der Verweilraum all dessen, was nicht in der Zeit ist, sondern ungeworden und unvergänglich dort schwimmt, ist der Wassermann der Himmel darüber, und die Wasseroberfläche die Grenze zwischen beiden. Die lichtvolle, aber mit zunehmender Tiefe dunkler werdende Welt des Meeres ist ungleich schwerer und undurchdringlicher als die lichtvolle Welt der Luft, in die die Gestalten des Lebens geschöpft werden. Der Mythos des Uranus besagt, dass sein Sohn Kronos ihm das Geschlecht (das Zeugende) abschlug, welches dann ins Meer fiel, woraufhin Aphrodite „aus Schaum“ geboren wurde. Diese Aphrodite taucht im 7. Haus aus dem Meer kommend am Strand der Gegenwart auf. Das 7. Haus steht (nicht nur in der Münchner Rhythmenlehre) für das Denken, für die Harmonie und die Ästhetik, für die Bilder, die sich aus den Gestalten (über den Entwicklungsweg des IV. und III. Quadranten) entwickeln, die erst Gegenwart erwirken und mit dieser Gegenwart das Leben als Dasein in der Endlichkeit wirken. Die in Haus 8 geprüften Formen werden in Haus 7 „frei“ und stellen die Gesamtheit der Schicksalsgestalten im Bewusstsein dar, während in Haus 6 die subjektive „Bewusstheit und Wahrnehmung“ der Gestalten dazu entsteht. 

Im 11. Haus entscheidet (eine weitere Spaltung/Trennung) sich also, was sich in die Zeit hinein auf die Gegenwart zu entwickelt oder nicht entwickelt. Die dem 11. Haus (im Uhrzeigersinn durchgegangen) nachfolgenden Zeichen und Häuser wie auch Zeichen-und-Häuser-Kombinationen haben da natürlich mitzureden. Im Weg der Aphrodite hat Wolfgang Döbereiner dem Entwicklungsgang vom Aszendenten über das 12. Haus, über das MC und zum 7. Haus  die Bezeichnung „Fügungsrhythmus“ verliehen. 

11. Haus und der Ursprung – dieser (erste) Sprung ist jäh, unvermittelt, meistens heftig und „auf Zack“. Auch dieser Redewendung steht ein weiteres Wort in gegenläufiger Bedeutung zur Seite: schnurstracks bedeutet, dass etwas direkt und ohne Umwege geschieht. 

Das Symbol des Wassermannes zeigt zwei übereinander liegende wellenförmige Linien (auch oft gezackt dargestellt) und geht auf die ägyptische Hieroglyphe für Wasser (drei Wellenlinien) zurück. Das entsprechende Bild der ägyptischen Mythologie ist der Wasserträger, der aus zwei Urnen Wasser ausgießt. Da das Wasser (aus dem Meer des 12. Hauses) für intuitives Wissen steht, ist der Wasserträger jemand, der über dieses Wissen verfügt und es mit anderen teilen (i.S. von es ausgießen) will.

Spiritualität (neptunischer wie uranischer Färbung) und Sucht/Suche sind – um überflüssigerweise und noch etwas zusammenhanglos daran zu erinnern – nur hauchfein voneinander entfernt. Beides (in unterschiedlichen Graden) ist im Sozial-Gemeinschaftlichen und in moralbestimmten Gesellschaften nicht sonderlich willkommen. Denn sowohl spirituelle Menschen wie auch süchtige sind nur schwerlich instrumentalisierbar im Sinne des Phänomens und der Welt der Realitäten mit ihren Regelungen und Übergriffen. Sowohl Sucht als auch „Spiritualität“ im vordergründigen Sinn können eine  Flucht bedeuten.

Das Wort Spiritualität leitet sich von spiritus = lat. Geist oder Atem ab. Beides wird man von der Wortherkunft also nicht in einem Wasserzeichen wie dem Fisch vermuten, sondern im 11. Haus des Luftzeichens Wassermann. Die Luft. Der Atem. Das Atmen, fortdauernd und ständig neu geschöpft.

Querverweis. Reihenfolge. Katholisch erzogen bin ich geprägt vom Ritual des Kreuzzeichens „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ – und W. Döbereiner hatte recht, als er anmerkte, dass da etwas verdreht sei: Der Sohn (Saturn) steht verrücktermaßen und einige Konsequenzen nach sich ziehend vor dem Heiligen Geist (Uranus) – wenn wir jetzt einmal vom Christlichen ausgehen – dabei müsste es so herum heißen: „Im Namen des Vaters, des Heiligen Geistes und des Sohnes“ – dann wäre die Ordnung des IV. Quadranten wieder hergestellt. – Das Luftige, der Atem, der das Geistige (Feuer) trägt, steht zwischen dem Neptunisch-Auflösenden und dem Saturnisch-Gerüstgebenden.

Wie dem auch sei – der „Heilige Geist“ hat seine eigene Spiritualität, und diese ist eine andere als die des „Vaters“. – Doch jetzt müssen wir uns von der Religion lösen, denn die Religion des Wassermann/Uranus ist die A-Religion. Wir treten in ein Weltbild ohne Gott ein. Die heutige, als auf den Menschen angewandte Betrachtungsschablone, Psychologie – maßgeblich von Freud beeinflusst – ist bereits nahezu gottlos, ebenso wie die heutige Theologie – maßgeblich von der Aufklärung beeinflusst – nahezu völlig seelenlos ist. Die Psychologie beschäftigt sich mit der Psyche – der Seele des Menschen – und darin hat „Gott“, das Göttliche, keinen Raum. 

Wassermann. Es geht ums Strömen – um Strom. Vom ungeteilten Prinzip hinein in die Erscheinung auf körperlicher Ebene. Das Meer, das Blut – neptunisch. Die Luft, der Atem – uranisch. Der Höhenunterschied, die beiden Gehirne – uranisch. Beide Hirne sind ans Rückgrat, das zwei wichtige Aufgaben inne hat – die Aufrichtung zu ermöglichen und die Nervenleitungen zu schützen –  gebunden. Der sympathische Grenzstrang zieht sich längs der Wirbelsäule durch den Körper und „endet“ im Gehirn im Schädel, dem Cerebrum. Das Nervengeflecht, der Solarplexus, unser Bauchhirn, liegt in Magenhöhe auf der Wirbelsäule. Das Rückgrat ist älter als der Schädel, die im embryonalen Rücken hineingefaltete Anlage des Nervensystems älter als das differenzierte Hirn. Denken wir einmal in die Richtung der wassermännischen Vernetzung, und an die Irritierbarkeit, den Reiz, die Unruhe und die Nervösität – dann ist der Bezug zum Nervlichen deutlich. Die Art der Reize, die von außen her den Organismus treffen – ruft im Zentralen Nervensystem Bewegungen hervor. Zu leben, heißt zu antworten. Das Hirn ist das Organ des Antwortens auf Reize, die von außen kommen. (Zusammengefasst nach Fritsche, medizinisch nachzulesen im Pschyrembel.)

Nach all dem Zusammengetragenen jetzt die Frage: Was ist los, wenn Uranus im 11. Haus eines Geburtsbildes steht? Was macht das mit einem Vorgang, einem Geschehen oder einer Person? Unter den „Pionieren der Zeitensprünge“ finden sich an Politikern u.a. Boris Johnson, an Schriftstellern und Lyrikern Thomas Mann, Eduard Mörike, Robert Musil, Victor Hugo, an Komponisten und Musikern Claude Debussy, Johann Sebastian Bach, Joni Mitchell. An Geschehen wären da: die Erstbesteigung des Mount Everest, die Eröffnung der Olympischen Spiele 2022, die Impfpflicht-Debatte im Februar 2022, die Großdemo gegen die Corona-Maßnahmen in Wien im Jahr 2021, die Gründungen der Vatikanstadt und der SED, der Untergang der Bismarck am 27. Mai 1941, das Bräukeller-Attentat auf Hitler am 8.11.1939.

Uranus in seinem Stammhaus – verstärkt das nicht alles, wofür das Prinzip steht? – Hebt Uranus im „Heimspiel“ nicht gerade jenen Ursprung empor, macht ihn zum Erhabenen? Wichtig ist nun zu schauen, in welchem Zeichen dieser Uranus steht, dann, welches Zeichen an der Spitze von Haus 11 steht, und dann, aus welchem Haus dieser Uranus kommt. 

Boris Johnson, 19.6.1964, 13:00 Uhr LMT in New York City.

Er – sein Horoskop nebenstehend – wird in den Medien auffällig oft mit verwehten weißblonden Haaren (Sturmfrisur) und in einer etwas vorgebeugten, im Laufen begriffenen Körperhaltung gezeigt. Das Bild, das er von sich abgibt, das an ihm sichtbar ist, ist der Mond auf 0° Skorpion in Haus 1, lediglich in Spiegelaspekt zu Mars in den Zwillingen (Widder am DC). Getrieben. Dieser Mond wird – an der Achse von Haus 2 (7° Skorpion) zu 8 gespiegelt – allerdings auf den Neptun geworfen. Mond (wiederum aus dem Krebs auf das Erwirkte verweisend, bzw. dieses auf die Erscheinung hinweisend) in Skorpion trifft Neptun in Skorpion: ein Empfinden in der Vorstellung trifft auf eine Wahrheit in der Vorstellung – und das real. Pluto – um es vorwegzunehmen – steht beim Uranus in Haus 11. Da bekommt er Ärger mit Autoritäten, die er in seine neu zu schaffenden Umstände zwingen will. Neptun in Haus 2 – nicht unproblematisch: da schwimmt er unter der Vorstellungsgebundenheit des Skorpion im ererbten Programm des Bestandes herum und meint sich in der „Aufgabe“, diesen oder aber die Vorstellung davon aufzulösen. Fische in Haus 6/Neptun in 2 – die Fähigkeit, mit der Unmöglichkeit einer Anpassung an die Umstände im Gemeinschaftlichen umzugehen. Oder aber: Die Unangepasstheit (als Unfähigkeit, sich den Erfordernissen des Umraums auszusteuern) wirkt im Gemeinschaftlichen und Sozialen auflösend und vergiftend. Der Mond-Neptun ist hier also subtil mitgegeben und umschreibt die Möglichkeit einer Konkurrenzsituation und die Geschlechtsunterlegenheit (unter andere Männer) im Revier. Real ist auch die Flucht in den Alkohol gegeben, wenn die „Schmutzigkeit“ der Welt wieder einmal seelisch nicht vertragen wird. Neptun, der Grenzauflösende, lässt auch schon einmal die „guten Manieren“ beiseite, Skorpion in Haus 2 macht ungeeignet fürs allzu Moralische.

Die Sonne steht im 9. Haus in Konjunktion zum Herrscher vom AC in der Waage: Venus. Eine rückläufige Venus am Geburtstag, eine sich zurücknehmende, auf Eis gelegte Gegenwart und ein Bewusstsein, das einen Aussetzer hat. Kann man sich veranschaulichen als ein Luftanhalten. Da fallen mir etliche Kinder ein, die bei den Erwachsenen etwas erreichen wollen und drohen: Dann halte ich eben die Luft an. Das ist eine Erpressung. Im 9. Haus und im Zwilling bezieht sich dieses „Luftanhalten“ auf die Ausübung des Weltanschaulichen. Merkur steht ebenfalls in Haus 9 und im Zwilling, Mars als Bewegungselement des Anfangszeichens seines Sonnenverbundes steht ebenfalls in den Zwillingen und im 8. Haus. Warum denke ich gerade an eine Marionette? Die wäre eigentlich der Verbindung von Venus und Pluto zuzuordnen. 

Aahh: die Rückseiten – Venus ist die Erscheinungsseite von Uranus, Sonne die von Pluto. Es ergibt sich das Engramm des Lebens aus der Vorstellung.

Venus-Sonne ist die Zusammenführung von Herde (Stier) und Raubtier (Löwe). Stier gehört bei diesem Mann zum Durchführungszeichen des Sonnenverbundes. Sonne-Venus ist die Erscheinungsseite eines Pluto-Uranus: die Verdrängung des Erzeugenden bzw. des Ursprungs liegt hier zugrunde. Die Gestalt des eigenen Lebens wird nicht freigegeben, so dass das Kind/ die Person das Revier nicht verlassen kann/darf, weil sonst die Existenz gefährdet ist. Gleichzeitig ist man im Revier (in der (liebevollen) Gewalt der Mütter) verängstigt. Sonne-Uranus kennzeichnet die Erfahrung einer Bedrohungssituation, von der man beunruhigt wird, sobald sich Anzeichen einer Lösung aus den Revieren zeigen, die Aufhebung des im Kollektiv gewährleisteten Schutzes versetzt in einen Alarmzustand, in dem Konzentration nicht mehr möglich ist. Die nicht zugegebene, nicht ins Bewusstsein und Erleben gelassene Verängstigung wird in Stärke kompensiert. Man umgibt sich mit Insignien dieser Stärke, findet Gelegenheiten, Größe und Macht zu demonstrieren. Bei Fehlen der Gestalt des eigenen Lebens und der Bestimmung ist die Größe nicht gewachsen, sondern eine Expansion und eine Manie.

Im Engramm fehlt das Maß der Fügung, so dass der Ursprung ungewandelt auf die Vorbereitung zum Gegenwärtigen (Waage, 7.Haus) trifft, als Vorstellung, aber nicht als Bild geliefert wird und damit Leben und Gegenwart (auch im Venus-Pluto) besetzt. In Endkonsequenz entstehen Sonne-Pluto – die Selbsteliminierung und Venus-Uranus im Symptom des zwanghaften Unterwegsseins und des Unpubertierten ohne Ort und Geschlecht. Sowohl Zeit als auch Raum werden als bedrängend erlebt; man vermeidet das „Ankommen“. Sonne (II. Quadrant) und die Waage-Venus (III. Quadrant) gehen ein anderes Verhältnis ein. Die vorliegende Diagonale ist hier bereits „Problem“, ergibt eine zweite Diagonale Pluto-Merkur (aus der Jungfrau), den Lösungsweg Pluto-Venus und das Schott Venus-Merkur: Wenn Veränderung nicht mehr zugelassen wird, heißt dies bei gleichzeitig gegebenen Bezug zum 2. Haus (die Form des Erscheinungsbildes) Tod.

Uranus-Pluto haben wir bei diesem Mann in einer mittelweiten Konjunktion von 5° vorliegen. Der Uranus stammt aus dem 5. Haus. Sonne-Uranus. Herrscher von 5 in 11: Der aus der Subjektivität herausgehobene Lebens- und Ausdruckstrieb hebt sich aus bestehenden, wiederum das Leben betreffenden, Maßstäben heraus und sprengt bisherige Grenzen. Er ordnet sich bisherigen Maßstäben nicht mehr unter – und ist über jegliche Maßregelung erhaben, und dies wird zu einem Zwang, zu einer Vorstellung von sich selbst in der verdrängten, abgelegten Herkunft. Dass diese durchaus für seine Person bestimmend ist und ihm einem Interessenkonflikt beschert, erzählt der Saturn in den Fischen (als Herrscher von Haus 4 für ein normiertes, traditionelles Heim stehend) in Opposition (Gefühl des Schuldigseins, sobald man ins eigene Leben tritt, was im Falle dieses Mannes allerdings bedeuten würde, dass er die Bedeutungslosigkeit seiner Person in der Welt akzeptieren müsste) und in Quadrat zu Mars: er kämpft gegen seine eigene Bestimmung einen aufreibenden Kampf um Daseinsberechtigung. Ein leicht entzündlicher, manierierter und instabiler, aggressionslösungssuchender Mars-Uranus (als Quadrat von Haus 8 nach 11) mit einem indirekten Mars-Pluto (ein Austreiber und Vertriebener) sorgt dafür, dass in der Bindung an die Begegnung hohes (widerstandsorientiertes) Energiepotential waltet. Denkerischer Herausforderbarkeit folgt die Verpflichtung an außerpersönliche Notwendigkeiten und wird dort leitbildhaft und machtergreifend ausgerichtet. Selbstdurchsetzung durch bedingungslose Umsetzung der Sprengung von Grenzen. Der Mann aber verschwindet ohne Dasein in einer Ausübung dieser Aufhebung von Anschauungen überall dort, wo er auftaucht. Was bleibt ist eine öffentliche, sprachlich-geschliffen-inszenierte maßlose Prahlerei über seine Größe und (Selbst-) Erhöhung, mit einem aufgelösten Bezug zur Realität, was sich in Intrigenhaftigkeit und Wahrheits“korrektur“ zeigt.

Aus der Herkunftsgeschichte Alexander Boris de Pfeffel Johnsons erlesen wir türkische Vorfahren wie auch litauische. Weitläufig ist er über die Ur-Ur-Großeltern-Generation mit etlichen Mitgliedern des europäischen Hochadels verwandt (Cousins und Cousinen 5./6. Grades). Johnson entstammt einer Familie von Politikern und Journalisten bzw. der schreibenden Zunft; die Familie gehört zur britischen Oberschicht; er sei ein „Elitist“, wird verschiedentlich geschrieben. Was seinen politischen Werdegang angeht, liest dieser sich „atemberaubend“ und gleichzeitig als Zeugnis eines Menschen, dem für seinen Aufstieg alle möglichen Haltungs-Verdrehungen recht sind, und dies ausschließlich „tut“. Drang zur Zeugung und Drang zur Überzeugung. Der Merkur – um den methodischen Selbstdarsteller abzuschließen – steht aspektlos im 9. Haus und wird, sofern die angegebene Uhrzeit stimmt, im August 2022 im Phänomensrhythmus überlaufen. Da ohnehin bereits seit 2018 über den Zwilling auch Uranus und Pluto in der Jungfrau mitklingen, und über den Fügungsrhythmus Wassermann den Uranus anschaltet, wird die Aufhebung einer Täuschung zu artikulieren sein. 

Erstbesteigung des Mt. Everest, 29.5.1953, 06:09 Uhr GMT Mount Everest

Nebenstehend ein Ereignis aus dem Jahr 1953. Verschiedene Quellen geben den Zeitpunkt des Gipfelerreichens mit 11:30 Uhr, andere mit 11:00 Uhr Ortszeit an. Auch hier eine Zwillinge-Sonne – die Sache hat „Methode“, ist eine Raumvermessung im Überpersönlichen. Die Sonne ist nicht weit vom MC entfernt, möglicherweise genau darauf, in 6° Orbis ist auch Merkur dabei (Bewegung in den Umraum mit dem Herausstellen des Hintergründigen in verbindlichem Maßstab). Die Sonne ist plutohaltig mit einer Vorstellung von Leben, das sich an nichts anpassen muss (Pluto in 12). Der Herrscher von 1 und der Herrscher von 10 in Haus 10 – eine bedeutende und maßstäbliche Sache über sich hinaus. Es ist mit Zwillinge am MC auch Saturn-Merkur gegeben: das Maßstäbliche wird in Klarheit und in Zurücknahme der persönlichen Erscheinung und Darstellung mitgeteilt; sofern sowohl Neptun als auch Uranus gewährleistet sind, kann Merkur die bereitgestellte Erscheinung (im 2. Haus) nach der Maßgabe des Steinbocks ausführen und wird dabei in den Grenzen seiner Zeit bleiben. Damit erhält der Mensch sein Dasein, aber auch seine Endlichkeit als Leben. 

Merkur steht zwischen Sonne und Mars in Haus 10. Mars im Steinbock-Haus deutet das Vorhandensein und die Überwindung von Hindernissen an. Der Wille zur Durchsetzung wird hier gegen alle Widerstände bestimmend. Mars-Merkur (Mars in Zwillinge) ist die Erscheinungsseite von Neptun-Saturn, dieser ist in Haus 2 in der Waage gegeben. Hier liegt der Hinweis darauf vor, dass mit dem IV. Quadranten etwas nicht stimmt. Die Auflösung des Bestimmenden bzw. das Aufeinandertreffen des Formlosen mit dem Formgebenden in der „großen Konjunktion“ vom 29.5.1953 auf 21°20′ in der Waage, beide sind auch gleichzeitig rückläufig, läutete einen neuen Zyklus ein. Der Saturn-Neptun-Zyklus dauert 36-37 Jahre und ist gekennzeichnet durch Verluste von Idealen (in der Waage der Partnerschaft und der Bildwerdung der unsichtbaren Lebensgestalten). Der Zyklus von 1953 dauerte bis 1989, als sich die neue Konjunktion im Steinbock abspielte und bis ins Jahr 2026 (dann in den ersten Graden des Widder) gültig bleibt. Während eines Saturn-Neptun-Durchgangs weicht Neptun bestehende Fundamente auf, täuscht Ordnung vor, wo keine mehr besteht; man nennt ihn den „Schein- und Idealweltenzyklus“; ab 1953 waren politisch u.a. folgende Themen relevant: Stalins Tod am 5.3.1953 mit der sich anschließenden Entstalinisierung und der Korrektur der Zentralisierung, Aufhebung des Personenkults und moderate Liberalisierung in der Sowjetunion. Ende des Koreakriegs, Beginn des Kalten Krieges mit einerseits atomarem Wettrüsten und andererseits Entspannungsbemühungen bei zunehmender Ost-West-Spaltung: 1955 (am 9.Mai) erfolgte der Beitritt der BRD in die NATO, am 14. Mai die Gründung des Warschauer Paktes. 

Zwischen Saturn und Neptun fehlt der Uranus – das Erhabene, sich Auftürmende; wer als Konstellation Saturn-Neptun „hat“, kann ihn entweder zum Geschehen machen, indem er die Beschränkung des Subjektiven (das Subjekt identifiziert sich mit sich selbst und steht dual gegen alles, was nicht dieses Selbst ist; wird es durch Überpersönliches bestimmt, ist es versucht, dieses als Beschneidung des „freien Willens“ abzulehnen), die die Konstellation mit sich bringt, akzeptiert – in diesem Fall konkret im 2. Haus auf den Anspruch eines Reviers zur Ergänzung seiner Erscheinung verzichtet, oder er muss tatsächlich in die Höhe steigen und den verweigerten Uranus im Vorgang, nicht aber inhaltlich, bezwingen. 

Das Engramm der Funktionalismen in der Rechtlosigkeit beinhaltet folgendes: Ohne Teilung aus dem Ungeteilten in die Zeit hinein im „Ursprung“ unterbleibt auch die Entstehung von Raum bzw. Revier. Sofern die Endlichkeit nicht als Pol zur Unendlichkeit hinzugetreten ist, entsteht kein Dasein. In den Revieren ist man folglich als Vorgang tätig, und erhält trotzdem keine Zugehörigkeit.

Die Erscheinungsseite Mars-Merkur ist Ausübung der falschen Form ohne Grenze und Maß (im Vorgang), der Bewerter, der auf der richtigen Ausführung bestehen wird. Er richtet seine Impulse nach den Kategorien „richtig“ oder „falsch“ aus. Verweigert wird auch die Teilung in die Polarität der Gerschlechtlichkeit (männlich hier, weiblich dort), in der Lücke steht nämlich Uranus-Venus. Die Pubertätsphase wird nie verlassen, man bleibt geschlechtslos, ist geschlechtlich desorientiert. In der ersten Diagonale ergibt sich Mars-Saturn (die widerstandsorientierte Energie, die „against all odds“ kämpft, mit der eingebauten Verhinderung), als zweite Diagonale Merkur-Neptun (unsicher in den Distanzen, damit distanzlos und übergriffig, will die Grenzen auflösen, auch die Erfahrung von Übersinnlichkeit, von Wahrnehmung des Unsichtbaren bis hin zu „Schneeblindheit“.

Als Schott ergibt sich Saturn-Merkur als die Regelung der Bestimmung in Fremdbestimmtheit und Isolation vom eigenen Dasein. Bei Saturn-Merkur ist die Zellbildung im Venus-Uranus gestört wie auch das Immunsystem im Neptun-Mars irritiert ist. Fremdes kann von Eigenem nicht unterschieden werden; die unkontrollierte (ohne Prinzip) Energie richtet sich gegen das eigene Gewebe.

Zurück zum Horoskop der Besteigung (haben Sie auch das Bild vor Augen, das ich gerade sehe?). In Haus 9 – ebenfalls in Konjunktion zur Sonne – steht Jupiter in den Zwillingen. Das Empfinden – 4. Haus und der Mond darin – steht zu diesem Komplex in Opposition. Im Schützen „überwältigt“ und auf „großer Fahrt“ ein Subjektives mit der „Sehnsucht“ nach mehr. Der Krebs an der Spitze des 11. Hauses (das Heimatliche/das einzelne Leben) verlässt die Grenzen des Gewachsenen, der Wassermann im 6. Haus erklärt die Anpassung für aufgehoben und hebt in unvernünftiger Weise aus den Umständen heraus, der Uranus im Krebs als Herrscher von 6 enthebt zusätzlich das Leben seiner bisherigen Maßstäbe. Uranus in 11 zeigt an, dass es hierbei um ein erstes Mal geht, um eine Art „Prototyp“ und einen Quantensprung.

Tenzing Norgay (geboren am 15.5.1914 in Tshechu/Tibet) und der Neuseeländer Edmund Hillary (20.7.1919, in Auckland)) waren die beiden Gipfelstürmer. Tenzing wurde nach diesem Erfolg 1953 vom indischen Premierminister Jawaharlal Nehru mit der Gründung des indischen Himalayan Mountaineering Institute (HMI) beauftragt und wurde dessen Ausbildungsleiter, womit er zur Entwicklung des Bergsteigens in Indien und zugleich zum Selbstwertgefühl und der Bekanntheit der Sherpa beitrug. Hillary rief in den 1960er Jahren den Himalayan Trust zur Unterstützung der nepalesischen Sherpas ins Leben, damit konnten Krankenhäuser und Schulen in der Khumbu-Region nahe dem Everest, der Heimat der Sherpas, gebaut werden. Hillary selbst bezeichnete diese Hilfe als den wichtigsten Teil seines Lebens. Für die Unterstützung stellte er einen großen Teil seiner Einnahmen aus seinen Veröffentlichungen und Vorträgen zur Verfügung. Inzwischen ist der Mount Everest der am stärksten verschmutzte Berg der Welt, Touristenmassen bestürmen ihn, stehen Schlange für die Teilnahme, bezahlen horrende Summen, um an einer Besteigungstour teilzunehmen, wollen ebenfalls den Ruhm, den höchsten Berg bestiegen zu haben, ernten. 

So weit, so edel. Oder unedel. Doch was ist hier eigentlich passiert? – Was bringt Menschen dazu, in eisiger Kälte, bei Mangel an Sauerstoff, bei möglichen Windstärken von an die 320 km/h, Temperaturen von bis zu -62° und das über  40 Tage (für die Besteigung des Mt. Everest z.B. muss sich der Körper allmählich an die Höhenbelastung gewöhnen) einen Berg zu besteigen, um von dort oben, von ihrem (funktionalgemachten) Uranus aus, in die Weite zu blicken und sich erhaben zu fühlen? Eine solche Bergbesteigung ist der Versuch, die Grenzen des (eigenen) menschlichen Ertragens von Schmerz zu überwinden, ans Ende des Machbaren zu gehen, sich selbst zu besiegen. Im Falle dieser Erstbesteigung ist im Vorgang des Besteigens der Berg an sich (das Gestalthafte des Berges) und der Mt. Everest in seiner Erscheinung im Besonderen zum Wahrzeichen einer weiteren Verschiebung der menschlichen Wahrnehmung geworden. Ich lasse das mal so stehen.

Gründung der Vatikanstadt, 11.2.1929, 12:09 Uhr MEZ, Rom

Ein drittes Beispiel: Auch hier ist der Zwilling beteiligt. Der AC sagt uns schon mal sofort, dass es sich bei dieser Gründung um eine darstellende Fügung, oh nein, eine Darstellung (in) der Anschauung handelt. Mars-Merkur zweifach, hier steht mithin die Rückseite Neptun-Saturn Pate. In der Verbindung von Mars zu Merkur geht es um die ausgefallene Form, welche sich in der Venus findet. In der Verbindung von Saturn und Neptun geht es – wie oben bereits gesagt – um den ausgefallenen Uranus. Venus und Uranus sehen wir in Haus 11 im Widder in Konjunktion. Was entsteht denn hier? – Ein Bruch in der Substanz wie auch ein jäher Entzug von Gegenwart.

Der Zeitpunkt der Gründung fällt in eine Rückläufigkeitsphase von Merkur. Kein günstiger Zeitpunkt, um „Nägel mit Köpfen“ zu machen – es sei denn, hier soll das Scheitern bzw. das Widerläufige gefügt werden. Heißt: eigentlich sollte es etwas anderes sein, aber wir haben dann doch dies durchgesetzt. Der Tag ist außerdem noch anders wesentlich: Neptun ist in das Zeichen Jungfrau eingetreten. Ingresse von (äußeren) Planeten in das nächste Zeichen sind immer bedeutend. Neptun-Merkur: wie oben gesehen ist das die Vernebelung der Wahrnehmung bzw. der Sicht, der Graue Star in der Welt, die aufgelöste Abschätzung von Distanzen, die Schneeblindheit und Verblendung. Auch Neptun ist rückläufig, d.h. er läuft nochmals in den Löwen zurück, um neuen Anlauf zu nehmen, um noch einmal „Bedenkzeit“ zu geben. Neptun im II. Quadranten löst grundsätzlich das subjektive Leben aus seinem Selbstverständnis heraus – mit dem Angebot, sich selbst in seiner Dualitätsbefangenheit zur Wahrheit und zum Prinzip zu machen. Das gilt persönlich wie mundan. 

In dieser Gründung – gerechnet auf die Sonne am MC – ist Wassermann am MC für den Uranus in 11 verantwortlich. Aufhebung der bisher gültigen Ordnung. Uranus in Widder – eine Aufhebung, die auf das Substrat reiner ungerichteter Energie (Selbstdurchsetzung, Bewaffnung, Militär…) fällt, die wiederum in Haus 1 als Selbstdurchsetzung durch die Vordertür wieder herauskommt. Mars auf Sonne-Uranus-GSP – eine Herausforderung des Himmels – eine Anmaßung und die Energie eines Kathedralismus.

Saturn – von außen und durch die Begegnung herangebracht – steht dazu in Opposition: hier stimmt etwas nicht. Was gegen Hindernisse durchgesetzt werden muss, kann nicht das Wahre sein. Herrscher von 8 in 7 sagt, dass sich hier jemand an Partner bindet (mit Steinbock normiert und geordnet die Ordnung „einfordernd“) und damit herausforderbar für andere Selbstverständnisse wird. Hier liegt bei allem „Eingehen“ auf das Begegnende ein bestimmender und rigoroser Kreisschluss vor: Es ist so, weil es so ist. Basta. Steinbock auch an der Spitze von Haus 9, Saturn in Schütze: eine Jupiter-Saturn-Sache vor dem Hintergrund einer Saturn-Pluto-Lage. Hier fügt sich eine Nachfolge und paart sich mit einem Potential zur Fremdbesetzung. Jupiter, der den alten König Ablösende, unterwirft sich und wird ins 12. Haus verschoben. Kein neuer König – sondern das Setzen eines Zeichens in die Erscheinung: Pluto in Haus 2 und im Krebs. Das ist die Überlagerung des Lebens in der Erscheinung, im Realen. Der Pluto kommt aus dem 6. Haus und bestimmt die Umstände dessen, was hier gegründet wird: programmatische Aussteuerung heißt: man ist gebunden an fixe Pläne, damit ist man vorstellungsgebunden und überträgt dies ins 2. Haus. Krebs ist Herrscher von Haus 2 wie 3 und Mond steht in den Fischen im 10. Haus. Damit wird die Besetzung des Lebens bestimmend und maßstäblich über das einzelne Leben hinaus. 

Die Durchführung im Wassermann mit einer Sonne, die aus dem 4. Haus stammt: hier wird ein seelischer Ausdruck (das sich unmittelbar Auslebende), das bereits die Auflösung, die Scheinheimat in sich trägt (Neptun in 4) in eine Form der Aufhebung „gepresst“. Die souveräne seelische Ausdruckskraft wird aufgehoben und in der Aufhebung zum Maßstab gemacht. Was wird geschöpft? – Die Aufhebung des Bewusstseins im Uranus-Venus, der Ineinanderfall von Raum und Zeit. Wassermann – der  A-Religiöse, der „Übermenschliche“ gründet eine Stadt und nennt sich Staat. Mit Pluto in 2 ist das eine Welt in der Welt (Enklave in der Stadt Rom) mit einem Monarchen, der absolutistisch herrscht. Der Kirchenstaat Vatikan wurde mit den Lateranverträgen von 1929 (zwischen dem Heiligen Stuhl und dem von Benito Mussolini regierten Königreich Italien) wieder als souveräner Staat festgeschrieben – zur Erinnerung: Am 20. September 1870 war der bis dahin bestehende Kirchenstaat aufgelöst worden, um einen italienischen Nationalstaat zu ermöglichen. Gemäß dieser Verträge umfasst das päpstliche Hoheitsgebiet nur noch das von einer Mauer begrenzte Gelände um den Petersdom.

[…] Das Grundgesetz des Vatikan vereint die Gewalten der Legislative, Exekutive und Judikative in der Person des Papstes als Souverän des Vatikanstaates (Artikel 1) und regelt im Weiteren deren Durchführung. Das Recht der Vatikanstadt wird von den Gerichten des Vatikanstaates angewandt. […] Der Papst als natürliche Person ist zwar Staatsoberhaupt, als Souverän aber wird in den Lateranverträgen der Heilige Stuhl (Völkerrechtssubjekt) bezeichnet. Somit ist der Vatikanstaat das einzige Völkerrechtssubjekt, dessen Souverän selbst ein (von seinem Staat verschiedenes) Völkerrechtssubjekt ist. […] Es gibt keinen Friseur, kein Krankenhaus (jedoch eine Krankenstation), keine Schule, jedoch einen Supermarkt, eine Apotheke (seit 1874) und mehrere Tankstellen. Der Abfall wird durch die römische Stadtverwaltung abtransportiert. In den vatikanischen Museen befinden sich ein Selbstbedienungsrestaurant, eine Pizzeria und ein Café, auf dem Dach der Peterskirche ein Souvenirgeschäft und ein kleines Café. Es gibt im Vatikan keinen privaten Grundbesitz, Wohnungen werden den Vatikanbürgern für die Dauer ihres Amtes zugeteilt. Die Staatsbürger zahlen weder für elektrischen Strom noch für Telefon. Die Mieten sind sehr niedrig und betragen etwa vier Prozent des Einkommens. […] Quelle: wikipedia

Was können wir aber aus den Konstellationen schlussfolgern? – Die Gründung der Vatikanstadt ist ein Vorgang und das ganze Drumherum mit dem Bezug zur Religion ist Schein. Mussolini hatte großes Interesse, die römische Frage zu seiner eigenen Machtsteigerung zu lösen. Dahingestellt. Vom 11. Haus können wir das Septar errechnen (es gilt als Zeitmesser für die Jahre 1999 bis 2008, also für das Alter von 70-77 Jahre), inhaltlich sagt es etwas über die Aufhebung der Abhängigkeit von Lebens- und Ausdruckstrieb aus – also IV. Quadrant zu II. Quadrant.

Die Venus – im Grundradix mit Uranus zusammen in 11 und Mitbestandteil des Erwirkten – steht jetzt als Herrscherin vom AC in Haus 3. Die Sache ist als Bestand in der Welt. Im Steinbock übt sie Gegenwart als Anwesenheit im Realen nach Maßgabe überpersönlicher Ordnung und Normen aus. Sie untersteht allerdings dem Schützen und einem Jupiter in Haus 5 in den Fischen: Die Anschauung des Heiligen wird in Haus 5 gefügt. Die Venus kann nur das als Form ausüben, was Jupiter zulässt. Jupiter wiederum ist durch Neptun angewiesen. Fische an der Spitze von Haus 6 mit dem Neptun in 12 sagt: Du musst dich von allem Subjektiven freimachen, alle Abhängigkeiten hinter dir lassen, aus dem Vordergrund verschwinden. Neptun ist ein weiteres Mal rückläufig, heißt auch hier Verzögerung, noch keine Lösung. 

Der Herrscher von Haus 5 ist Wassermann und Uranus steht im Stier an der Spitze zu Haus 8 – oder in der Fügungsrhythmus-Richtung an der Spitze zu Haus 7 an der Schwelle in die Gegenwart hinein. Leitbilder des Gemeinschaftlichen (Stier in 8) werden hier aufgehoben, und die „Gestaltung“ der Aufhebung des Subjektiven ist mithin der Lebensausdruck, der in der Verpflichtung an das aufzuhebende Begegnende zu überwinden ist. Schwer verständlich. Anders: Sonne-Uranus kann dazu verführen, das Subjektive, den kleinen Menschen in seiner Endlichkeit und Sterblichkeit über den Himmel stellen zu wollen. Die Polarität von Sonne und Uranus, sofern sie nicht im Miteinander gelebt werden kann und will (weil das schmerzhaft ist), wird erst zum Ausschluss des Uranus und dann zu einer Absolutheitssetzung der Sonne führen. Der eine Pol macht sich zum Ganzen. Die Sonne überzeugt den Uranus. Da sitzt nun der Souverän und trägt seine Aufhebungsmission an die Gemeinschaft heran, hebt das Individuelle, einzelne Leben auf und nichtet Unterschiede. 

Die Sonne kann allerdings nicht frei „agieren“ – sie ist saturn-weisungsgebunden. Steinbock in Haus 4 ist eine Einschränkung, auch ein Mangel, fehlende Nestwärme bei zuviel Überpersönlichem, das sich in die Umstände legt. Saturn in Widder in Haus 6: Die Aussteuerung des Mangel-Seelischen ist normiert und reglementiert. Das katholische Ritual in den Bedingungen und die Anschauung des Wirklichen (Neptun-Jupiter) eine Institution geworden, bei der die aufgelösten Umstände (die eigentlich Umstände des Wirklichen, der Wahrheit sein sollten) in den Hintergrund, hinter Mauern, verschoben wurde. Venus führt die Institution aus dem Territorium des Skorpion in Haus 2 (die Vorstellung eines Bestandes) mit den beiden Repräsentanten der Selbstdurchsetzung (im Mars) und Selbstbesinnung (Identifikation mit sich selbst im Mond) aus. Eine strenge Institution. Über alle Zweifel erhaben? – Der Pluto in Haus 10 lässt Böses ahnen. Die Programme des Gemeinschaftlichen (in dem Kinder wie Männer enthalten sind – ganz platt aus Mond und Mars gelesen) werden unter genau dem Signum des Seelischen, Kindhaften, dem Primat des Lebens an sich bestimmend. Mächtig, könnte man auch sagen, ist hier der Zugriff auf das Leben. Mond-Pluto können wir als Lebensverneinung und Zerstörung von Leben lesen. 

Um zur Erhabenheit zurückzukommen: Auch hier eine Erhöhung und zwar eine ebenso lebensgefährliche wie die Bergbesteigung. Wie konnte es nur zu den Missbrauchsvorfällen kommen? Fragen sich viele, und die Aufdeckungen der letzten Jahre sind wohl immer noch nur die Spitze des Eisberges. Mit der Gründung des Vatikanstaates wurde „Böses“ in die Welt gesetzt. Die Vernichtung von Leben hat einen Ort in der Mitte der Gesellschaft erhalten. Hier eine Meldung:

Uranus in Stier, Venus-Uranus – Appell für soziale Gerechtigkeit: Papst Franziskus hat Richter gemahnt, ihr Amt in sozialer Verantwortung auszuüben. Dabei betonte er die Nachrangigkeit des Privateigentums hinter dem Gemeinwohl. Zudem warb er um Solidarität im Kampf gegen strukturelle Armutsursachen. Eindringlich verlangte das Kirchenoberhaupt Solidarität im Kampf gegen strukturelle Armutsursachen wie den Mangel an Wohnraum, Landbesitz und Arbeit. Eine Gesetzgebung, die den Armen das Unverzichtbare zuspreche, gebe ihnen nur zurück, was ihnen gehöre. Die christliche Tradition habe das Recht auf Privateigentum „nie als absolut und unantastbar betrachtet“, betonte der Papst.

Über Papst Franziskus habe ich in den „Chroniken des Tierkreises Teil 2“ ausführlicher geschrieben. Er hat übrigens einen Uranus im Stier (in Haus 10), eine Venus im Wassermann auf dem GSP Saturn-Mondknoten (in Haus 7), außerdem eine Opposition von Saturn und Neptun. Damit lasse ich den heraushebenden und herausgehobenen Uranus einmal stehen, und auch das Erhabene und das Überhebliche.

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