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DIE ZWEITGEBORENEN

Eine spannende Brudergeschichte in der Kategorie „Arztserie“:  „Der Bergdoktor“. Soweit ich das ersehe, geht es um eine komplizierte Familienkonstellation mit zahlreichen Geheimnissen, Wendungen und Verletzungen, die schlussendlich zum Zerbrechen der Familie führen. In der Erzählung hätte der ältere Bruder – wie üblich in traditionellen Familienbetrieben – den Hof seiner Eltern übernehmen sollen. Der zweitgeborene Sohn sollte zwar vielleicht auch erben, allerdings war er zunächst frei, sich das Leben so zu gestalten, wie es ihm aneignete. Nun ergab sich, dass der ältere Bruder das Erbe (und es bedeutete Schufterei auf dem Hof) seinerseits nicht antreten wollte, er verließ den Hof, studierte Medizin, ging ins Ausland, und ließ den jüngeren Bruder mit der Mutter und der Arbeit zurück. Nun musste der seinen Lebensplan aufgeben und sich in den Betrieb einbringen. Er wurde Landwirt, schlug sich mit dem Überlebenskampf des Familienerbes herum. Zwischenzeitlich war er damit auch mehr oder weniger erfolgreich und ausgesöhnt, der Bruder kam aus dem Ausland zurück, man stritt und machte sich Vorwürfe und arrangierte sich dann wieder. Zwischendrin gab es noch eine Frauensache (der Ältere hatte dem Jüngeren die Frau ausgespannt, die hatte sich dann wohl umgebracht, eine Tochter hatte plötzlich zwei Väter). Doch der Verzicht, den der jüngere Bruder zu leisten gezwungen worden war, bricht sich zwar nicht bei der ersten sich ergebenden Gelegenheit Bahn, sondern das Ganze eskaliert schrittweise. Unversöhnlich werden nun alle Verletzungen, gebrochene Versprechen und ein ganzer Sack Hass ausgegossen. Ein Kernsatz in dieser Geschichte könnte sein: „Du hast die Verantwortung für das, wofür du vorgesehen warst nicht übernommen! Und ich bin dadurch unfrei geworden!“ Der Plot des Bruderhasses, bei dem es um die Verhinderung des einen durch den anderen Bruder geht, ist einer der ältesten Motive in der Literatur – und wohl auch im richtigen Leben.

Variationen des Bruderhasses  – oder sollte ich sagen: der Bruderkonkurrenz? – gibt es seit dem Alten Testament. Kain und Abel, Jakob und Esau; aus der griechischen Mythologie z.B. Eteokles und Polyneikes, die Söhne von Ödipus. Denken wir an Romulus und Remus aus den Gründungsmythen um Rom. Der Plot taucht bei Shakespeare ebenso wie bei Goethe (Götz von Berlichingen) und Schiller (Die Räuber) auf. Es wären noch mehr aufzuzählen, aber ich picke jetzt drei Brüderpaare unserer Zeit heraus – reale Personen.

Das erste Bruderpaar entstammt einer (irischstämmigen) Dynastie, fast könnte man sagen, einer „monarchistischen“ Dynastie; die Mutter gebar neun Kinder, der Großvater war ein politisches „Schwergewicht, der Vater Diplomat und Unternehmer. Es ist zu lesen, dass der älteste Sohn von Anfang für ein hohes politisches Amt ausgebildet wurde. Er war die erste Wahl seines Vaters, der jüngere Bruder nicht auf dem Plan. Zwischen den Brüdern gab es einen ständigen Wettstreit um sportliche Leistungen, die Zuneigung des Vaters und öffentliche Anerkennung. Die Rivalität der Brüder trat durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht etwa in den Hintergrund, sondern wurde auf den Schlachtfeldern Europas und des Pazifiks fortgesetzt. Der ältere Bruder fiel, der jüngere trat an seine Stelle. – Um es noch weiter zu illustrieren: Aufgrund seiner Rückenbeschwerden und häufigen Krankheiten war der jüngere  seinem älteren Bruder körperlich unterlegen, was dieser oft zum Anlass nahm, seinen geschwisterlichen Rivalen zu drangsalieren. Doch der „Kleine“ setzte sich zur Wehr, die Folge waren oft wilde Raufereien der beiden, die ihre jüngeren Geschwister in Angst und Schrecken versetzten. Im Zweiten Weltkrieg kämpften beide in der amerikanischen Marine – der ältere als Bomberpilot, der jüngere als Kapitän eines Patrouillenboots. Nach kurzer Zeit war letzterer der ranghöhere Offizier, sehr zum Verdruss des Bruders. Als der Jüngere auch noch durch die Rettung seiner Mannschaft und deren – durch den Vater bewirkte – medienwirksame Präsentation zum nationalen Kriegshelden avancierte, soll der ältere Bruder „am Boden zerstört“ gewesen sein. Um die Leistung seines Bruders in den Schatten zu stellen, begann er, immer riskantere Einsätze zu fliegen. Bald hatte er 39 Einsätze geflogen – statt der regulären 25. – Vom letzten Einsatz kehrte er nicht zurück, und wurde ein Held. Sein Bruder, der spätere Präsident der USA, soll einmal gesagt haben: „Ich werde Schattenboxen in einem Kampf, in dem der Schatten immer Sieger bleibt.“

Joseph P. und John F. Kennedy.

Joseph Patrick Kennedy jr., 25.7.1915, 9:40 Uhr, Hull, MA John Fitzgerald Kennedy, 29.5.1917, 15:00 Uhr, Brookline, MA

Beide – darauf fällt mein Blick zunächst, teilen sich den Waage-AC und beide haben den Steinbock am IC – eine Schmiede der Verantwortung im Häuslichen.  Joe – der Ältere war ein absolutes „Königstier“, ein als Maßgeblicher und Mächtiger „Gedachter“ – mit einer Sonne im Löwen, dem Pluto am MC; der Saturn in Konjunktion dazu spricht aber auch von einer „Gefangenschaft“ – der Gefangene seiner Familie und in der Vorstellung, die sich aus der leitbildorientierten Ausübung seines „Reviers“ in Kombination mit der „Entfremdung“ von sich selbst ergab, ohne Gegenwart (Merkur-Venus im Krebs – die Ausübung des Lebens ohne Gestalt). Die Sonne in Konjunktion zum Neptun kann nur heißen, dass er von Anbeginn an aus der Identität seines Lebensausdrucks herausgelöst ist. Wir hören, dass er als „König“ eingesetzt werden sollte – aber dennoch war ein anderer als er an der Macht – nämlich Vater (steht am IC – Mond in Steinbock) und Mutter (steht am MC mit Saturn in Krebs) gemeinsam. Er wurde ja auch kein König, obwohl sich die Familie Kennedy wie eine Königsfamilie gebärdete. Dem Sklaventum und der vorgesehen Rolle meinte sich dieser Sohn nur durch den Tod entziehen zu können.

Während der Ältere ein volles 10. Haus hatte, steht beim Jüngeren dort die Saturn-Neptun-Konjunktion bei einem gut besetzten 8. Haus. Jack mit einer Sonne in den Zwillingen, die keine weiteren Kontakte aufweist. Sie muss alleine klarkommen, im 8. Haus ist sie in der Vorgegenwart, in den Programmen des Lebens, im Lager der Erfahrungen ansässig und wird diese als Kennzeichnung auszuführen haben. Merkur beim Mars an der Grenze zur „Veröffentlichung“ und im Stier: es verkörperlicht sich das Durchgeführte auf zerstörerische und expandierende Weise. Oder – da ist jemand mit Jupiter-Mars ein Jäger im Sinnlichen und Physischen, was ihn kennzeichnet.

Wie beim Bruder ist der Steinbock ordnungsstiftend im Heimatlichen – der Mond steht in Haus 11 – herausgehoben aus sich selbst. Ein Satz, der ihm zugeschrieben wird: „Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, frag, was du für dein Land tun kannst.“ Katholisches Zuhause bei demokratischem (was das ist, wird noch an anderer Stelle geklärt) Selbstverständnis. Im 10. Haus – in seinem Erwirkten – steht der Hinweis auf einen Konkurs. Saturn-Neptun: hier traut sich jemand nicht, sein wirkliches Selbst zu leben, in ihm steigen Schuldgefühle auf; sobald es das tut, ist er verquält. Die Konstellation spricht davon, dass das Bestimmende des äußeren Lebens und der Formen das Recht auf die eigene Wirklichkeit versagen, mithin verdrängt hier jemand seine Eigenart in die Anonymität und schließt echte Erlebnisse aus. Stattdessen lebt er auf der imaginären Spielwiese, sucht Gefühlsreservate auf und führt ein „Inseldasein“. Saturn-Neptun hat gelernt, dass er bestraft wird, wenn er seine Eigenart lebt. Sooft er es versucht, wird er um seiner eigenen Wirklichkeit willen bestraft – denn so, wie er ist, passt er nicht in den Familienverband, in das Kollektiv, in dem er meint, bleiben zu müssen.

Es entsteht eine diffuse Angst, von der Herde (aus der er sich zu lösen hätte) „gesteinigt“ zu werden. Solange er sich nicht traut, seine Eigenart zu leben, wird er Verfolgungsgefühle und Ängste entwickeln. Diese gehen mit Schuldgefühlen einher, sobald er sich ins eigene Leben wagt, was also möglichst verhindert wird. Saturn steht auf 27° Krebs – auch das ein ganzer Themenkomplex der Verwunschenheit. Auch dieser zweite Sohn „wählte“ einen Ausweg aus einer Vereinnahmung. Der Präsident Kennedy ist nicht für die Ergebnisse seiner Präsidentschaft berühmt geworden, sondern für die Chancen, die seine Präsidentschaft versprochen hatte. Das geht vielen so und darin steckt Projektion. Der Mensch Jack wurde am 22.11.1963 erschossen. Mit seinem Tod wurde er endgültig zum „Mythos“ – und zum Helden: Denn Amerika bzw. die USA mit ihrer Geschichte, sich von Europa freizuschwimmen, sind eine gewalttätige Gesellschaft – und in gewalttätigen Gesellschaften werden in einem Kampf getötete Menschen nicht als Menschen gesehen, die einen Opfergang gehen, sondern als Kämpfer, die in ihren Stiefeln sterben. – Im Nahen Osten – ich werde es zeigen – werden sie eben wegen des Opfergangs zu Märtyrern.

Die Biografie des zweiten Brüderpaars liest sich so:  Der Vater, in Warschau geboren, war als Zehnjähriger nach Palästina eingewandert und Professor für jüdische Geschichte und Herausgeber der Encyclopaedia Hebraica, die Mutter stammte aus Petach Tikwa. Die Familie wird noch gesondert zu betrachten sein, denn wie im Falle Kennedy spielt auch sie eine große Rolle. Eltern und Kinder pendelten lebensmäßig zwischen Israel und den USA. Nach seinem Schulabschluss im Juni 1964 in den USA wurde der Ältere Soldat in der israelischen Armee, wo er der Fallschirmjäger-Brigade beitrat und im Sechstagekrieg kämpfte. Anschließend Studium zurück in den USA, dann wieder Rückkehr nach Israel angesichts der steigenden Spannungen im Abnutzungskrieg zwischen Israel und Ägypten. Er studierte einige Monate an der Hebräischen Universität und kehrte dann zur Armee zurück. Als Oberstleutnant war er Kommandeur der Spezialeinheit Sajeret Matkal („Späher des Generalstabes“), die von Israel zur Befreiung der zum größten Teil israelischen Geiseln palästinensischer Terroristen der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) und zweier deutscher Terroristen der Revolutionären Zellen entsandt wurde. Während der Befreiungsaktion – Operation Thunderbolt – in Entebbe, Uganda, wurde er am 4.7.1976 als einziger israelischer Militärangehöriger getötet. Dieser Bruder wurde zum Sinnbild der jungen Israeli, der verwegenen, mutigen und draufgängerischen Helden, er war „einer der Besten Israels“, wie es der damalige Verteidigungsminister Schimon Peres bei seinem Begräbnis formulierte.

Auch der jüngere Bruder absolvierte die High School in den USA, kehrte nach Israel zurück und ging zum Militär. Er diente 5 Jahre ebenfalls in der Spezialeinheit Sajeret Matkal und stieg zum Teamleiter der Einheit auf. 1972 wurde er im Rang eines Hauptmanns aus dem aktiven Dienst entlassen, blieb aber in der Reserve, während er anschließend in den Vereinigten Staaten ein Studium mit dem Abschluss Master in Wirtschaft am MIT in Cambridge absolvierte. Im Oktober 1973 Rückkehr nach Israel, um im Jom-Kippur-Krieg zu dienen. Noch vor seinem Bruder war er in eine Geiselnahme und -befreiung involviert, bei der er selbst schwer verwundet wurde.

Wieder zurück in den USA arbeitete er als Unternehmensberater in Boston. Dann der Tod des Bruders, was zu einer Mythosbildung in der Familie Netanjahu führte, woraufhin der jüngere Bruder in Jerusalem das „Jonathan Institute“ – ein Anti-Terror-Institut – gründete und es leitete. Daneben war er überwiegend als Wirtschaftsmanager tätig, doch hatten der Tod des Bruders und die Entführungsgeschichte (die in der Gemengelange von PLO und unter Beteiligung Ugandas spielt) sein „Interesse“ für Geiselnahme und Terrorismus geweckt und seinen Lebensweg radikal in diese Richtung umgeschwenkt. Den Helden- und Märtyrer-Bruder weiterführen und ihm ein Denkmal setzen? In einem Interview gab er einmal an, dass seine Gedanken immer noch um den älteren Bruder kreisten. „Was würde Joni tun?“ – ist die Frage, die er sich in Gefährdungs-Situationen stellt.

Jonathan und Benjamin Netanjahu („Von Gott gegeben“).

Jonathan Netanjahu, 13.3.1946, Sonne am MC, New York City Benjamin Netanjahu, 21.10.1949, 10:30 Uhr, Tel Aviv

In verschiedenen Berichten ist zu lesen, „Yoni“ sei 1. der Lieblingssohn seines Vaters gewesen und 2. ein feinsinniger, an der Welt leidender Philosophiestudent, der sein Studium abbrach, um Soldat zu werden. Es würde mich nicht wundern, wenn auch der ältere Yoni – wie sein Bruder – einen Schütze-AC aufweist. Es stünde beiden Brüdern der Widder im 4. Haus gut an: der Kampf im eigenen Land. Auffällig im Radix des Älteren ist die Saturn-Mars-Konjunktion im Krebs. Dort in der Nähe steht um die 17° herum ein komplexes Themenpaket als Gruppenschicksal. Krebs und Fische… ich assoziiere mit Krebs immer auch Achill, den griechischen tragischen Helden, sehr empfindsam und tief in seiner Ehre verletzt, oder auch den Schauspieler Sylvester Stallone, der seinem „Rambo“ ein aufrichtiges Tun verlieh. An März-Fische-Schauspielern ist es Bruce Willis, an den ich da denken muss: kein Schmerz zu groß, keine Herausforderung, der er sich entzieht, nicht zu vergessen Daniel Craig oder Michael Caine. Fische – die Rückseite des Widder. Der ältere Sohn hat außerdem eine Venus-Neptun-Opposition zu erlösen. Die Auflösung der Grenzen, somit eine Verunsicherung der Sicherheit und der Gemeinschaften. Neptun ist der Herrscher über seine Sonne; da heißt es immer: Der Mann, der nicht König sein durfte. Jupiter und Mond stehen in Quadrat zueinander: das ist die Verheißung einer Heimat, die Anschauung und auch die Sehnsucht nach einer „Heimat“, nach dem Finden in sich, der Identität mit sich selbst.

Der Jüngere weist ein Quadrat von Saturn zu Venus auf – anstelle der Aufweichung von Bewusstsein wie auch Selbstsicherung hier eine Verantwortung, eine Maßstäblichkeit bis hin zur Stenose, dem Verharren im Gemeinschaftlichen, der Verhärtung des Denkens. Der AC und die Geburtsstunde scheinen einigermaßen gesichert, so dass wir sagen können: Der Neptun aus Haus 4 steht in 10 – auch hier eine Schwächung des „Heimatgefühls“ – und die wird bestimmend für ihn in Haus 10. Dort steht Mond zur „Absicherung des Befundes“ dabei – nochmals ein Hinweis auf eine fehlende Identifikation mit sich selbst und auch mit dem, was er seine Heimat meint. Uranus im Krebs weist ein Quadrat zu Merkur in Haus 10 auf – bei Uranus-Merkur haben wir es aus einer Heraushebung aus dem heimatlichen Milieu zu tun, die nun gekennzeichnet wird als existenzielle Entwurzelung, und einer, der nicht in der Herde integriert ist. Er steht – und das zeigt das Hin und Her zwischen zwei Ländern – zwischen den Stühlen. Zug in die Integration bei gleichzeitiger „Ungeeignetheit“ für die Kollektive und Gemeinschaften. Obwohl die Sonne in der Waage  (über den Jupiter mit Mond verbunden und in einen für ihn kritischen höheren Stand gehoben) für einen „Diplomaten“ sprechen könnte, sind da viele desintegrierende Faktoren. Und Mars? Als Herrscher von Haus 5 steht er im Löwen und in Haus 9: ein heftiger Lebenstrieb voller Energie, pionierhaft im Ausdruck, ein Aufdecker in den Lebenswelten der anderen. Gibt einen impulsiven Soldaten, im Löwen steht auch der Pluto und wirkt von Weitem auf die Sonne. Der Mars steht auf einem Jupiter-Sonne-GSP und hat keine MRL-relevanten Aspekte zu anderen Planeten: Er ist in einen Clan geboren und wird von der Mutter „delegiert“.

————————- Ich reiße hier nur an und werde das noch weiter betrachten. Zu gegebener Zeit mehr. ————————————————-

Das dritte Brüder-Paar.

Auch bei diesen beiden liegt eine familiäre Vorarbeit vor; sie stammen aus einer Gemeinschaft einer religiösen Minderheit mit einem Vater, um den ein großer Personenkult gemacht wurde. Grundbesitz und Ansehen in einem Dorf waren vorhanden, der Vater erlangte als erster der Familie eine höhere Schulbildung, ließ sich zum Offizier  und zum Piloten ausbilden, gründete später eine Partei und wurde Staatspräsident. Der ältere der beiden Söhne war bestimmt, die Nachfolge des Vaters anzutreten; er absolvierte ein Studium zum Bauingenieur und erlangte einen Doktortitel im Militärwesen.  Unglücklicherweise für den jüngeren Bruder starb er im Januar 1994 im Alter von 31 Jahren in einem Autounfall, bei einer Kollision mit einer Betonsperre bei überhöhter Geschwindigkeit. Er wird von den staatlichen Medien als Märtyrer bezeichnet, viele Plätze und Straßen wie auch ein Flughafen und ein Staudammprojekt wurden nach ihm benannt.

Der jüngere Bruder stand bis zum Tod seines Bruders abseits, von seiner Kindheit ist wenig bekannt: eine militärische Ausbildung erhielt er nicht, in den 1980er Jahren nahm er ein Studium der Medizin auf, eine Berufung, der auch sein Vater ursprünglich gerne gefolgt wäre, ist zu lesen. Er führte sein Studium nach einiger Zeit in London fort und durchlief im Western Eye Hospital eine Ausbildung zum Augenarzt. Als sein Bruder starb, kehrte er in die Heimat zurück und wurde zum Nachfolger für den Vater aufgebaut. Im Jahr 2000 starb der Vater und der Sohn wurde mit 34 Jahren Staatspräsident. Es ist zu lesen, dass er nie politische Ambitionen hatte und in seiner unscheinbaren Art hinter dem charismatischen, klugen, dynamischen Bruder, der ein Frauenheld, ein Fallschirmspringer, ein versierter Athlet und Reiter war – man nannte ihn den „Goldenen Ritter“ -, „verschwand“. Er war schon früh als „Nerd“ verschrien, interessierte sich für Computer und bevorzugte die Anonymität. Der eine extrovertiert, der andere introvertiert.

Basil und Bashar Hafiz al-Assad.

Basil al-Assad, 23.3.1962, Sonne am MC, Damaskus Bashar al-Assad, 11.9.1965, Sonne am MC, Damaskus

Es klingt schon in den obigen Beschreibungen durch: der ältere ist ein Draufgänger, ein Feuerzeichen. Die Sonne und die Venus im Widder, der Mars mit Merkur zusammen in den Fischen. Venus und Merkur gehen eine Spiegelkonjunktion ein, Mars und Merkur stehen in Opposition zu Pluto in der Jungfrau. Er ist ein Austreiber, und einer, der eine feste Vorstellung von sich in seiner Ausübung als Macher hat. Die Durchsetzungsenergie, die sich gegen Pluto auf einem Neptun-Mars-GSP richtet, breitet sich im  „Unendlichen“ aus. Neptun findet im Skorpion zwar eine Form, die ihm ein Programm vorgibt, gleichzeitig „spült“ er hier aber auch die Einhaltung der Bindung an Partner hinweg, und das mit einem zornigen „Ruf“ und dem Übertritt über die Ufer. Dieser Neptun steht zu Saturn im Quadrat – von Skorpion hinein in den Wassermann: der eine führt die Erfahrungen der Art und die Konzepte aufs Prinzip zurück, der andere setzt in den „Schöpferimpuls“ und in die Erneuerung und die moderne Technik mit Machbarkeit einen Maßstab und Verantwortung. Hier muss es einen Damm geben, ein Bollwerk, um die große Energie zurückzuhalten. Ich fasse kurz zusammen: Gescheitert ist der junge Mann im Geschwindigkeitsrausch an einer Betonsperre. Als Bauingenieur funktional Dämme zu bauen, reichte nicht aus, die unkontrollierte Energie zu zähmen. Auch das „Erlernen“ des Militärwesens hatte, da er es inhaltlich nicht löste, keine Erleichterung gebracht.

Basil al-Assads Tod bedeutete das Ende der Freiheit des Bruders. Der wiederum hatte ganz besondere Karten auf der Hand. Eine Jungfrau-Sonne auf der Pluto-Uranus-Konjunktion bedeutet, dass er deren schwierige Themen von Vorstellung und Wirklichkeit im Feld der Umstände und Lebenswahrnehmung anhand von gründlicher Analyse ans Licht heben muss. Die Verdrängung des Ursprungs heißt es, und dass dies ein Sohn ist, der in einem Klima heranwächst, in dem sein Leben bedroht ist. Er ist von Beginn an nicht angenommen und traut sich nicht, Mann zu werden (das würde ihn dem Hass der Mutter aussetzen). Pluto-Uranus lebt mit Schuldgefühlen, sobald sich seine Geschlechtlichkeit (Venus-Uranus ist die Trennung in die Geschlechtlichkeit) entwickelt. Folglich ergibt sich Angst vor Müttern und Frauen. Der Sohn setzt nun seinerseits die Verhaltensmaske des Weiblichen auf und glaubt sich damit vor den Frauen in Sicherheit. Sein inoffizielles Ich (verdrängt und in ständiger Enge) wird vom offiziellen Ich in einer Vorstellung des Männlichen bevormundet und kann sich doch nur im Inoffiziellen leben.  Dass dieser Sohn das vielleicht als Nerd und abseits der Öffentlichkeit in aller Zurückgezogenheit tun wollte oder getan hat, lässt einerseits daran denken, dass er eine Sonne im 12. Haus hat, oder aber – in Analogie (zur Sonne am MC des Bruders bei einem Krebs-AC)  von mir mal angenommen, bei einem Krebs-AC die Sonne in Haus 4.

In Opposition hat dieser Sohn auch noch Mond-Saturn stehen – die Unbehausung, das nicht in sich „heimisch“ sein, und vergrößert in allem: die Beziehungslosigkeit zu seinem Land und dem Heimatlichen. Die Jungfrau-Sonne in Verbindung mit Saturn ist angespannt, in Willenshaltung und ohne Vertrauen ins Leben, traut sich nicht, den anderen den Rücken zuzuwenden. Die Sonne trägt schwer an der Maßgeblichkeit und Ordnung über sich hinaus – ist zudem hoch belastet mit der Besetzung des Selbst. Auch Bashar al-Assad hat eine Verbindung von Neptun zu Mars im Skorpion. Bei einem Krebs-AC wäre der Neptun Herrscher von 10 – das ergäbe zusätzlich noch einen Saturn-Neptun. In Haus 5 würde die Austreibung und Zerstörung Lebensprogramm – sein Lebensausdruck.

Der Mann, der mit dieser Konstellation Präsident eines Landes wurde, übertrug diese – da er sie offensichtlich nicht gelöst hatte – zwangsläufig in aller Problematik auf das Land, das er regiert. (Das gilt ja ebenso für den Sohn Kennedy und den Sohn Netanjahu.) Von Bashar al-Assad wurde zu Beginn seiner Regierung tatsächlich erhofft, er könne sein Land in die Moderne führen und die Diktatur seines Vaters hinter sich lassen. Syrien ist allerdings an seinen Konstellationen zerbrochen.

———————————– wird an anderer Stelle noch komplett aufgefüllt ——————————–

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