Mittwoch, 15-Juli-2026

IM NAMEN DES VOLKES

 

oder

Der Polizistenmord-Prozess

„Der vernünftige Einzelne regelt und kennzeichnet in der Ablösung vom Vordergründigen.“

Am 21. August 2025 waren nach einem Raubüberfall auf eine Tankstelle in Völklingen Schüsse gefallen und der 34jährige Polizist Simon Bohr – von 17 Schüssen u.a. in den Kopf getroffen – starb. Angeklagt wurde der heute 19-jährige Ahmet G.[1], und am 1.4. fiel vor dem Landgericht Saarbrücken das Urteil gegen ihn. Der Deutsche mit türkischen Wurzeln wird nun auf unbefristete Zeit in einer forensischen Psychiatrie untergebracht. Die Richterin Jennifer Klingelhöfer wertet die Tötung als Totschlag und die weiteren Schüsse als versuchten Totschlag, allerdings sei der junge Mann wegen einer paranoiden Schizophrenie schuldunfähig. In der Begründung des Urteils hieß es, dass der junge Mann beim Überfall in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich vermindert gewesen sei; er habe gewusst, dass der Überfall ein Fehler gewesen sei. Der Angeklagte sei während des anschließenden Polizeieinsatzes infolge seiner Krankheit von massiver Angst „getragen“ (so hieß es in der Verkündung tatsächlich) worden, diese habe sein Denken übernommen.

Man mag es sich vorstellen: der Gerichtssaal tobte. Hier habe ich eine Zeitangabe: am 1.4.2026 begann um 11:00 die Sitzung zur Urteilsverkündung in Völklingen. Sie begann mit einem MC auf 29°29‘ im Wassermann, der Uranus steht in 12. Ich fange hinten an: es sieht tatsächlich so aus, als geriete hier einer in eine „geschlossene“ Anstalt, die „Freiheit“ wird von Stier in 12 „bewacht“, die Venus steht ebenfalls im Stier, ist im Spiegelquadrat mit Uranus und im Quadrat mit Pluto verbunden. Würden wir vom MC mit 7 Jahre/Haus zurück in Richtung AC gehen, kämen wir nach 15-16 Jahren auf diesen Uranus und könnten fragen, was dem Urteil möglicherweise am Uranus zugestoßen ist.

Schauen wir auf die beiden Jahre 2010 und 2011 hinsichtlich einer Entwicklung.

Urteil zur Sicherungsverwahrung (Mai 2011): Das Bundesverfassungsgericht erklärte die damaligen Regelungen zur Sicherungsverwahrung für verfassungswidrig. Dies zwang den Gesetzgeber dazu, den Unterschied zwischen „Strafe“ (für Schuldige) und „Maßregeln“ (für Gefährliche/Schuldunfähige) schärfer zu betonen.

Abstandsgebot: Infolge der Karlsruher Urteile wurde das sogenannte Abstandsgebot zementiert. Es besagt, dass der Vollzug einer Unterbringung (wie im Fall Völklingen in der Psychiatrie) sich deutlich vom Strafvollzug in einem Gefängnis unterscheiden muss. Der Fokus muss auf Therapie und Resozialisierung liegen, nicht auf Sühne.

Verschärfte Anforderungen an Prognosen: Seit dieser Zeit legte der Bundesgerichtshof (BGH) in verschiedenen Beschlüssen (z.B. 2010/2011) zunehmend Wert darauf, dass die Annahme einer Schuldunfähigkeit oder verminderten Schuldfähigkeit nicht allein auf der Schwere der Tat basieren darf, sondern durch detaillierte psychiatrische Gutachten untermauert sein muss.

Also: es liegt eine konzeptuelle Sicherung/Einhegung über der Unabhängigkeit vor, oder: die Verdrängung des Ursprungs erhält eine Form[2]. Pluto übrigens steht in Haus 8 und im Steinbock: eine Ordnungsmacht (die allerdings mit Saturn-Neptun eine geschwächte Rechtsposition einnimmt, vielleicht vertritt?) wird in Haus 11 in die Aufhebung und Unabhängigkeit von geltenden Maßstäben gestellt. Saturn wie Neptun stehen in Opposition zu Mond an der Spitze von Haus 5. Sie betreffen, treffen auf ein Einzelwesen, das sich in einem „öffentlichen“ Erlebnisraum aufhält.

Krebs am AC – Jupiter darin: Eine reale Verkündung im Namen des Volkes. Mond in der Waage ist jupiterhaltig. – Da ist dem Einzelnen ein „Richter“, ein Gericht (als Ausleger – im Fügungsrhythmus geschaut – der vorhandenen Gesetze  zugeneigt, Mond-Jupiter das große Gefühl, die Einsicht in das Wesen des Einzelnen, durchaus als Mitgefühl und auch Empathie, aber auch anfällig für Maßlosigkeit vor allem bei Ausfall des Saturn – und das ist hier gegeben. Mond-Saturn hat immer den Hintergrund einer Mangellage, hier im Bereich des Empfindens. Er stellt seine Grenze der Zeit dicht ans Leben – mahnt, dass alles Leben endlich ist, was anzuerkennen dem Leben einen Rahmen gibt. Neptun-Mond ist die Opferung/das Opfer des Wesens zugunsten des Wirklichen. In der Opposition steht beides unversöhnlich und schwer vereinbar zueinander oder – wie gesagt – wird missverstanden und abgespalten.

Mond und Jupiter: Das Urteil des Empfindens. So ist der 20. Band der Seminarreihe betitelt. Darin geht es nicht um ein rationales Urteil (Jupiter), sondern um eine unmittelbare Reaktion auf Entgegenkommendes aus dem (subjektiven) Empfinden heraus. Das Empfinden ist immer das Urteil den je selbst gemachten Erfahrungen. Wer einmal in sich hineinhorcht, kennt diesen spontanen Satz: „Das empfinde ich aber als falsch (oder richtig)!“ Wir haben zwar ein Gefühl, das auch in die Welt hineinfühlt, aber wir sagen nicht: “Das fühle ich richtig.“ Fühlen – die Richtung von Haus 4 ins 3. Haus – in den Umraum hinein geschieht per Fühler. Döbereiner nennt Gefühle den „Konsum der Welt“. Gefühle sammeln Eindrücke und entscheiden dann, ob die erfühlte Welt für den betreffenden Menschen passend sind oder nicht. Gefühle können kein Urteil geben. Wie ein Mensch sich zu sich selbst und den Dingen hält (seine Haltung[3]) kommt aus seinem Urteil. Und das Urteil selbst kommt aus dem Empfinden (was man in sich findet – ich wiederhole mich). Bevor wir noch „gedacht“ haben, hat das Empfinden bereits geurteilt. Nicht selten hört man Menschen sagen: „Ich habe einen guten/schlechten Eindruck von einer Sache/einem Menschen.“  Was passiert hier? – Hier wird eine Bewertung vorgenommen, die allerdings nichts mit dem Empfinden zu tun hat.

Jupiter wiederum – im 6. Haus ist der Schütze für eine weite Aussteuerung, eine „weite Umständigkeit“ unter der Kontrolle von Skorpion – ist damit „Programm“. D.h. die Sorge um den Einzelnen in einer rechtlosen Lage wird als Umstand an diesem selbst Durchsetzung. Er steht im Quadrat zur Sonne im Widder. Grundsätzlich ist die Kombination Jupiter-Mars eine energiereiche Verkündung, die Widder-Sonne nimmt sich der Anschauung von Selbstdurchsetzung „gerne“ an. Sie ist kämpferisch.

Auch ist eine Mission hinterlegt, die die Widder-Sonne durchführt, indem sie den Mars ins 10. Haus abkommandiert. In 11 ergibt sich eine unerschrockene, durchsetzerische Aufhebung bisheriger Maßstäbe, die wiederum zum verbindlichen Maßstab in der Aufdeckung von Wahrheit (oder deren Verschleierung/Verschluckung bzw. ein Schnitt in dieselbe) wird. Mars in den Fischen – es könnte der aufdeckerische Impuls zum Verlassen der geltenden Maßstäbe im Wasser des Hintergründigen und Indirekten untergehen. Mars ist vorbelastet: er trägt Neptun und Saturn in sich, er kämpft damit in gewisser Weise im Auftrag der vorgenannten schwachen Rechtsposition, im Auftrag von Rechtsbruch und der Erfahrung von Aushöhlung und Flucht aus der Realität. Er kämpft um die Wahrheit für einen, der möglicherweise in seiner Eigenart verquält ist.

Mars steht noch im Orbis des GSP von 22°30‘ alias Sonne-Uranus, es ergibt sich eine „Interessengemeinschaft“ von Sonne-Uranus-Mars: Nehme ich das Vorhergesagte dazu, bestünde ein hoher Erwartungsdruck, der mit Bedrohungserwartung[4] und dem Impuls, sich dem zu entziehen, einhergeht. Sonne-Uranus, der Kurzschluss bzw. die Kurzschlusshandlung bei gleichzeitigem „Erleben von Überlegenheit“.

Mars-Uranus, die labile Aggressionslage, die gefährliche Situationen aufsucht, in denen Spannung abgebaut wird, um Erleichterung zu erfahren, auf 22°30‘ ist es die affektive Gewalt, auch der Genickbruch – bei gleichzeitig bestehender Unterordnung unter die Anderen in Fremdbestimmung. Mars-Uranus wird Opfer von Übergriffen – mit Bezug zu Kopf: Man zerbricht sich den Kopf.

Ein Gewaltpotential also, das in Haus 10 in der Finalität steht und darüberhinaus eine Spaltung beschreibt: Das ist das Thema der Urteilsverkündung, als deren Ergebnis die Einweisung ins 12. Haus steht.

Die Tat selbst ereignete sich um 18:00 am 21.8. mit einem Steinbock-AC, und Saturn-Neptun rückläufig im Widder in Haus 2. Der Einstieg in die Hölle realer Anzeiger der Flucht aus der Realität. Beide Planeten stehen in der Erscheinung mit einem Wassermann an der Spitze von Haus 2 – Aufhebung des Raumes und dessen Grenzsicherung, mit dem Uranus an der Spitze von Haus 5 in den Zwillingen. Die Aufhebung eines Vorgangs von Leben – im Quadrat zur Sonne in Bedrohungserwartung und als Kurzschlussgeschehen. Mars schneidet an der Spitze von Haus 9 in die Fügung bzw. in das „Funktionsfeld“ des Entgegenkommenden und das auf einem GSP von Pluto-Uranus: Er entdeckt sich die Aufhebung einer Vorstellung. Mars enttarnt Demütigungen, Enttäuschungen, Schuldgefühle; es haben sich Empfinden (auch: Kind), an dem man sich nicht mehr orientieren kann, und die Wirklichkeit, die man sich stattdessen vorstellt, getrennt. Auch hier wieder die affektive Gewalt angesichts des Zerbrechens einer Vorstellung. In einem Bericht der FAZ hieß es, dass sich der junge Mann in einem „Todeskampf“ gewähnt habe.[5]

Wir sehen ein Einzelwesen (der Polizist?), dessen Daseinsvorgang – Mond-Merkur im Löwen – öffentlich zerstört wird. Im 3. Haus mit Widder ist es ein energiegeladener Umraum, eine energiereiche Ergreifung, der die Waffe auf den Umraum im Begegnenden richtet.  

Hier gelangt einiges ans Licht der Öffentlichkeit und ins Bewusstsein: das 7. Haus zeigt die Gesetzesausüber im Heimatlichen, dann den Einzelnen in seiner Regelausübung, weiter eine Venus aus der Selbstsicherung sowie aus der Anschauung in Besetzung durch eine Vorstellung. Venus-Pluto in Opposition. Pluto im Rahmen von Steinbock (in 1 die gebremste Selbstdurchsetzung) stammt aus dem MC – damit ist zweifach eine Unterwerfung bzw. die Information darüber angezeigt und auch real Programm geworden.

Noch ein letztes zur Rolle der Richterin Jennifer Klingelhöfer, die das Urteil aufgrund der gutachterlich geprüften schizophrenen Störung des jungen Mannes so gefällt hat, wie sie es gefällt hat. Sie sprach ihn des Raubüberfalles für schuldig, weil bewusst, absichtlich und damit schuldfähig, des Mordes aber für nicht schuldfähig, weil bewusstseinsenthoben. Sie übernahm die Selbsterzählung des jungen Mannes, der in seiner Spaltung als Person A den Überfall begeht und als Person B die Polizisten angreift. Sie übernahm die Begründung des Verteidigers, dass ja nicht er, sondern der schizophren gestörte Teil seiner Persönlichkeit den Polizisten in Angst erschossen hat.

Was ist hier passiert? Ich bin keine Juristin – habe mir sagen lassen, dass sie mit diesem Urteil allerdings Tür und Tor für bereits geschehene oder noch anstehende Verbrechen öffnet, die dann auf der Grundlage der Schizophrenie-Erzählung gerichtet werden können. Da muss nur einer sagen: Das war gar nicht ich, das war mein anderes Ich. Die Angst des anderen Ich rechtfertigt, dass man sich gegen die Polizei zur Wehr setzt, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen.

Es gibt Stimmen, die sagen, mit diesem Urteil sei das Gewaltmonopol des Staates (in Ausübung dann die exekutive Polizei) beendet[6]. Oder sagen wir so: Saturn und Neptun, die zusammenstehend immer auch auf einen „Konkurs“, einen Zusammenbruch, hinweisen; im Widder – als ganz nah am Kardinalpunkt stehen sie an einem Anfang – und beenden das alte Recht bzw. die Gesetzgebung. Im Horoskop der Verkündungssitzung stehen beide an der Spitze von Haus 11. Der Herrscher von 10 – Wassermann – besagt hier nicht nur, dass das Ergebnis eines der Rückführung und Verwahr(los)ung ist, sondern dass hier der gesellschaftliche Konsens von Recht und Ordnung in den Orkus geworfen wird. Nochmals: die subjektive Angst (vor der Polizei) nach begangener Straftat, die am Tag des Raubüberfalls bestand, taucht am Tag der Urteilsverkündung als Begründung auf. Angst vor der Polizei – zuvor bereits erwähnt – berechtigt „irgendwie“, sich schon vorher zu wehren?  Die Botschaft ist: Wenn du aus Angst (subjektive Wahrnehmung – wobei, Wahrnehmung ist immer subjektiv) einen Polizisten tötest, der dich nach schwerer Straftat/Schwerststraftat verhaften will, bzw. die Konfrontation eskaliert, ist das Notwehr. Subjektivität vor Rechts- und Gesetzeslage.

Suchen wir die Frau, finden wir die Venus im Stier im Quadrat zu Pluto in Haus 11. Sie steht in zulässigem Orbis von weniger als 1° auf dem GSP Jupiter-Venus: sie gehört also denkberechtigt einem Gemeinschaftlichen an und wird von der „Macht“, die als Aufseher der Ordnung im Feld des Fürsten der Unterwelt steht, verführt. Hier kommt jetzt der Faktor Karriere und Aufstiegsmöglichkeiten ins Spiel. Wer fällt denn heute im herrschenden Haltungsklima noch strenge Urteile, die vermutlich heftige Berufungen seitens der Verteidigungen nach sich zögen und das Renommee eines Richters belasten könnten, der im Zuge dessen seine Urteile revidieren, korrigieren, also zurückrudern muss bzw. Niederlagen einsteckt.

Von der Richterin selbst gibt es natürlich keine privaten Daten; ein Foto gibt es von ihr, sie sieht aus, als wäre sie etwa Mitte 30, vielleicht Jahrgang 1990/1991? Was man aber sagen kann, ist, dass sie in der einen oder anderen Weise eine Affinität zu der Situation des Täters gehabt haben wird. Es dürfte von Seiten ihres Marses auch eine Übereinstimmung in Richtung der Urteilsverkündung und damit auch des jungen Mannes, geben. Mars deshalb, weil dies ihre „männlichen“ Anteile sind, die sich in der Außenwelt spiegeln wollen, sofern er im III. Quadranten steht, oder die – wenn Mars im I. oder II. Quadranten steht – zur Aktivität stimuliert werden, sobald entsprechend etwas auf sie zukommt. Auch wäre zu fragen, was zur Zeit ihrer Geburt im Krebs stand, und was davon in Opposition zu (von mir für 1991 spekulierten Geburtsjahr) Konjunktion von Uranus und Neptun im Steinbock steht. Wir werden es nicht erfahren, und wenn, dann vermutlich nicht in den nächsten Monaten.

 

[1] Seine Familie kam vor rund 30 Jahren nach Deutschland. Der spielsüchtige Vater des Täters spricht nach wie vor kaum Deutsch. Quelle: Daniel Matissek

[2] Form entsteht immer, wenn Gestalten verdrängt werden.

[3] Das heute so oft gebrauchte Wort „Haltung“ kommt mitnichten aus dem Urteil, sondern aus der Vorstellung. „Haltungen“ im Umgangssprachgebrauch beziehen sich auf eine bestimmte Art, wie die Welt sich auszuüben/darzustellen habe. Sie sind Erscheinungen einer Vorstellung ohne Gegenwart und müssen deshalb ständig „fordern“. Haltungen existieren ausschließlich in Forderungen an die Zukunft.

[4] Der junge Mann hatte angegeben, er habe die Schüsse abgegeben, weil er Angst um sein Leben hatte. Genau das sagt die Konstellation: Lebensangst, Bedrohungsangst.

[5] https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/er-waehnte-sich-im-todeskampf-200694455.html

[6] Bei einer Demonstration in Berlin mit gewaltbereiten Teilnehmern soll die Polizei angehalten worden sein, sich in Nebenstraßen aufzuhalten, damit die Demonstranten sich nicht provoziert fühlten. Möglicherweise handelte es sich um die Nakba-Demo am 15.5.2025.

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Author

Karin Afshar

AUßENSCHAU UND INNENSCHAU
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