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HUNGER NACH DEM EIGENEN DASEIN

Bestellen kann man die Bücher hier und hier.

Hunger nach dem eigenen Dasein I – Warum Mütter ihre Kinder töten – eine astrologische Spurensuche
136 Seiten, Format B 5 mit zahlreichen Abbildungen und Horoskopen, s/w-Druck, 24,90 €

Hunger nach dem eigenen Dasein II – Astrologische Spurensuche anhand eines Falles von Kindstötung, 164 Seiten mit Abbildungen, Horoskopen, verschiedenen Deutungstechniken, Format A 4 s/w-Druck, 24,90 €

Vorwort

[…] Bei Psychosen schließlich wird die Inkonsistenz und der Widerspruch dadurch bewältigt, daß die Realitätsprüfung ausgeschaltet wird. Während bei der Persönlichkeitsstörung zwei unvereinbare Gedanken oder Intentionen existieren, von denen jeder einzelne aber von der Person sich selbst zugerechnet wird, wird in der Psychose der Widerspruch quasi externalisiert: der Gedanke, der in mir ist, ist gar nicht mein Gedanke, sondern er wurde mir eingegeben. „Ich denke nicht mehr, ich bin nicht das Subjekt, ich werde gedacht.“1

Es wird um Leid gehen. Leid, das Mütter ihren Kindern antun, und Leid, das den Lebensweg der Mütter bis zum Tötungszeitpunkt bereits begleitet hat.

„Warum tun Mütter das?“ – Aus welchem Grund bringen Frauen ihre Neugeborenen bzw. ihre älteren Kinder um? – Medea – um die es hier auch geht – tötete ihre Kinder, um sich an ihrem Ehemann zu rächen. Es gibt aber noch andere Gründe und Kombinationen aus mehreren. Dazu werde ich einige Studien, Statistiken und Zeitungsmeldungen heranziehen.

„Wann entscheiden sich Eltern bzw. Mütter, ihre Kinder umzubringen?“ – Ist die Tat geplant oder geschieht sie im Affekt? – Diese Fragen bringen uns zum Punkt des Anlasses für eine solche Tat, der nicht mit dem Grund zu verwechseln ist. Der Zeitpunkt, an dem etwas in die Welt gesetzt wird, sagt uns etwas über die Inhalte.

„Das ist aber abgehoben“, kommentierte ein Bekannter, als ich von meinem Vorhaben erzählte. Und es befremdete ihn, dass ich mich mit den Abgründen des Menschlichen befasse und dies dann auch noch mit Schicksal in Verbindung bringe, anstatt – wie er meinte, mich belehren zu sollen – das Leben im Hier und Jetzt zu genießen.

Die Forschung streitet seit Jahrzehnten darüber, woher das Böse kommt. Liegt es an den Genen, oder wird der Mensch zum Verbrecher sozialisiert? Ist also die Natur die Ursache des Bösen oder die Gesellschaft, in der ein Mensch aufwächst, seine Erziehung, sein erworbenes Wertesystem? Ist es die genetische Disposition oder die Frage, ob ein Mensch gelernt hat, sich in andere hineinzuversetzen, mitleiden zu können, Empathie zu entwickeln? […] Vielmehr ist eher davon auszugehen, dass es ein Gemisch mehrerer Faktoren ist: psycho-soziale Belastungen (z.B. der prügelnde Vater), neurobiologische Mechanismen (Gehirnbotenstoffe und Sexualhormone) und die genetische Disposition, also die vererbten Genkonstellationen […]“ 2

Eine Art „Profiling“ wird es sein, das ich mit diesem Buch versuche. Dass ich nicht völlig amateurhaft in kriminalistischer Terminologie bin, verdanke ich der Lektüre Axel Petermanns und Stephan Harborts3, auch wenn vielleicht die eine oder andere Formulierung noch nachzuarbeiten wäre. Ist ja aber nicht mein Feld. Meines ist die Astrologie.

Einmal mehr ziehe ich besonders das System der Rhythmenlehre (neben der Karmaastrologie) heran, und wende verschiedene Techniken an, um das Hintergründige nach vorne zu holen. Der erste Teil dieses astrologisch-kriminalistischen Erstlings stellt zunächst die unterschiedlichen Elemente vor, die ich für den zweiten Teil heranziehen werde. Theorie also gewissermaßen. Es wird um Definitionen gehen, um das Arbeitswerkzeug. Während Profiler akribische Tatortanalysen erstellen, sich in das Leben der Opfer einarbeiten und sich in die Motive und die Person des Täters vertiefen, werde ich Täter, Opfer und Tathergang durch Horoskope betrachten.

Der Hunger nach dem eigenen Dasein habe ich deshalb als Titel gewählt, weil die Menschen, mit denen ich mich hier beschäftige, nicht mit Kategorien wie „krank“ oder „asozial“ zu bezeichnen sind. Im Theorieteil ziehe ich verschiedene Perspektiven heran, und die eine oder andere bewertet auch schon mal aus einer moralischen „Ecke“ heraus. Grundsätzlich versuche ich bei der Beschreibung dessen, was vorliegt, zu bleiben. Der Hunger entsteht (und das will ich eben herausgraben) in uns allen, wenn uns etwas daran hindert, uns selbst zu leben. Das nächste Wort beschreibt dieses Etwas: das Böse.

Daran schließt sich die Frage nach einer (Vorher-)Bestimmung an: Ist es das Geschick von Müttern und Kindern, dass sie sich in einem Täter-Opfer-Verhältnis wiedertreffen? – Abgesehen davon, dass nicht zu verhindern ist, dass ein Mensch etwas an sich und seinem Leben verneint und sich entscheidet, die mitgegebenen Konstellation zur Selbstzerstörung einzusetzen, können wir uns anschauen, was hier wirkt, so dass nicht nur psychologische Gutachten (die ein Schicksal nicht einbeziehen), mehr oder weniger subjektive Zeugenaussagen und mehr oder weniger manipulative Zeugenvernehmungen bzw. akribisch gesammelte Beweise und Indizien in Zweifelsfällen Klarheit schaffen.

Im zweiten Band betrachte ich den sehr bekannten Fall der zweifachen Kindstötung, nämlich den von Monika Weimar aus dem Jahr 1986. Warum sollte dies nach 33 Jahren noch interessant sein? – Die Frau hat inzwischen ihre Haftstrafe verbüßt, Deutschland den Rücken gekehrt. Geblieben ist die Frage: Wurde sie zu Recht oder doch zu Unrecht verurteilt? Manche Kriminalisten halten ihren Fall immer noch für einen Cold Case. War sie der Sündenbock für mehrere an entscheidenden Stellen sitzende Leute, die irgendwann nur noch die Flucht nach vorne antreten konnten? Entscheider, die, um ihr Gesicht nicht zu verlieren, sie auf die Schlachtbank der Medien führten? Ist das juristische Instrumentarium hier „sauber“? Oder was war da am Werk?

Forensische Astrologie? Klingt nicht gut. Auf jeden Fall, so hoffe ich, für die Leser spannend, verständlich, nachvollziehbar und lehrreich. Ein wenig astrologische Vorkenntnisse sollten sie allerdings mitbringen… und das ist noch untertrieben. Es wird ausführliche Deutungen mit hoffentlich klarem Vorgehen geben, so dass die Ergebnisse nachvollziehbar sind.

An dieser Stelle noch eine technische Anmerkung für jene, die die Horoskope nachrechnen möchten. Seit vielen Jahren schreibe ich nun schon Deutungstexte, zu Anfang habe ich die Planetenstände, Häusergrade etc. ausgeschrieben: z.B. 18°31‘. Diese Schreibung werden Sie hier finden. Sollten Sie an der einen oder anderen Stelle 18.3° bzw. eine andere Gradzahl dieser Schreibung finden (ich bin später zu dieser etwas schneller tippbaren, leider aber irrigen Schreibung übergegangen), handelt es sich um 18°30‘ und eine Flüchtigkeit meinerseits. Es darf sich gerne jeder bei mir melden, wenn er einen solchen Fehler findet.

Nicht zuletzt – oder doch? – dass ich mir all dies angesehen habe, hat sehr viel mit mir und meiner Familie zu tun. Was sonst bringt einen Menschen dazu, sich näher mit einem Thema zu beschäftigen? Oder sagen wir: eine Mutter mit den Kindern, die sie geboren hat? Was geben wir mit?

Friedberg, im Februar 2020

1 Leferink; 1997

2 Axel Petermann, Im Angesicht des Bösen. Ungewöhnliche Fallberichte eines Profilers, 2013:9, 61

3 Von Harbort stammt im Zusammenhang mit den von Gesche Gottfried begangenen Tötungen (darunter ihre beiden Ehemänner, ihre Eltern und ihre drei Kinder) u.a. die Aussage, dass Männer allgemein morden, um Grenzen zu überwinden, während Frauen morden, um Grenzen zu ziehen, etwas für immer zu beenden. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=y1dEUd2lENU

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