Home » LESESTOFF » ASTROLOGIE » ASTROLOGISCHE FRAGMENTE » HERRSCHER VON 4 IN 3

HERRSCHER VON 4 IN 3

Gefühlsbetonte und empfindsame Selbstdarstellung. Empfindsames Erfassen der unmittelbaren Umwelt.

IC Waage – Venus in Jungfrau

Eine Waage am IC – das klingt nach einem harmonischen Zuhause. Auf 11°48‘ liegt es außerdem auf einem Jupiter-Uranus-GSP (12°) – das ist ein gewisser Anspruch, dass es „rote Rosen regnen solle“. Vorschusslorbeeren, kommt mir da in den Sinn. In dem Wort schwingt mit, dass man das Eigentliche dann doch nicht halten kann, weil es – schon „belohnt“ – nicht weiter entwickelt (ausgewickelt) wird. Das 4. Haus ist das Wesentliche, Eigentliche, von dem aus das Leben in die Welt geht. Die Waage ist aber auch die Öffentliche, die Begegnung – was, wenn das Öffentliche ins ganz Private einkehrt?

Der Begriff „öffentlich“ beschreibt nach Hannah Arendt[1] zum einen die Wahrnehmung anderer Menschen – Präsenz verleihe ihnen und der Welt „Realität“ – und zum anderen „die Welt selbst“, genauer das Gemeinsame zwischen Menschen und ihren Angelegenheiten. Letzteres ist fortwährender Verhandlungsgegenstand in eben jener Öffentlichkeit. Leben in der Öffentlichkeit, sagt Arendt, fehle es an Tiefe, während einem Leben im Privaten das Gesehen- und Gehörtwerden fehle.

Wir haben hier schon einmal das Öffentliche im Privaten, dem ein Wesentliches beigegeben ist: ein Pluto auf 21°51 Waage, damit fast punktgenau auf Mars-Jupiter-GSP: das Programm einer Kreuzritter-Mission, von Anbeginn an im Bewusstsein „verankert“, wird zum „Wesen“, mit dem sich das Kind identifiziert. (Beinahe könnte man schreiben: infiziert.)

Mit Pluto in 4 ist das Kind – ein weibliches Kind – von einer Vorstellung überlagert:

Herrscher von 5 in 4: Der Lebenstrieb besinnt sich auf inhaltliche Zusammenhänge, um sich damit auseinanderzusetzen. Es entsteht eine seelische Entfaltung mit einer unmittelbaren Ausdrucksform.

Die Entfaltung kann hier also „nur“ im Sinne des Pluto erfolgen – es entsteht eine seelische Ausdrucksform, die sich an Leitbildern orientiert und an Bilder und Ideen des Lebens im „Öffentlichen“ bindet. Noch eine Ebene tiefer: Pluto trägt aus dem 5. Haus im Skorpion einen Uranus mit sich. 26°03‘ – das ist wiederum nah genug am Jupiter-Pluto-GSP, um formulieren zu können: der kosmische Spalter spaltet, was nicht zusammengehört. Man setze ihn neben eine Legierung – sie könnte in ihre Bestandteile zerfallen. Man setze ihn in einen „Clan“, der könnte in seine Einzelteile zerlegt werden. Dieses Kind ist in der seelischen Anlage geeignet, „Familien“ zu entzweien, es polarisiert.

Herrscher von 8 in 5: Schöpferischer Ausdrucks- und Gestaltungstrieb, der sich nach starken Leitbildern und Vorstellungen orientiert. Durch die Bindung an Partner und Bilder lebt man sich emotionell aus und lebt unmittelbar.

Sofern man sich mit dieser Konstellation an Partner bindet – es werden auch unverbindliche, ungewöhnliche (vielleicht nicht wirklich bindungsfähige Partner sein) – wird Uranus aktiv und beginnt als seelischer Ausdruck mit der Heraushebungsarbeit. D.h. sollte eine Integration in einen Verband anstehen, ist man dafür nicht geeignet. Dieses Kind ist – Uranus in 5 ist i.w.S. Uranus-Sonne – lebensbeunruhigt, wenn es ans Geschlossene, die Flucht Verhindernde geht. Uranus in 5 wird sich befreien wollen, sobald er sich bedrängt wähnt. Diese „Paranoia“ sitzt als Programm mit im Seelischen und kann und wird zum Zwang werden.

Noch einen Schritt zurück! Im IC-Verbund Schütze-Skorpion-Waage steht im Anfangszeichen Neptun am Übergang von Haus 6 zu 5. Auf 22°19 Schütze liegt ein Sonne-Uranus-GSP. Kurzformel vielleicht: Du wirst die Lebensbeunruhigung gar nicht erst merken. – Schutzprogramm. Was macht Neptun in Haus 6? – Er befreit von der Wahrnehmung der Umstände, auf dass man sich nicht aussteuern kann (und wohl auch nicht muss).

Herrscher von 9 in 6: Die Beobachtung und Wahrnehmung der Umwelt, um sich ihr gegen­ über seelisch auszusteuern, anzupassen und sie auszuwerten – spezifisch mit den Fähigkeiten zur Einsicht und Vereinheitlichung. Durch die Einsicht in außerpersönliche Belange kann man sich gegenüber den Lebensbedingungen seelisch aussteuern.

Fische in Haus 9 – großes und tiefes Einfühlungsvermögen in die Funktionen anderer, oder aber Täuschung darüber. Man nimmt das Hintergründige der Einsicht in die eigenen Lebensbedingungen auf und „nutzt“ sie für die eigene Aussteuerung: Unvernunft, was den Schutz der Seele angeht, denn hier wird die Einheit der Sinne, die gemeinsam die Wahrnehmung und Beobachtung ausmachen, aufgelöst. Das ergibt in etwa: das Wahrgenommene, Gehörte, Gesehene kann nicht zu einer Gesamtanschauung einer Situation werden. Missinterpretationen des Wahrgenommenen.

Die Kette: Missinterpretation einer Situationslage und deren möglicher Gefährdung (im Neptun) führt zu Engegefühlen in geschlossenen Vorstellungsräumen, die auch noch seelische Ausdrucksräume sind, mit dem Ausbruch (Uranus) aus diesen Situationen bei einem Habitus der Überlegenheit, die zur Haltung wird. Dies wiederum landet im Sein an sich, wird zur vorgestellten Identität und zum Kontrollzentrum im Innen.

In der Waage kommt dies alles zusammen und wird mit der Venus in die Jungfrau und in die Darstellung gesetzt. Das innere Bild, das in ihr da entstanden ist, wird als „makelloses“, frisches und patentes Image auf 13° Jungfrau präsentiert. Saturn-Uranus-GSP – sie hat ein Arrangement zu präsentieren. Inhalt und Form entsprechen einander nicht. Hinweis darauf, dass hier natürlich nach den Eltern zu schauen ist. 4. Haus ist die „Herkunft“ – wo kommt sie her? Welcher Zwang bestand, dass das Kind die Unvereinbarkeit zweier Entwicklungsstufen an sich und in seiner Darstellung im konkreten Umraum ausüben muss? 

Die Venus ist im Auftrag des Uranus unterwegs – sie unterstützt die Aufhebungsbestrebungen des Uranus in 5, ist seine sichtbare und körperliche Seite – und steht selbst ohne Hilfe da. Venus hat keine Aspekte zu anderen Planeten (nach der MRL, Trigone und Sextile ignoriere ich). Venus macht die zeitliche Dimension des Uranus in 5 – der hebt sie auch aus der Endlichkeit des Seins heraus, macht sie zeitlos im Dasein – zu einer räumlichen Funktion. Mir fällt da gleich ein: sie ist nicht da, aber ist doch da in Form einer gegenwartlosen Seele – konkret und sichtbar.

Sie inszeniert sich bzw. das Bild von sich. In Haus 3 stehen allerdings noch drei andere Planeten, und die stehen sehr eng zusammen: Mond und die Jupiter-Saturn-Konjunktion in der Waage. Auch sie sind in der Venus enthalten. Jupiter stammt aus dem 6. Haus (wenngleich er auch das 5. weiträumig ausfüllt).

Herrscher von 6 in 3: Darstellung und Repräsentation der Wahrnehmung, Beobachtung und Nutzung der Umwelt. Seelische Aussteuerung durch Selbstdarstellung.

Jupiter – wie gesagt – neptunhaltig. Mir ist ein Bild vor Augen: Ich bin unschuldig, ich war das nicht! (Die Handflächen so nach oben und den Begegnenden zugedreht.) – Das ist ihr Auftritt auch als Krebs-AC und mit dem Mond in 3: Ich hier ganz allein, und alle sind gegen mich. Auf dem Neptun-in-Schütze-Weg liegt indirekt die Möglichkeit der Konkurrenz mit Gleichgeschlechtlichen. Mond-Jupiter hat natürlich Anspruch auf das Gesehenwerden. Das „Private“ in der Ausübung und zwar im Glanz der „Reinheit“ – oder aber der Täuschung. Selbsttäuschung ist das, was sie uns hier inszenieren könnte.

Für diese Inszenierung braucht sie nun Partner: Steinbock am DC – Saturn bei Mond und Jupiter. Es tritt hinzu, dass sie auch noch eine „Ungeborgenheit“ in Szene setzt. Natürlich ist Mond-Saturn eine schwierige Sache. Sie erlebt eine Rigidität (Vorbehalte) in Bezug auf ihr So-Sein, ihr sind Maßstäbe und Regeln gesetzt, die sie sich über Begegnungen abholt. Das wäre an und für sich ein wertvolles Maß, das den Neptun in sich aufnehmen könnte. Es erfordert aber ein Zurücknehmen.

Herrscher von 7 in 3: Selbstdarstellung mit den Mitteln ideeller Aufgeschlossenheit. Man benötigt den Partner und das Denken, um sich in der Gesellschaft darstellen, repräsentieren zu können, um sich „zurechtzufinden“.

Die Partner, die sich mit Steinbock finden, sind in ihrem Fall jene, die ihr „sagen“, was die Ordnung der Dinge und die Ordnung im Denken sei, was die gesellschaftlichen Normen und Traditionen,  die sie zu vertreten hätte, nicht als sie selbst, sondern als Repräsentantin dieser „Werte und Normen“. Nun will sie aber als sie selbst gesehen werden: Mond. Und es sieht so aus, als würde sie sich dem „Glanz“ und der Fügung einer höheren Ordnung vorstellen, die doch „eigentlich“ ihr chaotisches, nach Orientierung suchendes Wesen orientieren. (Wenn sie es zuließe.)

Mit einer Sonne im Löwen und im 1. Haus tut sie nun allerdings das Naheliegendste: Sie selbst ist die Macherin, sie wird aktiv. – Die Sonne (als Herrscher von Löwe in Haus 2 übernimmt die Formung ihrer Erscheinung) beschreibe ich nicht weiter, doch soviel noch: mir fällt Wolfgang Döbereiners „Bild“ ein. Der Löwe legt die Pranke drauf: Meins! In diesem 1. Haus untersteht die Löwe-Sonne dem Krebs, der wiederum eine Last trägt. Es ist der verletzte Mars im 12. Haus. Ziemlich eindeutig liegt hier der Gral begraben. Mars ist der Herrscher von 10 in 12 – der Vater, der im Hintergrund verschwunden ist, der aus dem Hintergrund (nicht er in Person, sondern als fehlendes Vaterbild) ihr Image als einen Herrschaftsanspruch ausführende Ikone konterkariert. Mars in 12 – ein Kürzel auch: Vater hält nichts von ihr. Nächster Gedanke: Wenn ein Vater seine Tochter nicht annimmt (und das kann sich ja ganz unterschiedlich zeigen), dann hat diese Tochter kein Schicksal. Sie findet nicht zu ihrer Bestimmung.

Dieser Mars im 12. Haus spricht von sehr viel verstecktem „Groll“ – Mars-Mond. Das ist doppelte Energie, die sich dort „hinten“ im eigenen Wesen (es ist ja wieder Krebs) austobt und sich auch verletzt, Energie, die nicht zur Verfügung steht – zu ihrer Selbstdurchsetzung. Am MC die Finalität ihres Lebens, ihr Erwirktes: Die Energie im 12. Haus begreifen, damit diese nicht aus dem Hintergrund ihr eigenes Bild und das öffentlicher Institutionen angreift und zerschneidet. Der unbegriffene Mars (den zu begreifen voraussetzt, dass sie Neptun in 6 erfasst) zerstört unterschiedslos und findet doch keine Genugtuung und ist außer Kontrolle.

Ich würde sagen, dass sie in der Mutterfamilie nachforschen sollte, was von dort an Vorstellungen in sie hineingelegt wurde, und ich bin sicher, dass diese Tochter im „Auftrag der Mutter“ (Pluto-Mond/Mond-Neptun) unterwegs ist. Außerdem wird sie begreifen lernen, dass ein ausgefallener Vater nicht für immer ausgefallen sein muss. Den Mars kann sie sich zurückerobern.

Zum Abschluss: Chiron auf 22°35 Stier (alias Mondknoten-Saturn-GSP) – und in Haus 11 – in Opposition zu Lilith auf 24°21‘ Skorpion. Eine brisante Opposition. Ihre große Verwundung liegt damit im Gemeinschaftlichen, das ins Haus der „Freunde“ gestellt ist (Gemeinschaft der Freunde).

Herrscher von 11 in 3: Selbstdarstellung und Repräsentation durch Aufhebung bisheriger Grenzen und Maßstäbe. Man stellt sich selbst dar, indem man die Aufhebung bisheriger Grenzen und Maßstäbe in der Umwelt erfasst und beschreibt.

Wie bringt man das nur unter einen Hut? Gebranntes Kind, was die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, einer Gemeinschaft angeht, gleichzeitig sich einer Gemeinschaft zuwenden, die sich neu orientieren will/muss, alte Begrenzungen aufhebt und das akribisch und wachsam darstellt, und dann eine verletzte, wilde Frau, die ihrem eigenen Dasein und dem Leben anderer schaden kann und wird. Die Einzelheiten zu Lilith schreibe ich hier nicht nieder – aber wir können ja derzeit verfolgen, wie sich da eine Frau in den Medien inszeniert. Sie macht ihr Leben vor unser aller Augen zu einer großen Inszenierung und zerstört, was ihr unter kommt.

Die Herzogin von Sussex, falls es noch keiner erraten und geschlussfolgert hat, wird auf allen Kanälen analysiert und einer Diagnose unterzogen. Es heißt, sie zeige nicht, wer sie wirklich sei. Im Horoskop gibt es die Antwort.

Ausgearbeitet und komplett in: Chroniken des Tierkreises, Teil 4.

[1] Hannah Arendt, Vita Activa oder vom tätigen Leben

(Visited 124 times, 3 visits today, 55.281 overall counts across all posts)