Home » LESESTOFF » ASTROLOGIE » ASTROLOGISCHE MINIS » DAS PESTGUTACHTEN VON 1348

DAS PESTGUTACHTEN VON 1348

Durch das sogenannte Pestgutachten, das die Medizinische Fakultät von Paris im Auftrag von Philipp VI. erstellt und im Oktober 1348 abgeschlossen hat und das zu verschiedenen epidemiologischen, präventiven und therapeutischen Möglichkeiten der Seuche Stellung nahm, wurde fast die gesamte europäische Pestliteratur im 14. Jahrhundert beeinflusst, und insbesondere der Maßnahmenkatalog des Pariser Pestgutachtens zur Seuchenprävention wurde in viele europäische Landessprachen übersetzt und verbreitet.

Als mögliche Ursache der Pest wurde von der Pariser Medizinischen Fakultät 1348, Anregungen von Gentile da Foligno folgend, noch ein komplexer Schöpfungsakt magistraler Kräfte mit Ineinandergreifen von terrestrischen und kosmischen Voraussetzungen beim Zustandekommen der Seuche bzw. des Pesthauchs angesehen. Mit den diätetisch-kurativen Empfehlungen und Rezepten aus dem als Derivattext aus dem Pariser Pestgutachten vielleicht schon 1349 hervorgegangenen, von Prag aus verbreiteten Sinn der höchsten Meister von Paris […] wurde der an die Gattin eines Plauener Vogtes gerichtete, sogenannte „(Pest-)Brief an die Frau von Plauen“ zwischen Österreich und Flandern verbreitet. Darin wird der sofortige Aderlass bei Auftreten von Pestbeulen (Bubonen) empfohlen (je nach Auftreten der Pestbeulen an acht verschiedenen Stellen). Insbesondere als Anweisung für praktisch tätige (Pest-)Ärzte, aber auch Laienheilkundige wurden dazu grafische Darstellungen der entsprechenden Aderlassstellen publiziert, die auch im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit noch angewendet wurden. Ein häufiges von den Ärzten angewandtes Mittel gegen die Pest war auch das Verbrennen aromatischer Substanzen. […] [Quelle: wikipedia][1]

Es geht um die Pest – den Schwarzen Tod, der in der Ursache auf das Bakterium Yersinia pestis zurückgeht. Die heutige Notiz ist versuchsweise ein Gedankensplitter. Ausgang: Das Verhältnis von Saturn zu Neptun (als die Gestalt des Daseins im Missverhältnis zum Bestimmenden des Lebens) und die ewige Wiederkehr des Verlassens des „heilen“ Maßes mit der Verschuldigung an der Eigenart seiner selbst. Das Horoskop ist auf Paris und den 31.10.1348 mit Sonne am MC gerechnet.

Im Zeitraum, in dem dieses Gutachten entstand bzw. abgeschlossen und vorgelegt wurde, waren die Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Pluto (damals noch unbekannt) rückläufig. Auch Merkur. Der Mondknoten steht auf 28°23′ Krebs, jenem Grad, der gehaltvoll (nach der MRL) einen Merkur-Pluto (27°30), einen Merkur-Saturn (27°30), Mars-Pluto (28°) und auch noch in Tuchfühlung Saturn-Uranus (29°) beherbergt. Dem gegenüber steht der derzeitig durch den Steinbock laufende Pluto und der ist auch gerade rückwärts gewandt –  und noch einmal zurück, sich der Themen vergewissern, sich der Inhalte gewahr werden und dann geht es weiter. Da capo – auf den vorherigen Stand zurück und dann – al fine.

Der Bezug von damals zu heute zeigt sich in mehreren Verbindungen: Saturn vom 29.6. steht noch in engem Orbis zum Neptun im Wassermann von 1348. Neptun im Zeichen Wassermann kennen wir aus den Jahren 1998-2011. Er hat dort vorbereitet, was wir derzeit als Zeitzeugen und auch Betroffene erleben: die Idealisierung der „Rückführung in den Zustand vor der Teilung“, oder auch die „Bereinigung von Unrecht“ im Sinne von Fehl“leistungen“, die sich zwangsläufig einstellen, wenn man seine mitgebrachten Konstellationen ein- und erlöst. Neptun im Wassermann bereitet die Rückkehr vor den Ursprung vor und wird diesen in den Fischen als oberste Wahrheit anzeigen. Neptun-Uranus – das Aufsteigen der Ahnung von versunkener Wahrheit – was nicht unbedingt für das Subjektive angenehm wird.

Der „heutige“ Saturn legt den Finger auf den Neptun, sie ergeben zusammen den Hinweis auf das Fehlen der Eigenart – und das einhergehend mit der Erfahrung von Rechtlosigkeit der Minderheiten, Verfolgten, Außenseiter. Der rote Faden führt uns zum Saturn im Pestgutachten: er steht in den Fischen, und dort auf dem GSP Sonne-Uranus. Unser 2021-Neptun wird diesen Punkt in Kürze (ca. 4 Wochen) rückwärts gewandt überlaufen. Sonne-Uranus – da macht sich das Einzelleben, die Identität in Dualität mit dem Jenseitigen, Nicht-Beeinflussbaren mit dem Ursprung identisch – es wähnt sich groß, expandiert, verlässt die Geschlossenheit des Subjektiven und hält sich für überlegen. Dafür hat es aber kein Erleben, es ist aufgehoben, stattdessen ist da Herzrasen und die Erwartung von Lebensbedrohlichem. Klar, wenn man nicht „da ist“, wenn das Einzelwesen nicht sein kann, ist auch keine Gegenwart möglich. Saturn darauf besagt: ich versuche, dies zur Bestimmung, bestimmend zu machen, als Gesetz. Wie das? – Die Erscheinung bzw. bei Nichtannahme des Saturn das Regelnde des Saturn – Merkur – steht bei der Sonne im Skorpion und führt einen „Vorgang der Gegenwartslosigkeit“ aus. Skorpion ist das Mittelzeichen des Sonnen-Verbundes von Schütze-Skorpion-Waage: die Durchführung verweist uns wiederum auf den Pluto, der mit Mars-Pluto-Energie (Höllenhund, Austreiber des Verdrängten, das immer das nicht gehabte Erlebnis ist, Angst vor dem Bösen) im 2. Haus steht. Pluto, der Hüter des verborgenen Reichtums und der Erfahrung, die Information und das Programm, der Prüfer der Einhaltung des Gemeinten und Hinwegnehmer all dessen, das nicht dem Prinzip entspricht. Wir haben hier auch einen Pluto-Saturn über Skorpion im 10. Haus und real und konkret wird er im I. Quadranten und im 2. Haus des Bestandes. Der „Pferdefuß“ und die Versehrung. Auflösung von Leben (der Mond steht an der Spitze von Haus 2 in den Fischen – das ist das Einzelwesen, das Nährende, Heimatliche, das Empfinden, der Beginn des Lebens) – den Tag habe ich intuitiv auf den 31.10. gelegt – keine Bestätigung, dass er es gewesen sein könnte – aber der Mond des Tages steht auf dem Mars-Venus-GSP (Zerstörung der Form infolge von zuviel Energie, die auf sie trifft) und sieht nach einem Nicken aus? Und unser laufender Jupiter ist ganz in der Nähe derzeit auf 2° Fische alias Saturn-Neptun

Zur Ader lassen: eine Reinigung, indem venöses Blut aus dem Organismus entfernt wird. Geht zurück auf die Säftelehre, bei der Blut – Cholera/gelbe Galle – Melancholia/schwarze Galle – Phlegma/Schleim entspricht. Bevorzugt sollte der Aderlass im April, Mai und September ausgeführt werden – sofern nicht ein akutes Geschehen ihn nötig machte. Jupiter und Venus begünstigten den Eingriff, heißt es, Saturn und Mars seien ihm dagegen nicht zuträglich. Mir fällt aber noch der übertragene „Aderlass“ ein, die Metapher für ein Abschröpfen von „Lebenssaft“, so dass jemand ohne Geld, Revier und Existenz dasteht. – Was übrigens auch ein Reinigungsprozess sein kann und die Lebensbeweglichkeit hervorbringt, oder aber den Bankrott bedeutet.

Jupiter als Herrscher des Expositionszeichens Schütze – also Auftakt – steht in Haus 5 und fügt eine Kennzeichnung, er bringt eine Venus aus Haus 12 mit – eine untergegangene, nicht gewordene Gegenwart, die im Schützen auf den Mars trifft, in die „Zerstörung“ geschöpft wird und als Mars gegen den Jupiter in Haus 5 steht. Der Mars wiederum ist auf 12° Schütze ebenfalls entsprechend „begabt“: mit Saturn-Uranus (das Unvereinbare, das sich im Aufeinandertreffen entladen will und muss), mit Mond-Saturn (das Empfinden des Ungeborgenseins, die verantwortungsvollen Kleinen, d.h. aber auch die unkindlichen, ernsten Kinder mit Ängsten) und auch Mond-Mars (der Zusammenfall von Durchsetzung und Leben, was im jähzornigen Gerechtigkeitskampf gegen das eigene Leben münden kann: das Messer im Leib). Das ist die Vorlage. Die Endlage ist wiederum die Venus im Schützen und in Haus 12.

Damals wurde die Quarantäne „erfunden“: die Isolation der Infizierten, die sich 40 (quaranta giorni) Tage lang aus der Öffentlichkeit entfernen mussten. Zur Isolierung der von einer Seuche befallenen Menschen wurden in der Folge ab 1360 etwa auch Seuchenhäuser errichtet oder die Schiffe mussten vor der Einfahrt in den Hafen 40 Tage warten, was sehr wohl auch der derzeitigen Ein- und Ausreisepraxis von Reisenden entspricht. 

Bleibt noch – zwischen Saturn und Neptun – Uranus anzuschauen. Im Laufe des Jahres 1348 war er in den Stier gelaufen, wurde rückläufig und befand sich im Widder – auch diese Zeiten sollten uns noch erinnerlich sein: Uranus im Widder von März 2011-März 2019. Unvergessen die Erdbeben-Tsunami-Katastrophe von Fukushima, bei der ein Atomkraftwerk betroffen war, woraufhin beschlossen wurde, in Deutschland alle Atomkraftwerke in überschaubarer Zeit abzuschalten. Uranus-Mars – auch das haben wir hier insgesamt dreifach: Mars in Haus 11. Wassermann in Haus 1. Unter dieser Konstellation ändern sich die Sozialstrukturen als der Art und Weise, wie das gemeinschaftliche Leben organisiert ist, in diesem Stadium ergibt sich zunächst Existenzlosigkeit und -unsicherheit. Die Änderung bricht jäh herein, die Suche nach Aggressionslösern (in der Verweigerung der notwendigen Änderung entsteht ein Energiestau) führt zu riskanten Manövern, die wiederum als Stärke und Überlegenheit das labile Gleichgewicht in Gigantismus stabilisieren sollen. Es besteht ein dauerhafter Drang nach Bestätigung, mithin entsteht ein Vorgang der Überlegenheitsdemonstration. Mars – das Messer ist im 3. Haus im Widder enthalten, den Schnitt ins Gewebe haben wir auch – die Pestbeulen, die sich auf der Haut und in den Lymphknoten bilden.

Die Übertragung der Beulenpest erfolgt überwiegend über die Haut. Parasiten wie z.B. Rattenflöhe infizieren sich bei der Blutmahlzeit, z.B. an Ratten, und können die Erreger bei der nächsten Mahlzeit beispielsweise an den Menschen (ein „Fehlwirt“ der Parasiten, aber höchst ergiebiges Substrat für die Vermehrung) weitergeben. Außerdem kann sich der Mensch durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren anstecken. Nach einer Inkubationszeit von 2-6 Tagen kommt es schlagartig an der Bissstelle zu Bläschen- oder Pustelbildung, anschließend streut das Ganze in die Lymphbahn. Es entstehen die typischen Pestbeulen (Bubonen) als Folge der Schwellung der befallenen Lymphknoten, in denen sich die Erreger nun vermehren, was zu inneren Blutungen und zu einer hämorrhagischen Blaufärbung der Bubonen führt. Zum Teil zerfallen die betroffenen Lymphknoten geschwürig und eitrig. Die Pestbeulen können bis zu zehn Zentimeter Durchmesser erreichen und sind vor allem am Hals, in den Achselhöhlen und in den Leisten lokalisiert. – Also mehrheitlich am Rumpf, dem wir das 2. Haus – Stier – zuordnen können, mit Aspekten von Krebs, dem Blut als Lebenssaft.. 

In 50-60% der Fälle sterben die Erkrankten. Die Beulenpest, sofern sie beim Einzelnen nicht tödlich geendet hat, kann  in die hochinfektiöse Lungenpest übergehen. Auch nach überstandener Pestinfektion besteht keine vollkommene Immunität gegen eine erneute Erkrankung, ausgestorben ist die Krankheit keinesfalls.

Jährlich werden der WHO (Weltgesundheitsorganisation) zwischen 1.000 – 2.000 Pest-Fälle gemeldet, wobei eine hohe Dunkelziffer angenommen wird. Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Aber auch in Regionen mit hohem Hygienestandard können Pestfälle vereinzelt auftreten. Die Pest tritt regional in verschiedenen Ländern auf. Vor allem betroffen sind Ostafrika (u.a. Tansania), Madagaskar, die Mongolei, Vietnam, Myanmar und Indien aber auch Amerika. Aber auch in den USA werden alljährlich Pesterkrankungen gemeldet. Die Pest tritt vor allem in den ländlichen Regionen auf, die ein erhöhtes Vorkommen von Nagetieren aufweisen, v.a. im Norden von New Mexico, Nord Arizona, Süd-Colorado, Kalifornien, Süd-Oregon, als auch im Westen von Nevada. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar. (Quelle: fit for travel, Reisemedizinischer Infoservice)

Zusatz: Auch 2021 ist auf Madagaskar die Beulenpest immer noch endemisch. Die Lage ist auf der Insel insoweit erschwert als in Madagaskar mittlerweile bereits drei Yersinia-pestis-Stämme, die gegen eine Reihe der eingesetzten Antibiotika wie Streptomycin, Chloramphenicol und Tetracyclin resistent sind, isoliert und charakterisiert werden konnten .

Fazit: Binnen weniger Jahre konnte sich die Pest von 1331-1350 von Asien nach Westen „wandernd“ über ein sehr großes Gebiet verbreiten und tötete in Europa zwischen 1346 und 1353 rund 25 Millionen Menschen, ein Drittel der Bevölkerung – und in mehreren Ausbruchswellen noch einmal Millionen in den nachfolgenden Jahrhunderten. Mittlerweile spricht die Literatur von drei großen Pandemie-Wellen, bzw. Ausbrüchen, wobei es auch zwischenzeitlich immer noch zu lokal beschränkten Ausbrüchen mit Toten kommt.

Die Pestordnungen sahen – was wir inzwischen gut kennen – Versammlungsverbote, das Tragen von Masken, die Abriegelung infizierter Orte und Dörfer, Reiseeinschränkungen und und und vor. Nun ist „unsere“ Corona-Pandemie keine Pest: erstere bakteriumsbasiert, letztere virus-verursacht. Das will ich gar nicht weiter vertiefen, nur soviel: Bakterien sind mit einer Zellwand sowie einer Innenstruktur wie Zytoplasma, Ribosomen und dem Erbgut-Faden, ausgestattet, sie können sich – meistens durch Teilung – bei entsprechend förderlichem Milieu selbständig vermehren. Viren dagegen verfügen über all das nicht. Sie benötigen einen Wirt, in den sie sich einnisten und den sie „umdrehen“ bzw. den sie vereinnahmen. Leben versus Nicht-Leben. 

Vergleichen kann man die beiden Pandemien allerdings, und das sollten wir auch – letztere könnte dabei quasi als Fortführung bzw. Inversion der ersteren gesehen werden, ohne dass dies eine Umkehr der Entwicklung zu Umbesinnung bedeutet hätte: die Vertauschung der Planetenstände von Saturn und Neptun. Wolfgang Döbereiner spricht von der Vertauschung im (katholischen) Bekenntnis zur Dreifaltigkeit: Im Namen des Vaters (Neptun), des Sohnes (Saturn) und des Heiligen Geistes (Uranus). Der menschliche Sohn Christus vor dem Ursprung, damit also die Schöpfung des Heiligen Geistes an der Vaterseite mittragend, ja gleichberechtigt mitbestimmend. Das tat er dann ja auch. Die Gentechnik ist noch nicht auf ihrem Höhepunkt angelangt, aber mit dem mRNA-Impfstoff in der Corona-Pandemie dürfte sie vor einem Dammbruch stehen. Nochmals in der Zeit zurück: das Filioque („aus dem Sohn“) und die zwei Konzile Nicäa 325 n.Chr. und 581 n.Chr. [WD, Band 22, S. 394]. 

Als nächstes spielt auch die Wanderung von Uranus aus dem Widder in den Stier eine Rolle, wo er aufs Neue bestehende Grenzen aufhebt, auch die Unterschiede, Hierarchien, in denen „man“ bis noch vor wenigen Jahren glaubte, Sicherheit zu finden. Venus-Uranus, das Unterwegssein und das Überall-und-Nirgends, gleichzeitig immer und nie. Flankiert von Pluto, der aus dem Widder in 672 Jahren durch den Tierkreis im Steinbock angekommen ist.

Widder – der Energiezustand, der eine geringe Belastbarkeit zeigt und gleich aufbraust und auf die Außenwelt, in der er die Verursacher seines Problems sieht, reagiert. Mit Pluto darin wird der Drang zur Bewegung Zwang: Angriff als „beste Verteidigung“. Der Widder ist der Morgen (auch der Menschheit) und der Aufbruch (mit Aspekten von Uranus bzw. Wassermann darin). Es gibt noch keine festen Strukturen, alles ist noch „offen“ und möglich, und das ist das Programm. Im 14. Jahrhundert fegten die Mongolen aus dem Osten über Kleinasien in ihrer Goldenen Horde nach Europa hinein – die kriegerisch-militärische Macht des Reitervolkes im Aufbruch.

Im Steinbock ist „alles“ verfestigt. Der Zauber des Anfangs ist vorüber – der Aufbruch ist „Zeit“ geworden, die sich nicht mehr in den Raum ausdehnt, sondern zusammenzieht, Zeit der Abgleichung von „Was ist geworden“ und „Was war die ursprüngliche Mitgabe“. Es geht dem Ende eines Zyklus zu. Wird das, was geworden ist, bestehen bleiben? Wird es der Prüfung genügen oder muss es verworfen werden? Im Steinbock tritt das Individuelle zurück – es hat zurückzutreten, ebenso auch die Selbstdurchsetzung. Beides ist deshalb erschwert, fühlt sich bleiern an – gegen Widerstände, die zum Zwang werden – mit dem Pluto darin. Widerstände zeigen immer an, dass etwas nicht „recht geeignet“ für einen oder ein Kollektiv ist. Ergibt die Prüfung einen Missstand, wird der Gott der Zeit und der Grenze das „Geschlecht“ hinweg nehmen. Es war zwar Zeus, und nicht Sohn Apollon, der mehrfach die von ihm erschaffenen Menschengeschlechter revidierte, aber er ist immerhin zuständig für die Zusammenfügung – also den Jupiter – der Bestimmung für ein Leben als Mensch; Apollon im Auftrag von Zeus ist nun „an der Macht“, und er ist erzürnt. Auch Steinbock ein Zeichen des Anfangs – und des Eingangs/Ausgangs. 

Zwischengedanke. Nimmt man die 0° Widder als den „Beginn“ des Tierkreises, und geht im Uhrzeigersinn (aphroditisch) vor, erhält man die Reihenfolge: Neptun – Uranus – Saturn. „Der Weg der Aphrodite“ ist in der MRL der Fügungsrhythmus – die Anlagen aus dem 12. Haus wandeln sich über die verschiedenen Stationen, um im 7. Haus als Gestalt des eigenen Lebens ins Bewusstsein zu steigen. Gewachsen, entwickelt. Diese bildet dann als bewirkender „Urgrund“ die Formung des Seelisch-Stofflichen – das Dasein  und auch des Verhalten (z.B. in der Jungfrau oder im 6. Haus), das wiederum die Erscheinung ausmacht. Gehen wir von 0° Steinbock (Tor und Kardinalpunkt) gegen den Uhrzeigersinn (phänomenologisch) vor, ergibt sich die Reihenfolge Saturn – Uranus – Neptun. Der Phänomensrhythmus ist der Weg des „Erleidens“. Am Deszendenten „treffen sich“ beide Wege (, letzterer also aus dem „Tal des Leiblich-Seelisch-Subjektiven“ ins Außer- und Übersubjektive eingehend – etwa um die Lebensmitte. Die im schmerzlichen Erleben endlich gemachten „Aufgaben“ bestimmen das „Bild“ mit, das an die Gegenwart abgegeben wird. Am MC – in einem persönlichen Horoskop – lösen der Eintritt in die Fügung der Zeit als Gegenwart (mit 21 – fügungsrhythmisch) und der Austritt aus der Zeit (mit 63 – phänomensrhythmisch) als das Verlassen der Gegenwart einander ab. Den Übertritt mit 63 Jahren nehmen die meisten „modernen“ Menschen mit Irritation und auch Widerwillen wahr. Am Übergang von Saturn zu Uranus bzw. von Uranus zu Saturn (von Steinbock zu Wassermann oder Wassermann zu Steinbock) entscheidet sich jeweils, ob ein Subjekt sprich Mensch das Erleben des Wirklichen in die Anerkennung der Maßstäblichkeit des Wirklichen meistert oder – im „Nachhausekommen“ – ob er es schafft, aus einer Verantwortung und Konzentration wieder in eine Erneuerung zu steigen. Wird der Übergang nicht geschafft, kann es zum „Lebenszerbrechen“ kommen. Es fällt das Alter 63 nicht zufällig mit dem Ende des Arbeitslebens zusammen. Fällt das Arbeitskorsett weg, bricht der Mensch, der nicht zu Wandlung fähig ist, entzwei.

Innerhalb der beiden genannten Zeiträume von 1348 und 2021 liegt u.a. die Epoche der Aufklärung in einem der drei Zyklen von Neptun durch den II. Quadranten: das Individuelle, das einzelne Leben erhielt „Oberwasser“ über die zeit- und maßgebenden Götter, ja, die Menschen selbst glaubten, Götter, will heißen Bestimmer über ihr Schicksal, zu sein. Von Juni 1574-September 1614 durchzog Neptun Krebs, Löwe und Jungfrau, in der nächsten Wiederkehr Juni 1738-Juni 1779 (was schließlich in den Nachwehen die Französische Revolution hervorbrachte) und in der bisherig letzten vom Juli 1901-September 1942. 

Rolle rückwärts – zurück zum Anfang: Ein in Auftrag gegebenes Gutachten wird mit einem Maßnahmenkatalog bekannt gegeben.  Der Tages-AC dieses 29.6. steht inzwischen auf 16° Skorpion, auf denen die Sonne im Horoskop steht. Zeit, die aufgescheuchten Gedanken zu beruhigen.

Nachtrag

Im Jahre 1345 hatte es im März eine Große Konjunktion im Wassermann gegeben. Auch Mars stand am 20.März im Wassermann.

Bevor Philipp VI. den Auftrag zum Gutachten gegeben hatte, hatten Ärzte die Konjunktion von Saturn und Jupiter und Mars in Wassermann bei einem Sonnenstand im Widder für die sich anbahnende Seuche ausgemacht. Große Konjunktionen – wie auch die der anderen äußeren Planeten miteinander – weisen auf epochale Geschehen hin. – in der Großen Konjunktion vom 21.12. 2020 verbanden sich außerdem noch Pluto und Mars im Widder in einem Quadrat, während Uranus im Stier in Quadrat zur Konjunktion stand. Es kam zur Zweiten Welle der Corona-Pandemie, vergleichsweise harmlos zur Pest. Der war im Jahr 1345 wohl unter Uranus-Pluto im Widder auch noch ein Erdbeben vorangegangen. Dieses machte viele der Antwortsuchenden auch geneigt, einen kausalen Zusammenhang anzunehmen. Unser derzeitiges „Erdbeben“ ist die Völkerwanderung, die sich mit Uranus im Stier auf Europa zubewegt, und die zusätzlich zu noch anderen Bewegungen einem Aufbruch des Gemeinschaftlichen gleichkommt – mit allen Chancen wie auch Gefahren. Weiteres dazu in einem späteren Beitrag.

[1] Kalte, feuchte und wässrige Speisen sind größtenteils schädlich. Gefährlich ist das Ausgehen zur Nachtzeit bis um drei Uhr morgens wegen des Taues. Fisch soll man nicht essen; zuviel Bewegung kann schaden; man kleide sich warm und schütze sich vor Kälte, Feuchtigkeit und Regen, man koche nichts mit Regenwasser. Zu den Mahlzeiten nehme man etwa Theriak [1]; Olivenöl zur Speise ist tödlich. Fette Leute sollen sich der Sonne aussetzen. Eine große Enthaltsamkeit, Gemütserregungen, Zorn und Trunkenheit sind gefährlich. Durchfälle sind bedenklich, Bäder gefährlich. Man halte den Leib mit Klistieren offen – Umgang mit Weibern ist tödlich; man soll sie weder begatten, noch in einem Bett mit ihnen schlafen. Quelle: Medizingeschichte(n): Seuchen Pest, Dtsch Arztebl 2004

 

Randnotizen (und Buchtipp: Der ferne Spiegel von Barbara Tuchman)

  • Judenverfolgungen  (Pestpogrome) in Folge der Pandemie in vielen mitteleuropäischen Städten. Man glaubte, die Juden hätten die Brunnen vergiftet. Juden als Sündenböcke (Saturn-Neptun)
  • Zerbrechen des Glaubens an die Ordnung der Welt, die Seuche führte mit zunehmender Dauer zu einem mentalen Ausnahmezustand
  • Versagen der (katholischen) Kirche in der großen Krise 
  • Die Pest – eine existenzielle Bedrohung – als gesellschafts- und lebensmäßige Zäsur
  • Zusammenbrechen von Familienstrukturen
  • Soziale Distanz, Isolation, Verrohung
  • Paralyse allgemeinmenschlichen Sozialverhaltens: Statt Mitleid Gleichgültigkeit. Man gewöhnte sich an das Sterben.
  • Selbstkasteiung, Geißelung als christliche Bußübung, Selbstbestrafung 
  • Wer erlöse uns von dem Bösen?

Ausschnitt aus „Die Ankunft der Geißler“ von Francisco de Goya

 

https://www.youtube.com/watch?v=58w8QbEvRM8&ab_channel=youb

(Visited 60 times, 1 visits today, 7.614 overall counts across all posts)