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CHRONIKEN DES TIERKREISES

Es ist fast fertig, jetzt kommt noch die Korrektur- und Literaturergänzungsarbeit. Ich habe Lebensgeschichten und Ereignisse gesammelt, und sie unter dem Gesichtspunkt der Häuser, ihrer jeweiligen „Herrscher“, „Gastgeber“ und deren Aspekte bzw. wiederum Tierkreiszeichenstand gedeutet. Habe mich von einem Skript (Zusammenstellungen der Anlagen und Häuser) von Wolfgang Döbereiner aus dem Jahr 1982 inspirieren lassen. Das sah damals – Computer waren noch nicht geläufig – so aus (ob es die Skripte noch käuflich zu erwerben gibt, kann man hier erfragen).

Diese Arbeits-Merksätze habe ich zum Anlass genommen, sie mit jeweils ausgewählten Zeichen und Planeten zu veranschaulichen.

So z.B. wie im nebenstehenden Horoskop, das ich eigens für meine Zwecke ein wenig „leergeräumt“ habe. Also: Herrscher von 1 in 1 (hier im Stier). Wer oder was steht beim Mars? Woher stammt die Sonne, die beim Mars steht? Wo steht die Venus als Bewegungselement des Gastgebers (Stier) von Mars und Sonne? Was steht im Löwen und in Haus 4? Aspekte? 

Auf den gelben Karteikarten finden sich jeweils zu Anfang eines Kapitels die Werk- und Merksätze für die grundsätzliche Deutung der Konstellation (bei den im Original noch mit der Schreibmaschine geschriebenen Formeln habe ich die Doppel-s dort, wo es angebracht ist, mit dem ß abgebildet, kleine Neurose meinerseits). Auch im Text kommen immer wieder „Herrscher von x in y“ zur Anwendung – jeweils dann wiederum auf gelbem Karteikärtchen, z.B. im obigen Beispiel wären noch „Herrscher von 2 in 2“ und „Herrscher von 4 in 1“ zu betrachten.

Auf den blauen Karteikarten finden sich die Sätze für die Konstellation in ihrem jeweiligen Gewand in meinen Worten.

Mein Vorgehen ist nicht wirklich sensationell Neues, es ist eher „Übungsalltag“ mit einem Schuss Lernanleitung (also Didaktik), viel Wiederholung; allerdings ergeben sich doch der eine und der andere erweiterte, weil sehr fokussierte (Achtung: Widerspruch in sich) Blick auf ein Horoskop, einen Menschen oder ein Geschehen und auf bestimmte Zusammenhänge. Alles in allem ein Übungsbuch im Formulieren, dem Finden der entsprechenden Bilder, die den Inhalten entsprechen und Klarheit bringen. Vielleicht ja auch dem einen oder anderen Leser.

Aus dem Vorwort

Die Chroniken des Tierkreises. Die Zeichen und Planeten eines Horoskops erzählen von Anlagen, Begabungen und Talenten ebenso wie von möglichen und tatsächlich aufgebrochenen Sollbruchstellen, und nicht zuletzt von den Leben ihrer Eigner. Ein Astrologe sollte „hierarchisieren“ können, um das Wichtigere vom Unwichtigeren zu unterscheiden, damit er nicht auf Nebenschauplätzen landet oder sich im Konstellationendickicht verirrt und schließlich bei der bloßen Benennung derselben stecken bleibt, ohne sie inhaltlich in die aussagegebenden Zusammenhänge zu stellen. (Ich weiß, wovon ich da spreche.) Deshalb in dieser Zusammenstellung eine Konzentration auf Weniges mit zahlreichen Übungen und „Kürzeln“. Einiges bleibt dabei außen vor – vor allem eine gründliche Ausdeutung der Beispielhoroskope. 

Immer wieder sagen mir astrologieskeptische Menschen: Klar, du kannst dir das hinbiegen, wie es passt. Hier lässt du etwas vom Biographischen weg, dort lässt du etwas weg, und schon passt es in deine Deutung. Ja, so mag es aussehen – für die, die gewohnheitsmäßig eine logisch-waagerechte Brille tragen und in ihrem Alltag auf Erscheinungen und die Realität mit ihren Fakten achten. Wer gelernt hat, in Analogien zu schauen, weiß um die Zusammenhänge von Dingen, die an der Oberfläche und syntagmatisch gelesen völlig unterschiedlich daherkommen. Und natürlich lasse ich dann dasjenige weg, das nicht in die Analogiekette gehört und falsche Fährten legen würde. Dem Ungeübten oder Anfänger ist das oft ungeheuer. In dieser Hinsicht darf und kann der Leser mir vertrauen.

Und ja – die weitaus meisten Menschen bewältigen ihr Leben gemäß dessen, was sie sind (oder aber verweigern), und bleiben dabei der Öffentlichkeit völlig unbekannt. Es sind die vermeintlich Großen, von deren Leben und Scheitern berichtet wird – an ihrem Gelingen und Fehlen bzw. Kompensieren können wir lernen – in astrologischer Hinsicht, nicht für das eigene Leben. Die abenteuerlichen Biographien und die Werke sogenannter „Genies“ zeigen das vorhandene Potential nicht selten in seiner Verkehrung und dann wieder in seiner Ausschließlichkeit. Dunkle Seite/helle Seite der Konstellationen. Ich nehme keine Wertung vor – hoffe jedenfalls, dass ich es so vermitteln kann – ich beschreibe und berichte, deshalb nenne ich diese Zusammenstellung die „Chroniken“.

Die jüngeren Leser dieses Buches werden den Urheber der Münchner Rhythmenlehre nicht persönlich und nicht mehr lebend kennenlernen können. Die Themen, die ihn während seiner Lehr- und Lebenszeit begleiteten, sind nicht mehr die Themen von heute. Scheinbar. Wozu sollten die Vorgänge des deutschen heißen Herbstes und die RAF, wen Schriftsteller aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert interessieren? Was überhaupt geht uns noch die Französische Revolution an oder der Beginn des Ersten Weltkrieges? – Die Frage stelle ich absichtlich provokant. Denn jeder Astrologe – egal welcher Zeitqualität er auch immer entspringt – muss, wenn er einen gegenwärtigen Zeitpunkt verstehen will, um die Entwicklungen wissen, um das, was in der Rhythmenlehre der „Ursprung“ genannt ist.

Ziel auch dieses Buches – wie das der vorherigen, die ich bereits zusammengeschrieben habe – ist, die Leser auf eine Spurensuche mitzunehmen, d.h. ihnen das Lesen der Spuren in den Lebenswegen bekannter öffentlicher Persönlichkeiten, deren Leben besonders ausführlich durchleuchtet wurde und deshalb in chronologischen Abschnitten Aussagen über ihre Entwicklungen und Krisen erlaubt, zu ermöglichen. Aber auch in ihrem eigenen Leben: Hinsetzen mit Papier, Bleistift und Anspitzer ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Hier und da wird sich auch eine unbekannte Person, ein historisches Ereignis, ein in der Öffentlichkeit nicht berichtetes Ereignis (z.B. ein Unfall oder der Eingang eines Briefes) oder eine Katastrophe einfinden.
Diese Zusammenstellung ist eine vorläufige Betrachtung, und eigentlich auch rückläufig, denn ich gehe von eben jenem Döbereiner-Skript aus dem Jahr 1982 aus, und verzichte größtenteils auf alles, was er danach noch entwickelt hat, beschränke mich stattdessen auf diese eine Quelle zur Schulung des Allergrundsätzlichen. Keine Verbunddeutung, keine Rückseitendeutung und Lückenlehre, keine Aphrodite, keine GSP.

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