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ZEITENWENDEN, ZEICHEN UND LUTHER

oder:

 

Was Kybernetik mit Umwelt, und Reformation mit Informationskapitalismus zu tun hat

 

Eine Beunruhigung der Geschlossenheit und des Bestandes der Familie bei der Geburt des Kindes schlägt sich in dessen Empfinden nieder und es empfindet sich als nirgendwo seelisch verankert. Dies verunsichert und die Verunsicherung setzt die Entwicklung eines Schutzverhaltens in Gang. Das Kind bzw. der Jugendliche, junge Erwachsene hält sich Möglichkeiten offen, legt sich nicht fest, identifiziert sich mit nichts und niemandem und tritt schließlich tatsächlich in das Angelegte hinein: er ist seelisch wie sozial „ohne Heimat“, unbeheimatet.

Die Steuerung unbewusster Impulse und die Verarbeitung von äußeren Eindrücken fallen diesem Menschen schwer. Bleibt jedoch die innere Verarbeitung (die Auseinandersetzung mit der Umwelt und dem Umstand) aus, kommt es stattdessen zur Spiegelung der Eindrücke. Die Spiegelung von Eindrücken (Reflexion) ist anders als die innere Verarbeitung das Wiederherausstellen in die Welt dessen, das den inneren Stau nicht passiert hat. Sie geht mit Unduldsamkeit und geringer Hinnahmefähigkeit einher. D.h. dieser Mensch kann weder eine Entwicklung abwarten noch sie ertragen; er wird eingreifen, vorgreifen, und mit seiner Beobachtungsgabe, seinem Beurteilungsvermögen und der Gabe des Überblicks (aus der Nicht-Zugehörigkeit heraus) die Umwelt zu seiner Sicherung steuern. 

Der obenstehende Absatz ist eine Zusammenfassung aus W. Döbereiners „Horoskop für jeden Tag“ – und zwar zum Geburtstag des 9. und 10. November. Am 10.11. sind u.a. Martin Luther und Friedrich Schiller geboren. Der 9.11. ist für die deutsche Geschichte ein markanter Tag (hier nur eine unvollständige Liste):

  1. Robert Blum (geb. am 10.11.), linksliberaler Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, wird am 9.11. 1848 nach der Niederschlagung des Oktoberaufstands von Wien unter Missachtung seiner Abgeordnetenimmunität von einem Hinrichtungskommando erschossen.
  2. Reichskanzler Max von Baden verkündet 1918 eigenmächtig die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. und setzt Friedrich Ebert ein. Der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann ruft gegen 14 Uhr vom Reichstagsgebäude aus die „deutsche Republik“ aus. Zwei Stunden später verkündet Karl Liebknecht vom Berliner Stadtschloss aus die „deutsche Räterepublik“.
  3. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1936 entfernen die Nationalsozialisten das Denkmal des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy vor dem Leipziger Gewandhaus. Der Bürgermeister Leipzigs tritt daraufhin zurück.
  4. In der Pogromnacht 1938 kommt es zu organisierten Übergriffen gegen Juden und jüdische Einrichtungen, bei denen auch Synagogen in Brand gesteckt werden. Polizei und Feuerwehr haben Weisung, nur nichtjüdisches Eigentum zu schützen.
  5. Bei der Amtseinführung des neuen Rektors der Hamburger Universität wird 1967 von Studenten ein Transparent mit dem Spruch Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren gezeigt, der späterhin zum Symbol der 68er-Bewegung wurde.
  6. Fall der Berliner Mauer 1989: Beginn der Regelung um 18:57 Uhr mit „Das tritt nach meiner Kenntnis… ist das sofort, unverzüglich“ .
  7. 2001 beschließt der Deutsche Bundestag das Anti-Terror-Gesetz. U.a. wird das Religionsprivileg im Vereinsrecht abgeschafft, um das Verbot radikaler, vor allem islamistischer Gemeinschaften zu ermöglichen.
  8. 2007 verabschiedet der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung.

Im kommenden Jahr feiert Deutschland das 500-Jährige Jubiläum der Reformation. Martin Luther (geboren unter dem Namen Luder) wird mit ihr in einem Atemzug zu nennen sein. Gerade in den letzten Monaten aber ist seine Lichtgestalt etwas ins Wanken geraten: seine Ängste, was die Erstarkung des Islams ebenso wie die Rolle der Juden und des Judentums angeht, hat er in Worte gefasst, und dies nicht zu knapp und zimperlich. 

Wie waren die Zeiten damals – um 1517 – und wo stehen wir heute? Worin bestand die Erneuerung – die Gebung einer neuen Form – damals und wieder: wo stehen wir heute?

Doch was hat die Kybernetik mit all dem zu tun? – Dass man vom Skorpion erst auf die Transformation, und im verhalteneren, zaudernden Schritt wenigstens auf eine Reformation schließt, ist nicht abwegig. Es ist ebenso wenig abwegig, das Tierkreiszeichen in diesem Zusammenhang mit der Information zu assoziieren – sind es doch Skorpion und sein Herrscherplanet Pluto, die sich mit dem Kern von Dingen UND dem immateriellen, ihnen innewohnenden Bild, im weiteren Sinne der Vorstellung von etwas, befassen.

Zum Skorpion gehört die Wandlung (meistens von der Verwundung, einer Versehrung her) zu einer Heilung. Im Prozess dieser Wandlung werden alte Muster erkannt und abgelegt, es ist viel Untergründiges zu klären, Unangenehmes. Der Prozess der Wandlung kann Jahre dauern, die Krise ist nicht innerhalb eines Momentes zu bewältigen. Geht die Krise über einen einzelnen Menschen hinaus, kann sie sogar Jahrzehnte andauern, und jeder Eingriff, jede Beschleunigung von außen, jede vermeintliche Lösung zerstören oder behindern die Entwicklung.

Was die Information angeht, ging im Anschluss dieser Zeit ein anschauliches Beispiel hervor: die Idee Samuel Hahnemanns (1755-1843) in Form der Homöopathie. Zusammengerafft sei auf das Similie-Prinzip der Behandlungsmethode hingewiesen und auf die Heilmittel, deren wichtigstes Merkmal ihre „Potenz“ ist. Kritiker schreiben der Homöopathie jegliche Wirksamkeit ab, denn insbesondere in den höheren Potenzen sei in den Lösungen ja keine Ursubstanz mehr enthalten. Genau das ist der Punkt. Es wirkt nicht die Substanz, es wirkt die Information, die durch das Potenzierungsverfahren in die Trägersubstanz eingeschrieben ist. Es wirkt die geistige Energie, die im Kranken die Selbstheilungskräfte und genau jene Prinzipien anspricht, die ihn krankmachten. Die Information ist immaterieller und steuernder, regelnder Art und damit die Homöopathie ein skorpionisches Geschäft.

Manipulation wird nun ebenfalls dem Skorpion zugeschrieben. Die heutige Wissenschaft dieser Manipulation ist in die Kybernetik gegossen. (Nachdem mir dieser Zusammenhang bewusst geworden war, begriff ich rückwirkend, warum sich unter meinen Lieblingsbüchern ein Kybernetikbuch, das ich als 10-Jährige mehr liebte denn verstand, befand: mein AC liegt im Skorpion. Kybernetik beschäftigt sich mit Informationen und Kontrolle, gleichgültig ob es sich um Maschinen oder Menschen handelt. Es geht um die Steuerung von Abläufen und die strategische Führung. Der Erfinder der Kybernetik, ein Wissenschaftler namens Norbert Wiener, reduzierte den Menschen auf das Biologistische und formulierte: Der Mensch ist nicht mehr als eines von vielen Systemen, das auf die Anreize seiner Umwelt hin auf die eine oder andere vorhersagbare Weise reagiert. Mit seinen Sinnesorganen nimmt der Mensch Reize der Außenwelt wahr – die Reize wurden vielfach sensorisch vorverarbeitet – doch erst ein weiterer Schritt im Gehirn ermöglicht die sinnvolle Reaktion auf einen Reiz. Diese menschliche Reaktion ist nichts anderes als eine Rückkopplung. Nach Wieners Verständnis ist die unerlässliche Voraussetzung für die Regelung von Systemen das Vorhandensein einer Feedbackschleife

Egal, wie komplex nun ein System ist, verspricht die Kybernetik die Möglichkeit seiner vollständigen Analyse, die mathematische Nachbildung und auch Lenkung. Lässt sich aber ein komplexes System tatsächlich vorhersagen, wie man es gerne hätte?

Eins der sehr komplexen Systeme unserer Zeit ist das Internet. Prinzipiell ist dieses keine eigene Welt – sagen die Politiker, doch die sozialen Netzwerke, deren Geschwindigkeit im Außen von unserer inneren Geschwindigkeit erheblich und mit schädlichem Einfluss auf uns abweicht, sowie die allgegenwärtige Digitalisierung und die Informations- und auch Datenflut – haben eine eigene Welt erschaffen. Es gibt die digitale Gesellschaft längst, und in ihr gelten andere Gesetze als in den bisher bekannten analogen Gesellschaften. Eine der wesentlichsten Eigenschaften von Systemen ist ihre Fähigkeit zu lernen – der Glaube der Internetnutzer, sie würden sich selbstständig und frei im System bewegen, ist ein Irrglaube. Ihre Suchpfade z.B. in Google oder anderen Suchmaschinen werden immer spezifischer vom System geregelt, das selbsttätig lernt, aus dem, was die Nutzer eingeben, Schlüsse zu ziehen, während die Nutzer absichtlich in einer Filterblase gehalten werden. In Zukunft könnte auf diese Weise politisches Wahlverhalten manipuliert werden. Alarmierend, dass wir selbst die Datenflut erzeugen, die uns zu steuerbaren – ja! – Objekten macht.

Die Sprache der Astrologie und hier in besonderem Maße die Wolfgang Döbereiners und der MRL und die der ökonomisch-digitalisieren Welt scheinen nur auf den ersten Blick verschieden. Sie haben, was die Belange des Skorpions angeht, einen ähnlichen Blick (der allerdings unterschiedlich bewertet wird) auf die Dinge – und das werde ich hier einmal anschauen. 


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