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WE SHALL NEVER SURRENDER

„We Shall Never Surrender“ was the second of three major speeches given around the period of the Battle of France (the others two being „Blood, toil, tears, and sweat“ speech of 13 May, and „This was their finest hour“ speech of 18 June). Events developed dramatically over the five-week period, and although broadly similar in themes, each speech addressed a different military and diplomatic context.

Drei Reden, drei Zeichen in einem Verbund, hier nicht ganz entsprechend: die erste keine Widder-Rede, sondern eine Stier-Rede, die anderen beiden Zwillinge. Aber: I. Quadrant.

Ich schaue zwei Dinge zusammen: die heutige Situation und die damalige. Kann man nicht vergleichen? – Ein Krieg gegen ein Virus namens Hitler (um es einmal – man möge mir verzeihen – zu verallgemeinern) und heute ein Virus namens Corona. Wir sind im Krieg. Aber es fehlen die klaren Linien, es fehlen klare Worte, statt dessen hören wir gesinnliche Kakophonie und ethische Strategien, ohne dass sich „unsere Führungstruppe“ den „Feind“ genau ansähe. Sie zählen, messen, rechnen und rechnen ihn hoch – jaja, das schon, alles Taktiken und Reaktionsmuster der exakten Wissenschaften. Doch, man hat den Feind angeschaut,  aber sie kommen nicht heraus aus der „moralischen Ethik“, die niemanden diskriminieren will und deshalb auf Nummer Sauber-Sicher setzt und damit letztlich das Leben verrät. Die Entscheidungen, die getroffen werden, beziehen die Menschen, über die entschieden wird, nicht mit ein. Sie gehen an ihnen vorbei und über sie hinweg. All dieses Beschwören von Demokratie. Was ist die sogenannte Demokratie wert, wenn (erst!) in einer Krise angefangen wird, um sie zu kämpfen? Worin besteht sie überhaupt? Was immer sie ist – die Beschwörungen von heute sind ein fahler Abklatsch dessen, was andere vor Jahrzehnten und Jahrhunderten an Kräften mobilisiert haben, um die Menschen aus Lethargie und Resignation herauszuholen.

Churchill – man nennt ihn verschiedentlich auch den „alten Warlord“ – hatte in seiner Regierungserklärung am 13. Mai 1940 bereits angekündigt, er habe „nichts anzubieten außer Blut, Schweiß, Mühsal und Tränen“ [1]. So kam es denn ja auch. Hier habe ich das Horoskop auf Churchills zweite Rede, die er während der deutschen Offensive gegen Frankreich im Frühjahr 1940 hielt. „We shall fight on the beaches“ diente vor allem der Stärkung des Widerstands- und Selbstbehauptungswillens der britischen Bevölkerung im Kampf gegen das nationalsozialistische Deutschland. Alan Moorehead, australischer Auslandskorrespondent, hatte die  Churchill’schen Reden 1940 miterlebt und kommentierte ihre Wirkung und Bedeutung für die Entwicklung des Krieges so:

„Es war der gefährlichste Augenblick in der Geschichte des Landes, aber seit Shakespeares Tagen hatte man solche dramatischen, zu Herzen gehenden Worte in England kaum mehr vernommen, und tatsächlich waren sie in den Jahren, die folgten, in jeder Demokratie in aller Mund und haben vielleicht ebenso sehr zu Hitlers Sturz beigetragen, wie jede andere Waffe. Unter einem solchen Führer gab es keine Alternative, niemand wünschte etwas anderes, als den Kampf fortzusetzen.“ – Moorehead: „Churchill. Eine Bildbiografie“, 1961, S. 79

Ich rechne auf 12:00 Uhr, die Uhrzeit der Radioausstrahlung und die Originalrede vorm Unterhaus sollten im mittäglichen Abschnitt repräsentiert sein.

Der Verbundsanfang ist ein Widder von Haus 7 nach Haus 8, der Mars steht bei der Venus im Krebs – in 1° Orbis zu Jupiter-Uranus-GSP – eine feurige Rede. „Wir werden an den Stränden kämpfen“ – Mars-Venus ist der Brand und die Zerstörung von Bestand, auch von Revieren. Im Krebs geht es „gegen“ eine Heimat, auch gegen das Leben gemeinhin. Jupiter-Uranus ruft nun wieder den Saturn auf den Plan, denn den „drückt“ er heraus: Jupiter steht im Durchführungszeichen, der Saturn dabei. Noch keine gradexakte Konjunktion, sondern noch im Daraufzulauf (am 20.2.1941 ist die Große Konjunktion im Stier exakt – welch ein Tag heute!). Die „Rettung“ aber deutet sich an – ein Messias ist auf dem Weg, aber vorher…

Saturn kommt aus dem 5. Haus – da geht es im Lebensausdruck karg her, es mangelt an Lebensfülle, man ist reduziert auf das Wesentliche … Wenn Saturn einkaufen geht, streicht er von der Liste: „Brauchen wir nicht.“ Und doch: Jupiter aus dem 4. Haus, das im Schützen anfängt, ist eine Verheißung. Mond-Jupiter: wir haben zwar nichts, aber Hoffnung und davon viel. Hier wird die Hoffnung etwas gedämpft und auf ein „machbares“ Maß gebracht – im Stier heißt das: Bestand sichern. Für mitteleuropäische Breiten ergibt das Horoskop auf die exakte Große Konjunktion von 1941 einen Aszendenten von 2° Fische, Saturn-Neptun-Gruppenschicksalspunkt und Sonne im 12. Haus (Horoskop nicht anbei): europäischer Konkurs im zweiten Weltkrieg mit Mars-Neptun Quadrat. Es wird die Konjunktion von Jupiter und Saturn von Venus im Wassermann quadriert und Grenzverletzungen gab es ja in dieser Zeit zuhauf.

Zurück zur Rede. Durchführung also der Stier – es geht um „Land“ – die Venus beim Mars, und sie kommt auch aus dem 2. Haus aus der Waage, das Bewusstsein richtet sich auf den „Bestand, den Besitz“. Das Land in kämpferischer Begegnung. In Haus 10, zwar im Krebs (Heimatland), dem Zwilling untergeordnet, damit zum Bestimmenden gehörend, nachgeordnet. Vorher haben wir noch Mond und Uranus in Haus 9 (auch Saturn steht in Haus 9, noch in der Vorbereitung zur Fügung, während Jupiter bereits in den Vorhof der Gegenwart eingetreten ist). Das Mondene, das Einzelleben, das Individuum in seinem Subjektiven, wird aus seiner Geschlossenheit gerissen. Es muss sich konfrontieren. Die Volksseele im Gemeinschaftlichen kann sich nicht heraushalten aus der Welt, sie steht mittendarin und sie wird bluten. Mond-Uranus: Auf- und Abbau der Schleimhäute. Die periodische Monatsblutung bei der Frau, die der Reinigung dient, nachdem es keine Eieinnistung gegeben hat. Mond-Uranus, die Seelen (der Kinder), die abgeholt werden.

Uranus stammt aus dem Wassermann in Haus 6: Merkur-Uranus – eine Aussteuerung ist irritiert, will nicht gelingen, auch Merkur-Uranus ein Zug in die Ablehnung der Verunreinigung und der Vergiftung durch Außengifte, die Trennung zwischen „Brauchbar“ und „Unbrauchbar“, umstritten, aber in aller Wechselhaftigkeit immer noch irgendwie „vernünftig“. Ein Hoch auf die Unvernunft.

Am Strand übrigens das Zeichen Fische, das große Wasser und auch der Orcus, am AC die Jungfrau, die das Meer, den Neptun, Aufnehmende. Wie stellt man sich das vor? Das Veränderliche (auch ein Bild für das, was auf das 6. Haus, die Jungfrau zukommt) kommt vom Meer, nicht von der Landesseite her und es bringt mit, was dem Leben fehlt. Das Wasser wird übrigens im I. Quadranten real, mit dem Pluto aus dem Skorpion an der Spitze von Haus 3 in Haus 11 zur „Information“ für die Massen im Sinne einer Notwendigkeit zur Umformierung mit schmerzhaften Maßnahmen. Es besagt, dass die bisherige Struktur der Kommunikation, des Darstellens und Bezeichnens, auch die Regeln der Ausführung als Gemeinschaftliches unterschiedslos aufgehoben sind, d.h. reformiert werden. Tränen und Schweiß sind salzig.

Endzeichen ist Zwillinge, das Ergebnis noch nicht in der Zeit – Merkur auf 29°10′ im Zwilling. Die 0° Krebs sind in Reichweite, die „wohnliche“ Verbesserung, und: die Bildung von Niederlassungen. Herrscher von 10 in 10: das hier ist eine bestimmende Vorausschau auf das Kommende. Merkur mit dem Quadrat zum Neptun bestätigt die Richtung: Vom Wasser aus und auch ab ins Wasser. Auch an der Spitze von 7 zu 6 – im Fügungsrhythmus haben wir Merkur-Neptun. Die Umstände sind fürs Leben eher ungünstig: Trübheit, Eintrübung, vielleicht Einschränkung der Wahrnehmungssinne, man sitzt einer Täuschung auf, der Strand vernebelt, und die Grenzen nicht sichtbar. Die Neptun-1.-Haus-Qualität eine Mars-Neptun-Qualität: Poseidon kommt „rüber“, der Ausfeger. Wenn Neptun in 1 steht, ist eine Reaktion nicht oder nur schlecht möglich, die Abwehr überfordert. Hier ist es die Abwehr derer, gegen und auf die sich Mars-Venus richtet.

Auf dieser Mars-Venus-Konjunktion steht, wenn man das Geburtsdatum von Adolf Hitler darauf legt, dessen Mondknoten in 1° Orbis, ein zögerlicher Fingerzeig. Wiederum Hitlers Mars-Venus-Konjunktion im Stier spielt ebenfalls mit; seine 0° Stier-Sonne steht außerdem im Quadrat zum Pluto auf 1° Löwen zum Zeitpunkt von Churchills Rede. Stier zu Löwe. Lässt mich an den „Löwen“ Napoleon denken, und seinen Stier-Metternich.

Das Äquinoktium des Jahres 1940 sei dazu gelegt. Das Jahr beginnt mit einem Mars-Uranus im Stier. Kennen wir, das hatten wir im Januar 2021 ebenfalls, und es offenbarten sich u.a. die Mutationen des Virus, aber auch das Durchwühlen des Bodens, real und im Vollzug: Bauarbeiten (Gigantismus und Kathedralismus) als Zeichen des Aufbrechens der Sozialstrukturen. Risikoreiche Börsenspekulationen sogar mit und in der Krise. Mars-Uranus auf dem Saturn-Mondknotenpunkt, damals auf 23° Stier, Anfang 2021 auf 6°30′ Stier.  Da wird „jäh“ gestorben, bzw. es beginnt etwas Neues, aber dafür muss Altes gehen. (Mars-Uranus darauf ist eben auch eine Chance, die man bekommt, fürs Subjektive ist es natürlich schmerzhaft, keine  Frage.)

Jupiter aus dem Schützen in Haus 3 ist in Haus 7 auf Mars-Jupiter „unterwegs“ – viel anschauliche Bewegung, um nicht zu sagen viel Überzeugungsaktivität. Auf 0° Stier steht Saturn (uh, die Sonne vom Hitler dabei) und kommt aus Haus 4: die Ungeborgenheit im Heimatlichen, auch die Angst vor der Nichtübereinstimmung der Gefühle im Quadrat zum Pluto, einer Besetzung der Löwe-Selbstverständlichkeit… Was ist das? – Pluto-Saturn: kennen wir doch Die ägyptische Gefangenschaft, heißt: Ich bin da, wo ich nicht hingehöre (weil dort nicht mein Ursprung ist), verhalte mich wie die, zu denen ich nicht gehöre und vertrete in meiner Besetzung deren Mentalität bedingungslos.

Ich übergehe die Venus, komme zum Merkur auf dem Mond-Uranus-GSP (20°) in Haus 6 und in den Fischen. „Sprich über die Mütter oder richte dich an die Mütter.“ Merkur in den Fischen und Neptun in der Jungfrau in Haus 12 und auch noch Merkur-Neptun-Opposition. „Sag die Wahrheit.“ Eine Klärung aber kann Merkur nicht versprechen, die ist noch nicht in Sicht, und als Ergebnis noch weit entfernt. Der Zwilling steht leer da. Schwerpunkt liegt auf der zu bewältigenden Aussteuerung der ausufernden, aus dem Rahmen laufenden Lebensumstände. Ergebnis im Krebs auf 3°33′ mit dem Mond in 11 – in der Teilung und Spaltung und dem Leben „enthoben“, das „Dasein im Wirklichen“, aber persönlich gefährdet. Auch Schuld ist im Spiel.

Ich wollte es kurz machen. Parallelen. Äquinoktium von 2021 auf Berlin, hoffe, es ist so korrekt ausgeworfen: ein AC von knapp 9° Krebs.  Das Leben (das Heimatliche) zusammen mit dem Herrscher der Sonne (Widder) – Mars – in Haus 12. Wie in einem Haus das 4. Haus die Küche ist, so ist das 12. Haus das Schlafzimmer. Mars und Mond schlafen einen Zwillinge-Schlaf und Merkur steht am MC auf dem Fische-Mars-Venus-GSP. Merkur-Neptun also auch hier: Sag die Wahrheit, sag, wie es wirklich ist. Aber die Verführung, es zu verwischen, ist groß.

Bei einem MC in den Fischen ein Neptun in 10: die Bereinigung und – nehmen wir es so – das Immunsystem und seine Schwäche sind „der Boss“, eine Konkurssituation mit der Auflösung des Gewesenen geht einerseits der Ausgangslage voraus und ist das Ergebnis zum Abschluss. Saturn-Neptun wird ebenso von Unrechtserfahrungen, schwacher Rechtsposition und Minderheiten-/Sündenbocklage erzählen wie von der Schuld des Lebens (die es zum Durchbruch zum Eigentlichen – den Gestalten des eigenen Lebens – zu überwinden gälte). Den Funktionalismus spüren einige schon länger, andere aber merken ihn schon gar nicht mehr, sind sie doch darin aufgewachsen. Neptun auf den 21° des Pluto-Uranus ist eine ätzende Kraft, sofern Neptun im Auftrag von Pluto (dem Anzeiger dessen, was ausgelassen wurde) reinigen wollen würde, ist nicht mehr Wasser, sondern giftig. 

Mars in 12 – es kommt aus dem Nichts oder in diesem Fall eher: die Energie fließt ins Nichts. Die Jungfrau steht in 4 – und der Verbund des I. Quadranten beginnt in 10 und endet in 12, Zwillinge darin eingeschlossen. Das sieht nach „Untergang“ aus. Mars-Venus in den Fischen ertrinkt bei einem Brand im Gewebe. Mars-Venus ist auch der Stich, die Spritze, die auf den Körper trifft. – Was für ein Jahr wird das? Eines im Zeichen der Auflösung, es gibt nichts zu beschönigen. Und da „nichts“ im I. und II. Quadranten steht, mithin sich für die Erscheinung und deren Ausübung und das Subjektive „alles“ dessen „Wollen“ entzieht, blicken wir auf das Bild einer Ausgeliefertheit, deren Folgen bzw. Auslieferung an die Gegenwart von Pluto an der Häuserspitze von 8 nach 7 dirigiert wird. Dort muss er über den Venus-Saturn-GSP. Das ist eine Vorstellung vom Zwang zur Integration, die in die Öffentlichkeit „will“. Immerhin ist Uranus nicht mehr auf dem Saturn-Mondknoten-Punkt (diese Ausgangstür zum Neuen ist geschlossen), dafür weist er ein Quadrat zu Saturn auf. Da passt etwas nicht zusammen, ist unvereinbar und es bleibt etwas stecken, wiewohl das alles hochexplosiv ist. 

Wir hatten auch eine Große Konjunktion in diesem Winter. Erinnert sich noch einer? Jupiter-Saturn auf 0°27* Wassermann. Ist sie nicht irgendwie spurlos vorbeigegangen? Hat jemand eine denkwürdige Rede gehalten? Oder waren die Abwahl von Donald Trump und der Austausch gegen Biden die ganze Botschaft? Oder die Entscheidung für Laschet und die Abwahl von Merz – ungleich unwichtiger als die in den USA? 

Es wird in Europa so bald niemanden geben, der eine „Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß“-Rede für die kommenden 12 Monate halten wird. Jeder Einzelne, wenn er sein eigenständiges Leben behalten oder erreichen will, wird sehen müssen, wie er sich – bei der „schönen“ Sonne-Venus-Konjunktion – seine Lebenswelt gestaltet und wie und wo er die Grenzen seines Reviers zieht. Sonne-Venus – Erscheinungsseite von Pluto-Uranus: das ist eine Täuschung wie auch die Enttäuschung bei einem Leben aus der Vorstellung heraus. Leider sind auch die chronifizierte Schocklähmung inbegriffen und damit – über mehrere Stationen gedacht – das Tragen von Verhaltensmasken. Man verhält sich anders, als man ist. Weiß man überhaupt, wer man ist? Pluto-Uranus ist die Blockade der Atemwege mit Erstickungspotential (Neptun darauf, der Ertrinkungskampf). Sollten wir standhalten oder sollten wir das Motto „no way out“ ausgeben? Eher doch Ersteres, oder?

 

[1] Die Worte Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß hatte erstmals Giuseppe Garibaldi am 2. Juli 1849 verwendet, als er seine revolutionären Einheiten in Rom sammelte.