Home » LESESTOFF » ASTROLOGIE » VON VERSUNKENEN URSPRÜNGEN

VON VERSUNKENEN URSPRÜNGEN

Merkur-Pluto spiegelt […] Es gibt Menschen mit Merkur-Pluto. Es verbindet sich das achte Zeichen mit dem dritten Zeichen, der obere Weg reicht bis zum Skorpion und hier wird das Prinzip des Daseins abgelehnt, weil der Pluto sagt: „Ich habe eine Regelung aus dem dritten Haus vorliegen, ich brauche keinen Saturn, also keine Bestimmung.“ Damit verhindert der Pluto die Ausübung, schränkt die Beweglichkeit ein. Deswegen ist es auch die Konstellation, die die Erforschung des Umraumes bei einem Kind erschwert, die Folge ist oft eine Bewegungseinschränkung durch einen Liegegips oder einen Laufstall oder was es sonst noch alles so gibt. […] Es gibt Menschen, die anstelle ihrer Identität Erscheinung der Spiegelung anderer Identitäten sind. […]

(Das Urteil des Empfindens, Wolfgang Döbereiner, S. 234)

Die folgende Betrachtung hat mit dem Merkur-Pluto (ich sage nur: Sonne-Pluto) zu tun. Heute fiel mir die Passage aus dem Seminarband entgegen, und erinnerte mich eines Satzes, den ich vor einigen Wochen gelesen hatte: „Das werde ich mal in aller Ruhe reflektieren“, hatte jemand in einem sozialen Netzwerk ge“postet“. Das Verb „reflektieren“ wird dort überhaupt sehr gerne benutzt, will mir vorkommen. Reflektieren ist allerdings weder ein Verstehen noch ein Nachdenken, oder – anders und nicht als Vorgang ausgedrückt: Reflektion bedeutet weder Verständnis noch Erkenntnis – es ist ein Zurückwerfen – eine Spiegelung von etwas, das an einen herangetragen wurde, unter Umgehung des 4. Hauses bzw. des Empfindens. 

Bei einer Konstellation wie Merkur-Pluto (der nach der Münchner Rhythmenlehre in der unteren Reihe ein Merkur-Sonne, in der oberen Reihe ein Saturn-Pluto ist) fehlt der Jupiter, bzw. die Lücke beinhaltet Jupiter-Mond. Die Konstellation ist die Erscheinungsseite eines Uranus-Neptun in seiner Verneinung. Warum immer so negativ? Hat die Konstellation nicht auch ihr Gutes? Doch, hat sie durchaus. Sie „befähigt“ dazu, Verantwortung für andere oder für zu erledigende Vorgänge zu übernehmen, sich sowohl in bestehende wie auch sich wandelnde Umstände einzupassen, und sie macht unauffällig, unsichtbar. Der Träger von Merkur-Pluto vermag sich wie mit einer Tarnkappe versehen im Umraum zu bewegen – Spion wäre als Berufsziel also angebracht, oder Diener in aller Unscheinbarkeit, der seine Rituale abwickelt und zum Inventar seines Arbeitgebers gehört und mit diesem zusammen ein Bild abgibt, bzw. den Arbeitgeber und Umfeldverwalter widerspiegelt.

Ich bin Trägerin dieser Konstellation und weiß, wovon ich spreche. In Zeiten, in denen ich (noch) etwas unbewusster durch die Welt ging, konnte es passieren, dass ich absichtslos (Wassermann und Fische in Haus 3) in Räume geriet, die sich dann als für die Öffentlichkeit unzugänglich entpuppten. Auf einer meiner Reisen landete mein Flugzeug in Abu Dhabi zwischen. Die Passagiere konnten während der Reinigung in den Transitbereich gehen und sich die Beine vertreten. Das tat ich dann auch, und fand mich außerhalb des Flughafengebäudes wieder. Das Wiederhineingelangen war dann mit einigen Hindernissen versehen, das klappte nicht so reibungslos. Dieser Vorfall war einer der heiteren Art, wie es auch durchaus lukrative Vorfälle gab, da die Konstellation beim Schwarzfahren begünstigt ebenso wie beim unentgeltlichen Eintritt in Museen. Es gab aber auch etliche eher unheitere Situationen. Solche namentlich, in denen ich schlichtweg übersehen wurde, wenn es auf eine Sichtbarkeit hätte hinauslaufen müssen, oder ich mich expressis verbis „in meiner Funktion“ (und nicht in meiner Person) vorstellen sollte.  

Wer in dieser Konstellation steckt, ist aber meistens immun gegen die Einsicht, dass etwas hier nicht stimmt. Die Verhinderung ist selbstverständlich geworden, warum sollte man sie hinterfragen – das wäre ja unangenehm – und schließlich soll sie doch nachgerade vor dem Unangenehmen des eigenen Lebensollens bewahren.

Das (eigene) Leben – sagt die Konstellation – hat ohne Prinzip (Neptun) und ohne Ursprung des Prinzips (Uranus) in die Zeitlichkeit begonnen. Damit ergibt sich auf der Erscheinungsseite Sonne-Merkur – in den Regelungen des Clans. Gleichzeitig, und bei Verbleiben im Clan, aktiviert sich Saturn-Merkur als Fremdbestimmtheit bzw. die neutrale und sachliche Haltung gegenüber der Umwelt, in der man andere Identitäten spiegelt. Folglich ohne Identität und unsichtbar, ohne Gegenwart und wie ein Geist unbemerkt – dargestellt in Merkur-Pluto. Man übernimmt damit die Schicksale der anderen, um überhaupt ein Leben zu haben, und dies muss man dann ununterbrochen und unaufhörlich tun.  

Ob der Schnellwurf, den ich hier gleich mache, eine Reflektion ist oder ein Nachdenken oder ein Neuschaffen ist? 

Ausgesucht habe ich zwei Krebs-Aszendenten. D.h. einen einigermaßen gesicherten AC Krebs und einen, der noch unerkannt ist und zu bestätigen wäre. Der eine ist ein Maler (links), der andere ein Musiker (rechts).

Roger Hodgson gehörte einer der bekanntesten und produktivsten Bands der 70er/80er Jahre an, bevor er sich als Solomusiker auf den Weg machte und seitdem unterwegs ist. Die in den Jahren von Supertramp von ihm komponierten Titel sind Gegenstand eines noch immer andauernden Rechtsstreits. Darf die immer noch existierende Band die Titel von Hodgson spielen oder nicht? Darf er seine eigenen Kompositionen spielen und damit weiter Geld „machen“? Was ist da los?

Der Maler Wolfgang Beltracchi, damals schon lange im Geschäft und kein Unbekannter, wurde 2011 der Fälschung von etwa 30 nachgewiesenen Bildern angeklagt und zu einer Haftstrafe von 6 Jahren verurteilt. Später gab er in Interviews an, es seien sogar an die 200 Bilder gewesen, die er im Stile verschiedener Meister schuf und signierte. Überführt wurde er, weil man auf einen bereits länger bestehenden Verdacht hin eins der Bilder, die er Auktionshäusern verkaufte, gewissenhaft prüfte. Man konnte tatsächlich nachweisen, dass das entsprechende Bild eine Farbe enthielt, die es zum Zeitpunkt seiner angeblichen Entstehung noch nicht gegeben hatte.

Beltracchis Geburtsstunde ist mir nicht bekannt, weswegen der angenommene Krebs-AC lediglich ein erster Versuch ist, der sich auf ein ähnliches Aussehen wie Roger Hodgson – deshalb die beiden Porträts nebeneinander – die Verschmitztheit der Augen und eine ähnliche Gestik stützt, ausschlaggebend für die Annahme auch „die verschollenen „Originale“. Vielleicht weit hergeholt, aber irgendwo muss man ja anfangen.

In diesen beiden Horoskopen soll hauptsächlich auf die Belange des Krebs als dem Zeichen, dem W. Döbereiner das Empfinden zuschreibt, des Mondes und des 4. bzw. 12. Hauses geschaut werden. Empfinden ist das, was aus dem Unbewussten vor der Grenze der Zeit im Menschen hochsteigt. Der Parasympathicus verbindet das 12. mit dem 4. Haus, und auf seinem Rücken kommt das Empfinden im 4. Haus an und ein Urteil steigt „hoch“: hier stimmt etwas nicht bzw. auch umgekehrt: hier stimmt alles!

Wann immer ein Mensch sympathikoton angestrengt und in Willenshaltung ist, ist sein Empfinden blockiert. Er hat kein „Bauchgefühl“ mehr, auf das er sich verlassen könnte und muss und kann auch nur noch in intellektuellen (neutral-versachlichenden) Bahnen und in Vorstellungen leben. Je nach Konstellationen-Beigaben wird er dies ausschmücken, in Ehrgeiz, Ruhm, Verewigungswunsch, zu übertragen versuchen und anfangen zu missionieren. Sobald aber einmal das Empfinden sich Gehör verschafft – und das tut es in Situationen, wo es wirklich ans Leben geht, wo es lebensgefährlich wird, wird ein Mensch „inne“halten und das Falsche erkennen. Oder er stirbt. 

Aber ans Sterben geht es in den beiden Leben noch nicht. Schauen wir mal mit nur mäßiger Berücksichtigung der Wertigkeit, was hier so im Empfinden geborgen liegt. Hoffe, mein kleines Experiment mit der Gegenüberstellung verwirrt nicht über die Maßen. Diese Form der Darstellung drängte sich mir quasi auf, das waren die beiden Herren, die so entschieden haben und meine Gegenwehr hielt sich in Grenzen. Konstellationen wirken eben. 

Zuständiger Verbund: Fische-Wassermann-Steinbock

Krebs-AC  (fraglich)

  • Mond in Steinbock (21.5° = Mars-Jupiter-GSP)
  • Mond Konj. Merkur (22.8° = Mars-Jupiter-GSP)
  • Mond Quadrat Neptun (in Waage)

Uranus in Krebs (6° = Uranus-Neptun-GSP, rückläufig)

Sonne in Wassermann (15°)

  • Sonne Opposition Pluto (19.4° Löwe = Venus/Sonne-Pluto-GSP)

MC in Fische

  • Neptun auf 19.3° Waage
  • Neptun Quadrat Merkur
  • Mars in Fische (10.3°)
  • Mars Spiegelquadrat zu Merkur-Mond
  • Mars Konjunktion zu Venus (4.7° Fische)
  • Mars Konjunktion zu Jupiter (12° = Mars-Jupiter GSP)
Zuständiger Verbund: Widder-Stier-Zwilling von 10 nach 12

Krebs-AC (10.3° = Mond-Uranus-GSP)

  • Mond in 11 (1.1° Stier)
  • Mond Spiegelkonjunktion zu Jupiter in 9 (25° Wassermann = Merkur-Uranus GSP )

Uranus in Krebs (1°) in 12

  • Uranus Quadrat Sonne (in 10)
  • Uranus Quadrat Mars in 4
  • Uranus Quadrat Merkur in 10

Sonne in Widder (0.3°)

  • Sonne Konjunktion Merkur
  • Sonne Opposition Mars
  • Mars in Waage in Haus 4

MC in Fische (8.2° = Mars-Jupiter-GSP)

  • Neptun in 5 (16.4° Waage = Saturn-Uranus-GSP)
  • Neptun Spiegelkonjunktion Saturn
  • Saturn in 4 (14.9° Jungfrau = Jupiter-Uranus-GSP)

Quelle: http://arthouse-cinema.de

Quelle: http://ultimateclassicrock.com

 Soweit die Bestandsaufnahme der Konstellationen. Sie stehen da ziemlich spröde und  unverbunden. Ich versuche es anschaulicher:

Wassermann: Das mittlere Zeichen des Verbundes von Fische-Wassermann- Steinbock. Sitzt also an der Quelle des Prinzips und schöpft. Er schöpft aus der Quelle all dessen, was noch ungeschehen, ungeboren, unentworden ist, hinein in die Bestimmung zur Vorbereitung auf eine Gegenwart. Wassermann – er sitzt noch nah am Ungeteilten, am vom Leben und der Zeitlichkeit noch Unberührten – und so will er es oft auch belassen. Sehnsucht nach dem Paradies – der Unschuld. Die Angst des Wassermanns ist die vor dem Sturz „hinab“ in die Triebe, in das Körperliche (Stier) – er will nicht die Realität, er will das Ideal. Mitten in der Welt ist er ohne Handeln und steht vor dem Tor, durch das man in den Strom des Geschehens (der das Leben ist) gelangt. Räume müssen offen sein, das Sicherheitsgefühl des Wassermann kommt nicht aus geschlossenen Räumen, sondern aus der Möglichkeit, jeder Zeit wegfliegen zu können. Gleiches gilt auch für Situationen. Nichts wird weniger ertragen als eine Lage, aus der es kein Entkommen gibt. 

Einer Wassermann-Sonne – Luft – Unbefangenheit – Spiel und Spott – sind Rang und Namen ziemlich egal – er bewegt sich da frei und beinahe respektlos, immer unkonventionell und ohne sich und andere zu klassifizieren.  Dahinter steht die Aufhebung aller Unterschiede, die im Wassermann erfahrbar wird.

Was macht eine Wassermann-Sonne, die in 8 steht, und sich anschickt, ins 7. Haus zu gelangen? Sie wird bisherige Grenzen und Maßstäbe aufheben und diese Aufhebungs“arbeit“ für die Notwendigkeiten bzw. Bedürfnisse anderer (weniger der eigenen, aber da wird sie sich auch nicht ganz schadlos halten) einsetzen und in die Sichtbarkeit bringen. Allerdings steht nun das bewegliche Element, der Uranus wieder weit vor der Gegenwart im Nichts. Mir fällt der flapsige Spruch ein „Das ist ja das Nichts an sich“. 

Die Sonne hat eine Pluto-Begleitung, die uns von einer Verneinung erzählt. Die Art der Durchführung, das Leben des Eigenen als Geschehen und damit die Identität ist von einer oder mehreren anderen Mentalitäten überlagert. Sie ist nicht frei, führt die Dinge gemäß übernommenen Vorstellungen davon, wie sie zu sein hätten, aus. Pluto steht auf einem Gruppenschicksalspunkt von Venus-Pluto und Sonne-Pluto und bestätigt: du bist in der Verhinderung des Reviers, es gibt bereits einen König. Unterwerfe dich oder verlasse das Revier. Bleibt ein Pluto in 2 im Revier, dann wird er Erscheinung dieses Reviers, wird Erscheinung seiner Verneinung in den Regelungen des Clans, dem er angehört. Da wird er manisch, der Pluto-Sonne, oder depressiv. Ist er manisch, dann hält er sich für unzerstörbar und allmächtig. Er bekommt einen Gott-Komplex: er hat einen Drang zur Macht.

Doch wir wollten weniger die Sonne als den Mond und das Zeichen Krebs anschauen.

Der Krebs ist die Empfindungswelt, seine Heimat die Sprache, und er mag es nicht, wenn sie sich in Vorgängen der Informationsvermittlung erschöpft und Klischees und Vorstellungen bedient. Er mag nichts Gefertigtes, d.h. er ist der Schützer des wachsenden Lebens, und wiederum fühlt er sich geschützt überall dort, wo die Norm der äußeren Welt nicht hinreicht.  

Roger Hodgson war die Stimme von Supertramp und Titel der Band aus den 70er Jahren wie „Hide in your shell“, „Dreamer“, „The crime of the century“ oder „Fool’s overture“ allein sagen schon in aller Kürze viel aus. „Take the long way home“ ist ein Titel aus dem 1979-Album „Breakfast in America“, auf dem Songs wie „The logical song“ (ein schöner Merkur-Sonne-Rekurs), „Child of Vision“ und „Just Another Nervous Wreck“ zu hören sind. 

Fangen wir an. Eine Widder-Sonne ganz am Anfang des Tierkreises. Aus dem Fisch nicht herausgesprungen in das Nachbarzeichen Wassermann, sondern in die andere Richtung. Die Grenze zwischen „ganz alt im Sinne von ewig“ und „ganz jung im Sinne von unmittelbar in Erscheinung tretend“ sind die 0° Widder.

Feuer – Energiezustand – Beweglichkeit -Eroberung, einer, der kämpferisch-kriegerisch ist, auch wenn es um den Frieden geht. Ein Widder zieht aus dem Hintergrund in den Vordergrund (oder wie „Im Wandel des Tierkreises geschrieben) jeder Stein wird aus der Latenz in die Realität geworfen. Ein Aufdecker also, der das Unausgesprochene ausspricht – das macht manchmal recht unbeliebt, nämlich da, wo vertuscht wird, wo geschachert wird. Scheint so bei ihm Zuhause/im Heim/in der Heimat gewesen zu sein. Da gibt es schon den ersten Dämpfer. Er ist angetreten, da etwas aufzudecken – und wird gleich abgestraft. Mond-Mars – das klingt nach Familienstress.

Sonne-Mars ist ebenfalls gegeben, das ist in Erweiterung ein Sonne-Neptun, ein Mars-Pluto: es gibt einen anderen König – und du darfst keiner sein. Und damit sich das Kind nicht gleich gefährdet, wird das ganze in geregelte Bahnen mit einem Sonne-Merkur gelenkt. Der Merkur auf Uranus-Neptun erschrocken und handlungsunfähig steht in den Fischen – und taucht unter. Das einzige, was er gut kann: er duckt sich weg, spaltet sich ab und funktioniert.

Merkur-Sonne – auch hier ist Merkur-Pluto angesprochen – und letztlich  mit Pluto im Löwen zweifach Pluto-Sonne. die Verhinderung zeigt sich hier weniger im Revier (Hs. 2) als konkret in der Ausübung des Reviers, also in der Bewegung im Umraum.  Was immer noch an der Sonne und dem Verhalten auszuführen ist: sie steht im 10. Haus und gehört damit in die Abteilung des Erwirkten, zum „unbeabsichtigbaren Ergebnis“ des Lebens. 

Das Widder-Verhalten drängt in die formale Maßstäblichkeit, d.h. hier ist einer über sich selbst hinaus entschieden, energisch verbindlich und kann von anderen unterschieden werden. Er hebt sich heraus. 

Da sind wir auch gleich von der Durchführung, dem Verhalten, zum So-Sein gekommen. AC Krebs – das Leben aus dem Empfinden (das Bild des Schneckenhauses, in das man sich zurückzieht). Denn die Sonne kann nur vertreten, was im Aszendenten als Anlage liegt. 

Der Krebs auch hier die Empfindung bzw. das Empfinden und die Besinnung auf das Wesentliche.  Dem Krebs geht es um innere und inhaltliche Zusammenhänge. Wie dem Schützen das Verstehen der Welt bedeutet, dass er die einzelnen Dinge in ihrem Zusammenhang sieht, sind es für den Krebs die Dinge des Lebens, die Ansprache der Dinge mit den ihnen zugemessenen Worten. Der Sonne in 10 werden diese Belange und Interessen Interesse über sich selbst hinaus.

Mond als Herrscher vom Krebs, der – wie gesehen – den Herrscher vom Sonnenzeichen beherbergt, steht im Steinbock. Das ist nicht gerade Zuckerschlecken. Da geht es karg und gleichzeitig normierend zu für ein Gemüt, das auf die wahrhaftigen Urteile über die Welt aus der Fülle seines Empfindens heraus angewiesen ist. Der Mond erschrickt und zieht sich zurück, im Außen ist er ausgeliefert, sein Empfinden gehört den Anderen (Mond-Merkur), die regeln die Dinge für ihn.

In diesen Regelungen versteckt, ist die Angst besänftigt, die aufsteigt, wenn man aus der Geborgenheit heraustritt. Weshalb man dann auch keine Konflikte heraufbeschwört, sondern Gefühlsübereinstimmung sucht – den berühmten Klassenclown gibt, der albern und albernd Dualitäten überbrückt.

Mond-Neptun erzählt noch einiges mehr. (Sowieso müssen wir uns den Neptun noch genauer ansehen, denn er gehört zum Fisch als Ausgangszeichen des Verbundes. Der Fisch hat den Neptun in die Waage entsandt.)

Wenn Mond und Neptun in einer Verbindung miteinander stehen, ist eine Deutung Richtung der Existenz von Spielidentitäten und die Übernahme fremder Rollen nie ganz falsch. Es besteht die Ausgangslage, dass dem Kind die Entwicklung der eigenen Identität aberkannt wird; es wird sich (geschlechtlich) unterwerfen, um der Bedrohung zu entgehen, es erlebt sich selbst als gefährdet. Neptun-Mond beinhaltet in der Erscheinungsseite den Mars-Mond – die ausgesprochene Verachtung der Werte, für die man steht, im Verband, in dem man sich befindet. Die Zuständigkeit für selbst Hervorgebrachtes oder Gestaltetes wird wie selbstverständlich verweigert und man wird Zeichen des Verdrängten (dessen, was im Verband nicht zugelassen ist).

Inbegriffen auch der Mars-Jupiter als das „Blasen zum Angriff“: Denen zeige ich es jetzt aber! – Da schießt man mit der verletzten Eigenart, dem geschundenen Empfinden von verqueren, aufgedrückten Normen und der Verleugnung der eigenen Werke schon einmal in Selbstjustiz über das Ziel hinaus. Hier kommt die Durchführung der Sonne ins Spiel. Wie tut er das? – Sonne-Pluto macht sich zum Richter über den Verband, der einen nur in der Unterwerfung akzeptiert.  

Mars-Jupiter ist der Schnitt in die sorgsam gefügten und geregelten Anschauungen genauso wie ein außer Rand und Band geratenes Wachstum. Letztlich zeigt die Kombination von Mars-Jupiter alias Neptun-Mond an, dass Saturn und Uranus fehlen. Wenn Wassermann (bzw. vertreten durch seinen Herrscher Uranus) der Ursprung ist, dann ist er auch ein Urheber, und der Steinbock bzw. Saturn dabei der „Bestimmer“ dessen, was mit dem Gehobenen zu geschehen hat. Beide sind hier aber außer Kraft gesetzt – und in ihrem Fehlen, im Zusammenkleben der Ränder umgeht man den wirklichen Urheber und den wirklichen Bestimmungsvertreter. Die je eigene Identität bleibt dabei vor den Toren der Gegenwart, bzw. wird ins 12. Haus „zurückgeschickt“.

Mars ist der Rächer, und wo er steht, zeigt sich, wie, wo und mit welchen Folgen die Verdrängung hervorbricht. Schütze – Jupiter – 9. Haus ist die Domäne des Verstehens. verstehen bedeutet, die Dinge nicht für sich selbst, sondern sie immer in Beziehung zu allen anderen Dingen zu sehen. Die „Jagd“ nach diesem Verstehen (mit viel Mars-Jupiter in diesem Radix) trifft auf den Bestand und das Gemeinschaftliche (Stier-Venus) wie auch das Begegnende und das Bewusstsein (Waage-Venus) und „verbrennt“ beide. Er treibt aus, was als Gestalt angelegt ist. Mars auf Venus – das ist die Erscheinungsseite von Neptun-Uranus (ein wichtiger Faktor in Beltracchis Leben, wie weiter unten zu sehen sein wird) und enthält einen Mars-Uranus (das – „eigene“ – Schöpferische wird der Selbstdurchsetzung als Ausübung von Erscheinung untergeordnet) und Venus-Neptun (Aufhebung von Revier und Antriebs-/Handlungsschwäche, was das eigene Leben angeht). 

Mars rächt sich auch an Mond-Merkur und opponiert gegen die auferlegten Sachzwänge.

 

Was macht der Mond? Er spielt in 11 im Stier (da wird ihm gutes Essen wichtig sein, das gesellige Essen im Kreis der Gemeinschaft). Mond-Uranus taucht auch in den 10.3° Krebs und liegt ebenfalls am DC.  Das Verhalten der Eltern zum Zeitpunkt der Geburt wird zum AC des Kindes. Die Einsicht in die Unwahrhaftigkeit einer Entscheidung und der der daraus entstandenen Situation wurde nicht zugelassen, sondern musste verleugnet werden. Die Einsicht einer „Schuld“ konnte nicht ertragen, aber die Entscheidung auch nicht ungeschehen gemacht werden.  Mond-Uranus-Situationen sind – wenn sie Entscheidungssituationen sind – solche, die die Seele befrieden, ja, heiligen möchten. Man entscheidet sich gegen sich selbst, webt sich eine Erklärung darum herum und betrachtet dies als etwas Edles.

Eine seelische Überlagerung des Kindes durch die Mutter ist eins der Kürzel für die Konstellation. Die Mutter wiederum ist enttäuscht worden, legt ins Kind den Auftrag, ihr Leben zu rechtfertigen, folglich hat es keinen Ort und Platz in seinem Leben – zugedeckt mit möglicherweise unechten Gefühlen, die das Kind bedrängen und es „fliehen“ lassen. Es sucht einen Rückzugsort, wohin man ihm nicht folgen kann, es erhebt sich aus dem Subjektiven in andere Welten und träumt. Im rauschhaften Hören z.B. von Musik, auch im Gestalten und Spielen von Musik, kann es sich dissoziieren und einen vermeintlichen Teil seines Eigenen finden.

 

Bei der Konstellation ergibt sich die Erscheinungsseite eines Venus-Mond (alias – Korrespondenz – Mond im Stier): Eine kulissenartige Empfindungswelt ist eine Pseudo-Welt, die auf Gleichschaltung und Normierung beruht. Auf lieb gesagt: man genießt das gesellschaftliche Parkett, will dort Harmonie und Sicherheit und stellt beide auch her. Der Status in der Gemeinschaft ist wichtig und stabilisiert die seelische Ungeborgenheit.

Mond-Uranus hat als ein Element im Engramm dieses Sozialen auch Venus-Uranus: man ist vom eigenen Gefüge (des eigenen Lebens) abwesend, hält sich dort auf, wo man nicht zuhause ist – ist nicht Bestandteil des Gemeinschaftlichen, weil entscheidende Wertigkeiten fehlen. Es schließen sich in der oberen Reihe Uranus und Jupiter zusammen und es fehlt der Saturn als Maßgebung und Bestimmung. In der Erscheinungsseite zeigt sich der fehlende Merkur – so dass ein Saturn-Merkur als Abweisungserlebnis bzw. als ständig zu wiederholende Abweisungserlebnisse entstehen.

Sprechen wir von Krebs und Mond, dann sprechen wir auch von Individualität und dem Individuum. Der Begriff „Individuum“ beinhaltet nachgerade, dass man sich der eigenen Unteilbarkeit, der Unterschiedenheit von anderen und damit der „Vereinzelung“ als Preis der Eigenständigkeit bewusst wird. Wenn das Unbewusste die Oberhand bekommt, bzw. die zu wissenden, zu gebärenden, die gewussten und nicht gewussten Dinge nicht mehr von dort hervorsteigen dürfen, sind alle unterschiedslos – und keine Individuen mehr, sondern nur noch amorphe Masse. In der amorphen Masse können sie weder denken noch haben sie ein Erleben. Aber sie sind lenkbar und verbrauchbar. 

Roger Hodgson hat eins seiner Lieder „The Awakening“ betitelt und erzählt in einem Interview darüber, was er sich gedacht hat. Es ist ein einfacher Song mit einfachen Mitteln, keine große Symphonie, wie noch Gustav Holst mit den „Planets“ und „Neptune“ geschrieben hat. (Dass und warum die heutige Zeit keine Posaunen mehr hat, habe ich im Aufsatz über die Populisten geschrieben.) Erwachen ist der entscheidende Ausdruck hier. 

Eine  Domäne von Fisch und Neptun ist die Spiritualität. Wer ist spirituell und wie zeigt sich das? Im vorliegenden Horoskop haben wir einen Fische-MC mit dem Neptun in 5, der wiederum hat eine Spiegelkonjunktion zu Saturn. Vorausgesetzt, die Geburtszeit und das Horoskop stimmen, steht der MC auf einem Mars-Jupiter-GSP und wir müssen wiederum den Mars ins Boot holen.

Uranus, Herrscher vom Sonnenzeichen, steht im Krebs. Das irritiert den Krebs etwas, denn da gehört der Uranus nicht hinein. Er irritiert das Subjektive, das Umschlossene, das sich als Einzelnes, als ein Für-Sich empfindet. Uranus hebt heraus aus dem „Hier ich – da der andere“ (die Sonne in Wassermann steht auch nicht so fest in ihrer Mitte, ist eher von sich entfernt, unzentriert und unbehaust. Doppelt herausgehoben, doppelt bedroht, ungeschützt. Das kann ziemlich unruhig machen, da wird man nervös.

Uranus steht auf dem GSP Neptun-Uranus. Ausgerechnet auf dem Punkt der seelischen Lähmung, der versunkenen Wahrheit, der Handlungsohnmacht. Die Ohnmacht seines eigenen Lebens, das Empfinden von Ungerechtigkeit und das erlebtes Unrecht muss er aufheben. Ohne in sich zu ruhen, wird er immer und immer wieder etwas aus der Zeit Verschwundenes herausschöpfen und es unter anderem, nicht seinem eigenen, Namen in die Zeit fügen.

Neptun als der „blaue Träumer“ steht für universelle Liebe, Inspiration, Hingebung, Idealismus und Engagement, und Leidensfähigkeit, aber auch für Täuschung, Betäubung und Selbstverlust (in Drogen, Alkohol oder anderen Substanzen). Die „positiven“ Ausprägungen werden nun landläufig als „spirituell“ zusammengefasst: Jemand sieht von sich selbst ab, ist eins mit der kosmischen Ordnung und sich selber so weit bewusst, dass er sich mit den anderen nicht verwechselt, noch auf sie übergreift noch sie instrumentalisiert. In der negativen Ausprägung gibt er sich dem Spiritus, nicht dem Geist, sondern dem materiellen Geist in Form von Bewusstseinsauflösern hin. Religion – mit Aspekten von Pluto ist ebenfalls im Einzugsbereich von Neptun und Fische. Die christliche Religionsform – ich muss nicht daran erinnern – trägt den Fisch in ihrem Signum. 

Beltracchi hat über Jahre hinweg im Stile bekannter Maler wie u.a. Heinrich Campendonk, Max Ernst und Max Pechstein, Fernand Léger und André Derain gemalt. Indem er Themen und Technik der gefälschten Maler kopierte („Ich kann alles malen. Auch einen Picasso, auch einen Leonardo da Vinci!“), täuschte er selbst anerkannte Experten.

In den ersten Jahren malte er nach Fotos verschollener Originale, später fügte er Teile verschiedener Bilder zu neuen Kompositionen zusammen und deklarierte sie als neu aufgetauchte, nie zuvor der Öffentlichkeit vorgestellte Bilder.

Er und seine Frau gaben an, die Bilder im Nachlass des Großvaters seiner Frau gefunden zu haben und sponnen darum herum ganze Geschichten, erdichteten Biographien. Sie boten ihre Bilder Kunstauktionären an, die sie dann für teures Geld an Galerien versteigerten. Beltracchi malte auf auf Flohmärkten gekauften Leinwänden (z.T. mit Rahmen und Galerienachweisen), die er von den darauf befindlichen Farben und Motiven reinigte und auf die er dann „seine“ Bilder malte.

Über Jahre hinweg hat also ein begabter, begnadeter Maler unter nicht eigenem, sondern dem Namen berühmter Maler sehr viel Geld „gemacht“. Dass hier die Energie zu Kriminalität bzw. zum Fälschen führte (die ausgleichende Gerechtigkeit selbst herbeizuführen und den anderen vorzuführen, was für einen Zirkus sie treiben und wie verlogen, spießig und täuschbar die Kunstwelt ist), er dies mit fast wahrhaftiger „Bescheidenheit“ kommentiert („…ist doch nicht schwer was die damals da gemalt haben […] ich bin kein Künstler) spricht für einen Krebs-AC.

Dass die vorgeführten Behörden, die hinters Licht geführten Experten Beltracchi nicht ungestraft davon kommen lassen konnten und sie – ertappt und enttarnt wie sie selber waren (Sachverständige sind käuflich, Galeristen habgierig, reiche Käufer verführbar) – um sich schlugen, ergibt sich ebenfalls aus dem Geburtsbild, ob mit oder ohne Krebs-AC.

In seiner Autobiographie lesen wir, dass er Sohn eines vom Leben enttäuschten Kirchenmalers ist, ihm die Flucht aus der westdeutschen „Provinzhölle“ in Höxter und später Geilenkirchen gelang. Verweis vom Gymnasium, Ausbruch aus der Kunstakademie ins wahre Leben der Junkies, der Trödelmärkte, der Klein-Ganoven. Alsdann die Erfahrung, dass sich mit Kunsthandel Geld verdienen lässt, aber mit Kunstfälschung bedeutend mehr.

Mehr lesen Sie hier.

 

Die höchste Entsprechung eines Neptun im fünften Haus ist die „allumfassende Liebe ohne Bedingungen“. Menschen mit Neptun in 5 schaffen Erlebniswelten für den Ausdruck ihrer Liebe, und sie opfern ihre „Identität“, ihr Ich-Sein für etwas Größeres. Das macht sie anfällig für das Helfersyndrom und das Selbstopfer. Musik spielt eine große Rolle – sie transportiert die Träume von einer besseren Welt. Sonne in den Fischen – die Suche nach dem verlorenen Paradies. Doch es ist nicht im Außen, sondern im eigenen Inneren.

Neptun-Sonne ist aber auch der mit einem schwachen Vaterbild. Der Vater war nicht in der Lage ein Vorbild zu sein, war psychisch schwach oder aber auch abwesend. Daher schon in der Kindheit eine Schwäche, zu sich selbst zu stehen. Mehr noch: ohne ein wohlmeinendes Vorbild bleibt man in der Unterlegenheit unter Gleichgesclechtliche, wird nicht „König“, darf es nicht werden, sondern muss sich wegducken, wenn man dort verbleibt. Dort – das ist der Verband, in dem man nichts gilt, denn mit Mars-Sonne ist Roger Hodgson ein Enfant terrbile, ein Unangepasster.

Vergleichen wir kurz das eine mit dem anderen Horoskop, fällt die unterschiedliche Richtung auf. Der Wassermann Beltracchi läuft im Uhrzeiger-Sinn durch das Radix, kommt aus dem IV. Quadranten und strebt in die Gegenwart, Hodgson steht im IV. Quadranten (10. Haus) und „endet“ auch dort.

Beltracchi hebt an mit dem Neptun in 4 – die Auflösung des Lebens, die Täuschung über das Wesen der Dinge und endet als Steinbock-Saturn in eben diesem 4. Haus. Ob er es weiß oder nicht- ihm geht es um das Individuum, um seine Eigenständigkeit, die vermutlich jetzt leben kann, da er die Jahre zuvor gebüßt hat. (Habe jetzt die statische Deutung gewählt – man kann natürlich die Rhythmen und die Auslösungen hinzuziehen, um den Durchbruch zeitlich näher zu bestimmen).

Hodgson hebt an mit einem Mars in 4, wo die Energie sich im Wesen der Dinge und seinem Empfinden austobt und zerstörerisch sein wird. Er mündet in einen Merkur (-Sonne) in den Fischen. Im besten Fall die Auskartierung all dessen, was im Verborgenen liegt, das noch unberührt und damit „heilig“ ist. Indem er dies tut, wird er maßstäblich über sich hinaus. Sein Erwachen dazu hängt ganz bestimmt damit zusammen, dass er nach der Auflösung bzw. seinem Verlassen der Band sich beide Handgelenke bei einem Sturz (in seinem Haus bei Reparaturarbeiten) brach und mehr als ein Jahr brauchte, um seine Hände wieder bewegen und Gitarre bzw. Klavier spielen zu können. Merkur – die Bewegungsglieder, die er ebenso braucht wie Beltracchi zum Halten des Pinsels, den er im Steinbock als Merkur-Mond hält und verwendet.

Auf eine ausdrückliche Zusammenfassung verzichte ich. Wurde gefragt, ob es ein Verzeichnis oder eine systematische Aufstellung meiner Texte gibt. Muss sagen, dass ich aufgehört habe, alles systematisch (also gewollt-absichtlich nach einer zuvor geschaffenen Ordnung) festzuhalten. Die Inhalte meiner längeren oder kürzeren Zusammentragungen organisieren sich selbst. Sie brauchen mich nicht. Und wenn sie unvollständig sind, sind sie es eben … dann gibt es einen nächsten Artikel auf dieser Seite.

 

Geburtsdaten: W. Beltracchi, 5.2.1951, (angenommene Uhrzeit, nicht bestätigt), Höxter, Deutschland; R. Hodgson, 21.3.1950, 10:50 Uhr GMT, Portsmouth, UK – Quelle: http://www.astro.com/