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AUßERORDENTLICHE BEGABUNGEN

Zwei Fragen, die mich dazu brachten, mich kurzfristig einiger Mathematiker* anzunehmen.

1. Was ist Verdrängung? 

2. Wozu hat jemand außerordentliche Begabungen?

Ob meine angerissenen Deutungen darüber Aufschluss geben? Jeder mag einmal selbst nachdenken.

Blaise Pascal

BlaisePascalDer Mann ist ein Zwilling (Merkur beherrscht den Zwilling ebenso wie die Jungfrau, der ich ja die Vernunft anstamme – allerdings nicht nur ich). Über das Wesen des Zwilling gibt es einiges zu wissen. (hier hineinlesen).

Außerdem hat er das Zeichen Krebs – also Empfindungs-/Gemütsmensch, der dem Leben aus sich heraus einen großen Raum einräumt, der das Leben des Einzelnen als Individuum hochschätzt, das Natürliche und Unverstellte – am Aszendenten. Der Krebs gehört nicht zum Verbund Widder-Stier-Zwilling, der im IV. Quadranten eingeschlossen ist.

BP kann der Welt etwas über das Namen- und Grenzenlose „erzählen“ (Sonne in 12, Fische am MC), die er vermisst (im Infinitiv: vermessen) … dabei stößt er allerdings doch immer wieder an eine Grenze (vor allem in Begegnungen und auch Beziehungen, in denen er sehr distanziert und verschlossen ist, möglicherweise sie auch vermeidend). Mond in den Fischen, Neptun in Haus 4: gegenüber anderen Männern bzw. Gleichgeschlechtlichen in Unterlegenheitshaltung, bei fehlender Eigenentwicklung Übernahme fremder Identitäten in Rollen bei großer Empfänglichkeit für Unausgesprochenes und Hintergründiges.

Zwar muss er vernünftigerweise die Umstände akzeptieren und immer wieder aussteuern: die Irritierbarkeit seiner Gesundheit bleibt. Mars als Herrscher von Widder steht im Steinbock im 6. Haus: BP konnte sich nur schlecht an sich verändernde Umstände anpassen. Folge dessen: als Zeitgenosse dürfte er viel „gemeckert“ haben – über die Umstände des Lebens… gegen die er meinte, kämpfen zu müssen, das ihn juckte. Hatte er Neurodermitis? Kontaktekzeme?

Offensichtlich ein eher nervöser, unsteter Mensch, der die innere Stabilität in der Unendlichkeit und in der Ausdehnung des Raumes suchte. Auch hier – das Gehen bis an die Grenzen und darüber hinaus.

Blaise Pascal zog sich gegen Ende des Lebens in ein Kloster zurück und hatte ein-zwei religiös-mystische Erfahrungen. Er verstarb 39-jährig.

Carl Friedrich Gauß

Auch gaussGauß war Mathematiker, wie Pascal mit einem Krebs-AC. Beide haben auch den Jupiter als Herrscher von 6 in 1 – die Fügung ihrer Umstände und Bedingtheiten ist an ihrer Erscheinung abzulesen. Oder mit noch anderen Worten: die Anschauung ihrer Aussteuerung (inbegriffen ihre Vernunft) wird an ihrer Person sichtbar. Sie halten sich für die Vertreter der Vernunft.

Anders als Pascal hat Gauß eine Stier-Sonne in 11 in Konjunktion zu Merkur. Während beide im Verbund Widder-Stier-Zwilling beheimatet sind, ist Gauß weniger am Ausführen einer Figuration oder eines Bestandes „interessiert“, als mehr an der Sicherung und der Ansammlung von Regelungen desselben. Die Rückseiten-Konstellation zu Sonne-Merkur (Pluto-Saturn) zeugt von Beharrlichkeit bis hin zu Sturheit – besonders im Falle einer übernommenen Ideologie.

Der Merkur wird über den Zwilling ins 11. Haus transportiert und bringt Neues, was heißt: Noch-Nicht-Dagewesenes. Er zieht den Uranus aus 12 mit sich – es kommt zur Bezeichnung, zum Erschließen neuer Funktionsweisen oder Denkwege.
Auch Gauß hat einen Steinbock-AC, der ihn distanziert, unnahbar, auch bestimmt auftreten lässt. Sein Saturn in 5 – und Skorpion im 5. Haus eingeschlossen – bedeutet einen unsicheren Selbstausdruck: ein schwaches Ich. Er ist beides: gleichzeitig verantwortungsbewusst und ängstlich (Mond-Saturn). Man kann sagen: seine Leben war von „Schicksalsschlägen“ geprägt.

Im vierten Haus, angeführt von der Jungfrau (wiederum Merkur-Sonne in 11) stehen Neptun und Mars. Bei allem Wunsch nach Heimat, Sicherheit, Häuslichkeit (Krebs-AC) ist der Neptun in 4 der Auflöser. Menschen mit Neptun in 4 haben ein tiefes Empfinden und eine Art Hellsichtigkeit, was die unbewussten Dinge angeht – aber sie haben keine Anhaftung an einen festen, konkreten Ort. Das Häuschen im Grünen wird ihnen genommen, sobald sie sich eingerichtet haben. Gauß hat einen Mars-Neptun: wann immer er zu seiner Befriedung sesshaft werden möchte, wird es ihm genommen. Kürzel für Mars in 4: Der Feind sitzt im eigenen Heim., und das auf mehreren Ebenen.
Das Quadrat von Mars zu Uranus in 12, ebenso zu Venus in 12, spricht von einer konfliktträchtigen Vater-Sohn-Beziehung, bzw. von einer starken Mutter-Sohn-Bindung, in der der Vater schwach abgebildet ist.

Mond – als Herrscher von AC in 7 beim Pluto im Wassermann – mag die Dominanz des Mütterlichen unterstreichen: Gauß ließ (bewusst oder unbewusst) sein persönliches Leben von anderen Mentalitäten lenken, während „er“ sich in den Zahlen verwirklichte.

Christian Felix Klein

klein

Wie bei Gauß befindet sich Kleins Sonne im 11. Haus – und im Stier. Der Aszendent Zwilling gehört in seinem Fall mit zum Verbund Widder-Stier-Zwilling – der Merkur verweist wiederum auf das 11. Haus: hier wird etwas über die Durchführung einer Formgebung als Merkur-Uranus neu geschöpft. Merkur im Widder – eine vorläufige Figuration, umstritten. Der Sonne im Stier geht es um Gruppierungen und ihr Zusammenfassen in einer Form, die möglichst nicht verlassen werden soll. Klein aber ist in der „Not“ herauszufinden, dass die Form sehr wohl verlassen werden kann, damit etwas Neues entsteht. 

Als Zwilling-AC ist er persönlich sachlich, neutral und an Umwelt insoweit interessiert, als er sie – wie alle Zwillinge – erkunden und vermessen will. Es geht ihm hauptsächlich um Funktionen … von Formen. Dass er sich dem Intellekt und der Vermessung widmet, bringt mit sich, dass er sich ein Ausgeliefertsein an Empfindungen bzw. ein starken Ego und Ich nicht „leistet“. (Was nicht seine willentliche Entscheidung ist!) Beinahe zwangsläufig steht der Mond im 12. Haus (im Zwilling – der Analyse und dem realen Leben entrückt, wohl aber weit offen und empfänglich für alles Unausgesprochene und Ungewordene), ebenso wie alle Herrscher der Häuser im II. Quadranten sich im IV. Quadranten finden (Löwe/Sonne in 11; Jungfrau/Merkur in 11; Skorpion/Pluto in 11) finden. Das bedeutet: diese Person ist wirkend und bedeutsam über sich selbst als Leben (im Geschehen) hinaus. Das macht sie zu einem Menschen, der wenig in sich selber als Subjekt lebt. Ob er über sich selbst und sein Leben reflektiert hat?

Jupiter in 3 (Schütze an der Spitze 7) kann Hinweis darauf sein, dass sich die Wahl der Partnerschaften gut fügt, und diese Wahl den Lebens-, ja, den Existenzumraum und auch die Rolle in der Gegenwart geeignet fügt. Für anderes als für ihr „Erwirktes“ ist diese Person angesehen. Jupiter und Pluto bilden ein Quadrat von 3 nach 11: Anschauung der Vielheit (Jupiter/Schütze) und die Vorstellung dessen, was man zu finden meint, gehen eine fixierende Verbindung ein, die sich auf die Unfertigkeit bezieht. In gewisser Weise besteht eine Abwehr gegen die Vollendung einer Entwicklung. 

MC in Wassermann: was ist das Ziel bzw. das Erwirkte dieses Lebens? – Mit Uranus-Merkur in 11 ist da einerseits der Impuls zu Neuem, mit Neptun und Mars im 10. Haus würden in heutigen Zeiten davon sprechen, dass er eine weitgefächerte Wahl an Berufsmöglichkeiten hat – oder eben gar keine, weil es sein Berufsbild nicht gibt. Mars in den Fischen: viel Dampf, heißt soviel wie: die  Energie, die ihm zur Verfügung stehend sollte (wie jedem die Mars-Energie diejenige zur Selbstdurchsetzung ist), verwendet er nicht auf seine Person, sondern auf seine Arbeit/Lehre. Damit wird sein „Mühen“ maßstäblich für andere Menschen – und auch die Gesellschaft als Ganzes. Klein war u.a. auch Universitätslehrer und Begründer des mathematischen Zentrums in Göttingen.

Isaac Newton

NewtonNewton hat eine Steinbock-Sonne im 3. Haus – alias dem Haus des Zwilling, wo sie (die Sonne) also maßgebliche Vermessungen tätigt und liefert. Der das 3. Haus anführende Schütze hat seinen Platz im 5. Haus im Fisch: die Bewegung, großschrittig und offen, in den Umraum wird zum Ausdruck von Newtons Leben als Geschehen. Da haben wir in etwa eine religiöse Anschauung (oder die Anschauung des Religiösen), die wiederum mit Herrscher von Fische (Neptun) ins zweite Haus verweist: Die Anschauung wird konkret und nimmt Figurationen an, sie ist real. Reales Wasser – Neptun und Fische sind – wie auch oben bereits gesehen – assoziiert mit dem 12. Haus – welches das Ungewordene, das Potentielle symbolisiert, das aber noch nicht in der Gegenwart angekommen ist, und damit unendlich ist. Es geht also auch hier um das Unendliche, das konkret gemacht wird.

Die Sonne legt den Verbund fest, von dem wir hier ausgehen: es ist Fische-Wassermann-Steinbock. Die Richtung geht vom subjektiven II. Quadranten in den I. Quadranten hinein. Die Sonne lebt im Endzeichen: hier wird ein Leben, das etwas Höherem zugedacht ist – unter Aufgabe des Ichs – zur Darstellung gebracht. Newton kommuniziert Zeichen und vermittelt damit das Leben.

Der Aszendent in der Waage macht ihn mehr zu einem denkerischen (im Handeln zurückhaltenden) als zu einem impulsiv-aktiven Menschen. Die Venus zeigt ins Mittelzeichen Wassermann, dem wir die „Durchführung“ nach der MRL zuschreiben: der Wunsch, ja, das Bestreben nach Harmonie, das er in seinem Empfinden als Ausgangspunkt des Lebens benötigt, lässt ihn ständig und immer wieder Gegensätzliches, Unvereinbares zusammenfügen und in ein Verhältnis zueinander bringen. Venus-Uranus: Raum und Zeit brechen zusammen. Uranus in 1 macht instabil und nervlich wenig belastbar, was dafür spricht, dass er weniger für ein öffentliches Amt geeignet ist. Der Waage-Aszendent ist – um eine Metapher zu verwenden: wortgewaltig. Ihm ist eine wahrnehmbare Denkaggression zu eigen. 

Wassermann im 4. Haus ist eine Mond-Uranus-Qualität: herausgehoben aus der Heimat, dem Heimatgefühl, dem empfinden von sich selbst… überlagert durch eine weibliche Person. Uranus in 1 – die Sprunghaftigkeit, die an seiner Person sichtbar wurde, steht in Opposition zum Mars in 7: wird das Maß der Dinge verlassen, wird Mars die Grenzen der Reviere verlassen und zu Gigantismus mutieren. Dass die Gefahr besteht, dass hier das Maß verlassen wird, zeigt das Quadrat Venus-Neptun an (Neptun in 2 bestätigt dies): Das Bewusstsein (Waage) ist als Schaltzentrale für das Seelische (Mond/Haus 4) ausgefallen. Damit ist der Mars richtungslos geworden und schneidet als Mars-Uranus einem Messer gleich in die Gegenwart und das Kollektiv (Stier) – in die gesellschaftlichen Figuren bzw. die „Bürgerlichkeit“ seiner Zeit.

Ohne die Lebensläufe nachzulesen, könnte man bei noch genauerer Deutung ihrer Horoskope erkennen, wo die Stärken dieser vier Männer liegen, die sie natürlich einsetzten, um gleichzeitig vorhandene Schwächen zu kompensieren. Das ist das Leben – das ist die Aussteuerung, die wir alle in größerem oder kleinerem Ausmaße vornehmen, um als Einzelwesen leben zu können.

Und bisweilen sind es wohl die großen Schwächen, die große Begabungen herauskehren.


Was ist nun aber Verdrängung?

Auch diesen Begriff  – um einem Missverständnis vorzugreifen – beschreiben und definieren verschiedene Schulen unterschiedlich. Ist Verdrängen ein Vergessen, für das wir uns bewusst oder unbewusst entscheiden? Liegt es überhaupt in der Reichweite unserer Entscheidungsfähigkeit? Oder ist Verdrängen nicht eher ein Auslassen von etwas, das – neben anderen Fähigkeiten – in uns angelegt ist, dem wir aber die Daseinsberechtigung und damit die Entfaltungsmöglichkeit verwehren?

Auf vielen Seminaren (und auch in W. Döbereiners Seminarbänden) ist zu hören und zu lesen: Was hätte dieser Mensch stattdessen tun können? Abgesehen davon, dass diese Frage einerseits müßig und andererseits so manchem etwas arrogant daherkommt, ist sie sehr berechtigt. Und wer sich nicht über ihm fremde Personen verspekulieren möchte, kann bei sich bleiben und sich einmal das eigene Leben anschauen.

Der Ort, an dem Saturn steht ist einer der Orte, an denen wir etwas über unsere Bestimmung (die als „ungerechte“ Einschränkung daherkommt) erfahren können. Der Mars wiederum zeigt an, wo sich die Verdrängung „austobt“, einen Neptun, der ohne Bestimmung geblieben ist, rächt er im Namen „Poseidons“. Der Pluto kennzeichnet das Thema, dessen man sich nicht annehmen möchte – er ist der verdrängte Neptun, der uns das Maß unseres Daseins anzeigt – das Prinzip unserer Gestalt der Zeitlichkeit.

 

* Zu Blaise Pascal kann man im Seminarband 12  (S. 235ff) von Wolfgang Döbereiner nachlesen.