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KAIROS – DIE MACHT EINES (UNACHTSAMEN?) MOMENTS

kairos copyEin Dogma der Unfehlbarkeit

 

Also eigentlich irre ich mich nie. Hm – so gut wie nie. Selten. Nun gut… es kommt vor. Gestern allerdings, da hab ich mich völlig vergriffen. Schuld – ja, Schuld war Merkur. Merkur ist derzeit rückläufig! Genau. Der ist es gewesen. Klar, dass ich mich vergreifen musste (wie es überhaupt um das Thema „Vergreifen“ ging und geht!). Da habe ich gestern einen sauberen doppelten Rittberger mit Salto rückwärts hingelegt. Merkur hat mitgemacht und mitgelacht, obwohl das gar nicht zum Lachen ist.

DerZweiteKind-3Was vorher geschah: Immer, wenn ich mit einer Geschichte nicht weiterkomme, nehme ich das Datum eines Tages, an dem sich Denkwürdiges ereignete und lege es in die Zeit, in der meine Geschichte spielt. Das ist der Hintergrund, vor dem sich alles Folgende abspielt.

Ich spiele also hin und her mit meinem Astroprogramm, suche die Koordinaten von „meinem“ Ort, gebe das ein, Uhrzeit, Jahreszahl und schon ist das Horoskop fertig. Jetzt noch exportieren und das JPG auf dem Desktop speichern. Später werde ich es mir anschauen, jetzt nicht. – Tja… und dann fängt der Tag so richtig an. Telefon, Postbote, Nachrichten. Zwischen all dem fällt mir ein: Mensch, ich wollte doch auch noch etwas hochladen… auf Facebook. Ja, diese Sache da mit Köln. Das ist ein böses Ding! Das muss man zeigen, denn das ist nicht einfach ein Zwischenfall, sondern das ist …

Also, ich lade das Horoskop hoch… und fange an zu schreiben, so wie jetzt gerade… schreib mir die Finger wund an der Deutung. Bin so drin im Deuten, im Schreiben, dass ich nicht links und nicht rechts schaue. Bin von zwei Konstellationen fasziniert… nicht nur fasziniert, sondern derart eingelullt, dass mir gar nichts auffällt. Moment! Saturn im Schützen, ja stimmt. Pluto im Steinbock – ja, kommt hin. Grob gesehen. Und wieso steht der Uranus in Stier? – Das sehe ich nicht. Ich sehe es einfach nicht – ich bin blind auf dem Uranus-Auge. Und wo ist Neptun? Den sehe ich auch nicht! Steht derzeit in den Fischen. Das sollte ich eigentlich wissen. Aber dieses Eigentlich-Wissen ist eigentümlicherweise gelöscht.

Im Horoskop wiederum, das ich da mit Verve und locker aus dem Handgelenk deute, da sehe ich die Gruppenschicksalspunkte am AC, am MC: Uranus-Neptun: die Schrecklähme. Passt. Passt doch in die Zeit.

Um etwa 10:27 Uhr – ich hab heute extra nachgeschaut, habe ich also das Ganze veröffentlicht. Und was anderes gemacht… die Gedanken schon beim Gang zur Post, bei den Kontoauszügen, ja… und bei den Fischen, die ich zur Zeit betreue. Die sind im Tank, im geschlossenen Raum. Unzufrieden war ich nicht. Eher hatte ich das tiefe Empfinden, „etwas geschafft“ zu haben – Dinge artikuliert und in die Welt gebracht zu haben. Was für eine Illusion, was für eine Vorstellung!

Heute die Nachfrage: Auf welche Zeit ist das Horoskop gerechnet? – Der Rest ist in den Kommentaren auf Facebook zu lesen. Was war geschehen? –  Das Erschrecken (der Lämmer?): Das veröffentlichte Horoskop ist NICHT das, was ich meinte, dass es sei. Kreisch!

1Da hat mir doch glatt der kleine Drache, den ich vorgestern, als ich vorm Mikrofon am PC sitzend seine Geschichte (ha, kann man ebenfalls auf dieser Webseite sehen… gucken Sie mal!) aufnahm und für eine Bekannte auf CD brennen wollte, in Tateinheit mit Merkur einen richtigen Streich gespielt. Ob der Drache wohl einen Uranus-Neptun an einer entscheidenden Stelle hat? In der Geschichte geht es übrigens um einen Schriftsteller, der eine Schaffenskrise hat, infolgedessen oder dem vorausgehend – je nachdem wie man es sehen möchte – an Ideenarmut leidet. Ihn sucht ein Drache heim, und das obwohl der Schriftsteller von Drachen rein gar nichts hält.

Meine Güte. Was für ein Chaos. Das müssen wir ja nun irgendwie auf die Reihe bekommen. Ich halte fest: der 31.12.2015 hat definitiv NICHT die Zeitqualität des 31.12.1015. Das Horoskop ist in der Schnelle nicht schlecht gedeutet – gehört aber eben ins Mittelalter und gilt nicht 1000 Jahre später. Vielleicht sollte ich das 84. Septar im 12er Rhythmus erstellen und schauen, was sich für den 5.1.2016 ergibt? Das werde ich gleich nachher mal tun.

Vorerst aber – und das hätte ich sofort nach Erstellen des Horoskops tun sollen – recherchieren, was tatsächlich im Jahr 1015 passierte. Für mein Buch ist das nicht weiter relevant, aber es kann nicht schaden. Ich richte mich nach den Inhalten, die ich im Horoskop sehe und schreibe dann die entsprechenden Ereignisse mit meinen Protagonisten darin. Das hat sich bis jetzt ganz gut bewährt… In der Fiktion ist alles erlaubt.

Nicht aber im realen Leben – und noch schlimmer – nicht im Wirklichen. Das Horoskop auf Köln – gut, nun ist es hoffentlich korrekt. Was zeigt es? Einen Mars-Merkur von 2 nach vier. Einen Sonne-Pluto in vier. Einen Neptun in den Fischen (steht er da auch wirklich???) an der Spitze zu sechs… ein Sonne-Pluto-Uranus-Quadrat von vier nach 7. Und die Achsen!!! die Achsen… alles in der Nähe von Kardinalpunkten. Waage-Steinbock-Widder-Krebs. Das will man nicht wirklich sehen. Da will man nicht hinschauen, oder? Das Gefüge des Heimatlichen im Untergang? Und eine Aussteuerung nicht mehr möglich?

Wo ist mein Drache?? Wo ist dieser vermaledeite Drache! Das muss der Sonne-Pluto in Haus 11 – die Zeitqualität, die vorherrschte, als ich das fatale 1015-Horoskop erstellte – sein. In der Geschichte hat der Drache keinen Namen… wahrscheinlich hat er mir das übel genommen. Eine reine Vorstellung – eine fixe Idee war er… und jetzt hat er sich gerächt.  Sollte ich ihm vielleicht jetzt doch noch einen Namen geben? Ob ihm Kairos gefiele?

Ich sehe schon, ich schreibe mich um Kopf und Kragen…