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DIE VON KRIEGEN BERICHTEN

oder: Alle Männer sind auch Söhne….

„Ein Feigling ist ein Mensch, bei dem der Selbsterhaltungstrieb normal funktioniert.“ (Ambrose Bierce)


„Auf internationaler Ebene ist der Sport ein Kriegsspiel. Aber das Wesentliche ist nicht das Verhalten der Spieler, sondern die Haltung der Zuschauer; und, hinter den Zuschauern, der Nationen, die sich wegen dieser absurden Wettkämpfe in Wutanfälle hineinsteigern und im Ernst glauben – zumindest für kurze Zeitabschnitte -, daß Wettlaufen, Springen und Balltreten Kriterien der nationalen Tugend sind.“ (George Orwell)

George Orwell, 24.6.1903, Motihari/India, 11:30 OT

George Orwell, 25.6.1903, Motihari/India, 11:30 OT

Orwell* verließ die britische Kolonialpolizei von Burma aus Protest, kämpfte 1936 auf der republikanischen Seite im spanischen Bürgerkrieg (das Korrespondentenbüro teilte er sich u.a. mit Ernest Hemingway). Nach einem Halsdurchschuss war er schwer verwundet. Danach und besonders nach dem II. Weltkrieg begann er zu schreiben und verfasste später „Anklageschriften“. Im Juni 1949 wurde Nineteen Eighty-Four veröffentlicht – sein bekanntestes Werk. In diesem satirischen Roman zeichnete Orwell mit analytischer Schärfe eine der düstersten Zukunftsvisionen der Literatur. Wer kennt nicht sein Schreckensbild eines totalitären Überwachungsstaates. Er starb 46-jährig.

Ambrose Bierce, 24.6.1842, 9:56 OT, Meigs County, USA Quelle: www.astro.com

Ambrose Bierce, 24.6.1842, 9:56 OT, Meigs County, USA
Quelle: www.astro.com


Bierce** lief mit 15 Jahren von Zuhause weg, ging als Scout freiwillig in eine Aufklärungseinheit der Unionsarmee im ausbrechenden Bürgerkrieg, in dem er mehrfach verwundet wurde, in Gefangenschaft geriet, sich aber selbst befreien konnte. 1868 arbeitete er kurzfristig als Landvermesser und begann danach zu schreiben. Als Kenner politischer Sitten und Gebräuche hatte Bierce eine schlechte Meinung vom Berufsstand des Politikers und wurde zu einem pointiert-geistreichen Zyniker und Beobachter. Es ist nicht sicher, ob er 1913 tatsächlich nach Mexiko ging, um sich den dortigen Kämpfen anzuschließen. Er – da war er 70 Jahre alt – verschwand spurlos. Von Bierce wird gesagt, er sei als Mensch nicht „einfach“ gewesen; er gilt als „umstritten“.

 

Die Häuserverteilung


Beide Männer sind gegen Ende Juni zwischen 10:00 und 11:30 Uhr geboren,  AC in der Jungfrau, mit einer Krebs-Sonne im 10. Haus und einem Zwilling am MC. In Haus 10 steht die Bestimmung – was 1. bedeutet – „es“ ist nicht willentlich zu erreichen, sondern ein unbeabsichtigbares Ergebnis des gelebten Lebens. 2.: Diese Lebenszeit bestimmt sich in der Gestalt ihres Geschehens bzw. ihrer Geschehen. In Haus 10 will die Sonne diese erfüllen und vertreten. Als Krebs-Sonne setzt sie ihr Leben (gegen das versachlichende und neutralisierende Kenntlichmachen und Vermessen des vorangehenden Zwilling) ein, um nicht Erscheinung der Informationen und damit ein Vorgang von Regelungen zu werden. Immer, wo dieses Leben bedroht ist, wird der Jungfrau-AC im Sinne eines Aufzeigens und Warnens vor Bedrohungen tätig. Der Zwilling – der nicht zum Sonnenverbund Krebs-Löwe-Jungfrau gehört – ist bei beiden Männern das „Ergebnis“: sie sind Journalisten, deren „Aufgabe“ war, informativ über die Vorgänge (Kriegsschauplätze?) in der Welt zu berichten. Doch woher kommt der Bezug zum Krieg? Gibt es einen Hinweis auf so etwas wie eine Notwendigkeit der beiden Männer, sich in Kriegsgeschehen zu begeben? Suchen wir nach dem Mars und betrachten ihn auf der Basis der Häuserverteilung.

Schauen wir zunächst ganz allgemein auf die Häuserverteilung. Aus den Zeichen an der Spitze der Häuser lässt sich bereits vieles erkennen. So ist bei beiden Männern der Steinbock an der Spitze des fünften Hauses (was Aussagen über die Art und Weise des Selbstausdrucks und  das Lebensgefühl zulässt) und der Wassermann im sechsten Haus, das davon spricht, wie diese Person sich an umgebende und auch innerliche Umstände aussteuert bzw. anpassen kann oder eben nicht. Deutlich ist zu sehen: der IV. Quadrant ragt beginnend mit dem Deszendenten im Fisch ins Subjektive hinein. Ganz ohne die zugehörigen Herrscherplaneten zu betrachten, kann schon etwas geschlussfolgert werden: hier liegen eine Sonne-Saturn- und eine Merkur-Uranus-Qualität vor.

Häuserverteilung aus dem Horoskop von Ambrose Bierce

Häuserverteilung aus dem Horoskop von Ambrose Bierce

AC – Jungfrau; 3. Hs. – Skorpion, IC – Schütze, 5. Hs. – Steinbock, DC – Fische, 8. Hs. – Widder, MC – Zwilling

 

1. Der I. Quadrant – die Erscheinung, die Person

 

Diese Anlage steuert die Selbstdurchsetzung gegenüber den in der Umwelt vorgefundenen Bedingungen aus. Sie nimmt diese Bedingungen wahr, diagnostiziert und analysiert sie. Kommunikationsweise und auch die Ergreifung des Umraums sind strukturiert bis fixiert und vorstellungsgebunden. Intellekt und Informationsbeschaffung bzw. -verarbeitung orientieren sich an Leitbildern bzw. organisieren diese.

Der Jungfrau entgehen  Kleinigkeiten selten, denn sie ist für ihr „Sicherheit“ darauf angewiesen, das Verwertbare zu erkennen und vom Unbrauchbaren zu unterscheiden. Wenn alles an seinem Platz ist (Kleinlichkeit und Meckerei bei Unordnung sind der Schatten). Die Entwicklung der Jungfrau erfolgt über Ordnung (auch Sauberkeit), System und Methode. Bevor ein Jungfrau-AC aktiv wird, fragt er sich, ob der Einsatz zu einem realen, praktikablen Ergebnis führt.

Begabt mit präziser Beobachtungs- und Auffassungsgabe wird die Jungfrau dennoch von Selbstzweifeln geplagt. Dabei büßt sie an Spontanität ein; diese ist nicht unbedingt eine Stärke der Jungfrau. Rücksichtsvoll und hilfsbereit kümmert sich die Jungfrau um Mitmenschen, insbesondere um deren Wohl und Gesundheit. Ernährung und die Beschäftigung mit dem Erhalt der Gesundheit ist Thema. Vorsichtig beim Eingehen von Kontakten ist sie wenig risikobereit. Kühle, Sachlichkeit und Distanz herrschen vor – allerdings wird eine Beziehung ziemlich schnell verbindlich, wenn die Jungfrau sich erst einmal eingelassen hat.

 

2. Der II. Quadrant – das Seelische, das Subjekt „Mensch“

 

Die Empfindungswelt (4. Haus) ist auf „Weite“ und dem Umfassen unterschiedlicher Gefügeelemente ausgelegt, will die Einsicht in die Funktionen dieser Welt bei sich und anderen. Die im Umraum gefundenen Leitbilder werden zu einer Seelenlandschaft vereinheitlicht: die Anschauung der Seele. Glaube, Überzeugung, Gefühlsintensität bis Gefühlschaos: Begeisterung in besonderer Weise, Empfinden mit Überschwang – das beschreibt den Schütze-IC. Schützen sind in bestimmter Weise gläubig bis religiös und leben aus dem Gefühl heraus, dass alle Dinge sinnvoll miteinander zusammenhängen, sich sinnvoll entwickeln. Die Suche nach Sinn und Bedeutung ist ihre zentrale Motivation.

Die Schütze-Anlage will über sich selbst hinauswachsen und anderen helfen, dies ebenso zu tun. Eine Welt, in der für alle optimale, ohne viel Mühe und Aufwand zufallende, Bedingungen herrschen, ist ihr Anliegen. Hoffen auf Glück, auf die große Liebe oder die allumfassende Lösung, die alles regeln kann und wird. Der Schütze-IC will gemocht, anerkannt, am liebsten bewundert werden, und das besonders für seine Worte, sein Wissen, seine Einsichten, sein Auftreten oder körperliche Fähigkeiten. Charakteristisch ist die Neigung, die Welt als einen 1000-Abenteuer-Ort zu sehen, an dem es immer Neues, Spannendes zu entdecken gibt. Schützen sind an allem, was großartig, faszinierend und zukunftsträchtig wirkt, interessiert. Wunsch nach Abwechslung und großer Freiheitsdrang stimulieren das Bedürfnis nach möglichst vielen intensiven Eindrücken. Sie verlangen nach Fülle und wollen am liebsten alles einmal gesehen und erlebt haben. Langweilig darf es nicht werden. 

Der Lebensausdruck bleibt bei dieser Anlage vom Subjektiven getrennt. Die Aufgabe des Subjekts (erschwert damit eine „Selbstfindung“ und ein IN-sich-Wohnen) ist als seelischer Ausdruck diszipliniertes und formiertes Erleben als Geschehen: man verausgabt sich unter Konzentration auf das Wesentliche. Hat aber den Eindruck eines Mangels und einer Blockade, sich selbst zu leben. Mit dem Wassermann im 6. Haus ist gegeben, dass man selbst es ist, der aus Regeln und Regelungen, aus geschaffenen Umständen, die man zunächst aufgesucht und auch gesetzt hat, herausspringen möchte. Wassermann in 6 ist Hinweis darauf, dass eine Unfähigkeit besteht, sich an Nicht-Eigenes anzupassen – was wiederum sagt: Steuere dich notwendigerweise an deinem Eigenen aus! Daraus ergibt sich die Verweigerung, Fremdaufträge auszuführen.

 

3. Der III.  Quadrant – die Begegnung, das Begegnende, die Anderen

 

Die Begegnung  und das Denken sind abgelöst vom Vordergründigen, d.h. unabhängig von Bedingungen und wollen „rein“, bar jedes Subjektiven sein. Hintergründe der Begegnung oder des Denkens werden wahrgenommen, es besteht jedoch kein Reflexzwang mehr. Das Denken ist deshalb vom Vordergründigen zum Hintergründigen hin abgezogen, um das Kenntlichmachen und das Aufweisen des Erwirkten nicht zu irritieren. Es kommt zu Scheinbegegnungen oder/und zu idealistischem Denken mit hohen Ansprüchen an das Begegnende. Die Bindung an die Begegnung – und hier steht der Widder – ist geprägt vom „Wollen“, einem Durchsetzungswillen und durchaus den Raum der Entgegenkommenden ergreifend und einvernehmend. Bindung und Verpflichtung geschehen auf aggressive Art und impulsiv, fast triebhaft ungerichtet. – Dieser Abschnitt wird uns weiter unten intensiver beschäftigen.

Während die Seele eine Anschauungslandschaft birgt, die sie durch Wahrnehmen, Analysieren und Aussteuern in die Welt trägt, und während die Erfahrung der Einsicht und des Verständnisses zu einer Erfahrung der Orientierung im Raum kommen will, ist die Begegnung des Fische-DC mit der Welt durch Distanziertheit gekennzeichnet. Es vermag Klarheit, was die Begegnungen angeht, bestehen, aber auch als  Schatten: Täuschung über die Begegnungen. Täuschbarkeit.Kontakte auf emotionaler Ebene geht man nicht schnell ein, zunächst ist da immer die intellektuelle Seite. Die Verstandesbetonung aus dem IC lässt Beziehungen entstehen, in denen er dazu tendieren könnte, Emotionalität als Makel zu sehen.

 

4. Der IV. Quadrant – das Erwirkte, die Bestimmung

 

Das Erwirkte mit dem Zwilling am MC zeigt sich in der Kennzeichnung des Umraums. Die Bestimmung sagt hier, dass sachlich dargestellt und eine räumliche Funktion ausgefüllt werden will und sein Ziel im Sammeln von Wissen findet. Er will sich als nützlich erweisen. Dabei macht er das Gesammelte kenntlich und praktisch nutzbar, arbeitet fleißig, gründlich und mit Sinn für Logik und Systematik. Weil er alles richtig machen möchte, findet der Zwilling-MC die Fehler der anderen. Das könnte leicht zu Kleinlichkeit gegenüber den anderen und einer gewissen neutralen Sachlichkeit als Schutzvorrichtung gegen ihre Kritik führen. Merkur-Saturn-Qualität: erkennt Regeln, schafft Regeln und vertritt sie (sofern sie dem Leitbild entsprechen) – zum Schutz des einzelnen Lebens, das man mit Sonne in 10 maßgeblich zu vertreten hat.

 

Mars und Widder in äußeren und inneren Kriegen

 

Mars – heißt es in der Münchner Rhythmenlehre – sei der Rächer des (veruntreuten) Neptun. Neptun zeige im Horoskop an, wo die Veruntreuung sitzt – Pluto zeige an, wo die Verdrängung sitze, und Mars den Ort, an dem sich die Aggression abspiele.


In George Orwells Fall steht Widder an der Spitze des 8. Hauses mit einem Mars im 1. Haus. Die Waage mit dem Mars darin gehört zwar nicht zum Endzeichen des Verbundes Krebs-Löwe-Jungfrau, aber ist im 1. Haus zur Person in ihrer Erscheinung gehörig. Mars ist in der Waage „fremd“ – die Energie ist gehemmt, sie kann sich nicht verausgaben, und der Drang, sich selbst durchsetzen zu wollen, ist herabgesetzt.  Der Mann erlebt in Begegnungen, dass er nicht reagieren kann. Er ist unfähig, auf das Entgegenkommende zu antworten. Dies ist so aus einem „guten“, anderen Grund: der Mars hat ein Quadrat zu Sonne-Neptun-Mond in Haus 10. Mars-Neptun: er ist Revierflüchter, einer, der Reviere (Lebensreservate im Krebs) zu verletzten droht, und deshalb flüchtet. Mars-Sonne: Im Familienverband, im eigenen Land (Krebs) der Feind.

Dass er im eigenen Verband keine Beachtung und keine Akzeptanz erfährt unterstreicht Mond-Mars: du bist keiner von uns, dein Leben ist hier nicht gefragt. Eingeschlossen sehr wohl die Aggression gegen sich selbst. Man sucht gefährliche Orte auf, um die eigene Eliminierung herbeizuführen, das versagte Lebensrecht wird besiegelt mit Sonne-Neptun: der Einzug ins eigene Leben ist verwehrt, das Prinzip des eigenen Lebens ist in Form einer anderen Person an der Macht. In Identitäten, in Rollen, die man sich zulegt, versucht man im Selbstopfer dem Sich-Versündigen zu entgehen. Dem Wunsch nach „Reinheit“ steht die Angst vor dem Bösen zur Seite. Diese und das Böse an sich gilt es zu benennen. Die Konstellation geht von 1 ins 10. Haus: diese Kenntlichmachung des Bösen (Pluto in Zwilling) und der Angst ist lebensbestimmend und das Ergebnis. Pluto in 9 zeigt die „versehrte Fügung“ in ihren maßlosen, aufgelösten Umständen (Jupiter in 6) an. Hätte es zu Orwells Lebenszeiten keinen Krieg gegeben, in den er hätte ziehen können, hätten sich andere ähnliche Ereignisse gefunden, die ihm beim Vollzug seiner eigenen Lebens“wunde“ helfen.

Im Fall von Ambrose Bierce steht ebenfalls der Widder an der Spitze des 8. Hause, der Mars aber bei der Sonne im Krebs im 10. Haus – in seinem Fall steht er also im Ausgangszeichen und gehört – im 10. Haus – mit zur Finalität. Mars-Sonne also auch hier: einer, der aus dem Familienverband, aus dem Wertesystem der familiären Gemeinschaft ausgeschlossen wird, weil befürchtet werden kann, dass er etwas aufdeckt. Wieder kommt der Mars aus dem Widder , ist Plutohaltig, was besagt: die Verhinderung wird nicht nur „erworben“ – sie ist bereits gewissermaßen eingetragen. Das Kind – wie auch bereits Orwell als Kind – erfährt und erlebt sich als Bedrohung für andere (für sich selbst dann später). Im Horoskop von Bierce sehen wir Neptun und Uranus in jeweils umgekehrten Zeichen: Uranus im Fisch an der Spitze zu 8. Nach der Aphrodite gedeutet: auf dem Weg des Widders und der Mars-Sonne wird Neues in die Gegenwart gebracht. Der Krieg als Vater „aller Dinge“? Die Zerstörung als Chance eines Neuanfangs?

Zumindest spricht Uranus-Neptun vor einer Eindrucksüberflutung, von einer Lähmung vor den Schrecken des Gesehenen, dessen, das einem entgegenkommt. Neptun wiederum steht im Wassermann in Haus 6: die ohnehin kaum erfüllbare Aussteuerungsnotwendigkeit (Luftzeichen in einem Erdhaus – Wassermann/Jungfrau), die Tendenz, vielleicht der Drang, wegzulaufen, zu entgehen ist abermals gelähmt. Es ist keine Anpassung möglich. Insofern bleibt Bierce – mit einem Mond, dem Jupiter-Saturn im Steinbock im 5. Haus – als Mensch, als Ambrose im Leben und als Geschehen des Lebens die Möglichkeit, ja, man könnte sagen, der Zwang, diese beschränkte, geregelte (Militärwelt mit Hierarchien, Funktionen…) und das entgegenkommende Böse immer und immer wieder im Empfinden (Mond-Pluto) zu durchleben und von neuem aus dem Unterbewussten herauszuheben (Venus-Pluto von 11 nach 8).

In Orwells Fall könnte man sagen: er hat die innerlich vorhandenen Kriegsschauplätze aufgesucht, sich an ihnen „abgearbeitet“, während Bierce seine inneren Kriegsschauplätze unausweichlich entgegenkamen, ihm zufielen. Von Bierce ist bekannt, dass er sein Leben lang schreibend und beschreibend versuchte, die traumatischen Kriegserlebnisse zu überwinden. Dass er sich die Leere wünschte (1913 gefragt, wohin er wolle, meinte er, dass er dorthin wolle „wo etwas los ist oder wo überhaupt nichts los ist. Das meiste, was in meinem Lande los ist, ist mir zutiefst zuwider.“ ) wird in diesem Zusammenhang nur allzu begreifbar.

 

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Mord: Die Tötung eines Menschen durch einen anderen. Es gibt vier Arten von Mord: verbrecherischen, entschuldbaren, gerechtfertigten und rühmlichen, doch dem Ermordeten ist es egal, welcher Art er zum Opfer fiel – die Klassifizierung ist nur zum Nutzen der Juristen da. (Ambrose Bierce)

*“Animal Farm“ machte George Orwell zum meistgelesenen britischen Autor des 20. Jahrhunderts. Das war nur möglich, weil das Buch mehr ist als eine bitterböse Abrechnung mit dem Sowjetkommunismus, sie ist komisch, im Grunde aber eine tieftraurige Parabel über die Korrumpierbarkeit des Menschen. Orwells zynische wie auch trostlose Botschaft: Die soziale Revolution kann nicht gelingen. Die Machthaber mögen hinterher andere sein, die Strukturen von Macht bleiben die gleichen. Quelle: http://www.deutschlandradiokultur.de/george-orwells-animal-farm-schweine-sind-auch-nur-menschen.932.de.html?dram:article_id=328450

**Zu Bierce weiter hier: “ …Ambrose Bierce war einer der schillerndsten Gestalten im literarischen Amerika des 19. Jahrhunderts – eine personifizierte Provokation, eine erfrischend-gehässige Zumutung in Poetengestalt. Kein Tabu war seinem Zynismus heilig, kein noch so sensibles Thema wurde ausgelassen. Ob es sich um Haupt- und Staatsaktionen handelte oder um die allgemeinen, die kleinen und großen Schwächen des Menschengeschlechts – sein Spott versiegte nie und traf fast immer ins Zentrum bürgerlicher Empfindlichkeit. Bierce war ein Grenzüberschreiter in mehrfacher Hinsicht: Die Grenzen des „guten“ Geschmacks, der Pietät, des Anstands und – der eigenen Leidensfähigkeit – überwunden sollten sie werden und überwunden hat er sie – wenn auch um den Preis ungeteilter Anerkennung, literarischer Reputation und menschlicher Zuneigung.“ (Quelle: http://www.tour-literatur.de/Autoren_texte/bierce.htm)

*** Quelle: Horizonte und Aszendenten, Karin Afshar