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DIE FÜNF STUFEN – METAMORPHOSEN

Metamorphosen, ca. 48 Seiten, Hardcover, 15,00 €

Das Buch:

21 x 21 cm, Hardcover,
ca. 50 Seiten

mit farbigen Bildern
15,00 Euro

 

I. Übergänge – Überfahrten

Sie kündigen sich indirekt an, und je beschäftigter wir damit sind, der Welt ein Gesicht und ein Leben, das von der Gesellschaft akzeptiert wird, zu liefern, desto weniger achten wir auf die Vorzeichen. Schließlich treten sie in die Gegenwart als Ereignisse, die „alles“ „plötzlich“ verändern. Nicht nur dem Leben sterben wir, sondern immer wieder auch Lebensabschnitten.

Wir sterben in unterschiedlichen Rhythmen Jahr für Jahr, alle sieben Jahre, alle zehn Jahre, alle 14 Jahre… kleine Tode, die die Chance zur Erneuerung bedeuten und die uns wachsen lassen. Nur wollen wir die Veränderung häufig gar nicht. Wir möchten behalten, was wir sicher kennen – und manchmal halten wir sogar an Schlechtem fest, an dem, was uns Leid bringt.

Die griechische Mythologie erzählt vom Fährmann Charon, der die Seelen der Gestorbenen über den Styx in das Reich von Hades bringt. Man zahlt ihm einen Obolus, und er setzt einen in seinem Boot über. – Das rote Boot in den Fotocollagen (zu sehen im Buchband „Metamorphosen“) ist das Symbol für den Übergang.

Wie wir die kleinen und großen Tode erleiden, hat viel mit unserer Ahnengeschichte zu tun. Wir sind keine leeren Blätter; wenn wir geboren werden, bringen wir ein Schicksal, oder sagen wir lieber: einen Auftrag und eine Be-Stimmung, mit. Astrologisch haben die Übergänge der Lebenslektionen mit dem Prinzip von Pluto zu tun. Das Zeichen Skorpion steht für den Übergang vom Gegenwartslosen in die Gegenwart, die das Bewusstsein ist. Wer keine Gegenwart bzw. kein Bewusstsein hat, hat keine Gestalt, und damit auch kein Leben.

Übergänge und Überfahrten sind also plutonisch – ein Styx findet sich überall, wo Menschen aufgerufen sind, sich zu ändern und übersetzen müssen. Plutonisch ungelöst ist der Kampf gegen die Notwendigkeit und die Verweigerung der Änderung. Plutonisch gelöst jedoch ist die Transformation – die Metamorphose.

1. Die Phase der Verleugnung

Jemand erhält die Diagnose, dass er an einer tödlichen Krankheit leidet, oder er erfährt, dass sein Kind an einer tödlichen Krankheit erkrankt ist. Seine Reaktion: Ablehnung. Unter Schock wird dieser Mensch nach Hause gehen und sagen: „Das kann nicht wahr sein!“ Immer und immer wieder wird er das sagen.

Da er unter Schock steht, lässt er niemanden an sich heran. Er spricht einfach nicht darüber, als glaubte er, dass damit die Worte aus der Welt seien. Sein ganzes Wesen wehrt sich gegen die Verurteilung zum Tode. Er möchte sein bisheriges Leben weiterleben, möchte in den Zustand VOR der Krankheit zurück. Er kapselt sich ein, und das manchmal für sehr lange.

2. Die Phase von Neid und Zorn

Auf die Phase des Nicht-Wahrhaben-Wollens folgt die Phase des Ärgers, des Neids und des Zorns. Der Betroffene stellt sich die Frage: „Warum gerade ich?“ Da er den Tod bzw. die gestellte Diagnose, die Tatsache selbst nicht direkt angreifen kann, greift er alles an, was in seine Nähe kommt und richtet dabei seinen Zorn gegen all jene, die weiterleben dürfen wie bisher, gegen jene, die es nicht getroffen hat.

Seine Provokationen können manches Mal über das Maß des Erträglichen – für den Betroffenen selbst und für die anderen – hinausgehen. Sie fordern Grenzen heraus, einen Widerstand, jemanden, der den Mut zur Wahrhaftigkeit hat, mit ihm Klartext zu reden. Kein Belügen, kein Beschwichtigen, kein „Es wird schon wieder alles gut!“ wird dem Zornigen helfen. Es wird nicht wieder, wie es vorher war! Es gibt kein Zurück. Man kann nicht andere Menschen für das eigene Schicksal verantwortlich machen und strafen.

3.  Die Phase des Verhandelns

In dieser dritten Phase erkennt der Betroffene seinen bevorstehenden Tod zum ersten Mal als etwas tatsächlich und ernsthaft in Betracht Kommendes. Zum ersten Mal ermisst er, dass etwas zu Ende gehen wird, und er nichts daran wird ändern können.

Dennoch versucht er zu verhandeln. Er verhandelt mit den Ärzten um neue Medikamente, geht wieder in die Kirche, legt Gelübde und Versprechen ab: „Das will ich ändern, wenn ich nur weiterleben darf“. Er bittet um Aufschub und/oder möchte sogar „den Preis“ zahlen, aber nicht in der vollen Höhe. Das ist die Phase, in der nicht wenige Menschen bei Heilern, Wahrsagern und Scharlatanen vorsprechen, die ihnen nach dem Mund reden und sie um die wahre Chance des Wechsels bringen. Hoffnung heißt der Strohhalm, und manchmal entpuppt sich gerade diese Hoffnung als das allerschlimmste Übel.

4.  Phase der Depression

Das Verhandeln war nicht von Erfolg gekrönt. Die Hoffnung schwindet. Diese Phase ist eine Phase der Trauer! Der, der sich wird verabschieden müssen, blickt auf sein vergangenes Leben zurück. Er erinnert sich an alle schönen Dinge, die ihm in seinem Leben widerfahren sind und er trauert um den Verlust dieses Schönen (Erinnerungen, Eltern, Partner, Kinder, Freunde …). Er macht sich Sorgen über seine verbleibende Zukunft und die mit seiner Krankheit verbundenen Probleme. Wird er ohne Schmerzen sterben? Wird er in Würde sterben? Er bereut zurückliegende Versäumnisse, erinnert sich an negative Ereignisse und Probleme, die er jetzt nicht mehr lösen kann. Das weckt Kummer und Schuldgefühle. Die Einsicht, dass „alles seine Zeit hat“, ist schmerzhaft.

Die Depression äußert sich in innerer Leere, in Sinnlosigkeitsgefühlen und Lebensüberdruss. Doch selbst jetzt ist noch Hoffnung da. Der Betroffene hofft insgeheim wenn nicht auf eine Genesung so doch auf einen Stillstand seiner Krankheit, einen Aufschub. Wenn diese, meist unrealistischen, Hoffnungen nicht eintreffen, hofft er wenigstens auf ein gutes, möglichst schmerzfreies Ende (wenn nötig auch durch die Hand eines Mitmenschen) und auf ein besseres Leben nach dem Tod.

5. Phase der Akzeptanz

In dieser letzten Phase nimmt der Betroffene sein Schicksal an und willigt darin ein. Die Einsicht, dass es sich nicht lohnt, gegen Unveränderbares, Notwendiges, Endgültiges oder Unumkehrbares anzukämpfen, bringt Ruhe und Frieden mit sich.

Es werden jetzt unerwarteterweise neue, ganz ungeahnte Kräfte frei: eine von ihnen ist die Kraft, den eigenen Tod, die unheilbare Krankheit, die Trennung auszuhalten. Das Glück der Besiegten ist es, keine Hoffnung mehr zu haben, klingt zwar ein wenig negativ – aber der Satz sagt im Kern doch dies: wenn du aufhörst, falschen Vorstellungen von dir und der Welt und unrealistischen Hoffnungen hinterherzulaufen bzw. entgegenzuhoffen, kannst du endlich annehmen, was dein Schicksal ist, und dein eigentliches Leben beginnen.

Literatur:

Elisabeth Kübler-Ross, „Interviews mit Sterbenden“, Droemer Knaur, 2001, 364 S., ISBN-10: 3426870711, ISBN-13: 978-3426870716

 

II. Kübler-Ross und die Pluto-Konstellationen

1. Pluto in Aspekten zu Mond

Bei dieser Konstellation in einem Geburtshoroskop ist die Empfindung von einer ererbten Verneinung der Erfahrung der Fortpflanzung überlagert ; das Gebären wird von dem Verband (der Familienverband, aus dem man kommt) unterbunden; die Erfahrung steigt jedoch hoch, treibt aus der chronischen Verneinung und geht einher mit einer großen Intensität des Fühlens (Leidenschaftlichkeit).  Typischerweise wird die Welt der Mütter übernommen, und der Betreffende bleibt an der „Nabelschnur“ hängen.

Sobald der Lebensstau sich löst, ergibt sich die Bereitschaft zur Gebärsituation. Die Verneinung des Empfindens kann überwunden werden. Dann wird auch die Vorstellungswelt der Mutter verlassen. Dann jedoch wird man sich mit dem Ausgestoßenwerden auseinandersetzen müssen und können.

Ausgangspunkt bei Mond-Pluto ist Jupiter-Mond als die Verheißung eines beginnenden Lebens, jedoch ohne die Bestimmung der Fügung ohne Maß und Mitte; der Endpunkt ist Sonne-Pluto mit der Übernahme der fremden Mentalität, die keinen Platz in sich selbst lässt und schließlich zu Selbsteliminierung führt. Mitinbegriffen sind ebenfalls Jupiter-Sonne mit der ererbten Information, die Mutter habe auf eine Liebe verzichten müssen, damit in die Verhinderung hineingeboren. In der Schicksalsreihe ergibt sich Jupiter-Pluto, der auch die Lösung bringt: der Verband, in den hinein man geboren ist, trägt die Auflösung bereits in sich. In seiner Auflösung liegt die Chance, zum eigenen Lebensgeschehen zu finden.

2. Kind bzw. Gedanke

Ein Kind (Mond/Krebs/ das Empfinden) ist als Schutzbedürftiges seinen Ernährern ausgeliefert. Ein Kind mit der Konstellation Mond-Pluto würde in der einen oder anderen Weise die Erfahrung machen, dass seine Sicherheit solange gewährleistet ist, wie es sich anpasst. Die Anpassung ist  ihm jedoch nicht leicht gemacht, was der Mars im Krebs an der Spitze des 9. Hauses verrät.

Sehr schnell wird der Familie klar, dass die Werte dieses Heranwachsenden nicht die ihren sind. Man wird dieses Kind verachten, für seine Eigenarten strafen. Als Lebensgefühl, was sich in diesem Kind ausdrücken würde, entstünde ein Gefühl der Bedrohung. Wenn das eigene Leben, in Gefahr ist, kann man sich nie auf etwas konzentrieren, man muss immer in die Welt hineinhorchen, ob Gefahr droht. Uranus in 5 im Widder beschreibt die gggggAufhebung eines stabilen Lebensgefühls. Im Gegenteil, es ist zersplittert, nurmehr in der Bewegung ausdrückbar, weswegen sich dieses Kind würde unentwegt bewegen müssen. Könnte es dieses Gefühl beschreiben, wäre vermutlich die Empfindung einer Gespaltenheit und einer Nichtzugehörigkeit das Thema.

Fische  im 4. Haus und Neptun im Wassermann an dessen Spitze deuten Auflösung der Heimat an. Mehr noch: dieses Kind könnte zwei Heimaten haben, deren beider Gesellschaften/Kollektive es nicht akzeptieren. Es würde nicht – und dürfte auch nicht zur Erfüllung seiner Bestimmung – ein Haus bauen, um auf einem Stückchen Land Getreide anzubauen oder einen Garten zu pflegen. Wenn es das als Erwachsener dennoch tut, hat es sich unter das Kollektiv unterworfen und gleicht dem zuvor beschriebenen Fisch an Land. Dieses Kind würde spätestens mit 22 Jahren sein Zuhause, seine Heimat verlassen und in die Welt gehen, um sich seine eigene zu fügen. Seine Suche gilt einem Land „vor seiner Zeit“, weswegen es sich mit Vergangenem beschäftigen wird. Oder es wird zu einem Visionär, der sich eine neue Welt schafft, und seien es Fantasiewelten.

Das Geburtshoroskop eines Kindes zeigt die Situation der Eltern zur Zeit der Geburt an. Wäre dies ein Kind, dann hätten entweder der Vater oder die Mutter mit dem Kind einen Plan verfolgt. Skorpion-Aszendenten-Kinder sind häufig Geburten, die einem Zweck dienen, ihre Empfängnis ist in einem Kalkül herbeigeführt. In diesem Fall wäre sogar Demütigung im Spiel, in dem einer der beiden den anderen im Unklaren über seine wahren Beweggründe lässt.

Da dies jedoch kein Horoskop auf ein Kind, sondern auf einen Einfall ist, kann die Konstellation dahingehend gedeutet werden, dass bestehende und geschehene Demütigungen aufgezeigt werden. Mit der Sonne im Löwen in 9  wird in diesem Moment des „Einfalls“ eine Erlebniswelt zur Verfügung gestellt, dies auf der Basis von Struktur und Ordnung, was die Form angeht. Die jedoch ist noch nicht Gegenwart (Pluto in 2 im Steinbock, Saturn in 12). Der Ausgangspunkt sind persönliche Geschichten, die bereits geschehen sind, und die hier in einem Buch zusammengefasst werden. Sie erzählen von ungelebtem Leben oder von dessen Überwindung und werden damit vielleicht endlich „endlich“.

3.  Mars-Pluto/Überlauf von Pluto über den Mars

Die Konstellation ist eine der sichtbar Radikalsten. Sichtbar sage ich deshalb, weil sich auch hinter scheinbar weniger brachialen Kombinationen natürlich schwer aushaltbare Situationen und Ereignisse ergeben.

Zunächst denken wir an Unterwerfung der Mentalität unter eine fremde.  Menschen mit der Konstellation werden zu Austreibern des Verdrängten – die der Verband, in dem das Kind aufwächst, nicht duldet bzw. ausschließt. Dies geht mit brachialer Gewalt einher:  In Familien sind es schlagende Eltern. Ihr unbewusstes Ziel ist die Zerstörung der Form (des Kindes), wenn sie gegen das Prinzip (der elterlichen Vorstellung) steht.

Im Kind entsteht die Angst vor dem Bösen, während es gleichzeitig in der Fassade des Bürgerlichen aufwächst. Hinter dieser Fassade wird Verdrängtes versteckt. Das Verdrängte als das nicht-gehabte Ereignis, befriedigt sich im Bereich des Illegitimen; im Zwang des Bösen zu sein, macht böse. Menschen mit Mars-Pluto wiederholen wie zwanghaft  Vorgang um Vorgang (Tics, Stereotypen, usw.)  und verbrauchen sich darin. Sie lassen sich zu Handlangern instrumentalisieren.

In anderen Worten: Es besteht ein Missverhältnis zwischen dem Kind und Verband; das Kind stört die Interessenlage und wird angefeindet; wird für rechtlos erklärt und von den anderen Mitgliedern verfolgt und “getötet”. Im Kind entsteht Panik, die es fliehen lässt. Bleibt es jedoch im Verband, dann übernimmt es die Feindschaft gegen sich selbst: verhindert, zerstört alles, was entstehen könnte und wird Zeichen des (matriarchalischen) Kollektivs und muss in diesem untergehen (hierher gehört das Bild des Wolfs).

Ein Mars-Pluto, der glaubt, sich mit anderen Mars-Pluto zusammentun zu müssen, wird nicht frei, sondern er wird die Erscheinung weiterer Verhinderung. Kollektive gegen Kollektive heben Königreiche auf (er könnte bei Verlassen des Kollektivs König sein) und regeln in Vorgängen die Verteilung der Reviere (die Nationalsozialisten, und später deren „Gegner“) (vgl. weiter Döbereiner).

Die Rückseite eines Mars-Pluto ist Sonne-Neptun: der Betreffende ist zwar ein potentieller, aber verhinderter, König, der sich tarnen muss (Herodes-Komplex) und der sein Dasein (sein Geschehen als Leben) verstecken muss. Döbereiner (in der Münchner Rhythmenlehre) nennt dies die Königskonkurrenz; zu dieser gehören außerdem als Endkonsequenz Sonne-Pluto und Mars-Neptun. Es fehlen Uranus-Saturn-Jupiter, so dass die Vorstellung des Reinen im Neptun-Pluto zum Programm wird bzw. im Mars-Sonne zur Verneinung des Lebens als Geschehen der Gestalt zu Selbstvernichtung im Mord führt (Massentötungen/ethnische Säuberungen). Hilfreich ist hier, sich die Tagespolitik anzusehen, besonders mit Blick auf die Vorkommnisse in Syrien und im Irak.

Auf der körperlichen Ebene wird bei Vorhandensein von Mars-Pluto alles Parasympathische zerstört, denn in der Ausübung des Kollektivs hebt sich die Eigenständigkeit des Parasympathikus und des Vegetativen auf. Hier kommt zes jetzt zu Blockierungen mit Neigung zu Krämpfen und Koliken. Die Gefäßverengungen sind als Blockierung des Fluchtinstinkts zu sehen und es ergibt sich ein Bluthochdruck als Gefäßwiderstand. Die Lungen und die besonders die Bronchien sind belastet.  Es kommt zu nächtlichem Zähneknirschen. Epilepsie kann in diesem Zusammenhang als Krankheit der Besetzung eines Mars-Pluto gesehen werden, übrigens ebenso wie Scharlach.

 

Literatur

Wolfgang Döbereiner, „Der Wandel des Lebens im Tierkreis“, Mit Erläuterungen zur Verbunddeutung. Verlag Döbereiner, 480 S., geb., ISBN 978-3-927094-40-6

und

Wolfgang Döbereiner, Astrologisch-homöopathische Erfahrungsbilder zur Diagnose und Therapie von Erkrankungen, Verlag Döbereiner, 1986, 4. erweiterte Auflage, Band 1, ISBN 978-3-927094-11-6

 

 

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