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DIE ÄGYPTISCHE GEFANGENSCHAFT

„Keiner ist mehr verhindert als der Begabte.“ (W. Döbereiner)

Derzeit läuft Saturn in den letzten Graden des Skorpion, er wird am 16.9. endgültig seinen Gang durch den Schützen aufnehmen. Gleichzeitig läuft Pluto nach wie vor durch das Zeichen Steinbock, was heißt: die Qualität des Saturn-Pluto bleibt uns noch eine Weile erhalten und bestimmt unser mundanes Leben. Was die Konstellation an und für sich und im persönlichen Leben eines Menschen bedeutet, sei am Beispiel zweier Männer gezeigt:

Quelle: http://www.astroschmid.ch/bbb.php

Richard Burton, 10.11.1925, 23:00 Uhr OZ, Pontrhydyfen, WL

Im ersten Horoskop liegt eine Skorpion-Sonne in Haus 4 bei einem Löwe-Aszendenten vor. Der Verbund Schütze-Skorpion-Waage reicht vom II. Quadranten in den I. Quadranten, was die Ebene wie folgt festlegt: Hier trägt jemand einen seelischen Ausdruck in die Darstellung des 3. Hauses hinein.

Der Mann ist Schauspieler, in den 60er bis in die 80er Jahre waren die Medien und mit ihnen wir Zeuge seiner Selbstzerstörung und seiner Exzesse. 


Im zweiten Horoskop – zum besseren Verständnis und Vergleich – liegt eine Waage-Sonne mit einem Skorpion-AC vor. 

Stefan Raab, 20.10.1966, 10:00 UHR MEZ, Köln

Stefan Raab, 20.10.1966, 10:00 UHR MEZ, Köln

Die Sonne steht in Haus 11. Derselbe Verbund Schütze-Skorpion-Waage läuft aus dem I. Quadranten in den IV. Quadranten und in das 10. Haus hinein. Da wird eine reale Erscheinung einer Prüfung (im Sinne des Prinzips in Haus 12) unterzogen und das Ergebnis dieser Prüfung bringt eine Enttarnung bzw. eine Entlarvung hervor, die im 10. Haus bestimmend wird.

Dieser Mann blickt tief, redet Klartext und hat mit Autoritäten wenig am Hut. Geworden ist er ein Entertainer, ein („alberner“, veralbernder) Alleskönner im Fernsehen (aber das ist nicht alles).

 

Horoskop 1:

 

Nach der Verbunddeutung ist das Anfangszeichen von Burtons Verbund der Schütze. Der Schütze ist zuständig für die Gefüge, das Zusammenfügen verschiedener Vielheiten zu einer Anschauung der Welt. An der Spitze zum 5. Haus spricht er von aus der Fülle schöpfenden, erschaffenden Selbstausdruck, begeisterungsfähig, offen, bildungshungrig – mit einem Jupiter (gerade noch im 5. Haus schon am Übergang zu Haus 6)  im Steinbock: die Lebensumstände sind nach überpersönlichen Maßstäben ausgerichtet, persönlich (vom Subjektiv her gesehen) schwierige Umstände, schließlich doch „gut“ gefügt.

Der Lebensausdruck (5. Haus) als Geschehen und Erleben hat sich einem als Mangel (auch als Belastung) empfundenen Maß zu fügen. Die Aussteuerung des eigenen Lebens – einerseits immer wieder gelingend – ist im Wesentlichen eine Einschränkung des Ich-Empfindens. Saturn; zwar nicht zum Verbund gehörig – aber im 4. Haus im Skorpion, weist als Saturn-Mond eine Besetzung des eigenen Empfindens auf – im vorliegenden Fall offensichtlich maßgeblich durch die Mutter, die ihre Angst an das Kind weitergab. Die Lesart von Saturn-Mond spricht u.a. davon, dass die Mutter in der Vaterfamilie nicht angenommen ist, und dass das Kind in der Vorstellungsswelt der Mutter verbleiben soll. In vielen Fällen fällt die Mutter auch komplett aus, so dass keine Orientierung aus dem eigenen Empfinden heraus möglich wird. Für das Kind bedeutet dies: man sucht eine (Schein-) Geborgenheit in der Gefühlsübereinstimmung mit der Umwelt, um dem Druck zu entgehen. Man wird der Klassenclown. Der Saturn gehört zur Durchführung (im Skorpion)  – was deutlich besagt: hier albert jemand herum, um damit die nötige, aber nicht sicher gewährleistete Anerkennung zu erhalten.

Im Schützen in Haus vier steht Merkur. Das Prinzip des Zwilling ist das Aufsuchen neutraler, sachlicher Verhalte, gemeinhin in Form von Informationen, und die Analyse und Diagnose des Vorgefundenen. Im Schützen zielt diese in diesem Fall auf die „Studie“ einer sich aus vielen verschiedenen Elementen zusammensetzenden Empfindungswelt. Diese Studie ist wichtig insofern, als – ich greife voraus – Sonne-Neptun gegeben ist: die Person sucht nach Identitäten, in die sie hineinschlüpfen kann – in Ermangelung einer eignen, die verwehrt ist. 

Das Zeichen, das für die Durchführung in diesem Verbund zuständig zeichnet, ist der Skorpion. Insofern der Schütze fügt und vereinheitlicht und schließlich ein Gefügtes erschafft, ist es die Aufgabe des Skorpion zu prüfen, ob das Gefügte geeignet ist, ans Bewusstsein/ an die Gegenwart geliefert zu werden. Skorpion/Pluto sitzen an der Grenze zur Gegenwart, selbst noch im Gegenwartslosen und „hüten“ die Erfahrungen. Die Freigabe zur Auslieferung in die Gegenwart ist daran gebunden, ob das Entstandene die Grenzen seiner Bestimmung einhält.

Mit einer Sonne im Skorpion ist der Horoskopeigner ein Mensch, der hohe Prinzipien hat, hohe Ansprüche an sich und andere, gleichzeitig empfindsam und sensibel für jeden Verstoß gegen die Prinzipien (des Lebens!) Skorpion im vierten Haus und Pluto in Krebs bestätigen, dass es hierbei um das Leben als das Geschehen eines Einzelwesens, als Individuelles geht. Sie bestätigen die vorliegende Verneinung, die die eigene Mentalität verrät, ja, die sogar in Haus drei als Mars selbst mitbetrieben aufgeführt wird. 


Die Sonne im 5. Haus ist hervorbringend und erschaffend – tendiert aber als Skorpion-Sonne auch dazu, das Geschehen – anstatt es zuzulassen –  zu regeln und zu fixieren. Die Sonne hat ein Quadrat zu Neptun in 1 im Löwen: Dem Träger einer solchen Konstellation ist nicht erlaubt, König zu sein. Er muss durch viele Verhinderungen hindurch, will er zu seiner Eigenbestimmung kommen. Auf diesem Weg bekommt er „Rollenangebote“, in die er schlüpfen kann. Ohne sich dessen bewusst zu werden, führt dies zu einem (ungerichteten) Wunsch nach Rache: Mars in 3 in der Waage, ein hilfloser Mars mit einer Hemmung des Spontanen und des Impulses,

Sonne-Saturn in Haus vier: ein Zuhause, ein Heimatliches, in dem das Empfinden von Mangel vorherrschte. Weiter im Skorpion: die Vorstellung von Mangel ruft den Fleiß auf den Plan. Man glaubt, mit Anspannung bis hin zur Erschöpfung den Mangel ausgleichen zu können. Aus dem ununterbrochenen Tätigsein ergibt sich Verausgabung. Ist dieses Tätigsein nicht möglich, folgt der Zusammenbruch des Sympathikus und man wird überschwemmt von den Eindrücken. Sonne-Saturn spricht von einer nicht gehabten Kindheit mit viel Verantwortung bereits von Anbeginn an. Bei Sonne-Saturn fehlt es dem Leben an „Ursprung“. D.h. man kann davon ausgehen, dass er in dieser Linie der Familie verloren gegangen ist, was bedeutet, dass der Träger der Konstellation von vorneherein eine Fremdbestimmung mitbringt. In der Folge entsteht die Kompensation, dass man die Schicksale anderer übernimmt, um überhaupt ein Leben zu haben.

Das Endzeichen des Verbundes ist die Waage, die wiederum mit der Venus zurück in den II. Quadranten wirft. Venus-Saturn gleich zweifach, denn am MC steht der Stier (ebenfalls Venus-Saturn-Qualität): Venus in 5 ist erschaffend, und weist daraufhin, dass es um das Leben als Geschehen schlechthin geht. Zusammengefasst: Die Chance zum Gewinn an Eigenständigkeit bzw. Verrat an der Eigenart, weil das soziale Umfeld für ihre Erhaltung ungeeignet ist. Venus-Saturn macht geneigt, an Integration festzuhalten, da Angst vor dem Schritt ins eigene Leben besteht.

Richard Burton ist der Träger der „Königskonkurrenz“, die sich mit dem Endzeichen Waage (Venus in 5) und dem Mars auf 28° Waage alias Sonne-Saturn gegen die eigene Erscheinung richtet und dies auch darstellt. Man möge sich daraufhin einmal seine Filmographie ansehen. An vorderster Stelle „Cleopatra“ und seine Rolle als Marcus Antonius, über „Wer hat Angst vor Virginia Woolfe“ oder aber „Die Wildgänse kommen“, in denen es hauptsächlich um „Verrat“ geht. Burton spielt mit seinem „Talent“ meisterhaft die Rollen der Verhinderten und der „Könige, die nicht König sein durften“.

Die Konstellation Saturn-Pluto (Saturn in Skorpion, Pluto in Steinbock, sämtliche Aspekte oder Gruppenschicksalspunkte) besagt in einfachen Worten: Nach länger dauernder Gefangenschaft macht ein Geisel-/Entführungsopfer schließlich mit den Entführern/Geiselnehmern „gemeinsame Sache“, d.h. das Opfer baut ein emotionales Verhältnis auf, sympathisiert mit ihnen, es kommt sogar zur Kooperation. Bekannt sind derartige „Verhältnisse“ unter dem Begriff des „Stockholm-Syndroms“. 

Diese Konstellation – noch anders formuliert – zeigt an, dass hier jemand Opfer einer Besetzung und Gefangennahme wird und  mit der Zeit die Identität der Täter annimmt. Die Anliegen dieser Täter werden zu seinen – und meistens noch rigoroser als von diesen selbst vertreten.
 
Die Bezeichnung in der MRL ist „die ägyptische Gefangenschaft“. Saturn-Pluto ist Moses – er steht Pate für das Waisenkind-Syndrom, im Schilfkörbchen wird es ausgesetzt, weil es unerwünscht ist (also ohne Ursprung!), wird auf den Fluten des Neptun treibend gefunden. Das Kind kennt sein Schicksal nicht, wird in fremdes Schicksal geworfen oder von anderen bestimmt, ist einer, der seine eigene Natur nicht einfach so leben darf oder kann. Die eigene Verhindertheit wird  schließlich in Regeln, als Gesetz in Stein gemeißelt.

Horoskop 2:

Beiden Horoskopen ist der Saturn in 4 eigen. Doch in diesem zweiten Horoskop gehört er weder zum Verbund (Schütze-Skorpion-Waage) noch liegt ein Sonne-Saturn vor. Das Anfangszeichen Schütze nimmt den größten Teil des ersten Hauses ein, zeichnet also auch für die Erscheinung, das Aufscheinen als Person in der Realität zuständig. Eine „sprühende“ Persönlichkeit, mit einem Jupiter in 8 im Löwen. Da sind Verträge (als Bindung an das Begegnende) mit glücklicher Hand gemacht – und es geht vornehmlich um Erlebniswelten, die im Entgegenkommenden für den Entgegenkommenden gefügt werden (das Publikum). Die eigenen Startbedingungen sind oberflächlich gesehen mit dem Sonne-Jupiter gut gefügt, doch sagt die Erfahrung, dass die Ernte dieser Konstellation zwangsläufig über eine vorausgehende Verneinung läuft. Weshalb Jupiter auch in 8 steht, und nicht in 7 – im vorliegenden Fall ist die Person Träger eines familiären Modells.
 
Im Durchführungszeichen Skorpion, der deutlich zum Thema des Versunkenen überleitet, liegen Neptun und Merkur im 12. Haus. Neptun-Pluto, mit dem inbegriffenen Mars ist der „Königsstürzer“… der Neptun in 12 spricht von einem untergegangenen Prinzip, das im besten Fall zu heben, aber in jedem Fall zu benennen ist – Merkur in 12. Vor allen Dingen geht es bei dieser Konstellation um Richtigstellungen, um die Bereinigung des als Prinzip Vorgestellten. Was da im Verborgenen liegt, wird in seiner Verdrängtheit bestimmend. Der verhinderte Ursprung und das Durchbrechen des Verhinderten führen zum Lebensausdruck, der hier vorliegt. Man selbst wird zum Modell, lebt in den Wiederholungen dieses Modells.

In einem persönlichen Horoskop besagt die Konstellation: Angst vor Wechseln und doch Notwendigkeit zu Wandlung. Verständliche Flucht in kompensatorische Verhaltensweisen. Von vier nach zehn weist die Opposition von Saturn zu Pluto auf eine Identitäts-Überlagerung hin, die vor Misshandlung und großem Gewaltpotential nicht halt macht. Aber auch mundan ist die Gewaltbereitschaft unter diesem Signum gegeben und wird ausgelebt. Mars – als Anzeiger der Energieverwendung – steht im 9. Haus in der Jungfrau. Mars-Merkur ist spitzzüngig, skeptisch, zynisch. Mars in 9 schneidet ins Gefüge, zerschneidet Argumentationen und „funkt“ in die Funktionen der anderen.

Die Waage als Sonnenzeichen besagt, dass die Person im Ausgang der Aufdeckung steht und die Konsequenzen vertreten wird. Eine Waage-Sonne möchte Harmonie um sich herum. Sie versucht, zusammenzubringen, was sich nahezu gegenseitig ausschließt. Sie braucht die Begegnung; in dieser Begegnung steht sie mehr auf der Seite des Begegnenden als auf der eigenen. Die Waage hat eine Beißhemmung: Bevor sie ihre Grenzen eng zieht, lässt sie lieber zu viel an sich heran. Sie ist gehemmt, was die eigenen Impulse angeht – was sich umgekehrt in Empathie für andere zeigt, deren Interessen sie wahrnimmt. Impulshemmung gegen andere bedeutet, dass eine Waage nicht aggressiv handelt, wohl aber aggressiv denkt.  Im 11. Haus ist die Waage-Sonne unverbindlich, kühl-rational, über das einzelne Leben hinwegsehend. Sonne in 11 hält sich an der Peripherie auf – nicht im Zentrum. Der Wunsch nach Harmonie und Übereinstimmung steht gleichzeitig dabei im Gegensatz zu den übrigen Anlagen, die die Notwendigkeit zur Aufdeckung befördern. 

Auch der Wunsch nach Zugehörigkeit ist gegeben: Mond steht im 2. Haus im Steinbock, Saturn im 4. Haus in den Fischen. Zweifacher Mond-Saturn-Ausdruck in mangelndem Vertrauen in das eigene Empfinden, gekoppelt an das Bedürfnis zu Gefühlsübereinstimmung mit der Umwelt. Der Drang, sich als Klassenclown aufzuspielen, die Leute zum Lachen zu bringen und sie damit von sich eingenommen zu machen, besteht.
Im 2. Haus möchte Mond die existentielle Sicherheit, wie auch die Akzeptanz in Gruppen und Verbänden. Doch die wird nicht ohne Weiteres gewährt, es sei denn, man macht sich dienstbar. Die Arbeit am Sozialen wird angeboten, man tut Dienst dort, wo man nicht zuhause ist und mentalitätsmäßig nicht hingehört. Doch da man sich nicht traut, die eigene Identität zu leben, versteckt man sich in der Gemeinschaft. Zusammen mit der Waage-Sonne und der gegebenen Saturn-Uranus-Opposition kann es zu Arrangements und Formalharmonie ohne Eigenentwicklung kommen. Allerdings auch: Chance zur Erlangung der Eigenständigkeit.

Aus dem Leben: Stefan Raab moderiert seit März 1999  Sendung TV total auf  ProSieben. Im Mai 2000 nahm er am Eurovision Song Contest teil. Sein Beitrag mit dem Titel Wadde hadde dudde da? erreichte Platz fünf und sorgte für allerlei Aufregung unter den Konservativen der öffentlich-rechtlichen deutschen Wahrnehmung. Im September 2000 produzierte er die Single Ho mir ma ne Flasche Bier (Stimme des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder im O-Ton). Die Liste der aufsehenerregenden innovativen Fernseh-Shows und Gags ist lang. Raab hat eine Metzgerei-Lehre mit dem Gesellenschein abgeschlossen, hat seinen Wehrdienst in Köln absolviert und erhielt 2013 den deutschen Comedypreis. Raab hatte zahlreiche Klagen am Hals: des Öfteren wegen Beleidigung und Verletzung von Persönlichkeitsrechten.

Saturn-Uranus-Pluto

 

Das mehrfach genannte Modell geht im Horoskop von Stefan Raab als Pluto-Uranus-Saturn von 4 nach 10. Mundan – unabhängig von individueller Häusereinteilung – ist die Konstellation kennzeichnend für eine ganze Generation von in den Jahren 1965-1968 geborener Kinder: Uranus für Drang nach Neuem und Aufbruch, Erneuerung; Pluto für die Wandlung, aber auch den Zwang zur Verweigerung, Saturn für Ausdauer, aber auch für Erhaltung des Altbewährten und Hemmung. Hier werden alte Lebensentwürfe und Vorstellungen in Frage gestellt und etwas, das bis jetzt wie in Stein gemeißelt schien, kann aufhoben und entkernt werden.

Hier liegen Demütigung und Unterwerfung zugrunde, es gibt Täter und Opfer. Der Aufbruch geht mit Schmerzen einher; die Schrecklähmung, in die sich das Kind (das Opfer) mit Saturn in den Fischen vergraben hat, bedeutet seelische Starre, in der es der fremden Mentalität erlaubt hat, es zu übernehmen. In der Bewusstwerdung müssen Schmerzen des Erwachens, auch des (vermeintlich begangenen) Verrats an sich selbst, ertragen werden. Man muss ein unheimliches Wagnis eingehen: niemand kann sagen, ob der Aufbruch Besserung im Sinne von „Glück“ bringt.

Derzeit leben wir erneut unter einer Uranus-Pluto-Konstellation in Form eines Quadrates. Die extreme Vorstellungsgebundenheit – es hebt sich die Vorstellung aus dem Subjektiven heraus, hebt sich von Empfinden und seiner Orientierung ab, so dass Vorstellung und Wirklichkeit auseinanderfallen, und eine Täuschung entsteht. Eine Erfahrung der Lebensgefahr wird wegen ihrer Ungeheuerlichkeit im Empfinden nicht zugelassen.


Bei gleichzeitig gegebenem Saturn-Pluto entsteht eine gefährliche Kombination. Wolfgang Döbereiner formulierte dies in seinen ‚Erfahrungsbildern‘ so:


„Hier treffen die „Wächter der Erfahrung“ und der „Hüter der Wirklichkeit“ zusammen und führen damit zu dem Zwang zur, auch gegen die eigenen subjektive Triebe bzw. gegen die Zwecke des Egos gerichteten, Wahrhaftigkeit.“


Die großen Schattenthemen der Vereinigung von Pluto und Saturn sind: 
Macht und Staat, Prinzip und Regelung und Fanatismus und Autorität. Uranus ist geneigt, dieser unguten Vereinigung eine Bombe ins Fenster werfen und mit seiner explosiven Kraft die Früchte des Zorns entweder ihres Bodens zu berauben oder aber erst recht richtig anzufeuern. Viel Zorn ist da – Uranus im Widder ist kriegerisch und entfesselt, unpersönlich und ideologisch. Wir brauchen nur in die Medien zu schauen und werden gewahr, wie sich dieses alles äußert. 

2013 sagte der kürzlich verstorbene Egon Bahr vor Schülern:

 „Es kann Krieg geben.“

„Hitler bedeutet Krieg“, habe sein Vater 1933 zu ihm gesagt. Als Heranwachsender habe er das nicht geglaubt. Und so sei das jetzt wieder: „Ich, ein alter Mann, sage euch, dass wir in einer Vorkriegszeit leben.“

 

Saturn-Pluto-Uranus ist eine Konstellation, die der, den sie trifft, der sie trägt, von den Vorvorderen übernommen hat. Er selbst hat sie nicht verschuldet – aber er muss sie leben, erleiden, aufdecken und  – die Gefangenschaft ablegen und  hernach anfangen zu leben.

Manche schaffen es, manche nicht. Manchen ist es gegeben, eine glückliche Kompensation in der Hinterhand zu haben, anderen nicht.