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DER STILLE FREUND

„… Der Mensch lebt durch das, was ihn vernichtet. Er ist noch nicht einmal eine Insel, wenn überhaupt, ist er eine vorübergehende Erscheinung. Er ist noch nicht einmal eine Nußschale – von der Jung redet – auf dem Wasser. Noch nicht einmal die ist er, sondern er ist nur ein Aufscheinen. Aber dieses Aufscheinen im Bewußtsein, – das nimmt er ernst, aber nicht seine Relation. Sicher, man muß versuchen, sich dessen klar zu sein….“[1]

Gustavus Theodore von Holst[2] ist am 21. September 1874 in Cheltenham geboren und am 25. Mai 1934 in London gestorben. Er ist einer der bedeutendsten englischen Komponisten – in Deutschland wird er eher selten aufgeführt – und doch eher unbekannt. Er hatte bereits in der Schule als Autodidakt mit dem Komponieren begonnen, seine ersten Werke wurden von Dorfchören aufgeführt. Im Alter von 17 Jahren bewarb er sich bei Charles Villiers Stanford, um das Komponieren professionell zu lernen. Zwei Jahre später (1893) bestand er die Aufnahmeprüfung für die Fächer Komposition und Posaune.

Bekannt geworden ist er mit „The Planets“, aber er wurde offensichtlich mehr als unterschätzt. Am heutigen Sonntag drängte er sich ins Bewusstsein – als wir über „das Böse“ sprachen, das – wie Herr Döbereiner formulierte –  nicht personal ist, sondern das Personale ist das Werkzeug des Bösen, das es an sich gibt. Nachdenken über das Aufscheinen als „kleines Leben“: 

Vor drei Jahren hatte ich angefangen, über die Komponisten zu schreiben. Gut Ding will wirklich Weile haben. Die Aufsätze harren noch der Überarbeitung. Aber hier teile ich einen Ausschnitt (Der Stille Freund und das Nichts) zum Leben, Werden und Werk des Komponisten. Anlass ist kein Jahrestag, kein Geburts- oder Todestag, sondern einfach nur Nachdenken über die Vergänglichkeit des Lebens und darüber, wie wichtig sich manche doch nehmen, sich überschätzend und ein Werkzeug des Bösen. Holst war übrigens keiner von denen. 

„Denn Sie wissen selber, daß gerade dumme Personen in einer so ungeheuren, ich möchte fast sagen, genialen und virtuosen Weise das Böse tun können. Man kann sich das überhaupt nicht erklären, daß eine so dumme Person so ungeheure Leistungen vollbringen können sollte. Das ist überhaupt nicht drin.“[3]

 

[1] WD, Flumserberger Seminar, 26. August 1985

[2] Bildquelle: wikipedia

[3] WD, ebd.