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ASTROLOGISCHE FRAGMENTE XXXIV

Von Chris McKenna (Thryduulf), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=226290

DER EINSTURZ DER FIRTH-OF-TAY-BRÜCKE

Die Firth-of-Tay-Brücke ist eine über dreitausend Meter lange Eisenbahnbrücke in Schottland über den Firth of Tay zwischen den Bahnhöfen Wormit und Dundee. Die darüber führende zweigleisige Eisenbahnstrecke Edinburgh–Dundee verbindet Edinburgh mit Dundee. Die Brücke wird Tay Rail Bridge genannt, im Gegensatz zur Straßenbrücke, der Tay Road Bridge, die etwa zwei Kilometer östlich liegt. Die erste Brücke wurde zwischen 1871 und 1878 errichtet. Am 28. Dezember 1879 kam es zu einem Eisenbahnunfall mit einem Teil-Einsturz der Brücke.

Am Abend des 28. Dezember 1879 überquerte ab 19:14 Uhr der Schnellzug („Mail“) von Edinburgh nach Dundee während eines Orkans mit einer Sturmstärke von 10 bis 11 auf der Beaufortskala die Brücke, deren Mittelteil gegen 19:17 Uhr einstürzte, als der Zug ihn befuhr. Vermutlich 72 Passagiere und 3 Bahnbedienstete starben. Es gab keine Überlebenden.

Quelle: Unbekannt – http://digital.nls.uk/74585164, PD-alt-100, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=6889786

[Zwei] Berichte kamen […] übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass eine ganze Reihe von Konstruktionsfehlern, Ignoranz und Schlamperei während der Bauausführung und eine mangelhafte Wartung zum Einsturz der Brücke geführt hatten. Hinzu kamen Managementfehler der North British Railway, die keine Konsequenzen daraus gezogen hatte, dass sich Teile von der Brücke gelöst hatten.

Die Ursachen des spektakulären Großunfalls waren in der Folgezeit immer wieder einmal Gegenstand der Diskussion und erneuter Untersuchung. Hauptursache aber waren die Konstruktionsmängel der Brücke und der Einbau fehlerhafter Teile.

Sir Thomas Bouch [leitender Ingenieur und später für seine Leistung zum Ritter geschlagen] erkrankte in der Folge der Ereignisse und starb am 30. Oktober 1880, nur 10 Monate nach dem Unfall. Den bereits eingeleiteten Zivilprozess gegen ihn erlebte er nicht mehr. [Quelle: wikipedia]

Zwei Horoskope: Das erste auf den Tag der Jungfernfahrt des Eröffnungszuges: 26. September 1877 (hier auf Sonne am MC), die Bauarbeiten waren anschließend im Frühjahr 1878 abgeschlossen, und der fahrplanmäßige Betrieb wurde am 1. Juni 1878 aufgenommen.

Das zweite Horoskop ist das des Unglückszeitpunktes: 28.12.1879, 19:17 Uhr auf Wormit/Schottland gerechnet. 

Was wird hier ausgeworfen?

Nehmen wir die Verbunddeutung. Am Tag der Jungfernfahrt steht die Sonne auf 3°28′ Waage und legt den Verbund Schütze-Skorpion-Waage fest. Die Sonne steht im Endzeichen und hat einen Merkur bei sich. Etwas Geregeltes wird öffentlich (Waage) und Gegenwart. Soweit sind wir noch nicht. Wir müssen zum Jupiter „zurück“ und der steht im ersten Haus im Ausgangszeichen Schütze, ziemlich gradgenau auf einem Mond-Neptun-GSP. Gefügtes, Zufügendes auf dem sensibleren Geschlechtsunterlegenheits-Punkt. Mond-Neptun ist die Konkurrenz zwischen Gleichgeschlechtlichen, wir müssen später schauen, was Mond und Neptun hier zu sagen haben.  Im ersten Haus ist Jupiter, der Glorreiche, der Hoffnungsträger konkret, wenn auch noch nicht vollends in Erscheinung getreten. Der Bauplan ist auf dem Weg in die Durchführung, weist ein Spiegelquadrat zu Sonne und Merkur auf. Eine verdeckte Komplikation, die die Ausführung betrifft. In der Durchführung, die unter Plutos Fittichen läuft, steht die Venus gradgenau auf einem Sonne-Pluto-GSP. Das, was da in die Öffentlichkeit gelangt, glänzt und birgt ein machtvolles Bild. Aber auch ein Bild der Erstarrung, denn das fließende Leben wird angehalten. Sonne-Pluto ist das Aufhalten von Entwicklung, das Verharren in einem einmal erreichten Zustand. Für eine Brücke und eine Eisenbahn natürlich nichts Schlechtes. Sie müssen ja nachgerade stahlhart und fixiert bleiben. Heißt aber auch: wenn es die Umstände erfordern, kann sich dieses Entstandene (im 11. Haus: es ist zum ersten Mal da) nicht verändern, die Veränderung ist mit eingefroren. Doch was macht Pluto, der Denkcontainer, das Programm hinter dem Plan? – Er steht im Stier (damit ist zweimal Venus-Pluto gegeben) und außerdem auf dem Merkur-Uranus-GSP. Merkur-Uranus, das Zersplitterte, das Nicht-Entschiedene und Zwischen-den-Stühlen-Sitzen.  Pluto steht in den Umständen, im 6. Haus und fixiert wiederum. Als Pluto im Stier sitzt er auf dem Boden der Erscheinung, Stier als Land, 2. Haus die Landschaft, in Haus 6 die Nutzlandschaft. Im Quadrat zu Uranus im Löwen verdrängt er Ursprungs-Daseins-Welten. Uranus auf Sonne-Jupiter: umjubelt, eine gutgefügte Aufhebung.

Für die einen ist die „Aufhebung“, die Heraushebung und Herausführung aus der Enge der geschlossenen Identifikationswelt eine Katastrophe, für andere wiederum ist es der Aufbruch in eine neue Qualität. Uranus ist auch Bringer des „Fortschritts“, insbesondere der Technologie, mit Merkur zusammen (dem Zwillinge-Merkur) ist er der Fortbewegungsbringer, der die Maschinen zur Überwindung von Entfernungen gewährleistet. Es schwingt über den Merkur-Uranus-GSP (Sprung aus der Kontinuität, jähe Handlungen, unterbrochene Bewusstheit) auch der Saturn-Uranus mit: hier stehen zwei Phasen unversöhnlich aneinander. Die eine löst die andere ab, die andere will nicht abgelöst werden. Stillstand und formales Arrangement, obwohl die Schicksalsform nicht dem Ursprung entspricht. „Schuss und Knall“ – heißt es, oder der Umbruch wird mit der Tradition zusammengebracht, was zu weihevollem Gehabe führt. Unvereinbar ist hier etwas, und das Ergebnis ist wiederum eine Erstarrung. Saturn-Uranus sind in der Erscheinung die Vereinigung von Merkur und Venus. Saturn-Uranus ist im AC gegeben (insofern können wir ein Horoskop auf  Sonne am MC schon heranziehen, denn es gilt für den gesamten Tag) mit den 1°12′ in Konjunktion zu 1° Schütze. 

Die Venus in der Skorpion-Durchführung hat eine Opposition zu Neptun ebenfalls im Stier. Auf den 7° findet sich der Saturn-Mondknoten-Punkt (dort steht übrigens heute am 30.12.2020 auch Uranus). Eine Ballung verschiedener Inhalte: Auflösung einer Form (Venus-Neptun), die Begegnung mit dem Tod in der Durchführung der Form, die Aufhebung von Gegenwart bzw. die Rückführung auf einen Zustand der Vorgegenwart. Neptun steht im 5. Haus und noch ganz knapp unter der Herrschaft von Mars. Spitze Haus 5 ist Widder auf 29° und Mars steht in Haus 3 in der Darstellung bzw. als Zwillinge Haus: Ausüben einer „Mangelfiguration“ (Steinbock in Haus 2: das maßstäbliche Revier, bei dessen Verneinung Mars zum Rächer wird). Mars-Neptun. Saturn in den Fischen – eine Konkurs-Facette mitten in einem Ambiente von Jupiter-Uranus, dem gutgefügten Fortschritt, dem aber möglicherweise das Maß der Bestimmung fehlt, der ihm sodann als Merkur zur Seite gestellt wird.

Viele kreiden den Deutungen der Münchner Rhythmenlehre an, sie seien zu negativ. Man könnte auch sagen: die gewollt positiven Deutungen bestimmter Konstellationen bringen uns aber nicht weiter, wenn wir Katastrophen wie die vorliegende betrachten. Denn es hat einen Grund, warum es zur Katastrophe kommt.

Jupiter-Uranus setzt Anfänge von großen Unternehmen, eine Tradition entsteht, der sich dann Einzelleben zu unterwerfen haben, oder sich bereits unterworfen haben. Glücklich der, der in der Hierarchie oben steht, unterworfen der, der unten steht. Saturn und Mars gehen eine weite Konjunktion ein und bedeuten auch hier, dass es um einen Existenzkampf geht, widerstandsgebundene Energie heißt es: mit Vollgas und bei angezogener Handbremse geht es voran, und das ist das Bild, das in die Darstellung gelangt. Beherrscht wird dieses Bild nochmals von Uranus im Löwen, der eine Spiegelopposition zu Neptun beinhaltet. Das Erschrecken vor dem Wirklichen, vor der Erkenntnis einer Wahrheit, die man nicht zulassen kann noch will.

Der Krebs und der Mond gehören zwar nicht zum Verbund, aber der Krebs ist wesentlich, denn er leitet vom 8. ins 7. Haus der Gegenwart über. Was kommt also in die Gegenwart bei dieser Jungfernfahrt (die Jungfer, bzw. die Entjungferung): ein Mond exakt auf der Grenze von Haus 5 (das die Auflösung von Dasein als Neptun enthält) und Haus 6 auf 17°24′ Stier und in Spiegelopposition zu Venus. Die Versorgung des Einzelwesens, des Lebens, die (Ver–)Sicherung von Territorien und Menschen darin, es geht um Ernährung und auch um Partnerschaften, die hier geregelt werden. Sonne-Merkur in Waage: die geregelte Begegnung bei gleichzeitiger Aufgabe natürlich bestehender Unterschiede.

Wormit und Dundee sind die beiden Städte/Orte, die durch den Bau der ersten Brücke verbunden wurden. Die Ortschaft auf der Südseite wurde nämlich durch die Brücke Einpendlern nach Dundee als Wohnstatt möglich. Vorgeblich war Wormit die erste elektrifizierte Ortschaft Schottlands. Zunächst lieferte ein Windrad Energie, das später durch eine Dampfmaschine ersetzt wurde. Der Name des Ortes rührt vermutlich von der Pflanze Beifuß her: Artemisia absinthium. Daraus wird Absinth bzw. Wermut hergestellt. Dass diese Pflanze dort heimisch ist, spricht für einen trockenen, stickstoffreichen Boden. Als Medizin wird Beifuß bei Dyspepsie, als Bitterstoff gegen Appetitlosigkeit, bei verschiedenen Infektionskrankheiten, Morbus Crohn und IgA-Nephropathie eingesetzt. Stichwort Bitterkeit. Das Kraut als Heilkraut wird von Homöopathen wie einigen Astrologen (vgl. Hannelore Goos, Lexikon der astrologischen Zuordnungen Band 3: Pflanzen – Steine – Düfte) den Planeten Sonne, Merkur,, Mars und den Tierkreiszeichen Zwillinge, Krebs, Skorpion und Fische zugeordnet.

Dundee auf der Nordseite wiederum ist die viertgrößte Stadt Schottland. Der Name stammt aus dem Gälischen Dùn Dèagh, „Burg am Tay“ (der Namensteil Dùn (Burg, Befestigungsanlage) kommt in schottischen Ortsnamen häufig vor).

Im Jahr 1303 wurde Dundee von den Engländern unter Edward I. (genannt „Der Hammer der Schotten“) zerstört, sämtliche historischen Dokumente, die in der Kirche in Sicherheit gebracht worden waren, wurden vernichtet. Auch während der folgenden Jahrhunderte wurde Dundee immer wieder von den Engländern geplündert.

Von alters her war die Fischerei ein Haupterwerbszweig der Stadt, was dazu führte, dass die Dundee Whale Fishing Company 1756 eine der größten Walfangflotten hatte.

Später wurde Dundee vor allem bekannt wegen seiner Juteindustrie. Diese entwickelte sich im Gefolge dieser Walfänge. Die Walfanggesellschaft lieferte Walöl für die Lampen der Stadt. Im frühen 19. Jahrhundert fand man heraus, dass man Jute, die aus Indien importiert wurde, mit Walöl behandeln und dann zu festen Stoffen verarbeiten konnte, die für vielerlei Produkte, von Säcken bis hin zu Teppichen, verwendet wurden. Dundee entwickelte sich zu einem Weltzentrum der Juteverarbeitung. Infolgedessen wuchs die Stadt im 19. Jahrhundert innerhalb von nur 50 Jahren von 35.000 auf 130.000 Einwohner. Auch heute gibt es in Dundee noch Textilindustrie, aber nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Nachfrage nach Jute so weit zurück, dass viele Betriebe geschlossen werden mussten.

Die Spezialität, die man vor allem mit Dundee verbindet, ist Marmelade. Die Gegend um Dundee eignet sich besonders für den Obstanbau, und in der Stadt gibt es eine nennenswerte Konservenindustrie.

Die Orangenmarmelade wurde in Dundee von der Kaufmannsfrau Janet Keiller „erfunden“. Sie kochte Bitterorangen, die aus Spanien geliefert wurden und die niemand essen wollte, mit Zucker ein, bis daraus ein wohlschmeckendes Kompott, die berühmte schottische Orangenmarmelade, wurde.

Man spricht in Großbritannien davon, dass Dundee von den drei „J“ lebt, Jute, Jam (Konfitüre) und Journalismus. Letzteres spielt auch heute noch eine wichtige Rolle. 2005 feierte das Verlagshaus DC Thomson & Co. sein hundertjähriges Bestehen. Die Firma veröffentlicht neben einigen bedeutenden Zeitungen, wie The Sunday Post und The Courier vor allem Comics, Zeitschriften und Kinderliteratur.

Seit 1878 ist Dundee Sitz des Bistums Dunkeld der Römisch-Katholischen Kirche. [wikipedia]

Die Mündung des Tay-Flusses bildet im Norden Schottlands einen Fjord, der bei Dundee tief ins Binnenland einschneidet und ein natürliches Hindernis auf dem Weg nach Süden in Richtung Edinburgh darstellt. Ausgelöst durch die industrielle Revolution wurde das Schienennetz Mitte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien immer dichter und der wirtschaftliche Druck, eine schnelle Eisenbahnverbindung zwischen Edinburgh und Dundee herzustellen, wurde immer größer.

„Tand, Tand – ist das Gebilde von Menschen Hand“ (Theodor Fontane)

Die ausgewählten Textstellen können vielleicht einiges vom Hintergrund des Lebensbereiches, der Lebenswelten rund um die Taybrücke aussagen. Grundsätzlich können wir astrologisch noch nach der „Brücke“ fragen. Eisenbahn wie Brücke gehören in die Analogie des Saturn-Uranus. Vor dem Hintergrund der Reviervertreibung Mars-Neptun, s.o. (und wir stehen derzeit in diesem Horoskop mit 10 Jahre/Haus im Phänomensrhythmus auf diesem Mars, mit 1°/Jahre auf 24° Widder alias Mars-Venus-GSP). Ein Brückenbau geht nicht, ohne dass man Land und Reviere „einnehmen“ muss, um es bebauen zu können. Allerdings ist ein Brückenbau unter Saturn-Uranus immer gefährdet. Hier liegt ein Venus-Neptun vor, der Mars-Neptun ist – wie gesehen – enthalten, und in der Waage sehen wir den Merkur als Merkur-Venus. Dass die Brücke bei einem Gewitter (Saturn-Uranus) zusammenbrach, lesen wir allenthalben, und ob sich das im Horoskop finden, schauen wir anschließend:

Ein Schnellzug („Mail“) der North British Railway verließ um 16:15 Uhr den Bahnhof Edinburgh Waverley nach Dundee. Er führte sechs Personenwagen, die von einer 2-B-Schnellzuglokomotive mit Schlepptender gezogen wurden. An der Blockstelle südlich der Brücke nahm der Lokomotivführer den „Token“ entgegen. Der Blockwärter telegrafierte seinem Kollegen auf der Nordseite um 19:14 Uhr die Zugdurchfahrt. Für 19:20 Uhr war die Ankunft in Dundee vorgesehen.

Am Firth of Tay herrschte an diesem Abend ein Sturm, der gegen 19 Uhr seinen Höhepunkt erreichte. Die Windstärke wurde auf 10 bis 11 auf der Beaufortskala geschätzt. Auch soll an jenem Tag eine zu schwere Lokomotive auf der Brücke im Einsatz gewesen sein. (Quelle: wikipedia)

Am Tag des Unglücks stand die Sonne auf 6°44′ Steinbock (auf 7°30′ liegt der Sonne-Uranus-GSP mit der Gefährdung und der Bedrohungsangst des Lebens). Zuständig ist also der IV. Quadrant, beginnend im Fisch mit der Sonne im Endzeichen Steinbock. Bei der genau bekannten Uhrzeit wissen wir, dass die Sonne im 5. Haus steht, und dass der Verbund im 9. Haus beginnt. Das Anfangszeichen trägt wie bei der Jungfernfahrt den Jupiter. Er steht auf einem Mars-Jupiter-GSP (auf Fahrt mit einer energiereichen Botschaft) und in Opposition zu Uranus in der Jungfrau in Haus 2 (herausgehoben aus den Umständen im Revier). Uranus ist auch für die Durchführung zuständig, doch noch sind wir bei Neptun. Der steht als Herrscher über das Gefügte – Wasser ist ebenfalls enthalten – im 10. Haus bei Mars im Stier. Ein Reviereindringling, eine Revierverletzung wird bestimmend, ein „Zorn“ über das verlassene Maß ist – da im 10. Haus und aus dem MC – das Ergebnis wie auch Ausgangslage. Mars-Neptun ist die Auflösung der Existenzgrundlage, einhergehend mit einer Unfähigkeit zur Reaktion und damit zur Rettung. Mars-Neptun ist auch die Prinzipienlosigkeit, d.h. die Ausführung des fehlenden Prinzips (der Gestalten des Lebens).

Das Geschehen spielt sich auf der Ebene des Löwen ab: es geht also um den II. Quadranten, damit um Subjektives, um Einzelleben, Individuen, die Sonne in 5 zeigt dies ebenfalls (mit 1°/Jahr stehen wir im Phänomensrhythmus auf dieser Sonne; im Fügungsrhythmus kommen wir auf 25° Fische alias Uranus-Neptun). Sonne und Mond bilden eine Opposition, was immer Hinweis darauf ist, dass hier eine Irritation im Verhältnis von Vater (Sonne) zu Mutter (Mond) bzw. Erwachsenenwelt und Kindeswelt irritiert ist. Beide verbindet auch noch Saturn im Widder mit jeweils einem Quadrat. Seelische Energie wie auch innere Bilder und der Lebensausdruck interferieren miteinander und schließen sich aus. Bleibt bzw. entsteht die Unheilheit. Das zu Beschützende ist schutzlos ausgeliefert. Diese Einzelleben, von denen wir hier ausgehen können, die Zugpassagiere, sind dem IV. Quadranten, hier dem Steinbock, ausgeliefert. Saturn (auf 9° Widder) weist nochmals auf den Uranus-Pluto hin, der bereits bei der Jungfernfahrt als Quadrat gegeben war: Der Prüfer zur Auslieferung an die Gegenwart (Pluto) und der Trenner in Raum und Zeit (Uranus) – der Hinweis darauf, dass hier eine Fügung getätigt wurde, die nicht aus Bestimmung einer Gestalt hervorgeht, sondern die einer Vorstellung entspricht. Etwas Nicht-Gewachsenes. Diese Vorstellung ergreift vom Leben Besitz, ist quasi eine Trauma-Folge nach einem schrecklichen Ereignis. 

Der Mond steht zwischen dem Sonne-Uranus-GSP von 7°30′ und dem Uranus-Pluto-GSP auf 9°, ein „Größenwahnsinn“ und die Verdrängung aus dem Ursprung stehen also in diesem Moment des Absturzes und Zusammenbruchs der Brücke Pate. Uranus ist der Durchführer: im zweiten Haus hebt er aus den Schienen, die zu seinem Umfeld wie auch den Umständen gehören. Die Umstände ändern sich jäh, das Veränderliche bricht herein und beides entfügt das Gefährt. Jupiter-Merkur und Uranus sind miteinander in Opposition und Quadrat verbunden. Merkur steht im Schützen ebenfalls im 5. Haus, ablaufmäßig nach dem Steinbock, man könnte sagen: in Einzelteile zerfallen und fragmentiert. 

Fragmentarisch lasse ich einige Absätze aus. Komme aber noch zu Thomas Bouch, dem leitenden Ingenieur beim Bau dieser ersten Brücke. Es hat ja immer einen Sinn, warum es zwischen zwei Orten KEINE Verbindung gibt. Wenn diese nun einer Vorstellung von Verbundenheit aus bestimmten Zwecken gebaut wird, ist sie nicht im Einklang mit der Gewachsenheit des Ortes, und die beteiligten Orte werden bei der ersten Zerreißprobe wieder auseinanderfallen wollen. 

Geboren ist der Mann am 25.2.1822 in Thursby, England mit einer 6°-Fische-Sonne (am Einsturztag stand der Jupiter auf 8° Fische, d.h. er war zwischen der Jungfernfahrt und dem Einsturz vom Schützen durch den IV. Quadranten gelaufen und erst kürzlich über Bouchs Sonne hinweg) und einem Venus-Merkur-Pluto-Stellum in den Fischen. Das weist auf Uranus-Saturn hin (als Rückseite von Venus-Merkur) und auf Venus-Pluto (ist im Jungfernhoroskop gegeben und als Uranus-Pluto in beiden Zeichen bzw. Fanal) und Merkur-Pluto als Zwangsneurose. Der Mann hat ebenfalls ein Mond-Jupiter-Saturn-Stellum im Widder. Jupiter-Saturn, fast in Konjunktion, ein Monarch, eine „Leuchtgestalt“ (er wurde ja auch geadelt) – allerdings mit Fische-Sonne und Mars im Löwen eher vertrieben, also ein König unter den Missachteten. Fast schon unheimlich: Neptun-Uranus im Steinbock auf 6°. Exakt dort steht die Sonne am Tag des Brückeneinsturzes. Später stellte sich heraus, dass unter den 75 Toten, von denen etwa 29 nie geborgen werden konnten, auch sein Schwiegersohn war.

Am 28.12.1879 war Bouch 57 Jahre alt. Eigentlich ein „Glückstag“ – denn der laufende Jupiter stand – wie bereits gesagt – über seiner Sonne. Doch hier war das „Glück“ auf Seiten seiner Schocklähmung, einem Kindheitsereignis oder einer ererbten Erfahrung Vorvorderer, das sich einen entsprechenden Inhalt in der Gegenwart suchte. Der laufende Uranus nämlich stand in Opposition zu dieser Sonne in den Fischen, und der laufende Pluto im Quadrat zu seinem Mars im Löwen (GSP Sonne-Jupiter). Wen nimmt es Wunder, dass Bouch sich von diesem Einsturz, der ja ihn als Person selbst nicht betraf, nicht mehr erholte und er schwer erkrankte. Nach den Untersuchungen zur Entstehung des Unglücks war er ein geächteter und gebrochener Mann. Lesen wir zu seiner Person:

Als 17-Jähriger entschied er sich für den Berufsweg eines technischen Konstrukteurs, mit Abschluss der schnell durchlaufenen Lehre war Bouch so kompetent, dass er die Leitung einer Bautruppe übernehmen konnte. Damals boomte die Bautätigkeit an Eisenbahnstrecken, und er arbeitete vor allem an kleineren Strecken in Nordengland. Mit etwa 18 Jahren, ab 1840, war er mit dem Bau der Weardale Railway beschäftigt, anschließend wurde er leitender Konstrukteur der Edinburgh, Perth, and Dundee-Linie. Was die Verladung von Gütern und Transportmitteln, z.B. auch Lokomotiven über den Fluss Tay anging, erfand er eine Art hydraulisches Hängegerüst, das ermöglichte, Eisenbahnwagen an Bord des über den Fluss setzenden Dampfers zu verladen. Er beschäftigte sich bald mit der Konstruktion von leichten Brücken. Es existieren Konstruktionszeichnungen für Viadukte der Forth- und Taymündungen, die für ihn unter der Rubrik „unrealisierte Möglichkeit“ eingeordnet waren. Mit ihnen konnte man auf das Verladen der Eisenbahnwagen verzichten. Diese Idee von einer neuartigen Konstruktion wurde sein Schicksal:  ein Neuland für den Brückenbau.

Bouch führte die erste Vermessung für die Edinburgh Suburban und Southside Junction Railway durch, legte Straßenbahnsysteme in Edinburgh, Glasgow, Dundee und London an und entwarf das Redheugh-Viadukt als Straßenbrücke über den Tyne auf derselben Höhe und nicht weit stromaufwärts von Stephensons High Level Bridge. Er entwarf auch das Hownes Gill-Viadukt in Consett , County Durham, das mit einer Länge von 210 m und einem 12-Bogen-Design aus Ziegeln die Stanhope and Tyne Railway 53 m über Hownsgill beförderte. Heute ist es Teil des Radweges von Meer zu Meer . (Quelle: Thomas Bouch – https://de.qaz.wiki/wiki/Thomas_Bouch)

Das klingt sehr nach einer Sonne in Haus 3, vielleicht bei einem Skorpion-AC etwa bei 20°, aber das ist noch ungeprüft, ich habe zuwenig Angaben aus seiner Biographie. Warum sich der geniale Ingenieur so derart verrechnet und verirrt hatte, war damals unerklärlich, sein Horoskop könnte Aufschluss geben. 

Die größten Fehler lagen [jedoch] im Bereich der Konstruktion und des Baus der Brücke. Besonders auch bei der statischen Berechnung, den Ansätzen für die zu berücksichtigenden Lasten und der Berechnung der auftretenden Kräfte waren gravierende Fehler gemacht worden. Man wies Bouch nach, dass er sich bei der Berechnung des seitlichen Winddrucks auf über 100 Jahre alte Tabellen des königlichen Astronomen von Greenwich verlassen hatte. Diese Tabellen trugen der Lage der Brücke an einer stürmischen Nordseebucht in Verbindung mit den Erfordernissen der tonnenschweren Eisenbahn keinerlei Rechnung. Die von Bouch angenommene Windlast bei einem Orkan betrug nur 12 Pfund je Quadratfuß, während in Frankreich und Amerika zu dieser Zeit schon mit 50-55 Pfund je Quadratfuß gerechnet wurde. Außerdem war nur die Angriffsfläche des Brückenkörpers berücksichtigt worden, während die zusätzliche Fläche der Lokomotive und der Wagen bei der Überfahrt vergessen wurden. (Quelle: https://www.bernd-nebel.de/bruecken/index.html?/bruecken/4_desaster/tay/tay.html)

Was nur hatte ihn so nachlässig arbeiten lassen? Möglicherweise war es – das ist jetzt meine Annahme – seine eigene Mangelkonstellation, die ausgelöstermaßen dazu führte, dass er zu sparsam mit dem Material umging bzw. auf billigere Materialien und Bauweisen setzte. Zumindest haben wir hier Hinweise auf zweifache Herausforderung des „Schicksals“, und das bei Verrat der Bestimmung des Gewachsenen. 1. Die Sturm- und Gewitternacht hätte eigentlich einen Abbruch der Fahrt über die 3.2 km-lange Brücke erfordert, und 2. der Erbauer der Brücke hatte ebenfalls eine Grenze im Sinne des Machbaren überschritten.

Weiterlesen zu den technischen Untersuchungen des Unglücks kann man hier: Forensic engineering: A reappraisal of the Tay Bridge disaster – Article in Interdisciplinary Science Reviews · December 2002, Peter R. Lewis & Ken Reynolds