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KARLSBADER BESCHLÜSSE, ZENSUR UND EIN MORD

„Die Konferenzen, die schließlich zu den Karlsbader Beschlüssen führten, berieten über Maßnahmen zur Überwachung und Bekämpfung liberaler und nationaler Tendenzen im Deutschland der Zeit nach Napoleon. Karlsbad ein Ort, in dem J.W. Goethe gerne und oft auf Kur weilte, so auch 1819. Karlsbader Beschlüsse: ein Beschluss wider die Lehrfreiheit.
 
[…] Ursache für die Karlsbader Beschlüsse war die damals an verschiedenen deutschen Höfen vorherrschende Revolutionsangst. Anlass und Rechtfertigung für die Karlsbader Beschlüsse war die Ermordung des Schriftstellers und russischen Generalkonsuls August von Kotzebue am 23. März 1819 durch Karl Ludwig Sand, einen Theologiestudenten und Erlanger/Jenaer Burschenschafter. […] Unmittelbarer Auslöser waren jedoch die Hep-Hep-Unruhen vom 2. August 1819, bei denen es erstmals seit dem Mittelalter zu überregionalen antijüdischen Gewaltausbrüchen gekommen war.
[…] Eine wesentliche Qualität der Beschlüsse besteht darin, dass der reaktionäre Deutsche Bund liberale und nationale Ideen als Volksverhetzung begriff und die Träger dieser Ideen als Demagogen verfolgte.
[…] Erst mit der Deutschen Revolution 1848/49 wurden die Karlsbader Beschlüsse vom Bundestag am 2. April 1848 wieder abgeschafft.“1
 
Karl Ludwig Sand – der Mörder von Kotzebue (der politischen Spionage für Russland verdächtigt) und später ein Symbol für Einheit und Freiheit geworden – wurde am 20.5.1820 durch das Schwert in Mannheim hingerichtet. Er kann wohl als einer der – das ist eben keine Erfindung des 21. Jahrhunderts – ersten Selbstmord-Attentäter bezeichnet werden und war eine charismatische Figur, die heute die Unzufriedenen und Zurückgelassenen hinter sich wissen könnte.
 
Bewegte deutsche Geschichte. Für Vollständigkeit bitte unbedingt über die Geschehnisse zwischen 1806 und 1813 nachlesen.
 
Karlsbader Beschlüsse berechnet hier: 31.8.1819, Sonne am MC. Ein Sonnenverbund von Krebs-Löwe-Jungfrau (der II. Quadrant, dem der Causa des zu formenden Lebens), der Mond im Steinbock (da steht er just in diesem Moment ebenfalls und auch gradgenau), eine Venus im Löwen auf 27° alias Sonne-Jupiter-GSP, und eine Sonne in der Jungfrau nebst dem Merkur darin. Sieht harmlos aus, ist es aber nicht. Der Merkur verweist im Quadrat auf die Konjunktion von Uranus und Neptun im Schützen: Belange der Höheren Bildung und des Weltanschaulichen, durchaus auch der „Toleranz“ werden geregelt, zumindest so ausgeführt, dass sie zu Lähmung und Auflösung führen. In Opposition dazu steht Mars, der das aggressiv befeuert, einer Austreibung gleich, mit Pluto im Quadrat dazu: Hier geht es um eine Vertreibung. Pluto und Saturn stehen in den Fischen – in Konjunktion sind sie Hinweis auf eine ideologische Reinheitsbestimmung. Uranus im Schützen ist der Umbruch, die Vorwehe einer Re-Volution „von oben“, hier im Banne des Erschreckens vor einer Wahrheit, bzw. der Besetzung der Wahrheit. Mars ist hier der Dolchstoß, der Ausführende in der Beschlussfassung die Waage-Venus im Löwen (der Pluto des Mörders Sand steht in Opposition zu dieser Venus).
 
Fürst Metternich spielte eine nicht unwichtige Rolle in dem Spiel. Am 31.8. stand sein Geburtssaturn exakt auf der Sonne des Tages, und sein Jupiter auf der Konjunktion von Saturn-Pluto. Er war „anwesend“.
 
Zum „Global player“ in Europa aufgestiegen, bekämpfte er mit polizeistaatlichen Mitteln wie Zensur und Spitzelwesen die vermeintliche und tatsächliche Opposition. Sein Einfluss beschränkte sich nicht nur auf Österreich, sondern er strebte die Ausdehnung der restauratorischen Unterdrückung auf dem gesamten Gebiet des Deutschen Bundes an. 1820 war Metternich die dominierende Person bei der Wiener Ministerialkonferenz, auf der die Wiener Schlussakte als Ergänzung der Bundesakte beschlossen wurde.
 
1 Quelle auf die Schnelle: wikipedia. Geschichtliche Galoppsprünge bitte ich zu entschuldigen. Weiterlesen z.B. bei Thierry Lentz: 1815 – Der Wiener Kongress und die Neugründung Europas