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ASTROLOGISCHE FRAGMENTE XV

Unfreiwillige Neuerer oder Heilige?

oder

Den kurzen Weg gehen

Die antiken Griechen nannten die Verbindung von künstlerischer Praxis UND schöpferischer Intelligenz POIESIS. Das ist die Fortsetzung des schöpferischen Tuns der Natur. Die THEORIA ist dagegen das Entwerfen von Modellen zur mechanischen Nachahmung. (Hans Zender, Denken hören – Hören denken)

In der Einführung zu oben genanntem Buch lese ich auch:

Will man die Kunst des Hörens lernen, so muss man den Kopf leeren, das Denken auf Empfang stellen und sich ganz auf das konzentrieren, was man hören will [soll vermutlich bedeuten: dem zu lauschen man sich anschickt] – ob es sich um eine Botschaft handelt, die aus unserem Innern kommt, oder etwas, das uns aus dem Bereich des Äußeren erreicht. (S. 9)

Zur Zeit des Lauschens darf uns das Denken nicht ablenken, es darf nicht mitten während des Lauschens kritisch reflektieren. Die Zeit des Verarbeitens wird kommen, wenn wir der Musik bis auf ihren Grund gelauscht haben. Denn wenn wir beides vermischen … das Denken und das Lauschen, werden wir keinem gerecht. Dann gilt das Hören lediglich dem Informieren.

Musik. Der 7. Sinfonie von Anton Bruckner habe ich mehrmals nachgelauscht. Die vorerst letzte Version, die ich Ende September hörte, hat wenig bis nichts in mir schwingen lassen, und mein Analysegeist setzte ziemlich bald ein, erinnerte er sich doch daran, dass ich schon länger weiter über Komponisten hatte schreiben wollen.

Seine 7. Sinfonie komponierte Anton Bruckner in den Jahren 1881 bis 1883. Die Zusammenarbeit mit Arthur Nikisch an der Uraufführung und den Proben dazu soll langsam und mühevoll gewesen sein. Schließlich war es doch am 30. Dezember 1884 soweit: Das Werk – Ludwig, dem II. von Bayern gewidmet (übrigens zwei Jahre vor dessen Tod im Juni 1886) – wurde in Leipzig recht erfolgreich und wohlwollend angenommen.

Zu dieser Zeit war Anton Bruckner bereits 60 Jahre alt (geboren am 4.9.1824) und sah sich nach langer Komponistentätigkeit zum ersten Mal mit einem durchschlagenden Erfolg konfrontiert. Bis dahin hatte er immer wieder erfahren müssen, dass Zeitgenossen ihn und sein Werk wenig würdigten; auch er selbst war seiner Berufung alles andere als sicher. Ihn begleiteten zeit seines Lebens Einsamkeit, Nerven- bzw. Schaffenskrisen, Melancholie und Demut.

Aus seiner Demut meistens höherstehenden Autoritäten gegenüber ergab sich die Widmung der 7. Sinfonie an Ludwig, den II. – der übrigens ebenfalls eine Jungfrau ist (24.8.1845, 23:28 Uhr MEZ, München, was einen Zwillinge-AC ergäbe; in einer anderen Quelle bekommt er einen Krebs-AC.

Ein Horoskop auf den Uraufführungstag, den besagten 30. Dezember 1884, mit einer spontan angenommenen Uhrzeit von 20:00 Uhr ergibt einen Krebs-AC von 4° auf dem Gruppenschicksalspunkt von Mond-Neptun. Sollte die Aufführung nur 15 Minuten später angefangen haben, kommen wir auf den Krebs-AC von Ludwig, dem II. Bei der Aufführung stehen Mond und Saturn in Konjunktion an der Spitze des 12. Hauses. Jupiter steht in der Jungfrau und ist in den vergangenen zwei Jahren über Bruckners AC gelaufen. Endlich eine substantiell sicht- oder hörbare Fügung!

Anton Bruckners Jungfrau-Sonne steht auf 11°, damit in der Nähe von GSP Saturn-Uranus, im 1. Haus. Er weist einen Löwe-AC von 28.25° auf, der Krebs ist im 11. Haus eingeschlossen. Von dort „geht“ er mit der mitgebrachten Erfahrung eines Mond im Steinbock los. Mond in 5 ist eine schöpferische und wegen des „Krebs“ eine musikantische Anlage als Erzeugendes. Die 24° Steinbock, auf denen der Mond steht, entsprechen einem GSP von Venus-Saturn. Das erklärt vielleicht Bruckners lebenslang angestrebte, als Sicherung angesehene Integration ins Kollektiv (der Komponisten) bei Erhalt bzw. Findung seiner Eigenständigkeit, bei gleichzeitiger Angst, genau diese Sicherung in Geschlossenheit loszulassen. Er hat sich in subjektiver Bedürftigkeit nach dem Himmel gesehnt, „ohne den Himmel in seinen Stücken auf die Welt zu lassen“ (Seminarband 16, In der Gewalt der Titanen, S. 360). 

Schauen wir genauer im Horoskop für jeden Tag für den 4.9. bei Wolfgang Döbereiner nach:

4. und 5. September

Meist ist die erste Kindheit geprägt von strenger Ordentlichkeit und (beengender) Geschlossenheit der Familie. So entwickelt sich auf harmonischer Basis ein sensibles, fast lyrisches Gemüt, das auch im späteren Verhalten auf eine Geschlossenheit der Erlebensform angewiesen ist. Dadurch wird verständlich, dass ein unruhiges und irritierbares Zentralgefühl Beunruhigungen durch die Umwelt leicht anheimfällt. Damit ist der typische Drang der „Jungfrau“, sich „der Umwelt zu versichern“, bei Ihnen besonders stark ausgeprägt. Im Sinn des bewussten Erfassens von Vorgängen und im Sinn des „Ausleuchtens“ entwickeln sich besondere Eigenschaften des Untersuchens (methodisch), des Beobachtens (kritisch) und des Artikulierens (deutlich).

So ergeben sich hervorragende berufliche Qualifikationen. Im Gefühlsleben jedoch entsteht leicht eine zu starke Beeindruckbarkeit, neben Phasen der Bedrohungsangst, wie eine „Witterung“ für Instabiles. Schutz für das sensible Gemüt wird deshalb in sicherer Geschlossenheit bzw. einem geordneten Verhältnis zum Schicksal (Jenseits) gesucht, besonders bei den künstlerischen Vertretern Ihres Geburtstages.

Kennzeichen: Unberechenbares berechenbar machen

[Wolfgang Döbereiner: Horoskop für jeden Tag]

Meine Aufmerksamkeit wird in diesem „Versuch“, der mir in den Fingern kribbelt, auf einer Verkehrung liegen: Sonne in einem Zeichen des II. Quadranten (also Verbund Krebs-Löwe-Jungfrau), Aszendent in einem Zeichen des II. Quadranten, der II. Quadrant beginnt dabei im IV. Quadranten.

Wenn diese Konstellationen gegeben sind, befinden wir uns auf der östlichen Seite des Horoskops – über oder unter dem Horizont; es geht den Menschen mit solchen Verteilungen (natürlich haben auch sie Begegnungen) in erster Linie um sich selbst – im IV. Quadranten um ihr Verhältnis zu den übersubjektiven Lebensbelangen, sprich dem, was außerhalb ihres Einflusses liegt, sie aber nun zu „ergreifen“ angetreten sind. Die Zeichen des persönlichen II. Quadranten befinden sich in Bereichen, in denen ihre Anlagen in Frage gestellt und aus ihrer geschlossenen Ich-/Identitätswelt herausgeholt werden.

Zur Erinnerung: Der Aszendent kennzeichnet die Grenze der Zeit. Das 12. Haus (dem Fisch zugeordnet), befindet sich außerhalb der Zeit und beginnt, sich über den Erfahrungsweg im Uhrzeigersinn (Fügungsrhythmus) stufenweise bis ins Ankommen in der Gegenwart (deren weitere Bezeichnung in der MRL das „Bewusstsein“ ist) zu entfalten.

Wolfgang Döbereiner hat diesem Entfaltungsweg den Namen „Weg der Aphrodite“ verliehen. Darin zeigt sich seine Entdeckung, dass die Gestalten des Lebens aus den Wassern des Unbewussten wie die aus dem Meer steigende Aphrodite an den Strand der Bewusstheit gelangen.

Die erste Grafik zeigt, dass der „Durchlauf“ im Fügungsrhythmus (hier: 7-Jahre-Rhythmus, dem Mond zugeordnet) und der „Zeichendurchlauf“ in dieselbe Richtung weisen. Die Deutungsfragen beim „Weg der Aphrodite“ sind ähnlich denen der Fragen nach den Entwicklungsstufen der Sieben-Jahre-Einteilung wie auch der Septare, die wir daraus ableiten können: Welches Thema, welche Gestalt wird aus dem 12. Haus in das 11. Haus hineingewandelt bzw. was wird geschöpft? Welcher Inhalt gelangt über das Zeichen an der Spitze des 11. Hauses ins 10? Und wie und wo wird er gelebt?

Die Zeichen und Planeten an den Häuserspitzen bzw. der Stand der Planeten in anderen Häusern des Horoskops geben darüber Auskunft. Das 12. Haus entspricht im Schicksalsrhythmus der Lebenszeit von 0-7 Jahren. Die Frage lautet entsprechend: Was liegt in den Jahren vom ersten bis zum siebten Lebensjahr an Thema und Inhalt vor? Wo spielt sich dieses ab und was wird ins achte bis 14. Lebensjahr weitergereicht?  Der „obere Weg“ ist der Schicksalsweg dessen, was einem Menschen bestimmt ist und ihn bestimmt.

Mit den Zeichen des II. Quadranten verhält es sich andersherum: sie folgen dem Phänomensrhythmus entgegen dem Uhrzeigersinn (wiederum Münchner Rhythmenlehre, Wolfgang Döbereiner). Diesen „unteren Weg“ durch den I. und II. Quadranten nennt er den Erleidensweg des Subjektiven, auch ihn können wir in Lebensphasen lesen – vom AC geht es über die Spitze des 2. Hauses in das Alter von 8 bis 14, über die Spitze des 3. Hauses in die Phase 14 bis 21. usw. Beide Entwicklungswege laufen gleichzeitig-parallel: während sich die Person auf dem Schicksalsweg des Prinzips und der Gestalten des Lebens in die Zeitlichkeit bis hin zur Auslieferung als Lebensform entwickelt, wird auf dem Phänomensweg gleichzeitig sein „mitgebrachtes“ Material geformt, ausgebildet und belebt.

Das im Widder angezeigte, noch unfigurierte Potential verleiht dem Prinzip, das aus den ungeteilten Fischen in die Teilung entlassen wird, konkrete Erscheinung und taucht nach den Einzelschritten über den IC (des Seelischen) in der Jungfrau als Wahrnehmung der Bedingungen des Lebens auf.

Nun zum Ausgangsgedanken zurück. Was, wenn die Bewegungen vertauscht sind? Was, wenn eine Sonne im Zeichen eines Quadranten steht, der zum „Phänomen“ gehört, aber sich im IV. Quadranten wiederfindet?

Grafik 2 zeigt die Lage des II. Quadranten mit seinem Anfangszeichen Krebs im IV. Quadranten; der Aszendent liegt im Endzeichen Jungfrau und die Bewegung ist gegenläufig – wie wirkt sich dies aus? Wolfgang Döbereiner spricht davon, dass in einem solchen Fall  das Schöpferische (11. Haus) den Titanen vor die Füße gelegt wird, mehrheitlich damit der Träger in ihrer Welt einen Stellenwert erhalte.

Stellt dieser Weg nicht auch eine „Abkürzung“ dar? Ohne den Weg über das 10. Haus oder das 9. Haus der Fügung der angelegten Gestalten geht es direkt in die sichtbare Erscheinung als Person, deren Revierbildung und – bei entsprechender Verteilung der Häuser – bis hinein in die Ausübung der Figurationen in ihren Funktionen und der Darstellung und ins Seelische. Was ist mit dem III. Quadranten? Wird er ausgelassen? Was wird hier nicht zugelassen? Ich werde weiter unten einige bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dazu im Kurzdurchlauf heranziehen.

Die Sonne des Zeichens Löwe, Mond oder Merkur aus Krebs und Jungfrau finden ihren Ursprung bei dieser Stellung im „Himmel“, den sie erleiden (müssen) und der für sie erschreckend in seiner unpersönlichen Rücksichtslosigkeit ist. Die Zeichen und ihre Bewegungsanzeiger transportieren von dort über ihr persönliches Leben dieses Erlittene (erkannt oder unerkannt, begriffen oder unbegriffen) über die Grenze der Zeit in die reale Welt der Erscheinungen oder ragen zumindest in sie hinein. Wo immer nun die Planeten als ausführende Prinzipien zu stehen kommen, zeigen sie an, ob und wie sich das Persönliche zu helfen weiß oder sich schwer tut.

Schauen wir, was den IV. Quadranten vom II. Quadranten unterscheidet und fangen bei den Gemeinsamkeiten an.

Alle vier Quadranten tragen je drei Stadien (in drei Zeichen niedergelegt) in sich. Von den vier Causa (nach Aristoteles und von Wolfgang Döbereiner auf die Quadranten bezogen) entspricht der II. Quadrant der Causa formalis – „Seele“ genannt: der formgebende Urgrund ist die Gestaltwerdung des Materials bzw. das vorliegende Material (des I. Quadranten) geht in die Gestalt dessen, was werden soll, ein und wird belebt.

  1. Stadium – das Hochdrängen des Empfindens. Dieses sucht sich das Gefühl in übereinstimmenden Eindrücken (im 3. Haus; die Fühler).
  2. Stadium – der Akt des Erlebens als Gebären dessen, was man in sich findet. Das erzeugende Stadium.
  3. Stadium – die Erlebenskontrolle, die notwendig ist, um den Lebenstrieb gegenüber gegebenen Bedingungen auszusteuern. Diese Steuerung gewährleistet die Lebensfähigkeit.

Dem II. Quadranten gegenüber steht der bestimmende Urgrund, oder auch die durch das Leben erzeugte Wirklichkeit. Der IV. Quadrant – die Causa efficiens – ist der oder das Erwirkte, das frei von jeglicher Absichtshaltung ist. Der Wille reicht hier nicht her. Das sich in der Gestalt schöpfende und erzeugende Leben kann nicht mitbestimmen, was mit seinem Erzeugten geschieht. Es wird für ihn unbestimmbar, wird ihm aus der Hand genommen. In diesem Quadranten macht der Mensch die Erfahrung des Wirklichen und gelangt zu einer Gewissheit. Es ist die, dass das Leben in der Entfernung von sich selbst mit der Wirklichkeit identisch ist. Der IV. Quadrant und insbesondere das 12. Haus liegen auf der „anderen Seite“ der Zeit und des Körperlichen.

  1. Stadium – der Hüter der Schwelle – die Loslösung und Trennung des Subjektiven vom Wirklichen ohne Vernunft und Logik; mit der entsprechenden Einschränkung des Subjektiven.
  2. Stadium – das Herausheben aus dem Dualen, aus der Verfangenheit und Verstelltheit in der Enge des Subjektiven.
  3. Stadium – die Entfernung von sich mit der Aufgabe aller Reflex- und Reaktionszwänge. Die Reinigung vom Subjektiven (das endlich ist) hin zum Auftauchen im Zeitlosen der Dinge. Das An-Sich.

Lassen wir an dieser Stelle beiseite, dass natürlich der I. und der III. Quadrant ebenfalls zur Erfahrung der Wirklichkeit beitragen, und konzentrieren uns darauf, dass im Fall der Umkehrung der Quadranten II zu IV der „Erzeuger“ (der ein Mensch wird, indem er sein zur Verfügung stehendes Material belebt, behaucht) von Anfang an im Erwirkten und im An-Sich steht, während gleichzeitig im II. Quadranten die Zeichen des IV. Quadranten sein Subjektives aus der Selbstverständlichkeit eines geschlossenen Ich-Gefühls herausheben und ihn zum Erzeuger des Wirklichen, das er u.a. anschaulich und konkret in die Erscheinung bringen kann (mit einer Sonne oder einem Merkur im I. Quadranten) oder das er im Verborgenen deponiert und den Blicken der Realität entzieht (Sonne oder Merkur in 12), macht.

Ob der Einzelne dies in seiner Familie, seinem Clan, mit seiner Arbeit und in seiner weiteren Umgebung und in seiner Herausgehobenheit aus den Umständen und Begegnungen leben kann und dies überhaupt akzeptiert, gehört zur Herausforderung, die an diese Menschen gestellt ist. Die Gefahr der Verwechslung von sich selbst mit dem Wirklichen ist außerdem ebenso gegeben wie die Verwirrbarkeit in den Wahrnehmungen. Welche irdischen Sinne (und vor allem wenig bewusste?) können wahrnehmen, was nicht von dieser Welt der Phänomene und ihrer Funktionalität ist, und was dahinter und darunter liegt? Die Klärung der Sinneswerkzeuge ist notwendig, wenn es nicht zu Wahnsinn kommen soll. Doch wer kann einem sagen, ob das, was man sieht, auch das ist, was es ist?

W. Döbereiner entwickelte über Jahrzehnte hinweg drei Deutungsmethoden: am Anfang (50er, 60er Jahre) stand die Struktur-/Phänomensdeutung (Deutung von Anlage (AC), Verwirklichung (Sonne) und Erwirktem (MC) aus der Perspektive des Subjekts), etwa am Ende der 80er Jahre entwickelte er den „Weg der Aphrodite“ (gesamtperspektivische Deutung des sich fügenden Schicksalsweges unabhängig vom Subjekt). Aus beiden ging Ende der 90er Jahre die Verbund-Deutung hervor, zu der auch die Rückseiten-Deutung und die Lückenlehre traten.

„Die Verbunddeutung geht vom Tierkreis aus und ist damit die Umkehrung der Phänomensdeutung. Der Stand der Sonne bestimmt, aus welchem Quartal des Tierkreises sich der Verbund ergibt. Der Aszendent wird dabei entmachtet. Er stellt lediglich das Umfeld dar, in dem sich etwas begibt.“  (Wolfgang Döbereiner, Einbruch des Zeitlosen, Seminarband 18, 2005, S 217)

Der Sonnenverbund, innerhalb dessen Verbundgrenzen sich das Verhalten zeigt, ist somit eine Lupe auf das Subjekt mit seiner seelischen Motivlage; der Aszendent kann, muss aber nicht betrachtet werden und beschreibt nach wie vor – wenn er betrachtet wird, die persönliche Anlage, so wie der MC als das persönlich Erwirkte gelten kann.

Zur Betrachtung der nachstehenden Horoskope (werde ich nachliefern) verwende ich den Verbund-Deutungsweg und betrachte den Zeichenverbund (Ausgangslage, Durchführung, Endlage), den Aszendenten (soweit mir exakte Geburtsstunden vorliegen) und den Deszendenten, der die Schnittstelle zur Außenwelt in dieser doch engen Entwicklungswelt markiert.

„The German language has two words for „musical“. Musikantisch means physiologically musical – capable of hearing and thinking music. This type of musicality includes the ability to memorize easily, as well as other types of facility , such as good sight-reading and a sense of pitch – either perfect pitch or strong relative pitch. Musikalisch, on the other hand, refers to artistic musicality, the ability to make music with passion, intelligence and sensivity.“ Madeline Bruser, „The Art of Practicing – a guide to making music from the heart“

Es geht um Sonne, Mond und Merkur – als Planeten des II. Quadranten –  im Verhältnis zu den Planeten Saturn, Uranus und Neptun (und natürlich um jene Anlagen, die sich außerdem in den Zeichen Krebs – Löwe – Jungfrau befinden). In den „Erfahrungsbildern“  schreibt Wolfgang Döbereiner, dass die Anlagen des IV. Quadranten (Erfahrung des Jenseitigen) eine Reinigung von der Ungelöstheit des Subjektiven bedeuten, und damit eine innere Heilung. Er spricht in diesem Zusammenhang (S. 29, 30) vom Weg des Heiligen, was allerdings mit einem Priester nicht gleichzusetzen sei.

Für Menschen mit dieser Häuser- und Zeichenverteilung ist das Wort „Gewährenlassen“ (oder ein anderes: Gewissheit) keine Worthülse; aber das Gewahrwerden der Wirklichkeit lässt Subjekte, die wir sind, erschrecken. Unschwer weiterzudenken, dass jene im besonderen Maße eines Schutzes bedürfen – vor allem, wenn die angelegte Erlebnisschwäche die Bewegung aus sich selbst in einer Welt, aus der das Wirkliche ausgeschlossen wird, zum Erliegen bringt.

In besonderem Maße ist hier der Kreislauf (zwischen den vier Quadranten und von Stadium zu Stadium) irritierbar und schnell blockiert: Die drei Phasen der Selbstbildung kollidieren mit den drei Phasen der Selbstüberwindung. Es entstehen – in verschiedenen Ausprägungen und Stärken – äußere Abhängigkeiten als Reaktion auf die Schwäche, die bei unserem derzeitigen Zeitgeist handlungsunfähig und damit im Kollektiv nicht verbrauchbar, nutzbar macht. Der Lebensausdruck verdorrt sich in Leistung, Konkurrenzhaltung, Fortschrittlichkeit – oder in der totalen Verweigerung. Schauen wir, was unsere Welt für Menschen dieser Konstellationengruppe bereit hält bzw. gehalten hat.

Interessierte Leser mögen sich in Vorbereitung schon einmal die Horoskope der unten stehenden Personen heraussuchen.

Ambrose Bierce
George Orwell
Frida Kahlo
Malala Yousafzai
Madonna
Alma Mahler
Casper David Friedrich
Theodor W. Adorno
Freddie Mercury

Die Horoskope bespreche ich im ausgearbeiteten Aufsatz. Darin wird es u.a. auch noch genau um Anton Bruckner und sein Verhältnis zu „Zeit“ gehen – sehr interessant in der „Differentialanalyse“ auch das Horoskop von Freddie Mercury, der nicht nur in diegleiche Geburtstagsgruppe fällt, sondern auch einen Löwe-AC und einen Mond im 5. Haus hat. Auch die anderen kommen zu diesem Thema zu Wort.