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ASTROLOGISCHE FRAGMENTE XIII

Ein Stier, der Leben schützt

23. und 24. April

Kennzeichen: Kunst als Alibi

Das Verhaltensziel richtet sich primär auf Sicherheit und Verankerung, sowohl im Bereich konkreter Werte als auch innerhalb der sozialen Gemeinschaft. So zeigt sich aus Angst vor Vereinzelung (Sicherheit in der organisierten Gruppe) der Drang, von der sozialen Gemeinschaft akzeptiert zu werden sowie ein beharrlicher Ehrgeiz nach sozialer Rangstufe im jeweiligen Gefüge. Zur Festigung des Standortes und zur eigenen Abgrenzung besteht ein besonderes Interesse für Gemeinschafts- und Rechtsformen sowie für öffentliche Belange. Daher werden Begabungen zur Gestaltung und zur Planung realitätsbezogener Werte und Formen gefördert, sei es auf wirtschaftlich-ökonomischem Gebiet, in der Sozialstruktur oder im bildnerisch-architektonischen Bereich. Problematisch ist die Anpassung an äußere Zweckmäßigkeit und die scheu, aus der Sicherheit zu treten. Das kann zur Behinderung der seelischen Wirklichkeit, zu „geistiger Erstickung“ führen und den Weg aus der Konventionalität versperren. [Wolfgang Döbereiner: Horoskop für jeden Tag]

Heute versuche ich es einmal anders herum, aber auch wieder nach der Münchner Rhythmenlehre. Der Geburtstag steht oben – es ist der 24.April (welches Jahr, verschweige ich noch). Der Mensch, um den es hier geht, ist im Zeichen Stier geboren. Erster Quadrant, der Quadrant der Causa materialis, im Verbund das zweite Zeichen und damit die Ebene der Durchführung, ein fixes Erdzeichen. Beim Stier geht es um den Bestand; er ist – selbst als wehrhafter Büffel – ein Beutetier, das sich in Herden mit anderen zusammentut, in deren Mitte nicht nur die Schwächsten geschützt werden. Drang nach Integration bestimmt sein Handeln, dazu gehören auch feste Zuordnungen, innerhalb deren System Einzelstücke „aufgehen“. Vereinzelung ist nicht das Ziel des Stiers, sein Interesse gilt dem „Zusammenleben“, das er auch schon mal per Dekret herbeiführt, sich über die Interessen einzelner hinwegsetzend.

Im vom Stier geschaffenen Bestand (oder auch „Revier“) gelten Konventionen – den Erhalt der gefundenen, abgrenzenden und fixierten Ordnung nennt man nunmehr „sozial“. Innerhalb dieses sozialen Raumes sind z.B. die Einhaltung von Normen der Höflichkeit, der Tugendhaftigkeit, der Moral lebensnotwendig. Die Verhältnisse der Mitglieder zu anderen Mitgliedern sind damit geordnet, ein Verstoß gegen die Formen und Werte (als Normen) kann zu Ausschluss aus der Gemeinschaft führen. Treue gegenüber eingegangenen Verpflichtungen wird damit zu einer wichtigen Verhaltenseigenschaft. Achtung vor der Gesellschaft (der höhere Priorität zukommt als dem Einzelnen) und Stellenwert kommen große Wichtigkeit zu. Fehlt beides, gerät ein Stier in Panik und Existenzangst. Die „Erfindung“ des Staatsprinzips geht auf die Urangst des Stiers zurück – alles Staatsbildende trägt die Sicherung vor der Schutzlosigkeit in sich. Ökonomie – Haushalt – ist die Nutzung der im geschlossenen Revier vorgefundenen Umstände, zu dieser Nutzung gehört auch das Sammeln und Lagern von Nahrung, für den Fall, dass die Bedingungen sich ändern. Damit ist durchaus nicht nur Geld gemeint, sondern auch geistige Nahrung (in Lexika oder in Museen).

Der Geburtstag des 24.4. liegt auf einem Gruppenschicksalspunkt von Jupiter-Venus auf 3,2° Stier. Ich bleibe jetzt eine Weile beim Sonnenstand, von dem aus ich einzelne Konstellationen anspreche.

Inhaltlich bedeutet eine Sonne auf Jupiter-Venus die Durchführung, den Vollzug der „guten und gelingenden Integration“, die Ausstattung mit den Rechten, die man in einer Gemeinschaft braucht – das ist der „Denkberechtigungsschein“ schlechthin, und das Einheiraten in gute Verhältnisse. Die Sonne steht zusätzlich in Konjunktion zur Venus, was darauf hinweist und betont, dass die Verhaltenseigenschaften mit den Werten der Gemeinschaft übereinstimmen, Merkur daneben berichtet, dass man in den Regelungen dieser Gemeinschaft ein Ausführender, ein Vollziehender und Macher ist. Sofern die Geburtszeit stimmt, steht die Sonne außerdem im 3. Haus und gibt Hinweis darauf, dass eine Erscheinung, ein „Gefertigtes“ (Venus-Jupiter), real und sichtbar ausgeübt wird.

Doch all das Positive täuscht nicht über Schattenseiten hinweg. Mit dem Geburtstag als aus dem Tierkreis herausgezogener Erfahrungsmodalität ist auch ein Jupiter-Uranus angesprochen, diesem fehlt der Saturn: d.h. es fehlt die Bestimmung der eigenen Gestalt, so dass man durch Saturn-Merkur auf Regelungen angewiesen sein wird: Wie zur Bestätigung steht Saturn in Haus 3 und im Widder, wo er gleichsam das Feld der Impulse, der Energie nach „vorne“ dämpft und bremst (das kann sich in ganz bestimmten Familienglaubenssätzen niederlassen, die das Ausleben des Eigenen fremdbestimmt). Der zum Widder gehörende Mars untersteht hier dem Steinbock-AC, steht im 1. Haus und wird als Zurückgehaltenheit an der Person selbst sichtbar. Mars-Saturn: die Blockade der Impulse, eine Verkrampftheit, ein sich ständiges Behaupten-Müssen im Konkurrenzkampf. Man spiegelt sich in Vorgängen, die zudem ständig neu ausgeführt werden müssen. Der Mars gehört nach der Verbunddeutung zur Exposition dieser Person, auf deren Basis sie schließlich agiert. Auch wenn Mars-Saturn oder Venus-Jupiter als Aspekte überhaupt nicht gegeben sind, sind sie inbegriffen.

Jupiter-Venus erzählt außerdem von Mond-Uranus: der Auftrag der Mutter/Mütter bei gleichzeitiger Besetzung des Empfindens durch sie. Das Eigenempfinden dieser Person ist so angelegt, dass sie – um sich selbst leben zu können – zunächst aus einer Fremdbelegung heraustreten muss. Im Mond-Uranus entsteht der Drang, Regeln zu entflechten, sie zu zerreißen – man wird enfant terrible, widersetzt sich. Das Bürgerliche und gut gefügte Gemeinschaftliche, in dem man wohlbehütet und sicher ist, und das den Aufruf zu Sauberkeit und zum Reinhalten in sich trägt, wird enttarnt. Unerhörtes wird in die Familie getragen (uneheliches Kind!).

Auch Mond und Uranus bilden in diesem Horoskop keinen Aspekt, sind aber dennoch, was die Verhaltenseigenschaften der Sonne und auch die Durchführung des Verbundes angeht, indirekte Mitspieler. Der Mond in den Zwillingen steht mit 23.2° nah dem GSP Sonne-Uranus. Beides wiederum lässt den Verdacht zu, dass etwas hier mit dem Empfinden, mit dem Subjektiven passiert ist. Der Zwilling – das Ausführungsorgan des Bestandes – steht auch für die Ausübung des Lautbestandes, man kann es Sprechen, Kommunikation nennen. Das geschieht nach festgelegten Regelungen, in den Umraum sich linear ausbreitend, Zentren verbindend, intelligent, weitestgehend neutral-sachlich. Der Mond darin wird diesen Regeln anheimgestellt – er gleicht die in sich gefundenen Bilder des Lebens mit den Regelungen des Bestandes und des Reviers ab, ordnet sie bei, vielleicht unter. Mond auf Sonne-Uranus ist alarmiert, in Flucht-, zumindest aber in Alarmbereitschaft. Zwillinge im sechsten Haus – Merkur in 3: er beschreibt konkret die Regelungen und Ausübungen in den Lebensumständen. Das Leben in diesen Umständen trägt einen Pluto bei sich (Mond-Pluto-Konjunktion): es ist nicht frei, es ist sogar verhindert, das Empfinden verneint und trägt das Bild der Ausschaltung in sich. Pluto in 6 befindet sich in den Zwängen der Bedingungen und wird Vorgang seiner Umgebung. Pluto in den Zwillingen ist zu Unbeweglichkeit „verurteilt“, enthält eine Bewegungshinderung. Pluto-Merkur-Mond: das Leben wird zu einer Information.

Venus-Merkur – in Konjunktion mit der Sonne in Haus 3 – ist die Ausübung des Reviers, wie zuvor gesagt, und die Erscheinungsseite von Saturn-Uranus als die Unvereinbarkeit von Form und Inhalt und der Stockung. Saturn und Uranus weisen nun tatsächlich ein Quadrat auf. Saturn in 3, Uranus in 1, also im ersten Quadranten konkret und real in der Erscheinung. Uranus steht außerdem im Steinbock, zweiter Hinweis darauf, dass das Maß der Bestimmung aus den Angeln gehoben und das Prinzip des Lebens als Gegenwart verlassen wurde.  Saturn-Uranus kann als „Scheidungskonstellation“ und als Formalharmonie im Arrangement gedeutet werden. Es ist sowohl das geladene Gewehr, wie auch die Entladung. Uranus in 1 ist ein Höhenunterschied, der Vogel, der von oben auf die Fläche in 3 nach unten blickt (wo die Sonne den Bestand kartiert). Das Quadrat des Saturn-Uranus wird von Neptun (in Opposition zu Uranus) im 7. Haus „beschienen“. Uranus-Neptun: das Erschrecken vor einer Ungeheuerlichkeit, die nicht ins Bewusstsein gelangen darf, oder der es zumindest erschwert ist. Neptun kommt aus dem 2. Haus. Fische ist darin eingeschlossen. Wir sprechen von Bestand – doch gibt es überhaupt einen?? Wassermann an der Spitze Haus 2 hebt aus dem Bestehenden, der Gemeinschaft heraus und drängt in Haus 1 zur Umwandlung, zur Mutation und aus der Sozialstruktur hinaus in die Unsicherheit. Uranus in 1, Mars in Wassermann: das ist eine Ego-Schwäche, die – bei Nichtannahme – dazu führt, dass man sich in riskanten Abenteuern bestätigen muss, den Gigantismus sucht, um die empfundene Schwäche zu kompensieren. Da muss man sich ständig bestätigen und beweisen, und wird von Versagensängsten geplagt. Fische in 2: wieder Hinweis auf eine Schwächung. Das Revier auch aufgelöst, dem Hintergründigen, dem Wirklichen zu verschreiben, dem Neptun ins Bewusstsein verhelfend: dass es keine Gegenwart für das Leben gibt, wenn das Prinzip der Gestalten verletzt ist bzw. verloren ist.

Nun ist der Saturn auch der Herrscher des Aszendenten und damit kein Unwichtiger. Über die Eigenschaften des Steinbocks, insbesondere als AC-Zeichen an dieser Stelle nichts weiter, und auch über das Erwirkte im Zeichen des MC – hier Skorpion – zu anderer Gelegenheit. Wer sich den Lebensweg der Person ansieht und durchliest, wird unschwer erkennen, dass bereits allein vom Sonnenzeichen ausgehend (und mit der Kombination der drei MRL-Deutungswege Etliches sehr vertraut klingt.)

Um diese Person geht es


Prof. Dr. Bernhard Grzimek – Wegbereiter des Naturschutzes, der eine ganze Generation von jungen Menschen begeistert hat, lange bevor es Greenpeace oder die Grünen gab. Fast drei Jahrzehnte lang präsentierte Bernhard Grzimek seine Reihe „Ein Platz für Tiere“ im Ersten 
Deutschen Fernsehen.

Quelle: https://fzs.org

Er folgte dabei unverrückbar seiner Devise „zwei Drittel Unterhaltung, ein Drittel Information“, nahm kein Blatt vor den Mund und benannte Mißstände. Zur besten Sendezeit zeigte er bereits in den 60er Jahren Bilder abgeschlachteter kanadischer Robbenbabies. Als Erster deckte er 1974 die Tierquälerei in der Massentierhaltung auf und schlich sich dafür mit der Kamera auf den Hühnerhof seines eigenen Eierlieferanten.

1957 flog er zusammen mit seinem Sohn Michael (der kam dabei bei einem Flugzeugabsturz im Alter von nur 24 Jahren ums Leben) nach Ostafrika, ins heutige Tansania. Er hatte erfahren, dass der Serengeti-Nationalpark verkleinert werden sollte. Der riesige Park ist nicht nur Schauplatz einer der größten Wanderungen von Landsäugetieren. Für Grzimek war er auch ein Erbe der Menschheit, „so wie der Petersdom, der Louvre oder die Akropolis“. Der Film, den Grzimek – den Schicksalsschlag scheinbar wegsteckend – mit der Witwe seines Sohnes fertigstellte, sorgte weltweit für Furore. Er gewann als erster deutscher Film nach dem Krieg einen Oscar in Hollywood. Tatsächlich ist es Grzimek zu verdanken, dass die Serengeti heute als eines der erfolgreichsten Naturschutzprojekte der Welt gilt.

Bernhard Grzimek war Tierarzt und Verhaltensforscher und wurde am 1. Mai 1945 zum Direktor des Zoologischen Gartens berufen, den er bereits zwei Monate nach Wiederaufbau neu eröffnete. Er blieb Direktor bis zu seiner Pensionierung am 30. April 1974. Der Balanceakt zwischen Artenschützer, Zoodirektor und TV-Star einerseits und Ehemann und Familienvater andererseits zieht sich durch sein Leben. Zum Leidwesen seiner Frau Hilde, die ihn in seinem beruflichen Engagement fortwährend unterstützte, hatte Grzimek zahlreiche Affären und war seinen Kindern kein einfacher Vater.

Geboren ist Bernhard Grzimek am 24.4.1909 in Neiße (Oberschlesien), etwa um 0:15 Uhr (Quelle: Astrodienst AG, www. astro.com). 

Ulrich Tukur, der im Fernsehfilm über das Leben Grzimeks 2015 den Zoologen mimte, ist am 29. Juli 1957 in Viernheim geboren. Seine Geburtszeit wird mit 6:00 Uhr angegeben (www.astro.com), was einen Sonnenstand und einen AC Löwe bedeutet. Die Sonne steht im 12. Haus in Konjunktion zu Uranus und im Trigon zu Saturn im 4. Haus, sein MC im Stier. Im ersten Haus drängen sich Pluto, Mars, Venus, Merkur und Mond. Die genaue Deutung bleibe ich hier „schuldig“, sie wird aber in Hinblick auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Männern fortgeführt. 

  • Vgl.: http://www.daserste.de/unterhaltung/film/themenabend-grzimek/film/index.html
  • http://www.daserste.de/unterhaltung/film/themenabend-grzimek/doku/index.html