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ASTROLOGISCHE FRAGMENTE X

oder

Wutreden als KatapULTe (KULT)

Eine Rede – so lernen wir in der Schule oder in Kommunikationstrainings – lebt von den rhetorischen Mitteln, die ein Redner einsetzt, um mit ihnen ganz bestimmte Wirkungen bei der Zuhörerschaft zu erzielen. Gregor Gysi soll ein begnadeter Redner sein, er kann Worte wie Pfeile setzen und dabei ruhig und sachlich bleiben. Doch auch er hat bereits „Wutreden“ gehalten; Christian Lindner ebenso … und noch einige andere.

Wie kommt es dazu? Meistens – wage ich zu behaupten – sind es Zwischenrufe, die den Redner bei der Präsentation seiner sorgsam aufgebauten Argumentation erst aufhorchen und alsbald sich angegriffen fühlen lassen. Sind die Schleusen der Empörung erst einmal aufgestoßen, ist die Rage nur noch schwerlich aufzuhalten. Selten sind Wutreden als solche geplant, immer aber liegt auch hier bereits ein Inhalt vor, der nur auf ein Ereignis lauert, das er sich schnappt, um sich dann Luft zu verschaffen. 

Kennen wir das nicht alle? Auch und besonders in der Nicht-Öffentlichkeit? Ganz ohne Zuhörerschaft? Wer ist nicht schon einmal wutschnaubend durch die Wohnung getigert? Ach, Sie nicht? Etwas grummelt (Mars-Merkur), man wird meckrig, etwas, ja, fast alles geht einem gegen den Strich, lässt einen aus der Haut fahren, hochgehen und explodieren (ein mit Wut oder Groll angefüllter Container in uns, eine Lunte mit etwas Sprengstoff – Pluto-Uranus). Merkur – das sind die Wörter, die jetzt in einem Schwall herausbrechen und das Empfinden im Kleid eines Mars-Mond, eines Gerechtigkeitszornes, jäh auf die Umwelt loslassen, es über sie ausschüttet. Bei Abwesenheit von Publikum tut es auch ein Selbstgespräch.

Inwieweit Giovanni Trapattonis „Wutrede“ eine klassische Rede ist, ist nicht relevant – relevant ist die Steigerung der Dynamik, die seinen Auftritt auf der Pressekonferenz von Anfang bis Ende ausgemacht hat. Sie endete in dem inzwischen – heute auf den Tag genau 20 Jahre alten – geflügeltes Wort gewordenem Ausruf: Ich habe fertig! – Eine „Rede“, mit der er das Ende seines Trainerjobs in München besiegelte und reinen Tisch machte, auch in seinem Leben.

Als Kind hatte ich mir vorgenommen, später einmal, wenn ich groß wäre,  a) Italienisch oder b) Bayrisch zu lernen. Sie schienen mir die geeignetsten Sprachen für eine verbale Schimpfkanonade. – Giovanni Trapattoni hielt seine Rede auf Deutsch, das nicht seine Muttersprache ist. Ich muss nicht erwähnen, dass eine Fremdsprache bei großer emotionaler Betroffenheit die Tendenz hat, sich dem Sprecher in ihrer grammatischen Gewandtheit zu entziehen. Trapattonis Rede setze ich immer noch im Deutschunterricht ein. Nicht, um den Mann bloßzustellen, sondern um zu zeigen, wie in Momenten großen Ärgers selbst eine Sprachlosigkeit oder fehlende Sprachsicherheit ihren Ausdruck findet. In diesem Fall ist es die Unmittelbarkeit, die einen als Hörer „ergreift“ – die Absichtslosigkeit dieser Eskalation (in der die noch so genau aufgeschriebenen Sätze über den Haufen geworfen werden).

Der Ausbruch Trapattonis ist unter bestimmten Voraussetzungen vergleichbar mit Ausbrüchen Klaus Kinskis; denke da insbesondere an ein ganz bestimmtes Interview, das er einmal gegeben hat. Über die Anlässe und Hintergründe des Kinski-Ereignisses werde ich hier nicht schreiben, wohl aber versuchen, den Ausbruch Trapattonis in einen weiteren Zusammenhang zu Lebensinhalten zu bringen. So weit es als Fragment möglich ist…

Das Leben des Trapattoni

 

Fassen wir zusammen: Die Fische-Sonne (nicht in erster Linie bekannt für ein distanzloses, hitziges Gebaren, sondern eher für eine liberale Haltung, das Gewährenlassen, empfindlich gegen Einmischungen von außen) steht im 3. Haus und im ersten Verbundzeichen, das die Ausgangslage festlegt; direkt gegenüber im 9. Haus steht der Neptun in einer Opposition. Das Kind ist in eine Königskonkurrenz hineingeboren; Neptun steht mit 21.9° auf einem Gruppenschicksalspunkt von Uranus-Neptun und Sonne-Uranus; die Sonne auf einem Mars-Neptun-GSP. Für ein Kind mit einem IC in den Fischen deuten sich hier tiefe, problematische Erfahrungen von Hindernissen im Elternhaus, aber auch im Heimatlichen, einer unklaren Lage von Lösung wie auch Verbundenheit und Versunkenheit im Seelischen an. Es ist kaum eigener „Antrieb“ und kein Interesse des Elternhauses vorhanden, zu sich selbst zu kommen, sich selbst zu finden. Der Junge erfährt die Ablehnung seiner Person (Sonne-Mars) und darf, um überleben zu können, im Revier und Territorien nicht sichtbar werden (er ist ein Revierverletzer und muss früher oder später flüchten), es sei denn in der Art, in der dieses es ihm erlaubt. Er trägt Aggression in sich, die im 1. Haus (aus dem 4. Haus und 5. Haus kommend) im I. Quadranten am Körper sichtbar wird: Das Herzkreislaufsystem ist labil, man ist anfällig für Entzündungen am Herzen und für Kreislaufschwankungen, für Verletzungen am Kopf.

Quelle: www.rikol.de

In den Fischen steht außerdem noch Jupiter – ebenfalls im 3. Haus – und zeigt ein „glückliches“ Händchen für Fügungen von Bewegungen in den Umraum. Er fügt Bewegungsabläufe, indem – Neptun in Haus 9 (Funktionshaus der Begegnenden) – er die „Materiallisten“ im Außen durchschaut und auseinander nimmt, d.h. die Bestandteile voneinander isoliert und erkennt, um sie anschließend neu zusammenzufügen.

Im Durchführungszeichen Wassermann (am Übergang von Haus 3 zu 2) stehen Mond-Venus in Konjunktion, während Uranus als Herrscherplanet in Haus 5 im Stier steht. Unter der Regie von Mars in 1 ist dieser Uranus in jedem geschlossenen Raum, in jedem gemeinschaftlichen Geflecht, in dem sich Energie verdichtet, ein Störer. Er bringt Erneuerung und Willen zum Aufbruch des Bewährten und Bewahrten. Vor dem Hintergrund des Vorgesagten, dass er ein potentieller Stürzer des Königs und als solcher dort nicht gern gesehen, wo ein anderer bereits der König ist, versteht sich der Mond-Uranus wie auch der Venus-Uranus: er bewegt sich nicht im eigenen Gefüge, hält sich auf, wo er Schwierigkeiten hat, sich einzufügen. Die soziale Bestätigung und die Dazugehörigkeit werden ihm vorenthalten – was bei Verbleib in dieser Gemeinschaft nur mit einem vorgetragenen, (schein)großen Ego gelingt. Venus-Uranus, das ist die Aufhebung der Form – bei Verbleib im falschen Kontext hebt sich das Muskelgewebe auf. Der Mond-Uranus spricht von der Entfernung aus dem Dualen, damit das Reine erlebt werden kann. Von Haus 2 zu Haus 5 und Uranus im Stier: wieder ist das Gemeinschaftliche (die Mannschaft?) angesprochen, „selbstleer“ gibt er an die Einzelnen in der Gemeinschaft die Weisung, sich als Subjekt „aufzuheben“ und zwar durchaus nach Regeln, die das Recht auf Leben in Frage stellen.

Im Endzeichen, dem Steinbock, stehen keine weiteren Planeten, und Saturn tummelt sich mit Merkur im Widder im 4. Haus. Saturn im Widder in 4: das vom Maßstäblichen (der Bestimmung des je eigenen Lebens) Übriggebliebene legt sich über den Impuls zu leben, legt das Seelische an eine Leine voller Regelungen, die auszuführen sind. Merkur in Widder, kritellig, weil gespürt wird, dass man am eigenen Leben keinen Anteil hat, aufmerksam und alert, auf Draht und immer wach, denn es ist gefährlich, den Feind im eigenen Innern aus den Augen zu lassen. Merkur-Saturn versachlicht und neutralisiert, ist nüchtern; bei gleichzeitig unbegriffenem und ungelebtem Seelischen zeigt sich manchmal ein Bild von verquerer Intellektualität, von Gehemmtheit, Unreife: man ist die Erscheinung der Regelung des Nicht-Eigenen schlechthin, d.h. er muss Befehle ausführen und sich selbst hintenan stellen, solange er sich nicht erlaubt, zu seinem Königssein zu gelangen, bzw. sich das Königssein im ungeeigneten Verband aneignet.

Der Schütze-AC („auf großer Fahrt“) mit dem Standort in 3 – das ist natürlich der Bringer von Ruhm und Fülle. Da wird man gesehen und bejubelt. Wenn das 3. Haus die Bühne ist, ist es auch das Spielfeld – in Trapattonis Fall eine Wassermann-Bühne mit ungewöhnlichen und die logische Durchführung von Abläufen verwirrenden Signalen. Der MC in der Jungfrau als Finalität spricht von Analyse- und Diagnosefähigkeit, von der Notwendigkeit des Aussteuerns – was im Widder in 4 zu einem Drahtseilakt geraten kann. Diplomatie tritt hinter die akribische Dastellung zurück. Widder deckt zwar selber gerne auf – aber er mag nicht Gegenstand von Beobachtung und schon gar nicht Empfänger „vernünftiger“ und praktikabler Anweisungen sein – aber wie im Gesamtbild gesehen: er ist es offensichtlich in diesem Fall. Und das ist ein Dilemma.

Schauen wir uns einige Stationen Trapattonis an: Als Fußballprofi bestritt er 367 Partien für den AC Mailand und den Varese FC, meistens auf der Position des Außenläufers, oder im Mittelfeld als Abwehrspieler. Sein Stammverein war der AC Mailand, für den er von 1953 bis 1970 (zwischen dem 14. und 31. Lebensjahr – also mit dem Durchlauf Wassermann, Fische, Widder und Stier im Phänomens-, und Waage, Jungfrau und Löwe im Fügungsrhythmus) spielte. 1962 und 1968 wurde er italienischer Meister, 1967 Pokalsieger. 1963 und 1969 gewann er mit Mailand den Europapokal der Landesmeister, sowie 1968 den Europapokal der Pokalsieger. Von 1970 (mit dem Überlauf über den Pluto in Haus 8) bis 1971 spielte er für den Varese FC. Zwischen 1960 und 1964 stand er 17mal mit der Nationalmannschaft auf dem Platz. Im Alter zwischen 21 und 25 löste sich seine Fische-Sonne aus – von Haus 3 nach Haus 9 in Opposition zu Neptun, während gleichzeitig über die Jungfrau am MC der Merkur-Saturn im Widder angesprochen war.

Im Alter von 33 Jahren wurde Trapattoni 1972 (im Fügungsrhythmus über den Uranus in Stier laufend: Uranus-Venus-Mond von 5 zu 2) Jugendtrainer beim AC Mailand, 1974 Cheftrainer. Als er 1976 über die 0 Grad Krebs (im Fügungsrhythmus) lief, wechselte er zu Juventus Turin, mit der Mannschaft holte er u.a. 1977 den UEFA-Pokal, 1984 den Europapokal der Pokalsieger und 1985 den Europapokal der Landesmeister und den Europäischen Supercup. 1986 wechselte er nach 10 Jahren bei Juventus Turin – inzwischen 47-jährig – zu Inter Mailand und wurde 1989 mit der Mannschaft (in der Lothar Matthäus und Andreas Brehme spielten) italienischer Meister und italienischer Supercup-Sieger. 1991 gewann er, mit dem inzwischen dritten deutschen Spieler und Weltmeister, Jürgen Klinsmann, den UEFA-Pokal.

Im selben Jahr wechselte Trapattoni zu Juventus zurück (1993 erneut UEFA-Pokal). Im Jahr 1991 überlief er (wie bereits 1970 in der Gegenrichtung) den Pluto auf 0,2° Löwe (steht dort rückläufig im Geburtsbild und beschreibt, dass in der Erfahrung des Kindes bereits ein früher Pluto-Transit seine inhaltlichen Spuren im Sinne einer Gefährdung hinterlassen hat. Der Schritt über den Skorpion aus dem 12. Haus heraus in die Trennung von Zeit und Raum wird fortan von ererbten Bildern erschwert … Die Gegenwart und das Bewusstsein der eigenen Gestalt des Lebens und seines Geschehens treten hinter konkrete Zeichen wie Trophäen zurück. Voller Vitrinen-Schrank als Vergoldung.    

1994 ging Trapattoni erstmals ins Ausland und wurde Trainer des FC Bayern München. Nach einem Jahr wechselte er zu Cagliari Calcio, wo er in derselben Saison zum ersten Mal in seiner Karriere entlassen wurde: 1995, in seinem 56. Lebensjahr – entscheidend, denn hier ist jetzt der Wechsel in ein neues Septar (das 9.) unter dem Zeichen des Löwen und unter der zweiten Auslösung des Sonne-Neptun erreicht. 1996/97 kehrte Il Tedesco, wie man ihn auch nannte, in die Löwenstadt München und zu den Bayern zurück. Dort gewann er je ein Mal die deutsche Meisterschaft, den DFB-Pokal 1998 sowie den DFB-Liga-Pokal.

Wiewohl in der Lebensphase von 56 bis 63 der Löwe im Phänomens-Rhythmus ausschlaggebend ist, ist es bereits die Jungfrau ab Oktober 1996, die ihren Merkur-Saturn „anschaltet“. Im Fügungsrhytmus ist zwischen 56 und 63 Jahren das 4. Haus, ausgehend von der Spitze Haus 5 angesprochen: Widder, mit einem Mars-Neptun-Sonne aufgeladen und mit einem Saturn-Merkur  zwischen Oktober 1997 und August 1998 angetroffen. Unter anderen Vorzeichen also hier die „Aufarbeitung dessen, was zwischen 1963 und 1964 eventuell liegen gelassen worden war.

Exkurs

Das derzeitige Maskottchen des 1. FC Bayern ist Berni, seines Sternzeichens „Bär“. Der Vorgänger von Berni war der legendäre Bazi, den er 2004 ablöste, Pate von Berni ist Bastian Schweinsteiger. Den Namen Berni sollen sich Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner gemeinsam ausgesucht haben. Bazi wiederum war eine kleine Figur mit Knollennase und Segelohren, und in Lederhosen gekleidet.  Seine Amtszeit hatte von 1992 bis 2004 – und in seine Zeit fällt Trapattonis Trainerschaft – gewährt (2002 sagt eine andere Quelle). Maskottchen oder „Sündenböcke“ ziehen das Unheil im Stall auf sich und gewährleisten damit, dass die anderen Stallinsassen im Sinne des Kollektivs erfolgreich bleiben. Insofern muss ein solches Maskottchen ordentlich gepflegt werden, damit es seine Funktion erfüllen kann.

Wolfgang Döbereiner ordnet das Maskottchen dem Saturn-Venus zu: die Angst, bei der das Blut in den Adern gerinnt.  Die Konstellation beschreibt sich mit dem Zwang zur sozialen Integration, in der man dann dort „arbeitet“, wo man mentalitäts- und auch entwicklungsmäßig nicht zuhause ist. Also: man versteckt sich in einer Herde, in einer Sippe und stellt deren Normen über die Eigenentwicklung. Hier werden Abhängigkeiten betoniert (Verträge geschlossen) und die Liebe ist nicht (freiwillige) Liebe, sondern Pflicht. Etwaige Unvereinbarkeiten – Venus-Saturn ist die Vorstufe von Uranus-Saturn – führen schließlich dazu, dass sich die Pflicht zur Bestrafung wandelt. Was ist ein Verein anderes als eine Gemeinschaft, eine Mannschaft, also ein soziales Geflecht?

Nun sind es nicht nur die Bayern, die Spieler aus allen möglichen anderen Vereinen aufkaufen und zur Ausübung der Form „1.FC Bayern“ einsetzen. Da es potentiell – aber das ist unbewusst – jeden Spieler treffen könnte, dass er aus dem Zwang zur Ein-/Unterordnung ausbricht und die Ruhe in der Gemeinschaft in Gefahr bringt, bedarf es eines Blitzableiters, eines Maskottchens, das am Spielfeldrand patrouilliert und jeden Versuch des Ausbruchs zurücksammelt unter das Vereinslogo. 

Als Nicht-Bayerin musste ich nachschauen: ein Bazi ist ein durchtriebener Schurke, ein Schlawiner und Taugenichts, etwas positiver belegt in etwa: Lausbub und Frechdachs. Die Kurzform „Bazi“ könnte eine Verballhornung von Bonifatius, einem der Eisheiligen sein („Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi.“). Bacsi auf Ungarisch ist der Onkel… Er macht jedenfalls einen Pluto-Uranus-Eindruck – einerseits Herkunft, Ursprüngliches, Originales – andererseits in Kleinformat, gedrängt und gestaucht.

Assoziativ fallen mir da die Trainer vom FCB zwischen 1992 und 2004 zu: Erich Ribbeck – 11.03.1992 bis 27.12.1993, Franz Beckenbauer – 28.12.1993 bis 30.06.1994, Giovanni Trapattoni – 01.07.1994 bis 30.06.1995, Otto Rehhagel – 01.07.1995 bis 27.04.1996, Franz Beckenbauer – 29.04.1996 bis 30.06.1996, Giovanni Trapattoni – 01.07.1996 bis 30.06.1998, Ottmar Hitzfeld – 01.07.1998 bis 30.06.2004.

Auffällig doch, dass Trapattoni zweimal am 1.7. an-, und per 30.6. wieder heraustrat. Ein Gruppenschicksalspunkt von Pluto-Uranus von 9° Krebs jeweils in der Nähe. Sein Ausscheiden gab jeweils den Uranus-Pluto an Otto Rehhagel und Ottmar Hitzfeld weiter, so wie Beckenbauer zweimal mit dem Ausscheiden am 30.6. ihn ebenso an Trapattoni weitergegeben hatte. Der letzte Trainer, der unter 9° Krebs angetreten war, war Carlo Ancelotti – die „Bayern“ als Verein haben einen Zug zum Uranus-Pluto.

Sich zuziehende Wolken

Am 10.3.1998 war (laut chroniknet.de) das Wetter in München wolkig. Es lag Schnee „in der Luft“, aber es gab keinen Niederschlag, die Temperaturen lagen zwischen -0,5 und 3,3 Grad Celsius. Im Westjordanland werden drei Palästinenser erschossen (von israelischen Soldaten) und es kommt zu Unruhen, in Chile gibt Pinochet das Kommando über das Heer ab, es sind die Zeiten des Kosovo-Konflikts und just am 10.3. besinnt man sich auf Verhandlungen mit den Albanern. Auch damals bereits die Rede von Bleiberecht bzw. Abschiebung – hier im Zusammenhang mit Albanien und dem Kosovo. Die Bundesregierung möchte keinen generellen Abschiebestopp aussprechen, die Landesregierung Bayerns sieht dies anders. Bundeskanzler Kohl spricht einen gewichtigen Satz: „Es gibt keine Zukunft der deutschen Volkswirtschaft, wenn wir das Steuersystem nicht ändern …“ In Kapstadt trifft Roman Herzog Nelson Mandela – Südafrika schickt sich an, eine freie demokratische Staatsform anzunehmen. Genug – das mag sich jeder selbst noch einmal anhören und anschauen, Dokumentationen dazu gibt es in den Archiven.

Gegen 15:00 Uhr hatte die Pressekonferenz in München begonnen und schon nach 7 Minuten machte sich der Ärger Trapattonis über Strunz und Scholl Luft. Die Sonne steht auf 19.8° Fische, der AC liegt auf 17,2° Löwe. Herrscher von 1 (mondträchtig – Mond in Löwe – die Diva) steht unaspektiert in 8 noch vor der Auslieferung an die Gegenwart. Da setzt sich die Sonne ideell ein, bindet sich an den Anderen, dem sie verpflichtet und treu ist, möglicherweise bis zum Fanatismus, immer aber vorstellungsgebunden-fixiert. Doch sie steht auf Fische-Boden: das 8. Haus unter der Herrschaft einerseits von Widder, aber auch von Fisch (hier ist eine Wasserscheide – die 0 Grad Widder liegen in 8), der Mars bei Merkur in Haus 9. Der Schnitt in das Gewebe ist zwangsläufig – Neptun in 6 kann sich nicht mehr zurückhalten, kann nicht weiter vernünftig sein und löst die Möglichkeit zur Aussteuerung auf.

Das Bild: mit der Technik vor der Nase (Pressemikrophone) und hinter dem Rednerpult gestikulierend und auf es eindreschend hebt sich mal eben ein Bestand auf, die Mannschaft wird öffentlich „auseinandergenommen“, indem einzelne Mitspieler benannt werden. Uranus-Venus – Venus einerseits aus dem Stier (Ergebnis) und aus der Waage an der Spitze des 3. Haus der Darstellung. Es geht um Belange der (nicht erbrachten?) Ausübung auf dem Spielfeld. 

„Es gibt im Moment in diese Mannschaft, oh, einige Spieler vergessen ihnen Profi was sie sind. Ich lese nicht sehr viele Zeitungen, aber ich habe gehört viele Situationen: Wir haben nicht offensiv gespielt. Es gibt keine deutsche Mannschaft spielt offensiv und die Namen offensiv wie Bayern. Letzte Spiel hatten wir in Platz drei Spitzen: Elber, Jancker und dann Zickler. Wir mussen nicht vergessen Zickler. Zickler ist eine Spitzen mehr Mehmet e mehr Basler. Ist klar diese Wörter, ist möglich verstehen, was ich hab‘ gesagt? Danke. Offensiv, offensiv ist wie machen in Platz.

Ich habe erklärt mit diese zwei Spieler: Nach Dortmund brauchen vielleicht Halbzeitpause. Ich habe auch andere Mannschaften gesehen in Europa nach diese Mittwoch. Ich habe gesehen auch zwei Tage die Training. Ein Trainer ist nicht ein Idiot! Ein Trainer sehen was passieren in Platz. In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer!

Haben Sie gesehen Mittwoch, welche Mannschaft hat gespielt Mittwoch? Hat gespielt Mehmet, oder gespielt Basler, oder gespielt Trapattoni? Diese Spieler beklagen mehr als spielen! Wissen Sie, warum die Italien-Mannschaften kaufen nicht diese Spieler? Weil wir haben gesehen viele Male solche Spiel. Haben gesagt, sind nicht Spieler für die italienische Meisters.

Strunz! Strunz ist zwei Jahre hier, hat gespielt zehn Spiele, ist immer verletzt. Was erlauben Strunz? Letzte Jahre Meister geworden mit Hamann eh… Nerlinger. Diese Spieler waren Spieler und waren Meister geworden. Ist immer verletzt! Hat gespielt 25 Spiele in diese Mannschaft, in diesem Verein! Muss respektieren die andere Kollegen! Haben viel nette Kollegen, stellen sie die Kollegen in Frage! Haben keinen Mut an Worten, aber ich weiss, was denken über diese Spieler!

Mussen zeigen jetzt, ich will, Samstag, diese Spieler mussen zeigen mich e seine Fans, mussen allein die Spiel gewinnen. Ich bin müde jetzt Vater diese Spieler, eh, verteidige immer diese Spieler! Ich habe immer die Schulde über diese Spieler. Einer ist Mario, einer, ein anderer ist Mehmet! Strunz dagegen egal, hat nur gespielt 25 Prozent diese Spiel! Ich habe fertig!“ (Quelle: https://www.welt.de/sport/article1769674/Die-Wutrede-im-Wortlaut.html)

Dieser Pressekonferenz vorangegangen, und auch später nochmals geäußert (in Salzburg 2007), war die Kritik von Sportjournalisten an Trapattonis Methoden. Dass die Bayern nicht gewannen, wurde seinen Trainingsmethoden zugeschoben, ihn betrachtete man als altmodisch, auf jeden Fall „unmodern“, weil er zu defensiv eingestellt sei. Nun ist der Fisch passiv, und setzt anderen selten Grenzen. Um in einem Geschäft aber wie dem Fußball (das – wage ich zu behaupten – in den 90er Jahren einen Perspektivwechsel erlebt hat) müssen diese Grenzen aktiv gesetzt werden. Das musste ja irgendwann Trapatonis persönliche Anlagen auf den Plan bringen: die Erfahrung, im Kollektiv nicht wirklich anerkannt zu sein, nur so lange geduldet zu werden, wie er tat, was den anderen „gefiel“ und diente. Das Ganze bei einer Neptun-Sonne, die sich ständig von Spieler-Stars und Möchte-gern-Diven umringt sah – die männliche Königs-Konkurrenz immer vor Augen, sie stürzend und doch gestürzt werdend, während man selbst in einer Schaukel von Demut und Unterwerfung saß. Als Spieler mochte das noch im Kollektiv versteckt werden können – doch nun in der Wiederholung, der Wiederaufführung des Stückes und als Cheftrainer – exponiert und angreifbar, kam die Angst zurück. Der 10.3.1998 hielt für Trapattoni folgende Transite bereit:

Innen die Planeten in der Häuserverteilung von Giovanni Trapattoni, außen die Planetenstände um 15:07 Uhr.

Der Blick fällt wie zwangsläufig auf den Pluto am AC. Der steht in den Tagen des März 1998 im Schützen auf 8°, und wenn er aus dem 12. Haus hervorkommt, nachdem er dieses in der vorangegangenen Zeit umgewandelt und auf die sichtbare Wandlung vorbereitet hat, zeigt sich, ob diese im Sinne des Hebens eines versenkten und unbewussten Modells vom Träger verneint oder bejaht wird. Wie zuvor gesagt: der Radix-Pluto in Haus 8 wurde bereits 1991 (bereits Trainer) und 1970 (noch Spieler) erreicht und hat – das müsste jetzt nachgelesen werden – entsprechende Ereignisse bereitgestellt. 

Was sagen die anderen äußeren Planeten? –  Der laufende Neptun steht auf 1,4° Wassermann und genau in Opposition zu Pluto in 8. Läuft Neptun durch das zweite Haus, geht es um Revierfragen, um Finanzielles, um das Physische und die Erscheinung der Person. Als Herrscher von 4, der sich angestammtermaßen (ohne ein „störendes Ich“ und selbstlos) im 9. Haus um das Auftauchen des Prinzips der Gestalt des Lebens im „Zusammenbau“ der Vielheiten und um die Vereinheitlichung dergleichen kümmert, in 2 wirkend und auf Pluto einwirkend: es werden verdrängte, z. T. nichteigene  und auch abgelehnte Seelenanteile angesprochen. Die bis jetzt klare Orientierung, die auf für gültig gehaltenen Überzeugungen beruht, ist irritiert und in Frage gestellt.

Der durch den Wassermann laufende Uranus bildet ein Quadrat (Orbis 4°) zum Radix-Uranus in Haus 5 und gleichzeitig eine Konjunktion mit der Mond-Venus-Konjunktion in Haus 2. Der Umgang mit Geld wie mit Kollektiven und allem anderen Gemeinschaftlichen mutiert unter Uranus.  Die Einstellung zu den Belangen des 2. Hauses ändert sich radikal, auch der eigene Körper wird jetzt unter andere Vorzeichen gestellt. Uranus umrundet einmal in 84 Jahren die Sonne und bildet mindestens viermal im Leben eines Menschen harte Aspekte zu seiner Ursprungsstellung. Das erste Quadrat erfahren wir mit 24 Jahren, die Halbzeit in der Opposition mit 42 Jahren, das nächste Quadrat mit 66 Jahren. Rechnerisch, allgemein. In Trapattonis Fall ist es eine dritte „Wiederkehr“, die in seinem 59. Lebensjahr zu wirken beginnt. Uranus-Zyklen sind die von Veränderungen und die von Eintritten in neue Lebensphasen. In seinem Falle betrifft es die Zugehörigkeit bzw. die Nicht-Zugehörigkeit zu Kollektiven und „Herden“. Uranus macht ungeeignet für Zentren, dort bekommt er keine Luft, aber er muss sich frei bewegen können! Sollte er sich in einen geschlossenen Raum hineinbegeben haben – wird Uranus ihn jetzt herausführen. Prometheus, dieser ungehorsame Titan, ist den Göttern gegenüber wenig dankbar, und wenn sie meinen, sie hätten ihn „sicher“ gebändigt, dann bricht er aus. 

Trapattonis Verbund läuft von Haus 4 hinein in den I. Quadranten, er bringt da einiges in die Titanenwelt und auch seinen Mond-Venus opfert er ihren Mogulen. Wie zuvor gesehen: Der Verein 1. FC Bayern hat etwas Uranisch-Plutonisches. Man gehört dazu, wenn man seinen Uranus an der Pforte abgibt. Es wird kolportiert, dass der Zusammenhalt innerhalb des Hauses FCB sehr groß sei („wir lassen niemanden zurück“) – das hat seinen Preis. Den zu zahlen, ist zum Zeitpunkt März bis hin zum endgültigen Ende der Trainertätigkeit nicht mehr möglich.

Mit der ersten Saturn-Wiederkehr, ungefähr im Alter von 28 Jahren, beginnt der zweite Saturn-Zyklus, der wie der erste Zyklus durch vier Etappen gekennzeichnet ist. Was wir in unserem Leben aufgebaut haben und was wir bisher gelernt haben, wird etwa im Alter von 28, 35, 42 und 49 einer Herausforderung unterzogen, welche durch äußere Umstände hervorgerufen wird. Diese Herausforderung hilft entweder Dinge zu festigen oder eine erforderliche Anpassung einzuleiten. Der dritte Saturn-Zyklus beginnt etwa ab 56 Jahren – im Jahr 1998 steht Saturn 2° hinter dem Radix-Saturn auf 17,8° Widder, aber immer noch nah genug an den 17,5° Widder alias Mars-Uranus, bei dem sich die Sozialstruktur ändert und man nicht mehr hineinpasst. Er ist 59 Jahre alt, es ist die Frage nach der Modernität seiner Trainingsweise, die gestellt wird. Genau das Thema in dieser Lebensphase: gehört man mit dem, was man zu geben hat, noch in die Zeit und – viel schärfer noch – an den Ort, an dem man sich gerade befindet? Im 4. Haus unterzieht Saturn die Maßstäbe bzw. die Gesetze des Lebens, des eigenen Lebens als Geschehen einer gestrengen Inspektion: Steinbock an der Spitze von Haus 2 „verlangt“, dass man sich eigenständig mache. Venus-Saturn – die erschwerte Zugehörigkeit zu den sozialen Gemeinschaften. Wo immer man herausgeworfen wird – ein Steinbock in 2 nehme es als Ritterschlag und als Orientierung, es gar nicht erst zu versuchen. Der FC Bayern München war kein Territorium für einen Giovanni Trapattoni, und das hatte mit seinen Anlagen zu tun… es hilft kein Geld der Welt bei falscher Integration.

Außen die Konstellationen aus GT’s Horoskop, innen der Moment des Ausbruchs.

Eine letzte kleine Spielerei sei noch die Betrachtung der Wutrede in Relation zu den Konstellationen ihres Produzenten.

Der Mond im 1. Haus  (knapp auf einem Sonne-Pluto-GSP) wird von Trapattonis „angespitzten“ Uranus aspektiert und geweckt. Trapattonis Mond steht gleichzeitig auf dem Uranus im sechsten Haus dieser „Fire-and Fury“-Rede. „Ein Trainer ist doch kein Idiot“ – es wird auch auf die Unmöglichkeit der weiteren Aussteuerung des Empfindens, des „wahrhaftigen“ Empfindens hingewiesen. Da reicht es einem – der Skorpion und der Pluto in 4 weisen auf Machenschaften und Verborgenes im Hause FCB hin. Trapattonis Pluto im 12. Haus dieses Moments macht die Aussteuerung einer Belastung unmöglich – Pluto in Opposition zu Neptun-Venus demaskiert einen desaströse Zustand innerhalb der Mannschaft, für dessen Zustand er schuldig gemacht werden soll. Die Bereinigung und die Löschung eines Programms werden hier initiiert und stehen kurz vor der Auslieferung an die Gegenwart. Ausführender bzw. Initiator ist Mars, einmal als Geschehen in Haus 5 und zum anderen als Wortmesser im Anschauungsgefüge – die Erscheinungsseite des Neptun-Saturn: der Konkurs einer Beziehung, bzw. einer Partnerschaft, der von Anfang an der Uranus fehlte.            

Giovanni Trapattoni hat 20 Jahre nach seinem fulminanten Auftritt einen sogenannten Kultstatus. Der Mann wird in 6 Tagen 79 Jahre alt. Zwischen 1998 und jetzt liegen verschiedene Stationen, die hier nicht weiter aufgezählt seien. Bis 77 (2016) arbeitete er als Co-Kommentator für den italienischen TV-Sender Rai – die Zusammenarbeit endete allerdings nach einem Eklat während des Länderspiels zwischen Deutschland und Italien im März 2016 (immer in der Nähe des Sonne-Neptun?!) abrupt. Nachdem Trapattoni am Mikrofon während der Partie mehrmals geflucht und geschimpft hatte, trennte sich der Sender von ihm. „Ich bin kein Journalist, sondern ich lebe den Fußball als Trainer und auf meine Art und Weise“, erklärte Trapattoni.

Irgendwann muss man nicht mehr den Mund halten oder den Leuten nach dem ihren reden. Dieses Irgendwann kann jeder zwischen dem 56. und 63. Lebensjahr erleben. Saturn-Wiederkehr. 2. Uranus-Uranus-Quadrat … im 9. Septar kurz vorm Übergang ins letzte Viertel des Lebens.

Aufgewachsen ist der kleine Gianni in den ärmlichen Verhältnissen der Nachkriegszeit; sein Vater wollte nicht, dass der Junge Fußball spielte (aus Angst vor der Tuberkulose), weswegen Trapattoni in der örtlichen Druckerei arbeiten gehen musste. … Doch … Lassen wir ihn selbst erzählen, in seinem Buch. Die Leute tun ihm unrecht, wenn sie ihn und seine Rede „Kult“ nennen. Das ist nämlich eine so plumpe Verallgemeinerung, die uns allen nicht guttut, da wir doch hinter die offensichtlichen Dinge der Welt blicken müssen.