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ASTROLOGISCHE FRAGMENTE VIII

Eine Ausstellung in Nürnberg: Der Mensch in der Revolte

Die Nachfolgegeneration jener „Kriegskinder“ mit den Geburtsjahren 1928-38 hat den Sozialismus, in dessen Verbreitung wir heute einbezogen sind und bei der wir uns instrumentalisieren lassen, mitbegründet. In Zeiten, als zu handeln gewesen wäre, hat sie Bestandssicherung betrieben und betreibt sie noch. Das Feuer des Aufbruchs ist längst erloschen, die Form steif und erstarrt. Tot. Dass die Jungen das nicht mehr mitmachen, liegt weniger an ihrem bewussten Willen, als vielmehr in der Notwendigkeit (erwachsen aus dem Zwang des Vollzugs) unserer Zeit und ihrer (der Jungen) Reaktion darauf. Neuorientierung! Lasst das Tote und die Schontoten hinter euch. Lebt.

Albert Camus – Ein Mensch sagt ‚Nein‘

„Der einzige Ausweg, das ist die permanente Revolte, und für mich ist das schon ein interessanter Begriff. Also für mich ist es nicht Revolution, sondern permanente Revolte. Also es wird immer etwas geben, was man verändern will.“ 

Die ständige Auflehnung gegen das Absurde – das ist die Revolte, deren mythische Symbolfigur Camus meinte in Prometheus zu finden. Prometheus, der den Göttern das Feuer stahl, um es den Menschen zu bringen, jener ewige Rebell, der sich um das Wohl der Menschen kümmerte und sich deshalb mit den Göttern verfeindete.

„Es ist die unüberbrückbare Zerrissenheit und Gespaltenheit, die Ambivalenz und Sinnlosigkeit, die der Mensch im Verlauf seines Lebens immer wieder erlebt und von der er erschüttert wird.“

„Alle an Vernunft orientierten Reflexionsprozesse erweisen sich als Scheinrechtfertigungen, die es im Sinne von Nietzsche zu destruieren gilt, um sich die paradoxe und absurde Daseinssituation bewusst vor Augen zu stellen. Der Mensch kann sich nur darüber gewiss sein, dass er in der Welt existiert, die Frage warum er existiert, ist nicht zu beantworten, der tiefere Sinn der Existenz bleibt im Dunkeln.“

„Es gibt für den Menschen keine Freiheit, solange er seine Angst vor dem Tod nicht überwunden hat. Aber nicht durch Selbstmord. Um zu überwinden, darf man sich nicht aufgeben. Mit offenem Visier sterben, ohne Bitterkeit.“

„Unsere Verbrecher sind nicht mehr jene entwaffneten Kinder, die zur Entschuldigung die Liebe anriefen. Sie sind im Gegenteil erwachsen und haben ein unwiderlegbares Alibi, die Philosophie nämlich, die zu allem dienen kann, sogar dazu, die Mörder in Richter zu verwandeln.“

Camus‘ Gedanke der Revolte wendet sich gegen die revolutionären Ideologien. Denn in diesen werde das Individuum um einer behaupteten höheren Einheit, Ganzheit oder Totalität willen instrumentalisiert und abgewertet. Camus erteilt der Auffassung, dass Geschichte ein sinnvoller Ablauf sei, eine eindeutige Absage. Politische Ideen von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis heute seien Konstruktionen und Utopien, da sie das Absolute wollen. Das ist es, warum sie unweigerlich ins Absurde, in Terror und legitimierten Mord haben einmünden müssen.  

Albert Camus, 7.11.1913, 2:00 Uhr, Quelle: Astroschmid.ch

Albert Camus ist am 7.11.1913 in Algerien (Moldovi, jetzt Dréan) geboren. Eine unaspektierte Sonne im Skorpion im 2. Haus, ein Pluto (als Herrscher von 3) auf 2 Grad im Krebs im 10. Haus und ein Jungfrau-AC auf 24° Jungfrau alias Uranus-Neptun-Gruppenschicksalspunkt, ebenso der MC auf Uranus-Neptun auf 23.7° Zwilling.

Eine Schrecklähme sowohl in der Anlage wie in der Finalität; das ist das Trauma an sich, die Abspaltung von den Vorgängen der Anpassung, auf dass man sich weder anpassen muss noch kann. Dabei die Möglichkeit, das Geschehene von der eigenen Identität abzuspalten, so dass mit Uranus in 5 der eigene Ausdruck ad absurdum geführt, übersteigert, überdreht wird und aus dem Subjektiven herauslöst. Mit Neptun in 11 in Krebs soll das Prinzip des Lebens im Seelischen in die Bestimmung und ins Begrenzte gebracht werden. In der Opposition zu Uranus und auch mit Mars mit Spannung: man ist ohne Revier und ohne Rechte, wenn man sich in einem bewegt, wird dadurch gleichermaßen der Revierverletzer für andere, und das Ganze gespickt mit Hang zu Gigantismus und aggressionslösenden Aktivitäten. Dabei bezeichnet Mars-Uranus auch eine ständige Unangemessenheit der Bedingungen bei gleichzeitiger Aggressionshemmung. Man ist labil, aber bissig.

Diese Anlage – und alles, was außerdem noch in der Jungfrau inbegriffen ist (Wahrnehmung der Umstände, Diagnose von Vorgefundenem, Verhaltenheit) wird a) mit dem Herrscher von 1 in 3 im Schützen schreibend (auch journalistisch) und weltanschaulich dargestellt und b) mit einer Sonne im 2. Haus durchgeführt. Es geht um die Belange des Gemeinschaftlichen, deren Formen der Gegenwarten geprüft werden, gegebenenfalls zerstört, verätzt, sofern sie nicht dem Gewachsenen des Prinzips entsprechen. Pluto in Krebs – das Gift ist im Heimatlichen ebenso wie im Seelischen, in 10: Es gehört mit zur Finalität, ist das, womit man als Erwirktes „identifiziert“ wird. Der Neptun als Herrscher von 7 (das Begegnende und die Gegenwart als Bewusstsein) steht auf einem Merkur-Saturn-Punkt und weist damit auf den zu klärenden Inhalt von Abweisungserlebnissen und der Selbstbestätigung durch Skepsis hin; mit dem Quadrat zur Venus in der Waage wird dieses Klären real Erscheinung und Bild. Venus-Mars: die Verletzung von Gewebe, der entfachte Brand. Auch Feuer kann reinigen.

1951 – bei Veröffentlichung des Buches (ein genaues Datum konnte ich nicht herausfinden) – bewegte sich A. Camus im Fügungsrhythmus (7er) zwischen 1.5° Stier und 28° Widder, wodurch der Mars-Venus von 10 nach 2 angesprochen war. Mars kämpft im Seelischen, im eigenen Zuhause einen Kampf gegen sich selbst – schneidet sich ins eigene Fleisch, weil ihm die Wertigkeiten dort, wo er sich aufhält, fehlen. Zornig ist man da – man rast. Im Erlebensweg bewegte sich Camus im gleichen Zeitraum durch den Wassermann in Haus 5; Wassermann an der Spitze von Haus 6, mit dem Mond um 0.5° hinter der Häuserspitze. Der Einzelne im Verhältnis zum Übersubjektiven, dem Ideal des Größeren Zusammenhangs unterworfen und aus sich selbst enthoben. Das Individuum zählt nicht, das Subjektive hat hinter dem Größeren = Autoritäten und autoritären Systemen zurückzutreten; das ist aber gleichzeitig auch Prometheus, jener, der sich auflehnt, der ungehorsam ist und revoltiert.

Wassermann ist der Atheist, der Glaube an einen Gott ist kein Lösungskonzept für ihn … doch was hält den Menschen? In seinem Dilemma („Wie kann es sein, dass es soviel Leid für die Menschen auf der Welt gibt?) ist Camus auf das Absurde gekommen. Sein Uranus, der – wie wir oben gesehen haben – belastet ist, muss anders auferstehen. Um nicht verzweifelt zu resignieren oder in Passivität zu verfallen, spricht Camus im Sinne des Existentialismus vom aktiven, auf sich allein gestellten Menschen, der selbstbestimmt ein Bewusstsein neuer Möglichkeiten der Schicksalsüberwindung, der Auflehnung, des Widerspruchs und der inneren Revolte lebt. Gesundheitlich sind im Uranus-Sonne-Neptun unter anderem Betroffenheit der Lunge (Atemblockierungen) Nervenlähmungen, Spinallähmungen, Allergien und Störungen des Immunsystems angelegt. Seit seinem 17. Lebensjahr 1930 (vermutlich bei Überlauf über den Mars das oben Gesagte aktiviert) litt Camus an Tuberkulose. 

Nur mal ganz kurz geschaut: Im 9er Rhythmus – der dem Mars/Widder entspricht, kommt Camus am 23.2.2018 auf 13.7° Jungfrau und in Opposition dazu befindet sich der laufende Neptun in den Fischen. Am Donnerstag wurde um 19:00 Uhr eine Ausstellung in Nürnberg eröffnet, die den Titel seines Buches trägt, und in der es natürlich – um Revolte geht.

Geht man Camus‘ Horoskop mit 1°/Jahr durch, steht der Mann zur Zeit auf 8° Steinbock, der laufende Saturn derzeit auf 7.1° Steinbock. Camus‘ Saturn in den Zwillingen hat keinen weiteren Aspekt als lediglich ein Quadrat zum Mondknoten in den Fischen. Das Anliegen dieses Mondknotens ist, in den Strom der Einheit einzutauchen und die bestehende Trennung zu überwinden. Durch Saturn werden das Verschmelzen und die Hingabe in als unangenehm empfundener Weise beschränkt und beschnitten. Mit dem Überlauf werden nun Belange der Auflösung bzw. der Erstarrtheit von Strukturen (in diesem Fall auch der Vernunft) betreffend bestimmend.     

Im 8er Rhythmus (Pluto/Skorpion) ist übrigens derzeit die Venus angesprochen. Auch hier – jetzt nicht unter Mars als Brandbeschleuniger – geht es um den Bestand, das Bestehende, das in Frage gestellt wird. Mars-Venus übrigens ja die Erscheinungsseite von Neptun-Uranus!

23.2.2018, 19:00 Uhr, Nürnberg

Auch bei der Ausstellungseröffnung liegt ein Jungfrau-AC vor. Merkur-Venus stehen mit Neptun in einer Konjunktion: das sind einerseits die Auflösungserscheinungen im Gewebe und im Gemeinschaftlichen (Venus wiederum Erscheinungsseite von Uranus und Neptun findet seinen Vollstrecker im Mars) – mit Quadrat zu Mars im Schützen. Es wird etwas verkündet: die Fanfaren sind schon im Anschlag. Was verkünden sie? Die Erhebung des Volkes bzw. der Weckruf für jenes: Mond-Mars von Haus 4 nach 9. Da sitzt etwas im Empfinden und rumort. 

Der Uranus – Prometheus – weist ein Quadrat zu Pluto von Haus 8 nach Haus 4 auf. Er wirkt auf die Überlagerung im Seelischen, auf die Einengung im Empfinden, das zur Übernahme falscher Identitäten geführt hat und weiter führt, und könnte es aufheben, die Schocklähme möglicherweise aushebeln. Eventuell. Uranus-Pluto aber ist beharrlich und spricht von Unterdrückung und Verdrängung, Demütigungen eingeschlossen. 

Felix Thiele, „Smoke Screen“, 2017, Video (Detail), Quelle: hier

Die Ausstellung (vom Institut für moderne Kunst im Neuen Museum Nürnberg) – so man diese Uhrzeit als für ihren Verlauf gültig annimmt – hat am DC das Zeichen der Fische. Sollen wir jetzt annehmen, es kommt kein Publikum? Neptun-Venus – mangelnde Masse? Keine Gegenwart oder doch hinter die Oberfläche geschaut, weit hinter das bloße Bild. Passen doch die Nebelwerfer im Foto auf der Seite der Ausstellung. Mars-Neptun, im Revier möglichst getarnt, denn es könnte gefährlich werden. Eine Fische-Sonnen-Durchführung, deren Ergebnis im Saturn dort liegt, wo wir weiter oben Camus‘ Auslösung bei 1°/Jahr gesichtet haben. Das Endzeichen des Fische-Wassermann-Steinbock-Verbundes in Haus 4. 

Die Lage der Stadt Nürnberg kann man ebenfalls heranziehen. Die Koordinaten 11.1° östlich und 49.5° nördlich ergeben an astrologischen Koordinaten  in der Differenz 28° Waage (man zieht von der Schräge die Quere ab).

Camus‘ Neptun auf 28.2° Krebs steht dazu mithin im Quadrat zur Ausstellung und steuert seinen Mars dazu, wie auch der Mond von Camus (auf 28.5° Wassermann) einen Aspekt auf die Nürnberg-Differenz wirft. In diesem Fall ein Trigon. Die 28° Waage sind ein Gruppenschicksalspunkt von Sonne-Saturn: Das Subjekt kommt in die Möglichkeit, seine Bestimmung zu tragen, erhält die Chance, die seelische Isoliertheit und den Mangel zu überwinden und das Spielerische wiederzufinden. Sonne-Saturn ist aber eben auch der ausgeprägte Lebensernst, die Selbstkontrolle und der Fleiß, der arbeiten lässt bis zur Erschöpfung.

Eine Stimme der Dekade 

„Nur eskaliert heute jeder für sich. Für ein Gemeinsames scheint es keine überzeugenden Bilder mehr zu geben, keine Vision und kein Projekt. Die Rebellen von heute schleusen uns in Filterblasen, die nebeneinander existieren.“ Quelle.

Einer, der sich zwar derzeit nicht in Nürnberg (war dort 2015 zwecks Vorstellung irgendwelcher Sneakers oder ähnlichem) aufhält, aber auch mit der Revolte zusammen in Erscheinung tritt, ist ein Rapper. Geboren ist er am 8.6.1977, meine Quelle sagt, mit einem Ascendenten von 18° Krebs und einer Zwillinge-Sonne in Haus 12. An der Spitze von 12 nach 11 stehen Sonne und Jupiter in Konjunktion, in Opposition zu Neptun am Ende von Haus 5. Hinzu tritt das Quadrat zu Mond (Herrscher von 1 und damit den Standort festlegend) in den Fischen in Haus 9. Als Herrscher von 10 (Widder) steht Mars in 10 und macht damit a) Neptun b) Pluto „gefragt“. Pluto steht im 4. Haus. Dazu später. Mars und Venus stehen in einer Konjunktion im Stier – sehr viel Energie für wenig Gewebe, da ist die Energie brandgefährlich. Mars-Venus erhalten – nein – keine Schützenhilfe, sondern Zündstoff von Uranus am Ende des 4. Hauses. (Vielleicht verschiebt sich der AC auf 17.2° , so dass die knappen Endstände auf die Häuserspitzen zu liegen kommen?) 

„Aufgrund seiner inhaltlichen Orientierung an „Mittelschicht-Angst“ und musikalischen Pop-Einflüssen gilt Kanye West als Mitbegründer und „Gallionsfigur“ des sogenannten „Hipster-Rap“,[…] der einen Gegenentwurf zum Gangsta-Rap aus den Großstadt-Ghettos bildet.“ (wikipedia)

Nach allem, was man über ihn lesen kann, benimmt er sich wie ein Elefant im Porzellanladen, provoziert und hält sich für den Größten. Lässt an einen anderen Polterer denken. Auf jeden Fall trainiert er für eine Art von Revolte.

Am 19. November 2016, kurz nach den letzten Präsidentschaftswahlen in den USA, hatte der Rapper Kanye West eine Art Gotteserscheinung. Auf seiner Saint Pablo-Tour rief er in einer konfusen Brandrede, zwischen Paranoia und Befindlichkeitschaos eine neue Welt aus. Kurz nach Abbruch der Show wurde er in die Psychiatrie eingeliefert und zeigte sich erst am 13. Dezember 2016 wieder in der Öffentlichkeit. In New York traf er sich mit dem designierten Präsidenten (sic!) im Trump Tower. Zwei Giganten am Rande des Wahnsinns und wahnsinnig talentiert? 

„I’ve been sent here to give y’all my truth—even at the risk of my own life, even at the risk of my own success, my own career,“ he continued. „I’ve been sent here to give y’all the truth. Jay Z, call me, bruh! You still ain’t call me! Jay Z, call me! Jay Z, I know you got killers, please don’t send them at my head. Just call me! Talk to me like a man!“

„I’m on my Trump s–t tonight.“

Woher kommt Wests rasende „Rebellion“, ist er überhaupt ein Rebell? Und was für eine Psychose brach aus? Der Krebs-AC mit dem Mond in den Fischen (mit einem Quadrat zu Neptun) spricht von einem Menschen, der aus dem Empfinden lebt (leben könnte, wenn nicht…) und sich über die Äußerlichkeiten einer wie auch immer gearteten Fassade hinwegsetzt. Er verstellt sich nicht, durchschaut Verstellungen. Mond-Neptun erzählt von einer Unterwerfung unter einen anderen Mann, die Ausbildung einer eigenen Identität gleich mehrfach gefährdend, weshalb man selbst gleichzeitig die Identität mit dem Wirklichen sucht. In Haus 9 bietet sich die Möglichkeit, die Abwesenheit vom eigenen Leben (in einer Inszenierung) zu fügen.

Neptun in Schütze zwischen Haus 5 und 6 löst die Fügung des Lebens und der Identität zusätzlich auf. Es besteht die Gefahr, sich mit dem Wirklichen und der „Wahrheit“ zu verwechseln, weil keine Grenzen existieren. Die Sonne hat eine Konjunktion zu Jupiter – Bezug zu Haus 9 und Haus 5 – sie hält sich für „göttlich“ und für den Schöpfer und Erschaffer von Erlebniswelten in einem. Da dies genau am Übergang von 12 nach 11 steht, wird also eine Fügung geschöpft, in der große Hoffnung enthalten ist: Die Fügung der Empfindungswelt wird bei fehlender Bestimmung zu einer Gefühlswelt, die alles auf sich bezieht; man schwelgt in Gefühlen und verschlingt alles, was an Empfindungswelt in Form von Impressionen auf einen zukommt, um ein Leben zu haben.

Quelle: internet

Die Zwillinge-Sonne lebt u.a. von der und für die Selbstdarstellung; in dieser wird das Musikantisches des Krebs-AC, die Sehnsucht des Mond-Neptun über den Merkur in 11 im Stier ausgeübt. Der Merkur drückt sich einerseits in Worten, in Sprache aus. Hier steht in Konjunktion zum Gruppenschicksalspunkt von Jupiter-Venus, greift diese Möglichkeit der Integration auf, zieht den Mond ins Kalkül und ist Günstling. Das Kollektiv nimmt einen wohlwollend auf, sofern man Dinge ausspricht, die dieses Gemeinschaftliche hören möchte. Die Gemeinschaft ist für ihn selbst nur bedingt geeignet. Der Löwe in Haus 2 liebt den großen Auftritt, dominiert die Herde – doch der Saturn darin sagt: wir behalten dich, wenn du der „Sündenbock“ bist. Um „geliebt“ zu werden, muss er den Pöbeler, den „Rebellen“ geben – aber er persönlich ist keiner. Er ist ein Sonne-Neptun, ein König ohne Revier, und als solcher voller Angst. Menschen mit dieser Konstellation artikulieren nicht, sondern schreien – oder im vorliegenden Falle tragen Wortfetzen/Sentenzen vor und bewegen sich dazu – er traut sich nicht zu denken. In diesem Fall muss man den Uranus befragen, und der steht wie Neptun im II. Quadranten, an der Spitze von Haus 5 mit Quadrat zu Saturn. 

Rap ist ein ganz eigener Stil

  • Wer richtig rappen will, muss nicht nur die richtigen Texte, den richtigen Tanzstil, sondern auch die richtigen Rap-Handbewegungen haben. Dazu gehört natürlich eine gewisse Begabung, ein Bewegungstalent zu sein, aber um das Üben kommen auch begabte Menschen nicht herum.
  • Die Rap-Handbewegungen drücken die einzelnen Textpassagen richtig aus, also der Text wird durch die Bewegungen verstärkt, beziehungsweise unterstrichen, ohne diese Moves passt der ganze Musikstil nicht richtig zum Rapper. (Quelle)

Uranus in Skorpion – das ist eine Generationskonstellation: der kühle Klare in den Sümpfen der Vor-Gegenwart. Der Beschleuniger im Prüfprozess, der nicht abwarten kann, bis klar ist, was an Bildern und Gestalten in die Gegenwart ausgeliefert werden kann. Und damit überrollt er die Einhaltung des Prinzips. Wenn, dann finden wir hier die Rebellion, und auch Rücksichtslosigkeit. Gibt es eine gute und eine schlechte Rebellion? – Der Uranus im Fall von West kommt aus dem 8. Haus – Herrscher von 8 in 4/5. Auf dem Weg ins Bewusstsein/Gewahrsein wird der Mann in die Besetzung seiner Identität, seines Lebens zurückgeschickt.  

Mit der Sonne in 12 und dem in den Fischen schwimmenden Mond muss zwangsläufig die Reinhaltung des Prinzips zur beherrschenden Vorstellung werden, und sich eines Mars-Pluto bedienen, um wiederum Könige zu stürzen. Sonne-Neptun beinhaltet diesen Mars-Pluto, als Spiegelquadrat ist zusätzlich Sonne-Pluto gegeben. Der Wunsch nach Reinheit ist begleitet von der Angst vor dem Bösen, während man sich gleichzeitig zum Handlanger macht.

Im November 1974 trat Uranus in den Skorpion und verließ ihn wieder am 18.2.1981. Was sind die Ereignisse in diesem Zeitraum außer die Aufhebung im Ideologischen? Radikaler Wertewandel, Desorientierung und Widersprüche im Weltbild traten auf den Plan. Anfang 1981 war der Umbruch im sexuellen Verhalten offensichtlich, wir sprachen zunehmend über Aids, die Notwendigkeit der Verhütung –  es war eben das Ende der sexuellen Libertinage der Uranus-in-Waage-Zeit. 

Auch Camus‘ Uranus steht in 5, jedoch im Wassermann; sein Neptun in Krebs – der von West in Schütze. Es ist ein anderer Rebell, der hier auftritt, natürlich. Unsere Gegenwart liest sich aus dem Gewordenen der letzten Jahrhunderte. 

Die genannte Epiphanie – also Selbstoffenbarung Gottes, die Gotteserfahrung – am 19.11.2016: West lief im Erlebensrhythmus (7er) gerade über den Uranus-Neptun-Punkt im Steinbock im 6. Haus und im Fügungsrhythmus über Merkur-Saturn. Im Transit lief Pluto auf den Descendenten zu und Saturn hatte bereits Neptun passiert. Der Konkurs seiner Person, die kompensiert werden musste, damit er überhaupt am „Leben“ bleiben konnte. Das 5. Haus von der Vorstellung vereinnahmt … man schaue sich an, wie der Mann sich und seine Familie medial inszeniert … Uranus am Anfang, Neptun an dessen Ende. Ist das zu lösen?

Die Relevanz jedoch zur Ausstellung – im 11er Rhythmus kommt West auf 28° Waage (untenherum – die Differenz aus Schräge und Quere von Nürnberg) und im Uhrzeigersinn auf 12.1° Fische – mit einem Sextil zu Camus‘ Jupiter und im Trigon (Orbis 2°) zu dessen Sonne im Skorpion. Der 11-er Rhythmus ist der des Wassermann/Uranus und damit wird also am 23.2. u.a. auch der Uranus von West in Zusammenhang mit Camus aufgerufen. Noch ein Prometheus ist angetreten, doch dieser Prometheus hat eine Psychose, und Psychosen sind die „Tendenz zu Beängstigung aus schwieriger Eindrucksverarbeitung“ (Döbereiner, Horoskope für jeden Tag, S. 187).

Camus lebte und beschwor die Revolte und „zahlte“ mit einer Tuberkulose, die ihn aber nicht umbrachte, so dass er Gelegenheit zum Artikulieren hatte, uranisch, sich aus der Lähmung herauswindend. Der Skorpion vom 7.11. hat ein Sendungsbewusstsein. West als Zwilling vollzieht die Aufgabe der Identität als Revolte. Der Zwilling vom 8.6. ist (in unseren Breiten und Längen) ohne schützende Haut, und dieser hier meint, er habe nur Feinde um sich. Dem 14.6. weist übrigens – da ich vorhin mit dem anderen Polterer verglich (der allerdings einen 29°-Löwe-AC aufweist) Wolfgang Döbereiner „ein kanalisiertes Empfinden“ zu. Das könnte sogar über den Atlantik hinweg gelten. Was ist bloß aus Prometheus geworden?? Der ist auch nicht mehr, was er mal war.

 

Hier zum Schluss – für mich und für die anderen, deren Musik nicht der Rap ist, um auf (wie es in manchen Büchern heißt) schöne Weise ihren Widerstand auszudrücken – ein Textauszug aus dem ERSTEN sehr bekannten Rap von 1979 von der „Sugarhill Gang“:

Rappers Delight

I said a hip hop
Hippie to the hippie
The hip, hip a hop, and you don’t stop, a rock it out
Bubba to the bang bang boogie, boobie to the boogie
To the rhythm of the boogie the beat
Now, what you hear is not a test I’m rappin‘ to the beat
And me, the groove, and my friends are gonna try to move your feet
See, I am Wonder Mike, and I’d like to say hello
To the black, to the white, the red and the brown
The purple and yellow, but first, I gotta
Bang bang, the boogie to the boogie
Say up jump the boogie to the bang bang boogie
Let’s rock, you don’t stop
Rock the rhythm that’ll make your body rock
Well so far you’ve heard my voice but I brought two friends along
And the next on the mic is my man Hank
C’mon, Hank, sing that song, check it out